8.3
Ertragsschwankungen „Witterungsextreme gefährden Ertragssicherheit“
ahr198019811982198319841985198619871988198919901991199219931994199519961997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021
Abweichung von 6 Vorjahren3,98,4-3,8-523,58,414,18,111,9013,38,6-8,18,2-1,211,8-2,4-45,80,2-7,9-13,89,94,9-6,6-0,54,211,56,73,2-5,8-7,8-7-3,93,8-6,3
Abweichung von 10 Vorjahren0,527,312,317,311,515,801917,2-2,414,22,814,60,7-2,65,91,8-7,2-12,88,63,1-6,9-2,52,6118,75,1-4-5,8-6,1-2,83,6-8,2
Abweichung von 15 Vorjahren22,425,622,72,819,38,822,16,72,710,85,7-5-11,48,74,3-6,7-2,31,810,58,24,6-4,7-5,3-4,6-2,34,1-6,9
Winterweizen [dt/ha]52,854,96258,366,562,769,864,869,462,862,780,774,178,877,281,485,986,574,187,381,192,582,580,687,885,578,372,989,386,477,981,384,491,590,888,180,779,479,881,786,677,5

Winterweizenertrag in Dezitonnen pro Hektar im Zeitraum 1981-2021 und Abweichung der Winterweizenerträge vom Mittel der Vorjahre in Prozent in NRW (Datengrundlage: BMEL). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2021
Messgröße Winterweizenertrag, t/ha und Abweichung vom Mittel der vergangenen 6, 10 und 15 Jahre in %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact

Die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse sind für die landwirtschaftliche Produktion entscheidende Einflussfaktoren. Manche Kulturen brauchen einen Frostreiz zum Auskeimen, andere brauchen bestimmte Temperatur- und Niederschlagssummen, um optimal zu wachsen. Ändern sich die Verhältnisse durch den Klimawandel, wirkt sich dies auf die landwirtschaftlichen Erträge aus. Dies gilt besonders auch in Hinblick auf ein extremer werdendes Wetter bzw. einer extremer werdenden Witterung, welche deutliche negative Folgen auf die Erträge haben können. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Art der Landwirtschaft seit Beginn der Zeitreihe grundlegend geändert hat. Primär sind neuere Züchtungen, intensivierte Landnutzung sowie neue Pestizide und Bearbeitungsverfahren für die Ertragssteigerungen verantwortlich. Dennoch: der Klimawandel mit seinen Folgen wird immer spürbarer.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erfasst bundesweit verschiedene Kenngrößen zur landwirtschaftlichen Produktion in der Reihe „Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)“ unter anderem zur Anbaufläche und den Erträgen pro Bundesland. Als eine der Hauptanbauarten in NRW wird die Ertragsentwicklung des Winterweizens in NRW betrachtet. Der Indikator stellt sowohl die jährlichen Erträge des Winterweizens in dt/ha als auch die Abweichung des Ertrags von den vorangegangenen 6,10 und 15 Jahren dar. In der jährlichen Reihe lässt sich somit die allgemeine Ertragsentwicklung ablesen, die u.a. durch Anpassung der Sorten (z. B. Zucht) beeinflusst werden kann. Die Abweichung vom mehrjährigen Mittelwert gibt hingegen den Einfluss der Witterung des jeweiligen Jahres wieder.

Während der aktuellen Klimanormalperiode liegt der mittlere Ertrag an Winterweizen bei 82,8 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha). Der höchste Ertrag wurde mit 92,5 dt/ha im Jahr 2001 erzielt. Die geringsten Werte unter 60 dt/ha liegen alle zu Beginn der 1980er Jahre. Hier wird der nicht klimatische Einfluss, der Einfluss von verbesserten Anbaumethoden etc., deutlich.

Zusätzlich zum Ertrag wird in diesem Indikator auch die Abweichung des Ertrags vom Mittelwert der 6, 10 und 15 Vorjahre dargestellt. Hieran erkennt man beispielsweise den Einfluss der Witterung in einzelnen Jahren. Besonders auffällig ist der Zeitraum der drei Jahre 2016-2019: hier wurde ein Ertragsrückgang zu den Vorjahren festgestellt, der im Zusammenhang mit deutlichen Abweichungen bei den jahreszeitlichen Niederschlägen und Temperaturen in diesen Jahren steht (Indikator 2.2 Durchschnittliche Jahreszeitenniederschlagssumme, 1.2. Durchschnittliche Jahreszeitenlufttemperatur). 2016 gab es einen recht warmen Sommer, gefolgt von einem niederschlagsarmen Herbst. 2017 hatte einen zu trockenen Frühling und einen zu nassen Sommer und Herbst. 2018 waren der Sommer und der Herbst extrem trocken und heiß, 2019 war der Sommer ebenfalls zu trocken. Im Jahr 2020 stiegen die Erträge wieder und es kam zu positiven Abweichungen. Dies mag an den Sommerniederschlägen 2020 liegen, die zwar unterdurchschnittlich im Vergleich zu den vorhergehenden Klimanormalperioden waren. Nichtsdestotrotz waren sie deutlich ergiebiger als in den Jahren 2018 und 2019. 2021 sank die Ertragsabweichung wieder ins Negative, vermutlich aufgrund der Hitzewelle im Juni, gefolgt von massiven Starkregenereignissen im Juli. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Niederschlagsverhältnisse in den nächsten Jahren entwickeln und wie sie die Erträge beeinflussen werden.

 

 

1981-2010

1991-2020

1992-2021

Mittlerer Ertrag in dt/ha

75,8

82,8

82,7

 

Für alle Indikatoren wird eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt.

Die Trendanalyse ergibt über den Gesamtzeitraum 1980-2021 für die jährlichen Erträge einen quadratischen Trend (n-Form). Hier steigt zunächst der Ertrag bis zu einem Maximum in den 2000er Jahren, um dann wieder in eine negative Richtung zu fallen. Der Vergleich des Anfangswertes mit dem Endwert der quadratischen Trendkurve (Änderungssignal) ergibt trotz des Umkehrtrends immer noch einen generellen Zuwachs von 25,4 dt/ha bei den Winterweizenerträgen.

Betrachtet man den Zeitraum 1991-2021 (viele Indikatoren des KFAM liegen nur für einen kurzen Zeitraum vor, daher wird diese Analyse aus Vergleichszwecken durchgeführt) ergibt sich keine signifikante Änderung für den Winterweizenertrag.

 

Mittlerer Ertrag in dt/ha

Mittelwert

Trend

Änderung

1980-2021

77,4

 

+25,4

1991-2021

82,7

 

-

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden