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Wechselhaft, sonnig und wärmer als üblich – der Frühling 2026
Der Frühling 2026 war in Nordrhein-Westfalen durch einen ausgeprägten Witterungswechsel zwischen Phasen stabilen Hochdruckwetters und zeitweise markanten Tiefdruckeinflüssen geprägt. In allen drei Monaten lag die Durchschnittstemperatur deutlich über sämtlichen Vergleichsperioden. Die Verteilung des Niederschlags war insgesamt ausgeglichen, extreme Trocken- oder Regenperioden blieben aus, wobei der Mai jedoch insgesamt sehr nass und März und April eher zu trocken ausfielen. Im März und April dominierten überwiegend Hochdruckeinflüsse, die für viel Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten. Diese wurden jedoch durch kühle Nächte mit örtlich leichtem Frost bis etwa -3 Grad, besonders in den Tal- und Muldenlagen des Sauerlandes, begleitet. Die erste hochsommerliche Phase des Jahres stellte sich im letzten Maidrittel ein. Dagegen traten vor allem Ende März markante Sturmböen und im Mai auch erste heftige Gewitter mit Starkregen und teils orkanartigen Böen auf. Diese kontrastreichen Wetterabschnitte führten zu größeren Temperaturschwankungen - während örtlich letzte Nachtfröste auftraten, wurden auch die ersten heißen Tage und Tropennächte registriert.
Die durchschnittliche Temperatur im Frühling 2026 lag in Nordrhein-Westfalen bei 10,5 °C und damit um 2,2 K über dem Mittel der Referenzperiode 1961–1990 (8,3 °C) sowie um 1,0 K über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991–2020 (9,5 °C). Gegenüber der ersten Klimanormalperiode 1881–1910 (7,8 °C) ergab sich eine positive Abweichung von 2,7 K. Mit Rang 6 gehört der Frühling 2026 zu den wärmsten Frühjahren seit Beginn der Messreihe im Jahr 1881. Eine Betrachtung der Einzelmonate zeigt, dass sowohl März, April als auch Mai durchweg überdurchschnittlich warm verliefen, was das insgesamt milde Temperaturniveau dieser Jahreszeit stützte. Der Vergleich der Mittelwerte der Klimanormalperioden 1881–1910 (7,8 °C), 1961–1990 (8,3 °C) und 1991–2020 (9,5 °C) verdeutlicht einen kontinuierlichen Anstieg der saisonalen Durchschnittstemperatur um insgesamt 1,7 K seit Messbeginn.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
7,8 °C | 8,3 °C | 9,5 °C | 10,5 °C |
Der Frühling 2026 brachte im Landesmittel 190 l/m² Niederschlag, über die Hälfte davon fiel im Mai. In der langjährigen Rangliste liegt der Frühling 2026 somit im mittleren Bereich der Zeitreihe. Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991–2020 (177 l/m²) ergibt sich ein Überschuss von 13 l/m² (+7 %). Zur internationalen Referenzperiode 1961–1990 (205 l/m²) besteht dagegen ein Defizit von 15 l/m² (-8 %). Verglichen mit der frühen Klimanormalperiode 1881–1910 (172 l/m²) beträgt der Überschuss 18 l/m² (+10 %). Nach der ausgeprägten Trockenphase von 2009 bis 2022 und den beiden außergewöhnlich nassen Frühjahren 2023 und 2024 zeichnet sich damit erneut eine Phase mit eher unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen ab. Im Vergleich der Klimanormalperioden seit 1881 stiegen die mittleren Frühlingsniederschläge zunächst von 172 l/m² (1881–1910) auf 205 l/m² (1961–1990) an, bevor sie in der aktuellen Periode 1991–2020 wieder auf 177 l/m² zurückgingen.
1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
172 l/m² | 205 l/m² | 177 l/m² | 190 l/m² |
Der Frühling 2026 verzeichnete in Nordrhein-Westfalen 660 Sonnenscheinstunden und belegt damit Rang 5 der sonnenscheinreichsten Frühlinge seit Messbeginn 1951. Gegenüber der Klimanormalperiode 1951–1980 (459 h) ergibt sich ein sattes Plus von 201 h; zum Mittel 1961–1990 (441 h) beträgt der Überschuss sogar 219 h. Im Vergleich zur aktuellen Periode 1991–2020 (497 h) liegt der Wert noch 163 h höher. Die Sonnenscheindauer lag in allen drei Frühlingsmonaten deutlich über ihren jeweiligen langjährigen Mittelwerten und festigte so das hohe Jahreszeitenergebnis. Der Vergleich der drei Klimanormalperioden zeigt eine fortlaufende Zunahme der mittleren Frühjahrs-Sonnenscheindauer, wobei die jüngste Periode 1991–2020 deutlich höhere Werte aufweist als die davor liegenden Referenzzeiträume.
1951-1980 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
459 h | 441 h | 497 h | 660 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln – Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlandes dargestellt.
An der Station Köln – Turiner Straße wurden im Frühling 2026 - bedingt durch die sommerliche Phase im Mai - neun Sommertage registriert, vier mehr als im Vorjahr. Erstmals in diesem Zeitraum traten zudem drei heiße Tage sowie zwei Tropennächte auf. Frosttage wurden an dieser Station, wie bereits 2025, nicht beobachtet. Die höchste Temperatur erreichte 32,6 °C und lag damit 2,8 °C über dem entsprechenden Wert des Vorjahres (29,8 °C). Das Minimum betrug 2,9 °C und übertraf den Vorjahreswert von 1,3 °C um 1,6 °C.
An der Station Warstein wurden fünf Sommertage gemessen, zwei mehr als 2025. Heiße Tage und Tropennächte traten hier noch nicht auf. Frosttage blieben hier ebenfalls aus und unterschieden sich damit deutlich von den sieben Frosttagen des Vorjahres. Die Höchsttemperatur erreichte 29,8 °C und lag 3,0 °C über dem Vorjahreswert von 26,8 °C. Die tiefste gemessene Temperatur betrug 1,1 °C und lag 4,2 °C über dem Minimum des Vorjahres (−3,1 °C).
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Frühling 2026 | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Sommertage | 9 | 5 |
| Heiße Tage | 3 | 0 |
| Tropennächte | 2 | 0 |
| Tiefsttemperatur | 2,9 °C | 1,1 °C |
| Höchsttemperatur | 32,6 °C | 29,8 °C |
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