Haselhahn im Schnee panthermedia.net_Marcus Bosch

Trotz Durchschnittlichkeit insgesamt wenig winterlich – der Winter 2024/25

Kalender Icon05.03.2025
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Winter 2024/2025 war insgesamt zu warm, zu trocken und in Bezug auf die Sonnenscheindauer im Durchschnitt, wobei alle Werte letztlich wenig auffällig sind. So kann man durchaus von einem durchschnittlichen Winter, wie er in NRW inzwischen normal ist, sprechen. Das hat dann letztlich allerdings recht wenig mit einem klassischem Winterwetter zu tun. Schaut man ein wenig genauer hin, so war von allem etwas dabei, wobei Schnee in den Niederungen erneut eine Seltenheit blieb. Alle drei Monate Dezember, Januar und Februar waren wenig überraschend zu warm, insbesondere in Bezug auf die Referenzperiode 1961-1990, allerdings im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 waren der Januar und der Februar eher durchschnittlich. Beim Niederschlag sind die größten Abweichungen zu verzeichnen. Auffällig ist hier, dass der Dezember und der Februar zum Teil deutlich zu trocken waren, was in den vergangenen eineinhalb Jahren durchaus eine Seltenheit darstellt. Wenig Niederschlag spricht für viel Hochdruckwetter, im Winter ist dies jedoch kein Garant für viel Sonnenschein. So gab es vor allem im Dezember und Januar viele neblig-trübe Phasen; eine positive Abweichung konnte hier erst im Februar verzeichnet werden.

Die Wintermonate der Saison 2024/2025 fielen mit einer Durchschnittstemperatur von 3,2 °C überdurchschnittlich warm aus und das bereits im zwölften Jahr in Folge: der  beobachtete Wert lag sowohl über dem der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: +1,5 K) als auch dem der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: +0,5 K). Damit ordnet sich dieser Winter im oberen Viertel der wärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn 1881 ein.

 

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2024/2025
1,0 °C 1,7 °C 2,7 °C 3,2 °C

Im Kontrast zum extrem nassen Winter 2023/24 fiel in diesem Winter unterdurchschnittlich viel Niederschlag, nämlich lediglich 208 l/m². Dies ist insbesondere auf den recht trockenen Februar zurückzuführen. Dies entspricht einer Abweichung vom Mittel der Referenzperiode (1961-1990: 223 l/m²) von -7 % sowie um -12 % von der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (237 l/m²). Damit rangiert der Winter 2024/2025 im Mittelfeld der Zeitreihe.

 

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2024/2025
190 l/m² 223 l/m² 237 l/m² 208 l/m²

Insgesamt bewegten sich die Sonnenscheinstunden während der Wintermonate im durchschnittlichen Bereich. Mit einer Summe von 159 Sonnenscheinstunden schien die Sonne in NRW acht Stunden länger als im Referenzmittel 1961-1990 (151 h) und zugleich sechs Stunden weniger als im Mittel der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (165 h). Auch hier landet der Winter 2024/25 im Mittelfeld der Zeitreihe.

 

1951-1980 1961-1990 1991-2020 2024/2025
146 h 151 h 165 h 159 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Winter war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Die milde Witterung dieses Winters wurde von nur kurzen kälteren Phasen durchbrochen, was dementsprechend zu einer moderaten Anzahl an kältebedingten Kenntagen führte. In Köln (VKTU) wurden von Dezember bis Februar zehn Frost- und kein einziger Eistag verzeichnet. In Warstein (WAST) waren es 27 Frosttage und damit sogar fünf Frosttage mehr als im Vorwinter. Die Tiefsttemperatur des vergangenen Winters lag an der Kölner Station mit -2,9 °C rund 2 °C über dem Vorjahreswert, in Warstein hingegen fiel sie mit -8,0 °C sogar ca. 0,5 °C kälter aus. Die Höchsttemperatur erreichte in Köln mit 16,2 °C annähernd das Vorjahresniveau, in Warstein wurde dieses noch um rund 1,5 °C übertroffen.

Eine Übersicht zur Einordnung der einzelnen Wintermonate Dezember, Januar und Februas und der anderen Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage VKTU WAST
Frosttage 10 27
Eistage 0 0
Tiefsttemperatur -2,9 °C -8,0 °C
Höchsttemperatur 16,2 °C 16,0 °C

 

Weitere aktuelle Inhalte

Aktuelle Meldungen Icon
Winterdorf Oleksandra_1768248064

Trotz winterlichem Mittelteil zu warm und zu trocken – der Winter 2025/2026

Kalender Icon03.03.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Winter 2025/2026 hatte von allem etwas zu bieten. So wechselten sich sehr milde Abschnitte und winterliche Phasen mit Schnee und Frost ab. Der Dezember verlief überwiegend mild, trocken und sonniger als üblich. Zum Jahresanfang brachte Sturmtief "Elli" Wind, Schnee und Glatteis, jedoch dabei glücklicherweise kein größeres Verkehrschaos nach NRW. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gewannen hier im Monatsverlauf - in weiten Teilen des Landes - Tauwetter und durchschnittliche Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Oberhand. Der Februar zeigte sich wechselhaft, mit zahlreichen Regenschauern und zum Monatsende hin teilweise frühlingshaften Temperaturen.

Alles in allem war der Winter 2025/2026 zu warm, deutlich zu trocken und leicht überdurchschnittlich sonnig.

weiterlesen
Sonnenuntergang bei blauem Himmel YODCHAI234226207 - stock.adobe.com

Ziemlich mild, aber regnerisch und vergleichsweise trüb – der Februar 2026

Kalender Icon03.03.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Februar 2026 startete landesweit ziemlich mild; zur Monatsmitte gingen die Temperaturen noch einmal kurz auf winterliches Niveau zurück, um dann in einem vorfrühlingshaften Finale zu enden, wodurch die letztendliche positive Temperaturabweichung recht groß ausfiel. Besonders warm wurde es dabei z. B. in Geilenkirchen und Duisburg, mit einer Durchschnittstemperatur von jeweils 6,7 °C. Zum Monatsende hin wurden örtlich Spitzentemperaturen von über 20 °C erreicht. Dabei war der letzte Wintermonat um die Monatsmitte herum, insbesondere im Süden und Westen des Landes, von kontinuierlichen Niederschlägen geprägt. Bedingt auch durch große Niederschlagsmengen im Südwesten Deutschlands, führte der Rhein in der dritten Monatsdekade reichlich Wasser und ließ die Pegel steigen, jedoch ohne dass sich dabei ein größeres Hochwasser entwickelte. Daraus folgend zeigte sich die Sonne in diesem Februar verhältnismäßig selten, auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Besonders trüb war es z. B. in Bad Berleburg im Rothaargebirge: an der dortigen DWD-Messstation in Stünzel schien in diesem Februar die Sonne nur 35 Stunden lang, was lediglich 44 Prozent des üblichen Ortsdurchschnitts beträgt.

weiterlesen
Hitze im Hafen Martin Debus_119223095.jpeg

Vorstellung der Klimaanalyse NRW 2026 am 27. März, online

Kalender Icon27.02.2026
Newspaper Icon Veranstaltung

Das Warten hat ein Ende! Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Erstellung der neuen Klimaanalyse NRW 2026 mittlwerweile abgeschlossen ist und diese nach finaler Freigabe im März veröffentlicht werden kann.

weiterlesen