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Rekordwärme bei viel Sonne – der Juni 2026
Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen als außergewöhnlich warmer und sonnenscheinreicher Sommermonat. Grund dafür war eine historischen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte, die infolge einer ausgeprägten Omega-Wetterlage (Hitzeglocke) entstehen konnte. Anfang Juni dominierten noch Tiefausläufer mit einem großräumigen Gewitteraufzug und lokalem Unwetterpotenzial. Am 16. und 17.06. zog eine Warmfront mit schwül-heißen Luftmassen und vereinzelten Hitzegewittern über das Land hinweg. Im letzten Juni-Drittel steigerte sich die Hitzewelle zu einem Stresstest von bisher unbekannter Intensität und Länge. Die Notaufnahmen und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun und voraussichtlich hat es in diesem Zeitraum viele hitzebedingte Todesfälle gegeben - allein in Köln verstarben am letzten Juniwochenende viermal mehr Menschen als "normal". Erst am 29.06. endete für NRW diese Hitzewelle. Insgesamt gab es verbreitet 11 Heiße Tage in Folge mit Temperaturmaxima am Freitag, den 26.06., von bis zu 40 °C am Rhein - einer neuer Juni-Rekord. Es ist davon auszugehen, dass durch die globale Erderwärmung solche Hitzewellen in Zukunft immer gewöhnlicher werden, sofern die globalen Klimaschutzanstrengungen nicht weiter intensiviert werden.
Die Durchschnittstemperatur lag im Juni 2026 dank der Hitzewelle bei 19,5 °C und damit deutlich über den Mittelwerten sämtlicher Klimanormalperioden. Gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (15,4 °C) war dieser Juni 4,1 K wärmer; im Vergleich zur ältesten Klimanormalperiode 1881–1910 (15,5 °C) beträgt der Abstand 4,0 K. Auch zur aktuellen Referenzperiode 1991–2020 (16,3 °C) ergibt sich noch eine positive Abweichung von 3,2 K. Damit setzt sich die seit 2013 ununterbrochene Folge überdurchschnittlich warmer Junimonate im Vergleich zur Periode 1961–1990 fort. Der Juni 2026 ist gemeinsam mit dem Jahr 2019 der Junimonat mit der höchsten Temperatur in der gesamten Messreihe seit 1881. Der Vergleich der Mittelwerte der Klimanormalperioden 1881–1910 (15,5 °C), 1961–1990 (15,4 °C) und 1991–2020 (16,3 °C) zeigt einen Temperaturanstieg von insgesamt 0,8 K zwischen der ersten und der aktuellen Periode.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
| 15,5 °C | 15,4 °C | 16,3 °C | 19,5 °C |
Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen mit 66 l/m² Niederschlag als moderat trockener Monat und belegt Platz 58 in der Rangliste der niederschlagsärmsten Junimonate seit 1881, womit er sich im Mittelfeld der Messreihe befindet. Dabei fiel die wesentliche Niederschlagsmenge in der ersten Monatshälfte. Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (73 l/m²) wurde ein Defizit von 7 l/m² (-10 %) registriert. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 (84 l/m²) ergibt sich ein Minus von 18 l/m² (-21 %). Zur ersten Klimanormalperiode 1881-1910 (72 l/m²) beträgt die Abweichung −6 l/m² (-8 %). Im Vergleich der Klimanormalperioden zeigt sich, dass die aktuelle Periode 1991-2020 mit 73 l/m² nahezu das gleiche Niveau wie die erste Periode 1881-1910 (72 l/m²) erreicht, während der Zeitraum 1961-1990 mit 84 l/m² unter den hier dargestellten Klimanormalperioden die niederschlagsreichste Phase darstellt.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
| 72 l/m² | 84 l/m² | 73 l/m² | 66 l/m² |
Mit 233 Sonnenstunden zeigte sich der Juni 2026, wie bei einer sommerlichen Omega-Wetterlage zu erwarten ist, sehr sonnig und belegt Rang 20 der sonnenscheinreichsten Junimonate seit Messbeginn 1951. Verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990 (184 h) verzeichnete der Monat ein Plus von 49 h. Gegenüber der Klimanormalperiode 1951-1980 (194 h) ergab sich eine Abweichung von 39 h, zum Mittelwert der aktuellen Periode 1991-2020 (201 h) ein Überschuss von 32 h. Der Vergleich der Klimanormalperioden 1951-1980 (194 h), 1961-1990 (184 h) und 1991-2020 (201 h) zeigt einen Rückgang vom ersten zum zweiten Zeitraum, gefolgt von einem Anstieg auf den höchsten Mittelwert in der jüngsten Referenzperiode.
1951-1980 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
| 194 h | 184 h | 201 h | 233 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juni 2026 war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln – Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.
Im Juni 2026 verzeichnete VKTU 15 Sommertage, 11 Heiße Tage und 12 Tropennächte, während WAST auf 13 Sommertage, 8 Heiße Tage und 6 Tropennächte kam. Die höchste gemessene Temperatur betrug 39,2 °C in Köln und lag damit exakt 2,0 °C über dem Warsteiner Spitzenwert von 37,2 °C. Die tiefste Temperatur erreichte an VKTU 11,7 °C und an WAST 8,9 °C. Gegenüber dem Juni 2025 nahm in Köln die Zahl der Sommertage von 18 auf 15 ab, während die Heißen Tage von 8 auf 11 und die Tropennächte von 11 auf 12 anstiegen. In Warstein erhöhte sich die Zahl der Sommertage von 11 auf 13, die Heißen Tage von 2 auf 8 und die Tropennächte von 1 auf 6, eine vergleichbare Anzahl Tropennächte ist dort bisher nur im August 2020 aufgetreten. Die Höchsttemperaturen stiegen gegenüber dem Vorjahr an beiden Stationen deutlich: von 35,6 °C auf 39,2 °C in Köln und von 32,5 °C auf 37,2 °C in Warstein. Die Tiefsttemperaturen lagen 2026 lediglich geringfügig über den Vorjahreswerten (VKTU: +0,3 °C; WAST: +1,1 °C).
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Juni 2026 | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Sommertage | 15 | 13 |
| Heiße Tage | 11 | 8 |
| Tropennächte | 12 | 6 |
| Tiefsttemperatur | 11,7 °C | 8,9 °C |
| Höchsttemperatur | 39,2 °C | 37,2 °C |
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