6.4
Blühbeginn Buschwindröschen „Nahrungsangebot für Wildtiere steht früher im Jahr zur Verfügung“
Jahr19511952195319541955195619571958195919601961196219631964196519661967196819691970197119721973197419751976197719781979198019811982198319841985198619871988198919901991199219931994199519961997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021
Blühbeginn Buschwindröschen95968697103103801008589761071031019889889410311299919986929887941039789959810410011110597807588888888891048183828590818686881018380919487861047792918495847788
Mittelwert959595959595959595959595959595959595959595959595959595959595888888888888888888888888888888888888888888888888888888888888

Mittlerer Blühbeginn des Buschwindröschens in NRW im Zeitraum 1951-2021. Zusätzlich werden die Mittelwerte der Klimanormalperiode 1951-1980 und 1991-2020 dargestellt (Datengrundlage: DWD). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Blühbeginn Buschwindröschen, Tag im Jahr
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Das Eintrittsdatum bestimmter Phasen in der Pflanzenentwicklung wird maßgeblich von der Temperatur beeinflusst. Aus langjährigen Beobachtungen kann damit der Einfluss veränderter klimatischer Bedingungen auf die Entwicklung von Pflanzen und Ökosystemen ermittelt werden. Anders als direkte Temperaturmessungen spiegelt die Phänologie eine Reaktion der Natur auf ihre Umwelt wider. Daher ist sie ein wichtiger und besonders sensitiver Bioindikator für den Klimawandel. Der Blühbeginn des Buschwindröschens ist darüber hinaus ein wichtiger Marker in der Wildbiologie, da er das Ende der winterlichen Notzeit durch das Aufkommen eines ausreichenden Nahrungsangebots markiert.

Phänologische Beobachtungen an Pflanzen mit Aussagekraft über Temperaturveränderungen sind vor allem in gemäßigten Klimazonen möglich, da hier die Temperatur einen besonders großen Einfluss auf den Eintritt der verschiedenen Entwicklungsphasen hat. Vor allem die Frühlingsphasen zeichnen sich durch eine starke Korrelation mit der Temperatur aus (maßgeblich ist die Temperatur der vorausgehenden 2-3 Monate einer Entwicklungsphase). Weitere Einflussfaktoren sind die Tageslichtlänge und die Zusammensetzung des Lichtspektrums.

Als Indikator wird der Blühbeginn des Buschwindröschens als Tag im Kalenderjahr dargestellt. Das Gebietsmittel für NRW dieses phänologischen Zeigers wird als Mittelwert aus den Daten der Jahresmelder der phänologischen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für NRW berechnet.

Der mittlere Blühbeginn des Buschwindröschens liegt aktuell (1991-2020) am 88. Tag im Jahr (29.03.). Während der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1951-1980) lag der mittlere Blühbeginn noch beim 95. Tag im Jahr (05.04.); demnach hat sich der Blühbeginn um sechs Tage nach vorne verlagert.

Wie bei den meisten phänologischen Zeitreihen zeigt sich auch beim Buschwindröschen eine hohe Variabilität von Jahr zu Jahr. Deutlich zu erkennen ist jedoch, dass bis Anfang der 1990er Jahre das Buschwindröschen häufig nach dem 90. Tag im Jahr (31.03.) anfing zu blühen, in der zweiten Hälfte der Zeitreihe aber häufig früher als am 90. Tag im Jahr. Der bisher früheste Mittelwert zum Blühbeginn ist 1990 am 75. Tag im Jahr (16.03.), der bisher späteste 1970 am 112. Tag im Jahr (22.04.).

 

 

1951-1980

1961-1990

1971-2000

1981-2010

1991-2020

1992-2021

Mittlerer Blühbeginn, Kalendertag (Datum)

95 (05.04.)

96 (06.04.)

93 (03.04.)

90 (31.03.)

88 (29.03.)

88 (29.03.)

 

Für alle Indikatoren wird eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt.

Die Trendanalyse zeigt einen signifikant linear fallenden Trend für die gesamte Zeitreihe 1951-2021. Betrachtet man die Unterschiede zwischen Anfangs- und Endwert der linearen Trendgeraden, so ergibt sich eine Verschiebung um 11 Tage nach vorne (s. untenstehende Tabelle).

Betrachtet man in der Trendanalyse die kürzeren Zeiträume 1961-2021 und 1991-2021 (viele Indikatoren des KFAM liegen nur für einen kurzen Zeitraum vor, daher wird dies zu Vergleichszwecken durchgeführt), ergibt sich für den Zeitraum ab 1961 ebenfalls ein linear fallender Trend, ab 1991 lässt sich hingegen keine signifikante Änderung feststellten (Änderungswerte s. untenstehende Tabelle). Dies spricht dafür, dass ab diesem Zeitpunkt ein niedrigeres Niveau, also ein früherer Blühbeginn des Buschwindröschens im Jahresverlauf erreicht wurde.

Mittlerer Blühbeginn, Kalendertag (Datum)

Mittelwert

Trend

Änderung

1951-2021

92 (02.04.)

 

-11

1961-2021

92 (02.04.)

 

-12

1991-2021

88 (29.03.)

 

-

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden