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Trotz winterlichem Mittelteil zu warm und zu trocken – der Winter 2025/2026

Kalender Icon03.03.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Winter 2025/2026 hatte von allem etwas zu bieten. So wechselten sich sehr milde Abschnitte und winterliche Phasen mit Schnee und Frost ab. Der Dezember verlief überwiegend mild, trocken und sonniger als üblich. Zum Jahresanfang brachte Sturmtief "Elli" Wind, Schnee und Glatteis, jedoch dabei glücklicherweise kein größeres Verkehrschaos nach NRW. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gewannen hier im Monatsverlauf - in weiten Teilen des Landes - Tauwetter und durchschnittliche Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Oberhand. Der Februar zeigte sich wechselhaft, mit zahlreichen Regenschauern und zum Monatsende hin teilweise frühlingshaften Temperaturen.

Alles in allem war der Winter 2025/2026 zu warm, deutlich zu trocken und leicht überdurchschnittlich sonnig.

Die durchschnittliche Temperatur lag im Winter 2025/2026 bei 3,7 °C und somit mit einer Abweichung von 2,0 Kelvin deutlich und im 13. Jahr in Folge über dem Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990. Die aktuelle Klimanormalperiode 1991-2020 wurde dabei um 1,0 Kelvin überschritten. Alle drei Wintermonate fielen, zumindest in Bezug auf die Referenzperiode 1961-1990, zu warm aus, am wärmsten war dabei der Februar 2026. Damit landet dieser Winter gemeinsam mit den Jahren 1898, 1956 und 1999 auf Rang 18 der wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Vergleich der Mitteltemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 verdeutlicht einen kontinuierlichen Temperaturanstieg von insgesamt 1,7 Kelvin, welcher zum Ende der Zeitreihe hin immer stärker ausfällt.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2025/2026

1,0 °C1,7 °C2,7 °C3,7 °C

Mit 168 Litern pro Quadratmetern (l/m²), die allerdings nicht zeitlich gleichmäßig verteilt fielen, war der Winter 2025/2026 wie bereits im Vorjahr unterdurchschnittlich niederschlagsreich. Hierfür war vor allem die ausgeprägte Trockenheit des Dezembers verantwortlich, gefolgt von einem ebenfalls zu trockenen Januar. Dieses Defizit konnte auch der Niederschlagsüberschuss im Februar nicht ausgleichen. Die Abweichung von der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 fiel dabei noch negativer aus als die zur Referenzperiode. So fielen in diesem Winter nur rund 71 % des durchschnittlichen Niederschlags der aktuellen Klimanormalperiode. Dieser Winter belegt Platz 30 der trockensten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt lässt sich für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 seit Messbeginn ein kontinuierlicher Anstieg in der winterlichen Niederschlagsentwicklung erkennen, wie die untenstehende Tabelle zeigt.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2025/2026

190 l/m²223 l/m²237 l/m²168 l/m²

In diesem Winter lag die Sonnenscheindauer mit 178 Sonnenstunden im zweiten Jahr in Folge über den Werten der Referenzperiode (1961-1990: 151 h) und der aktuellen KNP (1991-2020: 165 h). Sowohl Dezember als auch Januar waren vergleichsweise sonnig, im Februar dagegen schien etwas seltener die Sonne als im langjährigen Mittel. Dementsprechend landet der Winter 2025/2026 zusammen mit dem Winter 1995/1996 auf Rang 20 der Winter mit den meisten Sonnenscheinstunden seit 1951. Betrachtet man die drei Klimanormalperioden 1951-1980, 1961-1990 und 1991-2020, so ist eine leichte Zunahme der Sonnenscheinstunden erkennbar (s. nachfolgende Tabelle).

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2025/2026

146 h151 h165 h178 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Winter war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

In Köln wurden 11 Frosttage gezählt, in Warstein 27, was fast exakt den Messwerten des Vorjahreswinters entspricht. Die zeitweise kalten Temperaturen sorgten jedoch an der Warsteiner Station für insgesamt vier Eistage (Dezember: ein Eistag; Januar: drei Eistage). Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Winter 2025/2026 in der Temperaturamplitude deutlich markanter aus: die Tiefsttemperatur lag an der Kölner Station um rund 1,5 °C über und in Warstein annähernd auf dem Niveau der Vorjahreswerte. Die Höchstwerte lagen an beiden Stationen 3 bis 4 °C höher als im Winter 2024/2025.

Eine Übersicht zur Einordnung der einzelnen Wintermonate Dezember, Januar und Februar und der anderen Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

KenntageVKTUWAST
Frosttage1127
Eistage04
Tiefsttemperatur-4,6 °C-8,2 °C
Höchsttemperatur20,4 °C19,0 °C

 

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