Boden mit Trockenrissen LANUK NRW

So trocken wie nie zuvor – der Juli 2026

Kalender Icon03.08.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Die Witterung des Juni hat sich auch im Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Durch meist beständiges Hochdruckwetter dominierten über weite Strecken sonnige und sehr trockene Witterungsabschnitte. Niederschläge blieben vielfach auf einzelne lokale Schauer oder Gewitter beschränkt, wobei diese häufiger in Ost- und Südwestfalen und seltener im Rheinland auftraten. Unterm Strich hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in NRW in einem Juli nie weniger Niederschlag gegeben als 2026. Dazu lagen die Lufttemperaturen wie gewohnt deutlich über dem langjährigen Mittel, begleitet von einer erneut überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer. Die anhaltende Trockenheit führte zu einer weiteren Verschärfung des Niederschlagsdefizits und begünstigte die Austrocknung der Böden sowie eine zunehmende Belastung von Vegetation und Wasserhaushalt. Mit neuen Tiefstständen am Rhein wurde der bisherige Tiefstwert vom Oktober 2018 in diesem Juli unterboten. Es bleibt abzuwarten, wie lange die aktuelle Trockenheit noch anhält. Insgesamt setzte der Juli die bereits zuvor beobachtete Entwicklung hin zu einem warmen und trockenen Sommer klar fort.

Die Durchschnittstemperatur fiel im Juli 2026 in NRW mit 19,6 °C lediglich 0,1 °C wärmer aus als der vorangegangene Rekord-Juni. Er lag 2,7 °C über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (16,9 °C) und 1,3 °C über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020. Somit war der Juli bereits im 15. Jahr in Folge überdurchschnittlich warm. Entsprechend belegt der Juli 2026 Rang 8 der wärmsten Julimonate seit Aufzeichnungsbeginn 1881.

Der Vergleich der Klimanormalperioden zeigt, dass der Juli bisher insgesamt 1,6 °C wärmer geworden ist, wobei allein 1,4 °C Temperaturanstieg zwischen den letzten beiden Klimanormalperioden verzeichnet wurden.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2026

16,7

16,9

18,3

19,6

Mit einem Niederschlagssummenwert von nur 20 l/m² fiel im Juli 2026 so wenig Regen wie noch nie seit Messbeginn. Damit unterschritt der diesjährige Juli sowohl den Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (82 l/m²) als auch jenen der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (83 l/m²) um ca. 76 %. Auch der bisherige Tiefstwert des Julis aus dem Dürrejahr 2018 (26 l/m²) wurde klar unterschritten.

Der Vergleich der unterschiedlichen Klimanormalperioden zeigt, dass die Niederschlagsmenge im Juli insgesamt abgenommen hat, in den letzten Jahrzehnten jedoch stabil blieb. 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2026

97 l/m²

82 l/m²

83 l/m²

20 l/m²

Einhergehend mit den sommerlichen Temperaturen und nur geringen Niederschlägen schien in diesem Juli mit 263 Stunden erneut überdurchschnittlich lang die Sonne, nämlich 76 Stunden länger als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (187 h) und 55 Stunden länger als in der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (208 h). Der Juli 2026 belegt mit Platz 7 abermals einen Platz in den Top 10 der sonnenscheinreichsten Juli-Monate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951. 

In diesem Bereich ist ein deutlicher Anstieg der Sonnenscheindauer seit der ersten verfügbaren Klimanormalperiode festzustellen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2026

182 h

187 h

208 h

263 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli 2026 war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln–Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

In Köln wurden im Juli 2026 19 Sommertage verzeichnet; somit waren fast zwei Drittel des ganzen Monats wärmer als 25 °C. Auch in Warstein lag mit 14 gemessenen Sommertagen fast die Hälfte des Monats auf diesem Temperaturniveau. Hinzu kamen jeweils 7 Heiße Tage an der Kölner und 2 Heiße Tage an der Warsteiner Station. Besonders beeindruckend fielen in diesem Monat die heißen Nächte in Köln aus: mit 13 Tropennächten wurden an dieser Station genauso viele Tropennächte gemessen wie im Juli des Hitzejahres 2018; in den letzten 17 Jahren lag nur noch der Juli 2010 mit 14 Tropennächten über diesen Messwerten.

Als Höchsttemperatur wurden in Köln 36,1 °C erreicht, in Warstein lag diese mit 36,0 °C fast genauso hoch. Damit fielen die Höchstwerte an der Station in Köln jedoch um 2 °C und in Warstein um 0,3 °C geringer aus als im Juli 2025. Der Tiefstwert lag in Köln bei 14,7 °C und in Warstein bei 8,8 °C, und war damit 0,6 °C wärmer (VKTU) bzw. 1,3 °C kälter (WAST) als im Juli des vergangenen Jahres.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Juli 2026VKTUWAST
Sommertage1914
Heiße Tage72
Tropennächte130
Tiefsttemperatur14,7 °C8,8 °C
Höchsttemperatur36,1 °C36,0 °C

 

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