19.2
Übernachtung in Wintersportorten „Es bleibt abzuwarten, ob sich die Übernachtungszahlen auf Vor-Corona-Niveau weiter entwickeln“
Saison2004/20052005/20062006/20072007/20082008/20092009/20102010/20112011/20122012/20132013/20142014/20152015/20162016/20172017/20182018/20192019/20202020/20212021/20222022/23
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Anzahl der Übernachtungen in Winterberg in der Sommer- und Wintersaison im Zeitraum 2004/2005-2022/2023 (Datengrundlage: IT.NRW). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand Wintersaison 2022/2023
Messgröße Übernachtungen in Winterberg differenziert nach Winter- und Sommersaison
Räumliche Abdeckung Winterberg
Datenquelle Landesdatenbank (IT.NRW)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Response

Durch den Klimawandel verkürzt sich die Schneesaison und damit die guten Bedingungen für den Wintersport immer weiter (vergleiche Indikator 19.1 Schneedecke für den Wintersport). Folglich könnten die Übernachtungszahlen in den Wintersportorten sinken. Schwankungen zwischen schneereichen und schneearmen Wintern erschweren zudem eine langfristige Planung und können massive Ausfälle in den Übernachtungszahlen einzelner Jahre mit sich bringen. Der Trend der warmen Winter könnte in Zukunft auch dazu führen, dass Urlauber von vornherein „schneesichere“ Gebiete bevorzugen und die Wintersportorte in NRW nicht mehr in Betracht ziehen. Durch die steigenden Temperaturen können sich für Wintersportorte aber vor allem in den wärmeren Monaten auch Chancen im Sommertourismus ergeben.

Betrachtet wird die Anzahl an Übernachtungen im Wintersportort Winterberg im Hochsauerland als Gesamtzahl, sowie unterschieden in Sommersaison (Mai bis Oktober) und Wintersaison (November bis April). Neben der Entwicklung der Übernachtungszahlen wird ebenfalls die Entwicklung der Saisonalität der Übernachtungen untersucht. Die Saisonalität von Übernachtungen kann mit dem Verhältnis zwischen den Übernachtungen in der Sommersaison und den Übernachtungen in der Wintersaison angegeben werden. Bei einem Verhältnis von eins würde also ein Gleichgewicht herrschen.

Für die gesamte Zeitreihe (Wintersaison 2004/2005 - Sommer 2023) liegt die mittlere jährliche Anzahl der touristischen Übernachtungen in Winterberg in der Wintersaison bei rund 478.000. Für die Sommersaison liegt dieser Wert bei rund 503.000. Insgesamt gibt es im Mittel rund 982.000 touristische Übernachtungen pro Jahr in Winterberg. Die Saisonalität liegt im Zeitraum bis 2019/20 nahezu bei 1. Im Jahr 2020 bzw. in der Saison 2020/21 macht sich der Corona-bedingte Lockdown insbesondere bei den winterlichen Übernachtungszahlen bemerkbar. So wurden im Winter 2020/21 nur knapp 40.000 Übernachtungen verzeichnet. Dadurch schießt auch die Saisonalität nach oben und erreicht den Wert von 12,5. Die sommerlichen Übernachtungszahlen zeigten schon im Jahr 2020 (Saison 2019/2020) einen leichten Rückgang, wobei 2021 die Zahlen etwa auf demselben Niveau blieben wie im Vorjahr. In der Wintersaison 2021/2022 und der Sommersaison 2022 sind die Übernachtungszahlen wieder deutlich gestiegen und haben fast das Vor-Corona-Niveau erreicht, die Spitzenwerte der Wintersaison 2018/2019 und Sommersaison 2019 wurden jedoch noch nicht wieder erreicht. Sowohl im Sommer 2023, als auch in der Wintersaison 2022/23 sind die Übernachtungszahlen noch einmal deutlich angestiegen.

Für alle Indikatoren erfolgt eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt. Vorab ist für die Übernachtungszahlen zu sagen, dass das Übernachtungsverhalten seit 2020 maßgeblich durch die Corona-Maßnahmen und damit verbundenen Einschränkungen beeinflusst war. Ein möglicher klimatischer Effekt ist hier nur sehr untergeordnet sichtbar. Daher werden die Trends für diesen Indikator auch nicht danach bewertet, ob sie eine günstige oder ungünstige Entwicklung nachzeichnen.

Die Trendanalyse ergab für die Übernachtungszahlen im Winter keinen statistisch signifikanten Trend. Für die sommerlichen Übernachtungen ergab die Trendanalyse einen steigenden linearen Trend. Hier wird der Corona-bedingte Rückgang der Übernachtungen in den Jahren 2020 und 2021 vermutlich durch die besonders hohen Zahlen nach der Pandemie maskiert. Bei der Gesamtbetrachtung der Sommer- und Winterübernachtungen ergab sich kein signifikanter Trend. Bei der Saisonalität schlagen zwar ebenfalls die geringen Übernachtungszahlen in der Wintersaison 2020/21 bzw. die hohe Saisonalität von 12,5 zu Buche, doch auch hier konnte kein statistisch signifikanter Trend nachgewiesen werden.

Die Übernachtungszahlen zeigen bis zur Saison 2018/2019 insgesamt einen Anstieg. In den Folgejahren muss angenommen werden, dass Corona-bedingte Schließungen und insgesamt eine eingeschränkte Reisetätigkeit maßgeblich verantwortlich für den Rückgang der Übernachtungszahlen sind. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass entgegen der Erwartung durch verschlechtere natürliche Bedingungen für den Wintersport, kein diesbezüglich begründeter Rückgang der Übernachtungszahlen festgestellt werden konnte. Dies spricht dafür, dass es Winterberg trotz der erschwerten Bedingungen gelingt, weiterhin eine attraktive Tourismusdestination zu sein und sich mit den vorhandenen und zahlreichen neuen Angeboten zu einem Ganzjahresziel weiterzuentwickeln. Zurzeit scheinen sich die Übernachtungszahlen wieder ähnlich zu entwickeln, wie vor den Corona-Einschränkungen. Dennoch beeinflussen die Corona-Jahre die Zeitreihen deutlich, daher kann der Indikator nur vorsichtig interpretiert werden.

 

 

Wintersaison

Sommersaison

Gesamt

Saisonalität

Mittlere Anzahl der Übernachtungen

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

2004/05-2022/23

478.479

 

-

499.616

 

+148.511

981.861

 

-

1,62

 

-

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  steigender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 
günstige Entwicklung
     
     
 
ungünstige Entwicklung
     
     
 
keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden