1.2
Durchschnittliche Jahreszeitenlufttemperatur „Die Temperatur steigt in allen Jahreszeiten“
Jahr1881188218831884188518861887188818891890189118921893189418951896189718981899190019011902190319041905190619071908190919101911191219131914191519161917191819191920192119221923192419251926192719281929193019311932193319341935193619371938193919401941194219431944194519461947194819491950195119521953195419551956195719581959196019611962196319641965196619671968196919701971197219731974197519761977197819791980198119821983198419851986198719881989199019911992199319941995199619971998199920002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022
Frühling7,69,36,68,67,686,56,68,58,57,17,29,69,48,188,17,37,26,78,17,288,3887,97,27,68,48,78,99,48,97,88,879,47,510,19,57,88,27,88,28,58,47,57,58,57,87,28,79,47,688,887,88,76,87,99,87,810,39,59,410,18,78,87,49,49,38,36,57,78,76,610,199,36,38,48,47,68,98,58,77,76,88,38,37,68,87,77,78,28,47,97,810,18,38,37,18,68,17,199,89,98,69,810,29,38,67,69,19,910,110,59,19,710,18,99,58,211,29,310,48,210,810,2710,78,98,910,3119,59,97,69,9
Sommer16,715,516,416,516,116,216,815,216,815,115,216,216,915,716,316,11715,816,716,716,815,215,216,717,316,114,516,214,815,91815,914,616,416,114,617,5151515,616,715,415,115,216,615,815,81616,116,916,117,416,716,817,216,516,716,71715,816,916,116,516,916,916,118,916,216,217,616,316,816,415,116,514,516,616,217,915,615,514,716,116,8151616,616,216,916,716,415,717,415,517,718,215,815,115,715,71617,518,515,815,516,615,616,11716,916,71815,918,418,116,317,816,217,416,517,517,819,516,916,718,21717,217,117,916,516,817,616,917,917,717,919,319,118,317,819,1
Herbst8,59,29,48,9810,77,38,27,88,59,698,58,69,67,98,39,89,69,49,17,79,98,37,210,210,18,58,88,69,7710,58,87,39,19,38,57,47,996,98,99,27,59,98,99,510,69,98,49,4910,59,88,59,310,69,298,510,49,399,79,310,69,510,98,910,16,810,410,19,299,310,19,71010,98,610,39,18,19,3109,910,510,38,889,18,49,39,99,89,39,39,19,311,39,510,38,39,710,29,410,29,59,69,17,410,110,28,79,28,510,71110,39,99,410,111,1139,29,310,89,110,89,710,211,810,210,410,410,910,311,110,611,8
Winter2,12,53,42,2-0,30,2-0,700,6-2,41,5-0,71,6-210,52,83,70,8-0,11,62,20,721,9-0,21,3032,43,23233,9-0,71,62,53,53,10,63,1-0,93,82,92,31,8-2,93,41,11,51,20,33,62,62,822,1-3,1-1,1-2,63,11,81,41,8-333,131,62,10,70,61,1-13,82,122,531,9-40,21,32,73,41,20,6-0,91,92,72,23,55,12,42,22-1,22,81,10,42,52,1-0,90,40,13,94,45,11,22,82,334,1-0,814,333,73,53,61,22,91,915,54,10,900,82,51,652,85,12,62,64,15,23,34,5
Mittelwert Frühling 1881-19107,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,87,8
Mittelwert Frühling 1961-19908,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,38,3
Mittelwert Frühling 1991-20209,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,5
Mittelwert Sommer 1881-191016,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,116,1
Mittelwert Sommer 1961-199016,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,316,3
Mittelwert Sommer 1991-202017,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,517,5
Mittelwert Herbst 1881-19108,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,88,8
Mittelwert Herbst 1961-19909,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,59,5
Mittelwert Herbst 1991-2020101010101010101010101010101010101010101010101010101010101010
Mittelwert Winter 1881-1910111111111111111111111111111111
Mittelwert Winter 1961-19901,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,71,7
Mittelwert Winter 1991-20202,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,72,7

Mittlere Lufttemperatur der meteorologischen Jahreszeiten in NRW im Zeitraum 1881-2022 (Datengrundlage: DWD). Zusätzlich sind die Mittelwerte der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 eingezeichnet. Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2022
Messgröße Durchschnittliche Lufttemperatur der meteorologischen Jahreszeiten in °C
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator State

Die Temperatur ist die Leitgröße zur Beschreibung der anthropogenen Klimaveränderung. Sie wird direkt durch den anthropogen bedingten Anstieg der Treibhausgasgehalte in unserer Atmosphäre beeinflusst.

Als Indikator wird das NRW-Gebietsmittel der Lufttemperatur für die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter (meteorologisch: Frühling = 01. März bis 31. Mai; Sommer = 01. Juni bis 31. August; Herbst = 01. September bis 30. November; Winter = 01. Dezember bis 28./29. Februar) verwendet. Dargestellt wird der Indikator für alle vier Jahreszeiten in der Einheit Grad Celsius (°C) im Zeitraum von 1881 bis heute.

Die Gebietsmittel werden aus Flächenkarten berechnet. Diese basieren auf Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und wurden unter Berücksichtigung der Geländetopographie auf ein Raster von 1 km × 1 km interpoliert. Die Zeitreihe wird vom DWD als sogenannte „Regional Averages (Regionale Mittelwerte)“ in jährlicher Auflösung für alle Bundesländer bereitgestellt.

Es werden die Flächenmittel NRWs dargestellt, da davon ausgegangen wird, dass die Temperaturzeitreihen an allen Stationen nahezu parallel verlaufen, lediglich um die sich aus der Höhenlage ergebende Differenz auf der Temperaturachse verschoben. Die Temperatur nimmt in NRW im Mittel je 100 m Höhe um 0,6 K ab. Die Zeitreihen einiger Standorte können gelegentlich durch lokale Effekte, wie z.B. Tallagen, Nord- und Südhänge sowie Fönlagen, leichte Abweichungen zeigen.

Die Flächenkarten der Jahreszeitenlufttemperatur für NRW werden in der Kartenanwendung dargestellt.

Aktuell (1991-2020) beträgt die mittlere Lufttemperatur im Frühling 9,5 °C, im Sommer 17,5 °C, im Herbst 10,1 °C und im Winter 2,7 °C. Vergleicht man diese Werte mit den Temperaturen der Klimanormalperiode 1881-1910, ergibt sich im Frühling ein Temperaturanstieg von 1,7 Kelvin (K), im Sommer von 1,4 K, im Herbst von 1,3 K sowie im Winter ebenfalls um 1,7 K. Demnach haben der Frühling und der Winter die größten Unterschiede zwischen der ersten und letzten verfügbaren Klimanormalperiode zu verzeichnen. Der Sommer und der Herbst zeigen etwas geringere Werte, die dennoch eine deutliche Temperaturzunahme widerspiegeln.
 

Durchschnittliche Lufttemperatur in °C

1881-1910

1891-1920

1901-1930

1911-1940

1921-1950

1931-1960

1941-1970

1951-1980

1961-1990

1971-2000

1981-2010

1991-2020

1993-2022

Frühling

7,8

8,1

8,2

8,3

8,4

8,5

8,4

8,1

8,3

8,7

9,2

9,5

9,5

Sommer

16,1

16,0

15,9

16,2

16,5

16,6

16,4

16,2

16,3

16,7

17,1

17,5

17,6

Herbst

8,8

8,8

8,8

9,0

9,3

9,5

9,6

9,4

9,5

9,4

9,8

10,1

10,2

Winter

1,0

1,5

1,9

1,8

1,4

1,3

1,2

1,6

1,7

2,2

2,3

2,7

2,8

 

Der Winter zeigt eine sehr hohe Spannweite zwischen dem kältesten Jahr 1963 mit -4,0 °C und 2007 mit 5,5 °C. Die minimalen und maximalen Werte der restlichen Jahreszeiten liegen etwas näher zusammen, geben aber dennoch einen Eindruck über jährliche Schwankungsbreiten. Der kälteste Frühling trat 1962 mit 6,3 °C auf, der wärmste 2007 mit 11,2 °C. Mit 14,5 °C gab es 1907 den kältesten Sommer. Die höchste Sommertemperatur wurde 2003 mit 19,5 °C erzielt, in Erinnerung ist sicherlich auch noch der Sommer 2018, der mit 19,3 °C auf Platz 2 der wärmsten Sommer in NRW liegt. Beim Herbst trat mit 6,8 °C 1952 das kühlste Jahr auf und 2006 mit 13,0 °C das wärmste, hier folgt auch erst mit deutlichem Abstand das zweitwärmste Jahr 2014 mit einem Durchschnittswert von 11,8 °C – bei allen anderen Jahreszeiten liegen die Platzierungen deutlich enger zusammen (s. Sommer). Interessant ist, dass bei allen Jahreszeiten die Minimalwerte vor den 1970ern aufgetreten sind und die Maximaltemperaturen nach 2000. Auch dies verdeutlicht den Erwärmungsverlauf.

Für alle Indikatoren erfolgt eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt.

Bei den Zeitreihen ab 1881 ergibt die Trendanalyse für den Frühling, Herbst und Winter einen linear steigenden Trend. Für den Sommer hingegen ergab die Trendanalyse, ähnlich der Jahreslufttemperatur, einen signifikanten quadratischen Trend, dessen Kurve als u-förmig, also erst abfallend und dann wieder ansteigend, beschrieben werden kann.

Für den Zeitraum 1961-2021 ergibt die Trendanalyse für alle Jahreszeiten außer den Herbst einen signifikanten linear steigenden Trend; für den Herbst ein quadratischer u-förmiger Trend errechnet wurde. Die Analyse der Zeitreihe ab 1961 wird aus Vergleichszwecken durchgeführt, da viele Indikatoren des KFAM erst ab den 1950ern Jahren und später vorliegen. Zudem war der Zeitraum vor 1960 nur gering durch den Klimawandel beeinflusst. Für die Zeitreihe ab 1991 wird nur bei Sommer und Herbst ein linear steigender Trend festgestellt. Bei den anderen Jahreszeiten zeigt sich für diesen eher kurzen Zeitraum, dass die Schwankung zwischen den Einzeljahren groß ist und keinem eindeutigen Trend folgt.

Die Änderungssignale, die aus der Differenz zwischen dem Anfang- und Endwert der durch die Trendanalyse festgestellten Trendlinie/Kurve berechnet wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

 

Durchschnittliche Lufttemperatur

Frühling

Sommer

Herbst

Winter

 

Mittelwert in °C

Trend

Änderung in K

Mittelwert in °C

Trend

Änderung in K

Mittelwert in °C

Trend

Änderung in K

Mittelwert in °C

Trend

Änderung in K

1881-2022

8,5

 

1,6

16,5

 

1,7

9,4

 

1,8

1,8

 

1,9

1961-2022

8,9

 

2,0

17,0

 

2,4

9,8

 

1,5

2,3

 

2,3

1991-2022

9,5

 

-

17,6

 

1,4

10,2

 

1,8

2,8

 

-

 

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden