14.1
Jahresheizgradtage „Wärmere Temperaturen verkürzen die Heizperiode“
Jahr201020112012201320142015201620172018201920202021
Essen-Bredeney3861,003006,203380,403628,602824,603234,603224,903135,402960,503024,802851,103300,40
Köln/Bonn3734,702927,603308,503490,602828,803134,903200,103044,602928,502963,602735,903253,40
Köln-Stammheim3464,52631,803000,203184,102439,202840,502934,502825,802699,102746,502499,303056,60
Lennestadt-Theten4396,003652,503910,604057,703494,603729,503761,403725,303499,803658,403529,703840,40

Jahressummen der monatlichen Heizgradtage an den Klimastationen Essen-Bredeney, Köln/Bonn, Köln-Stammheim und Lennestadt-Theten für den Zeitraum 2010-2021 (Datengrundlage: DWD). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Jahresheizgradtage, Kelvin*Tag [K*d]
Räumliche Abdeckung Wetterstationen Essen-Bredeney, Köln/Bonn, Köln-Stammheim und Lennestadt-Theten
Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Die rapide ansteigenden Mitteltemperaturen global und auch in Nordrhein-Westfalen sorgen nicht nur für extremere Hitzewellen, sondern auch für insgesamt wärmere Winter (Indikatoren 1.2 Durchschnittliche Jahreszeitenlufttemperatur und 1.3 Temperaturkenntage kalt (Frosttage, Eistage)). Zumindest bei den Energieverbräuchen für das Heizen wirken sich die wärmeren Winter positiv aus. Mit Hilfe des Impact-Indikators Jahresheizgradtage wird für ausgewählte Messstationsstandorte der Heizbedarf ermittelt und seine Entwicklung gezeigt. Damit kann eine Aussage über die Veränderung des Heizbedarfs getroffen werden.

Der Indikator "Jahresheizgradtage" stellt die pro Jahr aufsummierten monatlichen Heizgradtage nach VDI 3807 dar. Die Heizgradtage beziehen sich auf eine Raumtemperatur von 20 °C. Die Heizgradtage werden als Temperaturdifferenz zwischen der Raumtemperatur und der Tagesmitteltemperatur berechnet. Dabei werden nur die Tage gezählt, an denen das Tagesmittel der Außentemperatur weniger als 15 °C (Heiztag) beträgt. Die Heizgradtage werden als Jahressumme in der Einheit Kelvin * Tag angegeben (DWD 2019).

Literatur:

Deutscher Wetterdienst (DWD) (2019): Historische monatliche Gradtage nach VDI 3807 für Deutschland - Datenbeschreibung. Offenbach a. Main.

Im Gesamtzeitraum 2010-2021 liegen die Mittelwerte der vier untersuchten Standorte zwischen 2.860 K*d (Köln-Stammheim) und 3.771 K*d (Lennestadt-Theten) vor. Hier macht sich der Einfluss der regionalen und lokalen Lage bemerkbar: die recht zentrale städtische Lage in Köln gegenüber dem ländlichen, hoch gelegenen Sieger- und Sauerland von Lennestadt-Theten.

Betrachtet man Jahre mit besonders hohen oder niedrigen Werten fallen die Jahre 2011, 2014 und 2020 auf, die bei allen Stationen jeweils einen lokalen Tiefstwert an Jahresheizgradtagen darstellen. Dies ist auf einen sehr warmen Winter (2020) bzw. Herbst (2011 und 2014) zurückzuführen. Demgegenüber stechen die Jahre 2010, 2013 und jüngst auch 2021 mit ihren hohen Messwerten deutlich heraus. 2010 war sowohl durch einen kalten Herbst als auch Winter gekennzeichnet, 2013 gab es einen kühlen Herbst und 2021 einen eher kühlen Winter. Besonders kalte Winterhalbjahre bleiben auch in dieser Zeit des rasanten Temperaturanstiegs gerade als Folge des Klimawandels wahrscheinlich. Durch den sich abschwächenden Jetstream können jederzeit in der Heizperiode intensive Kälteeinbrüche auftreten.

Für alle Indikatoren werden eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt. Die Trendberechnung ergab für keine der Stationen einen signifikanten Trend.

 

Mittlere Jahressumme Heizgradtage, Kelvin * Tag

Essen-Bredeney

Köln/Bonn

Köln-Stammheim

Lennestadt-Theten

 

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

2010-2021

3.203

 

-

3.129

 

-

2.860

 

-

3.771

 

-

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden