| Jagdjahr | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | 1953/54 | 1954/55 | 1955/56 | 1956/57 | 1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960/61 | 1961/62 | 1962/63 | 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 | 1974/75 | 1975/76 | 1976/77 | 1977/78 | 1978/79 | 1979/80 | 1980/81 | 1981/82 | 1982/83 | 1983/84 | 1984/85 | 1985/86 | 1986/87 | 1987/88 | 1988/89 | 1989/90 | 1990/91 | 1991/92 | 1992/93 | 1993/94 | 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/00 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 | 2004/05 | 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/2023 | 2023/24 |
| Jagdstrecke Schwarzwild | 6067 | 4724 | 2702 | 3771 | 3207 | 1903 | 3246 | 2210 | 3349 | 2235 | 3596 | 2797 | 3509 | 2466 | 3110 | 2820 | 2930 | 2492 | 3536 | 3618 | 4909 | 6468 | 5781 | 5527 | 6666 | 5151 | 7905 | 5532 | 4448 | 5175 | 4558 | 3502 | 6811 | 7655 | 7576 | 7919 | 8143 | 11515 | 10522 | 14355 | 22358 | 11730 | 24717 | 19509 | 13250 | 21203 | 16093 | 12992 | 21384 | 16709 | 29612 | 21062 | 29401 | 20223 | 29764 | 16697 | 30469 | 42869 | 21518 | 34224 | 21138 | 40076 | 22350 | 30170 | 34447 | 38954 | 66079 | 39427 | 64736 | 34251 | 49566 | 29991 | 41611 | |
| Mittelwerte | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 4062 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 | 28247 |
Jagdstrecke Schwarzwild in NRW im Zeitraum 1951/52-2023/24. Zusätzlich sind die Mittelwerte der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1951/52-1980/81) und der aktuellen Klimanormalperiode (1991/92-2020/21) dargestellt (Datengrundlage: Jagdstatistik NRW, MLV). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.
| Datenstand | Jagdjahr 2023/24 |
| Messgröße | Jagdstrecke, Anzahl erlegter Tiere zuzüglich Fallwild |
| Räumliche Abdeckung | Nordrhein-Westfalen (NRW) |
| Datenquelle | Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung, Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung Nordrhein-Westfalen (LAVE) |
| Fortschreibungsturnus | jährlich |
| DPSIR-Indikator | Impact |
Eine Folge der globalen Erwärmung sind Veränderungen in der Verbreitung der Arten, wodurch sich Artengefüge in den bisherigen bzw. neuen Verbreitungsgebieten verändern. Mobile Arten können dabei ihr Verbreitungsgebiet verlagern. Für das Schwarzwild (Wildschwein) gilt die 50-cm-Schneehöhe-Isolinie als Grenze des Verbreitungsgebiets (typisches Verbreitungs-/Anbaugebiet von Hafer, Roggen und Eiche).
Wildschweine wurden bisher durch gefrorene Böden, die sie bei der Nahrungssuche nicht aufbrechen können, und durch den Verlust des zweiten Wurfs in strengen Wintern klimatisch beeinträchtigt. Daher profitiert das Schwarzwild durch klimawandelbedingte schneeärmere und wärmere Winter. Die Erhöhung der Zuwachsrate erschwert die Regulierung der Bestände, erhöht das Risiko von Wildschäden und begünstigt Konflikte im Siedlungsraum. Eine hohe Individuendichte bedingt auch, dass sich Krankheiten leichter unter den Tieren ausbreiten können und auch neue Krankheiten, wie die für Wildschweine relevante Afrikanische Schweinepest, im Falle einer Einschleppung nach NRW rasch verbreiten könnten.
Da sich Wildbestände nur sehr ungenau erfassen lassen, wird als Indikator für die Entwicklung der Bestände der Verlauf der amtlich erfassten Jagdstrecken von Jagdjahr zu Jagdjahr (Beginn 1. April, Ende 31. März des Folgejahres) herangezogen. Aus jedem der rund 8.350 Jagdbezirke in NRW ist die Anzahl erlegten Wildes und die Anzahl tot aufgefundener Wildtiere, das sogenannte Fallwild (z.B. verunfallt im Straßenverkehr oder eingegangen an Krankheiten), an die Jagdbehörden zu melden.
