Schmuckbild Blumenwiese doris oberfrank-list - 67651311 - stock.adobe.com

Warm, trocken und sonnig – der Mai 2022

Kalender Icon03.06.2022
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Mai 2022 war bereits zum Teil sehr warm, trocken, sonnig, aber auch durchaus turbulent vom Wettergeschehen her. Neben einem noch recht frischen Monatsbeginn erlebte NRW für kurze Zeit sommerliche, zum Teil hochsommerliche, Temperaturen zu Beginn der zweiten Monatshälfte. Diese warme Wetterepisode ging jedoch auch mit schweren Unwettern einher. Dabei ereigneten sich in NRW am 20.05. jeweils in Lippstadt, Paderborn und bei Höxter sogenannte F2-Tornados, die für schwere Schäden und zahlreiche Verletzte sorgten.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 14,6 °C lag der Mai 2022 über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: 1,2 Kelvin) und sehr deutlich über dem erheblich kühleren Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: 2,2 Kelvin). Damit war der Mai der 15.-wärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Die folgende Tabelle, welche die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander vergleicht, zeigt, dass die langjährige Mitteltemperatur im Mai (1991-2020) einen merklichen Anstieg der durchschnittlichen Monatstemperatur um insgesamt 1,1 Kelvin seit Beginn der Aufzeichnungen aufweist.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

12,2 °C

12,4 °C

13,3 °C

14,6 °C

Der Mai war 2022 deutlich zu trocken. Mit 47 l/m² erreichte er nur rund 66 % des Mittelwertes 1961-1990 (1961-1990: 72 l/m²). Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode lag der diesjährige Mai ebenfalls unter dem Mittelwert (1991-2020: 64 l/m²) und erreichte davon nur rund 74 %. Der Mai 2022 belegt Platz 41 der niederschlagsärmsten Maimonate seit Aufzeichnungsbeginn und ist somit im vorderen Drittel der Rangliste angesiedelt. Die Gesamtbetrachtung der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt insgesamt eine eher seitwärts gerichtete Entwicklung der monatlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

60 l/m²

72 l/m²

64 l/m²

47 l/m²

Die im Mai 2022 registrierten 236 Sonnenscheinstunden sind im dritten Monat in Folge deutlich überdurchschnittlich. Im Vergleich zum Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 201 h) und dem Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 (190 h) konnten sich Besitzerinnen und Besitzer einer PV-Anlage sehr freuen. Der Mai 2022 landete auf Rang 13 der sonnenscheinreichsten Maimonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Vergleicht man die mittlere Mai-Sonnenscheindauer der drei letzten Klimanormalperioden, so ist die aktuelle Klimanormalperiode die sonnigste bisher.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

195 h

190 h

201 h

236 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Mai war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands herangezogen.

An der Station Warstein konnten drei Sommertage erfasst werden, an der Kölner Station gab es im Mai 2022 bereits 9 Sommertage. Köln erlebte ebenfalls einen Heißen Tag, während dieser Schwellenwert in Warstein noch nicht überschritten wurde. Im Zuge der warmen Periode wurden sowohl in Köln als auch in Warstein (wenn auch nur knapp) am 18.05. jeweils eine Tropennacht registriert, in der die Temperaturen nicht unter 20 °C fielen. Die Höchst- und Tiefsttemperaturen des diesjährigen Mais lagen generell über denen des letzten Mais, der bei der Temperatur unterdurchschnittlich blieb.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Mai 2022 VKTU WAST
Sommertage 9 3
Heiße Tage 1 0
Tropennächte 1 1
Tiefsttemperatur 8,4 °C 4,1 °C
Höchsttemperatur 30,6 °C 28,2 °C

 

Weitere aktuelle Inhalte

Aktuelle Meldungen Icon
Boden mit Trockenrissen LANUK NRW

So trocken wie nie zuvor – der Juli 2026

Kalender Icon03.08.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Die Witterung des Juni hat sich auch im Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Durch meist beständiges Hochdruckwetter dominierten über weite Strecken sonnige und sehr trockene Witterungsabschnitte. Niederschläge blieben vielfach auf einzelne lokale Schauer oder Gewitter beschränkt, wobei diese häufiger in Ost- und Südwestfalen und seltener im Rheinland auftraten. Unterm Strich hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in NRW in einem Juli nie weniger Niederschlag gegeben als 2026. Dazu lagen die Lufttemperaturen wie gewohnt deutlich über dem langjährigen Mittel, begleitet von einer erneut überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer. Die anhaltende Trockenheit führte zu einer weiteren Verschärfung des Niederschlagsdefizits und begünstigte die Austrocknung der Böden sowie eine zunehmende Belastung von Vegetation und Wasserhaushalt. Mit neuen Tiefstständen am Rhein wurde der bisherige Tiefstwert vom Oktober 2018 in diesem Juli unterboten. Es bleibt abzuwarten, wie lange die aktuelle Trockenheit noch anhält. Insgesamt setzte der Juli die bereits zuvor beobachtete Entwicklung hin zu einem warmen und trockenen Sommer klar fort.

weiterlesen
Starkregengefährdung Sozialer Einrichtungen Klimaatlas NRW

Neue Funktionen für Hintergrundkarten freigeschaltet

Kalender Icon15.07.2026
Newspaper Icon Aktuelle Meldung

Am Dienstag, den 14.07.2026 erfolgte eine weitere Aktualisierung der Kartenanwendung des Klimaatlas NRW. Neben den auf den neuesten Stand gebrachten Karten des Handlungsfeldes Konzepte vor Ort, wurde nun auch die von den Nutzerinnen und Nutzern lange gewünschte Erweiterung bzw. Weiterentwicklung der Hintergrundkarten um zuschaltbare Layer der verschiedenen Gebietskulissen sowie verschiedener sozialer Einrichtungen durchgeführt. 

weiterlesen
Hitze in der Stadt panthermedia.net_tomwang.jpg

Rekordwärme bei viel Sonne – der Juni 2026

Kalender Icon03.07.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen als außergewöhnlich warmer und sonnenscheinreicher Sommermonat. Grund dafür war eine historischen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte, die infolge einer ausgeprägten Omega-Wetterlage (Hitzeglocke) entstehen konnte. Anfang Juni dominierten noch Tiefausläufer mit einem großräumigen Gewitteraufzug und lokalem Unwetterpotenzial. Am 16. und 17.06. zog eine Warmfront mit schwül-heißen Luftmassen und vereinzelten Hitzegewittern über das Land hinweg. Im letzten Juni-Drittel steigerte sich die Hitzewelle zu einem Stresstest von bisher unbekannter Intensität und Länge. Die Notaufnahmen und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun und voraussichtlich hat es in diesem Zeitraum viele hitzebedingte Todesfälle gegeben - allein in Köln verstarben am letzten Juniwochenende viermal mehr Menschen als "normal". Erst am 29.06. endete für NRW diese Hitzewelle. Insgesamt gab es verbreitet 11 Heiße Tage in Folge mit Temperaturmaxima am Freitag, den 26.06., von bis zu 40 °C am Rhein - einer neuer Juni-Rekord. Es ist davon auszugehen, dass durch die globale Erderwärmung solche Hitzewellen in Zukunft immer gewöhnlicher werden, sofern die globalen Klimaschutzanstrengungen nicht weiter intensiviert werden.

weiterlesen