Flächendeckendes Hochwasserfrühwarnsystem in Bad Münstereifel

Bad Münstereifel hat als erste Kommune im Einzugsgebiet der Erft ein flächendeckendes Hochwasserfrühwarnsystem eingeführt. Es umfasst 13 neue Messstellen an der Erft und kleineren Gewässern, die Wasserstand und Temperatur im Minutentakt erfassen können. Die Daten werden mit Wetterprognosen, Radarinformationen und historischen Werten in einer KI-gestützten Plattform kombiniert. Bei kritischen Wasserständen werden automatisch Warnungen ausgelöst und die Datenübertragung verdichtet. Das System ermöglicht eine frühere Erkennung von Hochwassergefahren und verlängert die Vorwarnzeit um bis zu mehrere Stunden. Zusätzlich können Gefahrenpunkte virtuell simuliert werden. Eine spätere Vernetzung mit dem Ahrtal ist technisch möglich. Geplant ist zudem der Ausbau um Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte, um Überflutungsrisiken noch früher erkennen zu können.

Das Frühwarnsystem ist Teil eines umfassendes Hochwasserschutzkonzeptes, das auch bauliche Maßnahmen wie Retentionsbecken umfasst. Bad Münstereifel arbeitet dabei mit weiteren Kommunen und dem Erftverband im Rahmen einer interkommunalen Kooperation zusammen.

Themenfelder

Hochwasser

Ort

Bad Münstereifel

Laufzeit

Seit 2025

Kontakt

Herr Wassong
Stadt Bad Münstereifel
Stadtwerke
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel
02253 505-176

Die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2021 hat eindrücklich gezeigt, welch enorme Schäden Hochwasserereignisse, selbst an kleineren Fließgewässern, verursachen können. Als Teil eines umfassenden Schutzkonzeptes hat die Stadt Bad Münstereifel die Softwareplattform "Okeanos.VIVID" eingeführt. In dieses System fließen die Daten der 13 Messstellen ein. Die Aktualisierung erfolgt regulär alle fünf Stunden, kann bei kritischen Wasserständen jedoch bis auf minütlich verdichtet werden. Dank der gewonnenen Daten lässt sich nicht nur der Pegelstand der Erft präzise überwachen. Auch kleinere Gewässer werden besser überwacht. Gefahren können dadurch besser vorhergesagt werden, wodurch die Vorwarnzeit um bis zu mehrere Stunden verlängert werden kann. So bleibt mehr Zeit für Schutzmaßnahmen. Zudem können mithilfe der KI virtuelle Orte angelegt werden, um lokale Entwicklungen vorausschauend zu berechnen.

Die Finanzierung des Projektes erfolgte vollständig aus dem städtischen Haushalt. Die Anschaffung und Installation von Sensoren und Software kosteten rund 27.000 Euro. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten in Höhe von etwa 5.500 Euro. Das System soll zukünftig kontinuierlich erweitert werden, insbesondere durch weitere Messstationen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Bodenfeuchte, da sie maßgeblich die Aufnahmefähigkeit des Bodens beeinflusst und somit für Hochwasserprognosen entscheidend ist.

Neben der digitalen Vorsorge gehören auch bauliche Maßnahmen zum Schutzkonzept. Insgesamt sind 15 Projekte in Vorbereitung, darunter vor allem Retentionsbecken auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Diese sollen große Wassermassen im Hochwasserfall aufnehmen und Überschwemmungen abmildern.