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Temperaturrekord eingestellt, historische Hitzwelle und außergewöhnliche Trockenheit – der Sommer 2026
Der Sommer 2026 in Nordrhein‑Westfalen war geprägt von ausgiebiger Hitze, weit verbreiteter Trockenheit mit spürbaren Auswirkungen auf die Wasserstände in Flüssen und Böden, der Vegetation und der Infrastruktur, bei nur wenigen lokalen Unwettern. Der Juni brachte eine historische Hitzewelle nach NRW und ungleich verteilte Niederschläge, der Juli verlief in drei Phasen von unbeständig bis heiß und trocken und auch der August verlief nach diesem Muster zweigeteilt.
Vegetation und Böden litten unter akutem Wassermangel, vermehrte Borkenkäfer‑ und Pilzbefälle sowie erhöhter Waldbrandgefahr. Lokale Starkregenereignisse (z. B. 65 mm in Kamen) zeigten das Risiko punktueller Überflutungen trotz der Dürre, während die Rheinpegel auf historisch niedrige Stände fielen.
Die Durchschnittstemperatur lag im Sommer 2026 in Nordrhein-Westfalen bei 19,5 °C - alle drei Einzelmonate lagen genau in diesem Bereich. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 (16,3 °C) ergibt sich eine positive Abweichung von 3,2 K. Zum Mittel der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (17,5 °C) beträgt die Differenz 2,0 K. Der diesjährige Sommer war damit, gemeinsam mit dem Sommer 2003, der wärmste Sommer der gesamten Messreihe seit 1881! Eine Betrachtung der Einzelmonate zeigt, dass bereits der Juni 2026 mit 19,5 °C den wärmsten Juniwert der Reihe erreichte und so das insgesamt hohe Temperaturniveau des Sommers prägte. Der Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910 (16,1 °C), 1961-1990 (16,3 °C) und 1991-2020 (17,5 °C) verdeutlicht einen kontinuierlichen Anstieg der mittleren Sommertemperatur um 1,4 K seit Messbeginn.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
16,1 °C | 16,3 °C | 17,5 °C | 19,5 °C |
Der Sommer 2026 war mit einer Niederschlagssumme von 149 l/m² in Nordrhein-Westfalen auch einer der niederschlagärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Gegenüber der Periode 1961-1990 (241 l/m²) fehlen 92 l/m², das entspricht einem Defizit von 38 %. Zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (238 l/m²) beträgt die Abweichung 89 l/m² und somit 37 % Defizit. Damit belegt dieser Sommer Rang 12 der Negativrangliste. Ein Blick in die einzelnen Monate zeigt einen bereits trockenen Start: Der Juni 2026 brachte 66 l/m² und lag damit unter den Werten aller drei Vergleichszeiträume. Juli und August zusammen steuerten lediglich 83 l/m² bei, so dass das zu Beginn des Sommers entstandene Defizit nicht mehr aufgeholt wurde. Dabei gab es im Juni und August durchaus wechselhafte Phasen mit häufigeren Niederschlägen, die entsprechend sehr trockenen Phasen gegenüberstanden. Im Verlauf der Klimanormalperioden seit 1881 ging der mittlere Sommerniederschlag von 249 l/m² (1881-1910) über 241 l/m² (1961-1990) auf 238 l/m² (1991-2020) zurück.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
249 l/m² | 241 l/m² | 238 l/m² | 149 l/m² |
Der Sommer 2026 verzeichnete in Nordrhein-Westfalen mit 730 Sonnenstunden einen sehr hohen Wert und reiht sich damit auf Platz 7 der sonnenscheinreichsten Sommer seit 1951 ein. Gegenüber dem Mittel der Referenzperiode 1961–1990 (554 h) beträgt der Überschuss 176 h; im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (605 h) liegt er um 125 h höher. Im Vergleich der drei Klimanormalperioden 1951-1980, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt sich eine anhaltende Zunahme der durchschnittlichen Sonnenscheindauer, auf deren erhöhtem Niveau sich der Sommer 2026 deutlich oberhalb der jeweiligen Mittelwerte einordnet.
1951-1980 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
553 h | 554 h | 605 h | 730 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Sommer war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.
An der Station VKTU wurden während des Sommers 2026 insgesamt 51 Sommertage, 29 Heiße Tage und 34 Tropennächte registriert. Die höchste gemessene Temperatur betrug in diesem Jahr 39,2 °C, die niedrigste 11,7 °C. Gegenüber dem Sommer 2025 bedeutet dies eine Zunahme um einen Sommertag und 13 Heiße Tage sowie 14 Tropennächte mehr; die Höchsttemperatur stieg um 1,2 °C, die Tiefsttemperatur um 0,4 °C. Für die Station WAST wurden 40 Sommertage, 15 Heiße Tage und 8 Tropennächte festgestellt. Die maximale Temperatur erreichte 37,2 °C, die minimale 8,8 °C. Im Vergleich zu 2025 entspricht dies einem Plus von 15 Sommertagen, 8 Heiße Tagen und 6 Tropennächten; die Höchsttemperatur lag 0,9 °C, die Tiefsttemperatur 2,2 °C über den Vorjahreswerten. Der Unterschied zwischen beiden Standorten zeigt sich besonders bei den Tropennächten, die in der Kölner Innenstadt mit 34 Ereignissen mehr als viermal so häufig auftraten wie in Warstein. Die Anzahl der Heißen Tage fiel in Köln fast doppelt so hoch aus wie in Warstein, während die Zahl der Sommertage an beiden Stationen näher beieinanderliegt.
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Sommer 2026 | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Sommertage | 51 | 40 |
| Heiße Tage | 29 | 15 |
| Tropennächte | 34 | 8 |
| Tiefsttemperatur | 11,7 °C | 8,8 °C |
| Höchsttemperatur | 39,2 °C | 37,2 °C |
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