8.4
Versicherungsleistungen bei Ertragsausfällen „Hohes Risiko für die Agrarversicherung - Schadensatz spiegelt Extremereignisse“
Jahr2010201120122013201420152016201720182019202020212022
Hagel0,6096413410,5132586330,245648030,470668280,9784434890,5183157831,7559149770,6781490570,5487095060,685007990,2705525190,78873880,29292319
Elementargefahren2,329924271,5227935410,9502193831,1594383642,5929572631,0954631884,7859777911,8326601650,7182130830,8454410480,4319077872,334242110,34566416

Schadensatz (Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme) der Hagel- und Elementargefahrenversicherungen im Agrarbereich in Prozent in NRW im Zeitraum 2010-2022 (Datengrundlage: Vereinigte Hagelversicherung sowie Münchener & Magdeburger Agrar AG). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2022
Messgröße Verhältnis der Schäden zur Versicherungssumme, getrennt nach Hagel und erweiterten Elementargefahren in %
Räumliche Abdeckung Durch die beiden Versicherungsunternehmen geschützte Anbauflächen in Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Vereinigte Hagelversicherung, Münchener & Magdeburger Agrar AG
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Durch die klimatischen Veränderungen werden Extremwetterereignisse (Hitze, Spätfrost, Starkregen etc.) häufiger auftreten. Dabei können die landwirtschaftlichen Erträge und die Qualität der Produkte durch Trockenschäden, Frostschäden, Überschwemmung, Bodenerosion und Hagelschäden beeinträchtigt werden.

Hagelereignisse sowie Sturm, Starkregen und Frost (erweiterte Elementarschäden) lassen sich in der Landwirtschaft versichern. Auch Dürreversicherungen werden bereits angeboten, doch diese Versicherungen spielen noch keine große Rolle in NRW, da sie eher kostenintensiv sind. In anderen Ländern werden Beihilfen zu Dürreversicherungen gezahlt. Durch die potenziell häufiger werdenden und auch intensiveren Extremereignisse werden die Schadensummen in der landwirtschaftlichen Versicherung perspektivisch ansteigen. Das Land Nordrhein-Westfalen bietet seit 2023 ein Förderprogramm zur Prämiensubvention für Mehrgefahrenversicherungen gegen Schäden durch Hagel, Sturm Starkregen und Frost an. Diese Förderungsmöglichkeit bezieht sich jedoch lediglich auf Obst- und Sonderkulturen, nicht etwa auf landwirtschaftliche Kulturen. Die förderfähigen Nutzarten sind in der Anlage zu den jeweiligen Richtlinien festgelegt.

Für die Auswertung standen Versicherungsdaten von zwei Versicherern für NRW zur Verfügung. Als Indikator wird die Summe der Entschädigungsleistungen in Euro zur gesamten Versicherungssumme in Euro in Beziehung gesetzt. Dieser Index wird zum einen für die Hagelversicherungen ausgewertet, zum andere für weitere Elementargefahren (Sturm, Frost, Starkregen). Daten zu Versicherungen gegen Dürre liegen nicht vor und sind daher nicht in den Indikator eingeflossen.

Im Zeitraum 2010-2022 wurden im Durchschnitt jährlich 0,6 % der Versicherungssumme für Hagelschäden von den Versicherern ausgezahlt; bei den erweiterten Elementargefahren waren es 1,6 %.

Da bei den Versicherungen gegen Hagel der Schadensatz über dem Gesamtzeitraum kaum schwankt, lassen sich hier ganz deutlich Jahre mit außergewöhnlichen Hagelschäden ablesen, zum Beispiel 2016. Bei den Elementargefahren ist es aufgrund der Zusammenfassung verschiedener Extremereignisse schwieriger direkte Kausalzusammenhänge zu erkennen. Der höchste Index bei den Elementarversicherungen ist ebenfalls im Jahr 2016 zu erkennen. Dadurch kann vermutet werden, dass die in diesem Jahr besonders hohen Schadensätze durch Begleiterscheinungen von Hagelunwettern, wie Sturmschäden oder Starkniederschläge, verursacht wurden.

Für alle Indikatoren erfolgt eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt. Noch zeigen sich bei der statistischen Prüfung für beide Zeitreihen keine signifikanten Änderungstrends.

 

Schadensatz in % Hagel Elementarschäden
  Mittelwert Trend  Änderung Mittelwert Trend Änderung
2010-2022 0,6   - 1,6   -

 

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  steigender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 
günstige Entwicklung
     
     
 
ungünstige Entwicklung
     
     
 
keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden