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Warmer und mit Platz 2 äußerst sonniger Saisonstart – der Frühling 2025
In den vergangen Monaten haben wir immer wieder die langen und ausgeprägten Hochdruckwetterlagen erwähnt, die es seit ungefähr Februar überwiegend gab. Diese haben in den Monaten März, April und Mai letztlich dazu geführt, dass der Frühling des Jahres 2025 als der siebtwärmste und der zweitsonnigste in die Witterungsgeschichte des Landes Nordrhein-Westfalen eingeht. Lange wurde erwartet, dass der Frühling auch einer der trockensten in NRW werden würde. Obwohl der März rekordverdächtig trocken war und es sowohl im April als auch im Mai ausgeprägte Trockenphasen gab, führten insbesondere zwei nasse Wochen im April und ein wechselhaftes Monatsfinale im Mai dazu, dass die Trockenheit zumindest teilweise wieder gelindert werden konnte. Letztlich war der Frühling 2025 aber mit einem Niederschlagsdefizit von 35 % deutlich zu trocken.
Der Frühling 2025 lieferte erneut - wie es in Zeiten des Klimawandels leider üblich ist - einige Wetterextreme. Die langen Trockenphasen führten in NRW zu fallenden Pegeln an Flüssen oder Talsperren, ersten Einschränkungen bei der Wasserentnahme, beginnendem Trockenstress aber auch zahlreichen Waldbränden. Hinzu kamen aber auch die ersten gößeren Starkregenereignisse, die zu entsprechenden Schäden und damit verbundenen Einsätzen der Rettungskräfte führten.
Im Frühling 2025 lag die durchschnittliche Temperatur in Nordrhein-Westfalen bei 10,5 °C und damit um +2,2 K über dem Wert der Referenzperiode 1961–1990 (8,3 °C) sowie um +1,0 K über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991–2020 (9,5 °C). Im Vergleich zur ersten Klimanormalperiode 1881–1910 (7,8 °C) lag die Abweichung sogar bei +2,7 K. Mit Rang 7 in der Liste der wärmsten Frühlinge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen liegt der diesjährige Frühling erneut in den Top 10 aller Frühlinge und verlängert damit die nun schon - ausgenommen des etwas kühleren Frühjahrs 2021 - zwölfjährige Periode überwiegend milder Frühlinge in NRW. Eine Betrachtung der Einzelmonate zeigt, dass März (7,0 °C) und April (11,0 °C) im oberen Bereich ihrer jeweiligen Zeitreihen lagen und auch der diesjährige Mai überdurchschnittlich warm ausfiel, was das anhaltend milde Temperaturniveau im aktuellen Frühjahr zusätzlich unterstreicht.
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1881-1910 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2025 |
|---|---|---|---|
|
7,8 °C |
8,3 °C |
9,5 °C |
10,5 °C |
Der Frühling 2025 war mit nur 115 l/m² Niederschlag vor allem geprägt von der Trockenheit zum Frühlingsanfang und fiel insgesamt unterdurchschnittlich aus. Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-20200 (177 l/m²) wurde ein Defizit von 62 l/m² (-35%) verzeichnet, während die Abweichung zur Referenzperiode 1961-1990 mit -90 l/m² (-44%) noch deutlicher ausfiel. Bedingt jedoch durch zwischenzeitlich nassere Phasen im April und Mai ordnet sich dieser Frühling "nur" auf Platz 14 der niederschlagsärmsten Frühlinge seit Aufzeichnungsbeginn ein und verlängert die Reihe überwiegend viel zu trockener Frühlinge seit 2009. Deutliche Ausnahmen bilden hier die beiden vergangenen Jahre.
Ein Blick in die Einzelmonate zeigt, dass sich hinter der recht niedrigen Gesamtsumme erhebliche monatliche Unterschiede verbergen: Während der März 2025 mit 10 l/m² den zweittrockensten März seit Messbeginn darstellte, war der April mit immerhin 58 l/m² Gesamtniederschlag relativ durchschnittlich. Im Mai 2025 hingegen fiel mit 48 l/m² wieder deutlich weniger Niederschlag. Im Vergleich der Klimanormalperioden seit 1881 verzeichneten die Frühlingsniederschläge zunächst einen Anstieg von ursprünglich 172 l/m² (1881-1910) auf 205 l/m² (1961-1990), ehe sie wieder annähernd auf das Ausgangsniveau sanken (1991-2020: 177 l/m²).
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1881-1910 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2025 |
|---|---|---|---|
|
172 l/m² |
205 l/m² |
177 l/m² |
115 l/m² |
Der Frühling 2025 verzeichnete in Nordrhein-Westfalen mit 717 Sonnenscheinstunden einen extrem überdurchschnittlichen Wert, der ganze 276 Stunden über dem Referenzmittel der Periode 1961-1990 (441 h) sowie 220 Stunden unter dem aktuellen Klimanormalwert 1991-2020 (497 h) liegt. Damit belegt dieses Frühjahr Rang 2 der sonnenscheinreichsten Frühlinge seit Aufzeichnungsbeginn 1951. Besonders prägend war der außergewöhnlich sonnige März mit rund 213 Stunden, doch auch die Monate April (248 h) und Mai (257 h) landeten jeweils in den Top 10 ihrer jeweiligen Zeitreihen. Im Vergleich zu den drei betrachteten Klimanormalperioden zeigt sich eine kontinuierliche Zunahme der frühjährlichen Sonnenscheindauer. Historisch betrachtet reiht er sich in die Phase der letzten Jahre ein, in der überdurchschnittliche Werte dominieren und lediglich der Frühling 2024 diesen Trend leicht unterschreitet.
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1951-1980 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2025 |
|---|---|---|---|
|
459 h |
441 h |
497 h |
717 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.
Der Frühling 2025 präsentierte sich im Durchschnitt etwas weniger warm als im Vorjahr, was sich besonders in der Anzahl der Sommer- und Frosttage widerspiegelt. An der Kölner Station wurden fünf Sommertage verzeichnet, knapp halb so viele wie im Frühling 2024 (neun Sommertage). In Warstein konnten drei Sommertage erfasst werden, einer weniger als noch im Vorjahr. Der Kontrast zwischen der urbanen Lage Kölns und der höher gelegenen Station Warstein zeigt sich deutlich: Während in Köln keine Frosttage auftraten, wurden in Warstein sieben Frosttage gemessen – beinahe doppelt so viele wie die vier Frosttage des Vorjahres. Die Tiefsttemperaturen fielen mit 1,3 °C in Köln und -3,2 °C in Warstein niedriger aus als 2024 (3,1 °C bzw. -0,1 °C). Die Höchsttemperaturen erreichten mit 29,8 °C in Köln und 26,8 °C in Warstein zumindest in Köln einen deutlich höheren Wert im Vergleich zum Vorjahr (27,7 °C bzw. 27,2 °C).
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Frühling 2025 | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Frosttage | 0 | 7 |
| Sommertage | 5 | 3 |
| Tiefsttemperatur | 1,3 °C | -3,2 °C |
| Höchsttemperatur | 29,8 °C | 26,8 °C |
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