Die Jagdstrecke ist daher die Summe aus erlegtem Wild und Fallwild. Für die bejagbare Fläche von NRW (aktuell ca. 2,6 Mio. Hektar) verlaufen die Zeitreihe der Jagdstrecken und die entsprechende Zeitreihe des Schwarzwildbestandes nach folgendem Muster: Bei einer Zunahme der Jagdstrecke hat im selben Jahr auch der bejagte Bestand zugenommen; dasselbe gilt für Abnahmen. Der Grund dafür ist, dass sich der Wildschweinbestand auf Landesebene nahezu selbst reguliert: Die Zahl der erlegten und tot aufgefundenen Wildschweine wird durch Nachwuchs ausgeglichen (nachhaltige Bejagung). Zeigen sich in der Zeitreihe langfristige Änderungen des Niveaus der Jagdstrecke, kann entsprechend von einer Veränderung des Bestands ausgegangen werden.
Deswegen lässt sich die Anzahl an lebenden Wildscheinen, z.B. zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr (1. April), nicht über die Jagdstrecke desselben Jahres bestimmen. Ebenso ist in der Regel unklar, ob eine Zunahme der Jagdstrecke um ein bestimmtes Ausmaß, z.B. um 20 Prozent zum Vorjahr, auch einer Zunahme des Bestandes um 20 Prozent entspricht. Als Indikator nutzbar ist lediglich der Verlauf der Zeitreihe.
Weiterführende Informationen:
GEHLE, T. (2011): Strecken-Einmaleins von Hase und Fasan. Rheinisch-Westfälischer Jäger 65, 4: 24-25. https://www.lave.nrw.de/system/files/media/document/file/hasen_fasanenstrecke_rwj_4_2011.pdf
In der aktuellen Klimanormalperiode (1991/92-2020/21) liegt die mittlere jährliche Jagdstrecke bei rund 28.250 Wildschweinen. Zur Zeit der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1951/52-1980/81) lag die mittlere jährliche Jagdstrecke bei gerade einmal rund 4.100 Tieren. Damit hat sich die mittlere jährliche Jagdstrecke um über 24.000 Tiere erhöht und entsprechend vervielfacht.
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|
1951/52-1980/81 |
1961/62-1990/91 |
1971/72-2000/01 |
1981/82-2010/11 |
1991/92-2020/21 |
1994/95-2023/24 |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
Jagdstrecke Schwarzwild, Anzahl |
4.062 |
5.700 |
10.669 |
17.945 |
28.247 |
30.326 |
Für alle Indikatoren wird eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt, durchgeführt.
Die Trendanalyse über den Gesamtzeitraum 1951/52-2023/24 ergibt einen quadratischen Trend (u-Form), das heißt hier, dass auf einen leichten Rückgang in den ersten Jahren der Zeitreihe ein sehr starker Anstieg folgte. Über den Zeitraum 1951/1952 bis 2023/2024 ergibt sich aus der Trendberechnung ein Zuwachs von 43.054 erlegten bzw. eingegangenen Individuen Schwarzwild im Jahr (Differenz zwischen Anfangs- und Endwert der Trendkurve).
Betrachtet man in der Trendanalyse die kürzeren Zeiträume 1961/62-2023/24 und 1991/92-2023/24 (viele Indikatoren des KFAM liegen nur für einen kurzen Zeitraum vor, daher wird dies zu Vergleichszwecken durchgeführt), ergeben sich für die Zeiträume ein quadratisch steigender Trend bzw. ein linear steigender Trend.
Die Zeitreihe zeigt, dass sich insbesondere ab Mitte der 1980er Jahre die Anzahl der Tiere deutlich erhöht hat. In den letzten Jahren muss allerdings berücksichtigt werden, dass ein hoher Abschuss als Prävention gegenüber der Afrikanischen Schweinepest durchaus gewünscht ist, daher gefördert wird und die Jagdstrecke positiv beeinflusst.
|
Jagdstrecke Schwarzwild, Anzahl |
Mittelwert |
Trend |
Änderung |
|---|---|---|---|
|
1951/52-2023/24 |
15.943 |
|
+43.054 |
|
1961/62-2023/24 |
17.936 |
|
+44.224 |
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1991/92-2023/24 |
289.129 |
|
+29.559 |
Trendbeschreibung
| steigender Trend | |
| fallender Trend | |
| quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend | |
| quadratischer Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend | |
| fallender quadratischer Trend | |
| steigender quadratischer Trend | |
| kein Trend |
Trendbewertung
günstige Entwicklung
ungünstige Entwicklung
keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden