15.1
Witterungsbedingte Störungen der Schieneninfrastruktur „Wetterextreme halten die Bahn auf Trab“
Jahr2018201920202021
Blitz63,0050,0019,0040,00
Hitze107,00207,0014,0013,00
Böschungsbrand5336,0043,006,00
Vegetation60,0037,0068,0081,00
Winter12,008,000,00234,00
Gleisunter-/Gleisüberspülung9,001,000,0027,00
Sonstiges79,00199,00113,00362,00

Witterungsbedingte Störungen an der Schieneninfrastruktur in NRW, differenziert nach verschiedenen Störungsursachen im Zeitraum 2018-2021 (Datengrundlage: DB Netz AG). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Anzahl witterungsbedingter Störungen an der Schieneninfrastruktur, differenziert nach Störungsursache
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle DB Netz AG
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Die Schiene ist ein wichtiger Verkehrsträger in NRW. Viele Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit auf S-Bahn, Regionalverkehr oder Fernzüge angewiesen. Störungen und Zugausfälle können so vor allem für Pendlerinnen und Pendler zum Ärgernis werden. Aufgrund häufigerer Extremwetterereignisse wie Stürme, Hagel sowie Hitze und Trockenheit könnte es künftig vermehrt zu witterungsbedingten Beeinträchtigungen im Schienenverkehr kommen. Umgestürzte Bäume auf dem Gleisbett, Störungen der Oberleitung oder der Ausfall von Klimaanlagen sind hier als mögliche Störungen zu nennen. Böschungsbrände in den Sommermonaten können zu kurzfristigen Sperrungen der Gleise für Löscharbeiten führen. Hochwasser und Starkregen können Gleise unter- oder überspülen. Und auch Blitzschläge sowie winterliche Witterungsbedingungen können Probleme für den Schienenverkehr mit sich bringen.

Der vorliegende Indikator nimmt die witterungsbedingten Störungen an der Schieneninfrastruktur in den Fokus. Hierfür wird zwischen verschiedenen Störungsursachen unterschieden. Die Ursache Blitz meint einen Blitzeinschlag in die Oberleitung, in einen Bahnübergang oder in die Leit- und Sicherungstechnik. Durch länger anhaltende Hitzeperioden kann sich thermisch bedingt die Gleislage ändern, zusätzlich kann es dadurch auch zu Ausfällen bei der Leit- und Sicherungstechnik kommen. Böschungsbrände sind überwiegend eine Folge von hitzebedingter Trockenheit. Die Ursache Vegetation beinhaltet sturmbedingte Störungen durch Äste oder ganze Bäume auf den Gleisen oder in der Oberleitung. Im Winter kann es zu Ausfällen durch Gleisverwehungen, zu kältebedingten Störungen der Leit- und Sicherungstechnik oder Eiszapfenbildung an baulichen Anlagen kommen. Ebenso sind in der kalten Jahreszeit Störungen durch Eis und Schnee an Bahnübergängen, Spurrillen, Weichen oder Oberleitungen möglich. Starkniederschläge oder langanhaltende Niederschläge können Gleisunter-/Gleisüberspülungen verursachen. Unter Sonstiges werden sonstige witterungsbedingte Störungen von Gleisen, Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik, Weichen oder Fahrzeugen gezählt. Auch Bauarbeiten, die durch witterungsbedingte Störungen erforderlich werden, oder kritische Wettersituationen, die den sicheren Zugverkehr verhindern, zählen dazu.

Die Grafik zeigt deutlich, dass sich Extremwetterlagen auf die Anzahl witterungsbedingter Störungen auswirken. Die Hitzewellen der Jahre 2018 und 2019 resultierten in einer größeren Anzahl hitzebedingter Störungen sowie Böschungsbränden. Dabei ist zu beachten, dass Störungen an Fahrzeugen wie bspw. Ausfälle von Klimaanlagen in diesem Indikator nicht enthalten sind, da sich die Daten nur auf Störungen an der Infrastruktur beziehen. Auch auf Blitzschläge und Sturmereignisse (Störungsursache Vegetation) waren in den vergangenen Jahren viele Ausfälle zurückzuführen. Im Jahr 2021 zählte der Winter zu den kühleren in den letzten Jahren, sodass winterliche Störungen ebenso wie auch Gleisunter-/Gleisüberspülungen deutlich höher waren als in den Vorjahren. Im Mittel gab es über den Zeitraum 2018-2021 jährlich durchschnittlich 485 witterungsbedingte Störungen in NRW.

Für alle Indikatoren erfolgt eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt. Aufgrund der kurzen Zeitreihe kann die Berechnung für diesen Indikator jedoch noch nicht erfolgen.

Witterungsbedingte Störungen der
Schieneninfrastruktur (2018-2020)

Mittelwert

Trend

Änderung

Blitz

43

-

-

Hitze

85

-

-

Böschungsbrand

35

-

-

Vegetation

62

-

-

Winter

64

-

-

Gleisunter-/Gleisüberspülung

9

-

-

Sonstiges

188

-

-

Gesamt

485

-

-

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden