Schmuckbild Thermometer tomwang - B27538253 - bildagentur.panthermedia.net

Zum Abschluss des Sommers – der August 2022, der (fast) alle Rekorde bricht

Kalender Icon03.09.2022
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der August 2022 bricht in Nordrhein-Westfalen (fast) alle Rekorde: Bei den Sonnenscheinstunden wurde der bisherige Rekordwert von 1975 (267 h) deutlich übertroffen. Die Durchschnittstemperatur ist ebenfalls die höchste je aufgezeichnete für einen August, wenn auch hier die Werte von 2020 und 2018 (20,4 °C) nur knapp übertroffen wurden. Beim Niederschlag wurde der Allzeitrekord um 1 l/m² verfehlt; 1899 war es mit nur 17 mm Niederschlag schon einmal trockener im August als in diesem Jahr.

Mit 20,6 °C liegt der August 2022 mit der höchsten je verzeichneten Augusttemperatur auf Platz 1 der Temperaturmessreihe seit 1881. Dies ist eine Abweichung von +4,0 K im Vergleich zum Referenzwert 1961-1990. Auch im Vergleich zur Klimanormalperiode 1991-2020 ist dies noch eine Abweichung von +2,7 K. Im Vergleich der Mitteltemperaturen der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle) zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur, der zunächst eher langsam Ablief (+0,6 K zwischen 1961-1990 und 1881-1910), sich dann aber deutlich verstärkte (+1,3 zwischen den direkt aufeinander folgenden Klimanormalperioden 1991-2020 und 1961-1990).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

16,0 °C

16,6 °C

17,9 °C

20,6 °C

Der Niederschlag ist die einzige Größe, die den Allzeitrekord in NRW im August verfehlte, wenn auch sehr knapp mit 1 l/m². So fiel die Niederschlagssumme 2022 mit 18 mm für Nordrhein-Westfalen gemittelt sehr gering aus. Dies ist der zweittrockenster August der je in NRW gemessen wurde (seit 1881). Damit gab es 2022 im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 gerade einmal ein Viertel der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Bezogen auf die Klimanormalperiode 1991-2020 waren es sogar nur etwa 22 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge des August. Dabei ist ebenfalls festzuhalten, dass die ohnehin sehr niedrige Niederschlagssumme auch räumlich sehr ungleich verteilt auftrat.

Vergleicht man die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle) sieht man, dass nach einem Rückgang der Niederschlagssumme, wieder ein Anstieg erfolgte, auf etwa das Niveau wie vor 100 Jahren. 2022 zeigt aber auch, dass einzelne Jahre deutliche von den langjährigen Mittelwerten abweichen können.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

81 l/m²

73 l/m²

82 l/m²

18 l/m²

Bei den Sonnenscheinstunden wurde im August 2022 mit 280 Stunden ebenfalls der Rekord seit Aufzeichnungsbeginn 1951 erzielt. Damit wird der Wert der Referenzperiode 1961-1990 um fast 100 Stunden übertroffen und auch im Vergleich zur Klimanormalperiode 1991-2020 wurde 2022 ein Plus von 85 Stunden erreicht.

Betrachtet man die Entwicklung der durchschnittlichen Sonnenscheinstunden in den Klimanormalperioden (s. untenstehende Tabelle) ergibt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Sonnenstunden im August.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

177 h

183 h

195 h

280 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im August war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Obwohl die Maximaltemperaturen an beiden Stationen niedriger lagen als im Juli 2022, wurden an beiden Stationen mehr Kenntage verzeichnet als im Vormonat. In der Kölner Innenstadt waren fast alle Tage (=27 Tage) so warm, dass sie als Sommertage klassifiziert werden konnten; in Warstein war dies an immerhin über der Hälfte des Monats (17 Tage) der Fall. Besonders markant sind allerdings die Tropennächte in Köln. Hiervon wurden im August 2022 17 gezählt. Dies veranschaulicht nochmal eindrucksvoll die langanhaltende Schönwetterlage mit mangelnder Abkühlung in der Innenstadt. Dafür müssen die Maximaltemperaturen auch nicht so hoch sein; so wurden in Köln „nur“ 12 Heiße Tage verzeichnet, also deutlich weniger als Tropennächte. In Warstein wurde wiederum keine Tropennacht verzeichnet, dafür lagen die Heißen Tage mit 3 Tagen fast so hoch wie im Vormonat.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im August 2022 VKTU WAST
Sommertage 27 17
Heiße Tage 12 3
Tropennächte 17 0
Tiefsttemperatur 14,0 °C 7,5 °C
Höchsttemperatur 34,5 ° 33,6 °C

 

Weitere aktuelle Inhalte

Aktuelle Meldungen Icon
Boden mit Trockenrissen LANUK NRW

So trocken wie nie zuvor – der Juli 2026

Kalender Icon03.08.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Die Witterung des Juni hat sich auch im Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Durch meist beständiges Hochdruckwetter dominierten über weite Strecken sonnige und sehr trockene Witterungsabschnitte. Niederschläge blieben vielfach auf einzelne lokale Schauer oder Gewitter beschränkt, wobei diese häufiger in Ost- und Südwestfalen und seltener im Rheinland auftraten. Unterm Strich hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in NRW in einem Juli nie weniger Niederschlag gegeben als 2026. Dazu lagen die Lufttemperaturen wie gewohnt deutlich über dem langjährigen Mittel, begleitet von einer erneut überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer. Die anhaltende Trockenheit führte zu einer weiteren Verschärfung des Niederschlagsdefizits und begünstigte die Austrocknung der Böden sowie eine zunehmende Belastung von Vegetation und Wasserhaushalt. Mit neuen Tiefstständen am Rhein wurde der bisherige Tiefstwert vom Oktober 2018 in diesem Juli unterboten. Es bleibt abzuwarten, wie lange die aktuelle Trockenheit noch anhält. Insgesamt setzte der Juli die bereits zuvor beobachtete Entwicklung hin zu einem warmen und trockenen Sommer klar fort.

weiterlesen
Starkregengefährdung Sozialer Einrichtungen Klimaatlas NRW

Neue Funktionen für Hintergrundkarten freigeschaltet

Kalender Icon15.07.2026
Newspaper Icon Aktuelle Meldung

Am Dienstag, den 14.07.2026 erfolgte eine weitere Aktualisierung der Kartenanwendung des Klimaatlas NRW. Neben den auf den neuesten Stand gebrachten Karten des Handlungsfeldes Konzepte vor Ort, wurde nun auch die von den Nutzerinnen und Nutzern lange gewünschte Erweiterung bzw. Weiterentwicklung der Hintergrundkarten um zuschaltbare Layer der verschiedenen Gebietskulissen sowie verschiedener sozialer Einrichtungen durchgeführt. 

weiterlesen
Hitze in der Stadt panthermedia.net_tomwang.jpg

Rekordwärme bei viel Sonne – der Juni 2026

Kalender Icon03.07.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen als außergewöhnlich warmer und sonnenscheinreicher Sommermonat. Grund dafür war eine historischen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte, die infolge einer ausgeprägten Omega-Wetterlage (Hitzeglocke) entstehen konnte. Anfang Juni dominierten noch Tiefausläufer mit einem großräumigen Gewitteraufzug und lokalem Unwetterpotenzial. Am 16. und 17.06. zog eine Warmfront mit schwül-heißen Luftmassen und vereinzelten Hitzegewittern über das Land hinweg. Im letzten Juni-Drittel steigerte sich die Hitzewelle zu einem Stresstest von bisher unbekannter Intensität und Länge. Die Notaufnahmen und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun und voraussichtlich hat es in diesem Zeitraum viele hitzebedingte Todesfälle gegeben - allein in Köln verstarben am letzten Juniwochenende viermal mehr Menschen als "normal". Erst am 29.06. endete für NRW diese Hitzewelle. Insgesamt gab es verbreitet 11 Heiße Tage in Folge mit Temperaturmaxima am Freitag, den 26.06., von bis zu 40 °C am Rhein - einer neuer Juni-Rekord. Es ist davon auszugehen, dass durch die globale Erderwärmung solche Hitzewellen in Zukunft immer gewöhnlicher werden, sofern die globalen Klimaschutzanstrengungen nicht weiter intensiviert werden.

weiterlesen