Das bisher wärmste, sonnigste sowie vierttrockenste Jahr seit 1881 – Einordnung des Jahres 2018 in die langjährigen Datenreihen

Das Jahr 2018 war auch in NRW das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Mit sehr warmen 11 °C wurde der bisherige Rekord von 2014 von 10,9 °C knapp überboten. Zum Vergleich: die mittlere Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 liegt bei 9,0 °C. Auch wenn ein einzelnes Rekordjahr nur geringe Aussagekraft hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels hat, so häufen sich die Rekordjahre mit positiver Temperaturabweichung doch sehr massiv ab dem Jahr 2000. Ab dieser Jahreszahl findet man die 11 der 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In den 1990er Jahren gibt es noch vier Jahre, die in die Top 18 der wärmsten Jahre kommen. Danach treten nur jeweils in den 1980er Jahren, den 1950er sowie den 1930er Jahren eines der 18 wärmsten Jahre auf! Die Niederschlagsmenge war für NRW ebenfalls rekordverdächtig niedrig. Das Jahr 2018 war das vierttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gegenüber dem Mittelwert von 875 l/m2 fielen über das Jahr verteilt nur 605 l/m2, was einem Defizit von 30 % entspricht. Die Trockenheit war im Sommer besonders extrem und reichte für Platz zwei der trockensten Sommer in NRW seit 1911 (Vergleich aller Sommermonate Juni, Juli und August). Mit 1930 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 1440 Stunden um deutliche 34 % übertroffen und der bisherige Rekord von 2003 (1913 Stunden) unter der seit 1951 erfassten Sonnenscheindauer eingestellt.
Neben der extremen Wärme und Trockenheit, die fast das gesamte Jahr über bestimmend waren, sorgten auch einige wetterbedingte Ereignisse für Schlagzeilen und hohe Kosten. Bereits am 18. Januar fegte das Sturmtief Friederike über NRW hinweg und sorgte für drei Tote und ganz erhebliche Mengen an Sturmholz. Im Mai und Anfang Juni gab es zahlreiche extreme Starkniederschläge in NRW, worunter besonders Wuppertal, Aachen und Essen zu leiden hatten. Am 16. Mai sorgte ein Tornado der Stärke F2 bei Viersen für erhebliche Sachschäden. Zahlreiche Wald- und Böschungsbrände sorgten für Feuerwehreinsätze, wovon der Großbrand vom 7. August bei Siegburg mit mehreren zerstörten Häusern und 40 Verletzten den unrühmlichen Höhepunkt darstellte. Neben den zahlreichen Bränden sorgte die anhaltende Trockenheit auch für einen massiven Anstieg der Borkenkäferpopulation, die zur schlimmsten Kalamität seit 1947 in den Fichtenbeständen führte. Auch die Landwirtschaft und vor allem die Rheinschifffart spürten die extreme Trockenheit.

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