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Klimasensitive Pflanzenarten „Kälteliebende Pflanzen nehmen ab“
Jahr2006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021
Anteil Kältezeiger6,926,976,866,716,56,156,025,885,885,795,715,725,695,75,495,50
mittlerer Temperatur-Zeigerwert5,1845,1835,1845,1875,1975,2065,2085,2135,2155,2185,2255,2265,2285,2365,2455,25

Mittlerer Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg und Anteil der Kältezeiger (Ellenberg Temperaturzahl 1 - 4) in NRW im Zeitraum 2006-2021 (Datengrundlage: LANUV, ÖFS). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg (dimensionslos), Anteil Kälteanzeiger in %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Die heimischen Pflanzenarten sind für ein optimales Wachstum auf bestimmte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse angewiesen. Ändert sich das Temperatur- und Niederschlagsregime bedingt durch den Klimawandel, hat dies Auswirkungen auf die geografische Verbreitung von Pflanzen.

Der Indikator „Klimasensitive Pflanzenarten“ stellt die spezifische Wirkung des Klimawandels auf das Vorkommen von klimasensitiven Pflanzenarten in NRW anhand des Anteils der Kältezeiger und der Entwicklung des mittleren Ellenberg-Temperatur-Zeigerwertes dar. In NRW sind Kältezeiger insbesondere in Wäldern, montanen Wiesen und Heiden (Bergheiden) zu finden.

Die Ellenbergschen Zeigerwerte sind ein Klassifikationsverfahren, mit dessen Hilfe die Standortansprüche von Pflanzen wiedergegeben werden können. Er reicht von 1 (schneegeprägte Hochlagen) bis 9 (wärmste Tieflagen Mitteleuropas). Der mittlere Temperatur-Zeigerwert wird auf Basis der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) aus den mit den Deckungsgraden gewichteten Temperatur-Zeigerwerten der Pflanzen der Krautschicht berechnet. Der Indikator repräsentiert den Temperatur-Zeigerwert einer durchschnittlichen Pflanze in der Krautschicht in NRW.

Als Kältezeiger werden die Pflanzen mit einem Zeigerwert zwischen 1 und 4 definiert. In NRW kommen etwa 70 dieser Kältezeiger vor. Dazu zählen beispielsweise die Trollblume, der Frauenmantel, die Quell-Sternmiere und der Wald-Storchschnabel. Der Anteil der Kältezeiger ist der mit der Deckung gewichtete durchschnittliche Anteil von Arten mit einem Temperatur-Zeigerwert 1 bis 4 am Gesamtanteil aller Arten der Krautschicht in der ÖFS. Eine Zu- oder Abnahme bedeutet demnach eine relative Verschiebung der gesamten Pflanzengemeinschaft in Bezug auf das Vorkommen und den Deckungsgrad der Kältezeiger.

Der mittlere Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg liegt während der noch kurzen Zeitreihe 2006-2021 bei einem Mittelwert von 5,21. Der Anteil der Kältezeiger an den Pflanzen der Krautschicht liegt im Mittel der Zeitreihe bei rund 6,1 %.

Für alle Indikatoren wird eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt.

Die Trendanalyse ergibt für den mittleren Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg einen signifikant linear ansteigenden Trend. Der Temperaturzeigerwert ist beim Vergleich von Anfangs- und Endwert der Trendgeraden um 0,07 angestiegen. Der Anteil der Kältezeiger an den Pflanzen der Krautschicht hat nach der Trendanalyse quadratisch fallend um insgesamt 1,5 Prozentpunkte abgenommen.

Der sinkende Anteil der Kältezeiger ist der wesentliche Faktor für den Anstieg des mittleren Temperaturzeigerwertes, während sich der Anteil der Wärmezeiger (Temperatur-Zeigerwerte 7 - 9) bisher nur moderat erhöht hat (hier nicht dargestellt).

 

Mittlerer Temperatur-Zeigerwert

Mittlerer Anteil der Kältezeiger in %

 

Mittelwert

Trend

Änderung

Mittelwert

Trend

Änderung

2006-2021

5,21

 

+0,07

6,09

 

-1,53

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden