Tobias Ott - 01094835 - bildagentur.panthermedia.net
Extrem mild, zu nass, wechselhaft – der Winter 2021/2022
Auch in diesem Winter wollte sich einfach keine winterliche Wetterlage einstellen. Aufgrund der zu hohen Temperaturen fielen die Niederschläge in NRW in den Monaten Dezember, Januar und Februar überwiegend als Regen denn als Schnee und mehrere aufeinanderfolgende Tiefdrucksysteme im Februar sorgten zudem für außergewöhnliche Sturmlagen (siehe dazu Einordnung Februar 2022).
Die durchschnittliche Temperatur im Winter 2021/2022 lag in NRW bei 4,5°C und damit im vierten Jahr in Folge deutlich über dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 2,7 °C; Abweichung: 1,8 Kelvin). Damit belegt dieser Winter Rang 7 der wärmsten Winterperioden seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit der ersten Klimanormalperiode (1881-1910) zeigt sich ein kontinuierlich ansteigender Trend der Lufttemperatur um insgesamt 1,7 Kelvin.
|
1881-1910 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2022 |
|---|---|---|---|
|
1,0 °C |
1,7 °C |
2,7 °C |
4,5 °C |
Neben den überdurchschnittlichen Temperaturen lag auch die Niederschlagssumme in diesem Winter mit 249 l/ m² über dem Mittelwert der Referenzperiode (1991-2020: 237 l/m²). Er liegt damit auf Platz 34 niederschlagsreichsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt sich ein Anstieg der winterlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).
|
1881-1910 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2022 |
|---|---|---|---|
|
190 l/m² |
223 l/m² |
237 l/m² |
249 l/m² |
Insgesamt wurden im Winter 2021/2022 mit 142 Sonnenscheinstunden bereits zum dritten Mal in Folge unterdurchschnittlich wenige Sonnenscheinstunden verzeichnet (1991-2020: 165 h), sogar noch weniger als während der ersten gemessenen Klimanormalperiode (1951-1980: 146 h). Damit belegt dieser Winter Rang 30 der sonnenscheinärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn. Vergleicht man die Winterwerte der drei letzten Klimanormalperioden miteinander, so ist trotz der geringen Sonnenscheinstunden im Winter 2021/2022 dennoch insgesamt ein leichter Anstieg der Sonnenscheindauer festzustellen.
|
1951-1980 |
1961-1990 |
1991-2020 |
2022 |
|---|---|---|---|
|
146 h |
151 h |
165 h |
142 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Winter war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.
Lediglich zwei Frosttage wurden im Winter 2021/2022 an der Station Köln – Turiner Straße gemessen, an der Station Warstein waren es 21 Frosttage. Das sind jeweils fünf Frosttage weniger als noch im Vorjahr. Eistage wurden in diesem Winter an keiner der beiden Stationen erfasst; auch hier zeigt sich eine deutliche Abnahme gegenüber dem Winter 2020/2021. Zwar lagen die Tageshöchsttemperaturen in diesem Winter an den Stationen VKTU und WAST jeweils rund 4 °C und 5 °C unter den Werten des Vorjahres, doch die Tagestiefsttemperaturen waren an beiden Messstationen dafür signifikant höher, in Köln um gut 7 °C und in Warstein sogar um 11 °C.
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Winter 2021/22 | VKTU* | WAST |
|---|---|---|
| Frosttage | 2 | 21 |
| Eistage | 0 | 0 |
| Tiefsttemperatur | - 0,6 °C | - 6,0 °C |
| Höchsttemperatur | 16,8 °C | 13,8 °C |
*Da in den erfassten Messungen der Station VKTU einige Messpunkte fehlen, konnte der Zeitraum vom 01.01.2022 (ab 23:00 Uhr) bis zum 03.01. (bis 06:00 Uhr) bei der Auswertung leider nicht berücksichtigt werden.
Weitere aktuelle Inhalte
Oleksandra_1768248064
Trotz winterlichem Mittelteil zu warm und zu trocken – der Winter 2025/2026
Der Winter 2025/2026 hatte von allem etwas zu bieten. So wechselten sich sehr milde Abschnitte und winterliche Phasen mit Schnee und Frost ab. Der Dezember verlief überwiegend mild, trocken und sonniger als üblich. Zum Jahresanfang brachte Sturmtief "Elli" Wind, Schnee und Glatteis, jedoch dabei glücklicherweise kein größeres Verkehrschaos nach NRW. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gewannen hier im Monatsverlauf - in weiten Teilen des Landes - Tauwetter und durchschnittliche Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Oberhand. Der Februar zeigte sich wechselhaft, mit zahlreichen Regenschauern und zum Monatsende hin teilweise frühlingshaften Temperaturen.
Alles in allem war der Winter 2025/2026 zu warm, deutlich zu trocken und leicht überdurchschnittlich sonnig.
weiterlesen
YODCHAI234226207 - stock.adobe.com
Ziemlich mild, aber regnerisch und vergleichsweise trüb – der Februar 2026
Der Februar 2026 startete landesweit ziemlich mild; zur Monatsmitte gingen die Temperaturen noch einmal kurz auf winterliches Niveau zurück, um dann in einem vorfrühlingshaften Finale zu enden, wodurch die letztendliche positive Temperaturabweichung recht groß ausfiel. Besonders warm wurde es dabei z. B. in Geilenkirchen und Duisburg, mit einer Durchschnittstemperatur von jeweils 6,7 °C. Zum Monatsende hin wurden örtlich Spitzentemperaturen von über 20 °C erreicht. Dabei war der letzte Wintermonat um die Monatsmitte herum, insbesondere im Süden und Westen des Landes, von kontinuierlichen Niederschlägen geprägt. Bedingt auch durch große Niederschlagsmengen im Südwesten Deutschlands, führte der Rhein in der dritten Monatsdekade reichlich Wasser und ließ die Pegel steigen, jedoch ohne dass sich dabei ein größeres Hochwasser entwickelte. Daraus folgend zeigte sich die Sonne in diesem Februar verhältnismäßig selten, auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Besonders trüb war es z. B. in Bad Berleburg im Rothaargebirge: an der dortigen DWD-Messstation in Stünzel schien in diesem Februar die Sonne nur 35 Stunden lang, was lediglich 44 Prozent des üblichen Ortsdurchschnitts beträgt.
weiterlesen
Martin Debus_119223095.jpeg
Vorstellung der Klimaanalyse NRW 2026 am 27. März, online
Das Warten hat ein Ende! Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Erstellung der neuen Klimaanalyse NRW 2026 mittlwerweile abgeschlossen ist und diese nach finaler Freigabe im März veröffentlicht werden kann.
weiterlesen