Niedrigwasser am Rhein shokokoart

Ausgesprochen warm, sonnenscheinreich und beim Niederschlag mit zwei Gesichtern – der August 2026

Kalender Icon04.09.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Im August 2026 war das Wetter in Nordrhein‑Westfalen durch ein abermals überdurchschnittlich warmes Monatsmittel geprägt. Insgesamt verlief die erste Monatshälfte, der Wetterlage aus dem Juli folgend, überwiegend heiß und weitgehend trocken, die zweite dagegen deutlich regenreicher und unbeständiger. Um die Monatsmitte herum wurde die heiße und trockene Luft nach und nach von einer Tiefdrucklage von Westen her verdrängt, die landesweit auch Gewitter mit sich brachte. Die Gewitter waren zum Teil sehr kräftig und lieferten zusätzlich Hagel und Sturmböen. Nächtliche Abkühlungen führten in der zweiten Monatshälfte örtlich zu einstelligen Temperaturen - eine angenehme Erfrischung nach dem bisherigen Sommer. In der ersten Augusthälfte verschärfte sich die anhaltende Dürre, die zu zahlreichen großen Waldbränden, insbesondere im Hürtgenwald und im Hohen Venn, führte und entlang des Rheins die Pegelstände auf historische Tiefstwerte fallen lies. Der Regen brachte hier in der zweiten Monatshälfte nur nach und nach Entspannung.

Die Durchschnittstemperatur lag im August 2026 auf dem Niveau der Vormonate bei 19,5 °C und überschritt damit die Mittelwerte sämtlicher Klimanormalperioden für Nordrhein-Westfalen erneut deutlich. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 (16,6 °C) beträgt die Differenz 2,9 K, gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (17,9 °C) weiterhin 1,6 K. Damit belegt der August 2026 allerdings "nur" Rang 11 innerhalb der seit 1881 geführten Temperaturmessreihe. Der Vergleich der Mitteltemperaturen der Klimanormalperioden 1881-1910 (16,0 °C), 1961-1990 (16,6 °C) und 1991-2020 (17,9 °C) zeigt einen anhaltenden Anstieg der Augusttemperaturen um insgesamt 1,9 K.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2026

16,0 °C

16,6 °C

17,9 °C

19,5 °C

Der August 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen mit 63 l/m² Niederschlag, trotz unbeständiger zweiter Monatshälfte, insgesamt als vergleichsweise trockener Monat. Damit belegt er Rang 48 der niederschlagsärmsten Augustmonate seit Messbeginn 1881. Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991–2020 (82 l/m²) wurde ein Defizit von 19 l/m² (−23 %) registriert. Gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (73 l/m²) beträgt der Rückstand 10 l/m² (−14 %). Im Vergleich der Klimanormalperioden ging der mittlere Augustniederschlag von 81 l/m² (1881–1910) zunächst leicht auf 73 l/m² (1961–1990) zurück und stieg in der jüngsten Referenzperiode 1991–2020 wieder auf 82 l/m² an.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2026

81 l/m²

73 l/m²

82 l/m²

63 l/m²

Der August 2026 verzeichnete 233 Sonnenstunden und belegt damit Rang 12 der sonnenscheinreichsten Augustmonate seit Beginn der Messreihe 1951. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 beträgt das Plus 50 h, gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 noch 37 h. Ein Blick auf die drei Klimanormalperioden verdeutlicht einen anhaltenden Anstieg der durchschnittlichen Sonnenscheindauer: 1951-1980 wurden 177 h gemessen, 1961-1990 183 h und 1991-2020 195 h, was seit der ersten Periode einem Zuwachs von 19 h entspricht.

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2026

177 h

183 h

195 h

233 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln – Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

An der Kölner Station traten im August 2026 17 Sommertage, 11 Heiße Tage und 9 Tropennächte auf. Verglichen mit dem August 2025 bedeutet dies eine Zunahme um 1 Sommertag, 6 Heiße Tage und 2 Tropennächte. Das Temperaturspektrum reichte von 13,1 °C bis 36,3 °C; Minimum und Maximum lagen damit 1,8 °C beziehungsweise 1,3 °C über den Vorjahreswerten. Die Warsteiner Station registrierte 13 Sommertage, 5 Heiße Tage und 2 Tropennächte. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich damit ein Plus von 4 Sommertagen, 2 Heißen Tagen und 2 Tropennächten. Die gemessenen Temperaturen schwankten zwischen 8,8 °C und 35,3 °C, womit das Minimum 2,2 °C und das Maximum 1,5 °C höher lagen als im August 2025. Der Vergleich der beiden Standorte zeigt, dass Köln bei allen betrachteten Kenntagen wenig überraschend höhere Werte erreichte als Warstein; besonders bei den Tropennächten mit 9 gegenüber 2. Auch die nächtlichen Tiefsttemperaturen blieben in der Innenstadt mit 13,1 °C deutlich über dem Warsteiner Wert von 8,8 °C, während sich die Tageshöchsttemperaturen mit 36,3 °C und 35,3 °C nur um 1,0 °C unterschieden.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im August 2026

VKTU

WAST

Sommertage1713
Heiße Tage115
Tropennächte92
Tiefsttemperatur13,1 °C8,8 °C
Höchsttemperatur36,3 °C35,3 °C

 

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Eine Szene mit einem Sonnenblumenfeld und einer Gruppe von drei Bäumen vor dem bewaldeten Horizont 03093215 ©panthermedia.net Liane Matrisch

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