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Klimawandelbegünstigte invasive Pflanzenarten „Klimawandelbegünstigte invasive Pflanzenarten verändern das Landschaftsbild“
Jahr2006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021
Anzahl klimawandelbegünstiger invasiver Pflanzenarten pro 100 ha2,592,672,762,913,053,313,433,563,613,793,914,024,134,314,424,44

Mittlere Anzahl der klimawandelbegünstigten invasiven Pflanzenarten pro 100 ha in NRW im Zeitraum 2006-2021 (Datengrundlage: LANUV, ÖFS). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Anzahl klimawandelbegünstigter neophytischer Pflanzenarten je 100 ha
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Heimische Pflanzen- und Tierarten sind für ein optimales Wachstum auf stabile Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse angewiesen. Eine Vielzahl neophytischer Pflanzenarten profitiert von der anthropogenen Klimaveränderung, darunter die allermeisten der als invasiv geltenden Arten. Invasive Arten verändern oder verdrängen heimische Pflanzenarten. Die Ausbreitung von klimawandelbegünstigten invasiven Pflanzenarten ist daher als Indikator für die Wirkung von Klimafolgen zu betrachten. In NRW sind Beispiele hierfür mehrere Strauch- und Baumarten, die sich vor allem in Städten auf Brachen oder an Böschungen ausbreiten.

Als Indikator wird die Anzahl klimawandelbegünstigter neophytischer Pflanzenarten pro 100 ha verwendet. Klimawandelbegünstigte neophytische Arten sind gebietsfremde Arten, deren (modelliertes) Ausbreitungspotenzial unter Klimawandelbedingungen erhöht ist und die unter allen prognostizierten Emissionsszenarien mehr Habitate besetzen, als unter derzeitigen Umweltbedingungen (Kleinbauer et al. 2010). Beispiele hierfür sind in NRW Sommerflieder, Götterbaum, Mahonie, Armenische Brombeere und Japanischer Staudenknöterich, die als invasiv oder potenziell invasiv gelten (Nehring et al. 2013). Die Berechnung der Anzahl klimawandelbegünstigter neophytischer Pflanzenarten pro 100 ha erfolgt auf Basis der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS). Die ÖFS analysiert unter anderem die Artenzusammensetzung der untersuchten Flächen.

 

Literatur:

Kleinbauer, I., Dullinger, S., Klingenstein, F., May, R., Nehring, S. & Essl, F. (2010): Ausbreitungspotenzial ausgewählter neophytischer Gefäßpflanzen unter Klimawandel in Deutschland und Österreich. BfN-Skripten 275.

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352.

Im Gesamtzeitraum 2006 bis 2021 liegt die Anzahl an klimawandelbegünstigten invasiven Neophyten im Mittel bei 3,5 Arten pro 100 ha.

Für alle Indikatoren wird eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt.

Die Trendanalyse ergibt einen signifikant quadratisch ansteigenden Trend. Demnach hat sich die Anzahl von klimawandelbegünstigten invasiven Pflanzenarten pro 100 ha von 2006 bis 2021 um 2,09 Spezies erhöht, wenn man den Anfangs- und Endwert der Trendkurve vergleicht.

Mittlere Anzahl Pflanzenarten pro 100 ha

Mittelwert

Trend

Änderung

2006-2021

3,5

 

+2,09

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  steigender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden