Wildschein im Herbstwald byrdyak - 468160645 - stock.adobe.com

Zu warm, zu trüb und vom Niederschlag her ausgeglichen – der Herbst 2025

Kalender Icon08.12.2025
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Anders als in einigen der letzten Jahre kam der Herbst 2025 tatsächlich herbstlich daher. Dies lässt sich vor allem daran festmachen, dass er nicht nur gefühlt, sondern auch gemessen recht trüb war. Insbesondere der Oktober, der häufig noch lange Schönwetterphasen bringt, verzeichnete in diesem Jahr eine deutlich unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer, die auch von den leicht positiven Werten im September und November nicht ausgeglichen werden konnten. Damit verbunden ist sicherlich das Gefühl, dass der Herbst 2025 auch deutlich zu nass war, aber hier trügt der Schein. Dieser Herbst landet nach den beiden sehr nassen Jahren 2023 und 2024 ziemlich genau im Durchschnitt, was die Niederschlagsummen angeht. Trockene und nassere Phasen wechselten sich immer wieder ab und abgesehen von dem regionalen Starkregenereignis im September im Rheinland blieben große Regenmengen weitgehend aus. Insbesondere der November war, wie schon viele Monate in diesem Jahr, wieder deutlich zu trocken.

Keine "Überraschungen" gab es dagegen bei der Temperatur. Hier lagen alle drei Monate deutlich im Plus, so dass der Herbst 2025 noch knapp in den Top Ten landete. In Bezug auf Temperaturen und Kenntage ging dem Sommer in diesem Jahr, anders als in zahlreichen Jahren zuvor, vergleichsweise schnell die Puste aus und auch der erste Schnee fiel in diesem Jahr im November wieder früher als in einigen der Jahre zuvor.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 10,9 °C fiel der Herbst 2025 im 15. Jahr in Folge überdurchschnittlich warm aus und lag deutlich über dem Mittelwert der Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: +0,8 Kelvin) sowie über jenem der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: +1,4 Kelvin). Damit landet der diesjährige Herbst gemeinsam mit den Jahren 1949, 1961 und 2018 auf Rang 10 der wärmsten Herbste seit Beginn der Aufzeichnungen. Vergleicht man die Mitteltemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander, so ergibt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Lufttemperatur von insgesamt 1,3 Kelvin seit der ersten bis zur aktuellen Klimanormalperiode.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2025

8,8 °C

9,5 °C

10,1 °C

10,9 °C

Mit einer Niederschlagssumme von 210 l/m² lag der diesjährige Herbst nur unwesentlich über dem Durchschnittswert der Referenzperiode 1961-1990 (208 l/m²), dafür jedoch leicht unter dem der aktuellen Klimanormalperiode (219 l/m²). Dieser Herbst schafft es somit lediglich ins Mittelfeld der Zeitreihe seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 ergibt sich seit 1961-1990 eine leichte Zunahme der Niederschlagssummen bei den jeweiligen 30-jährigen Mittelwerten (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2025

196 l/m²

208 l/m²

219 l/m²

210 l/m²

Anders als in den letzten fünf Jahren verzeichnete der Herbst 2025 mit einer Anzahl von 247 Sonnenscheinstunden erstmalig wieder unterdurchschnittlich viel Sonnenschein (1961-1990: 294 h; 1991-2020: 306 h). Damit liegen die diesjährigen Herbstsonnenscheinstunden nur auf Rang 12 der sonnenscheinärmsten Herbste seit dem Aufzeichnungsbeginn 1951. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden zeigt sich, dass sich die Sonnenscheindauer im Herbst über den gesamten Messzeitraum kaum verändert hat.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2025

301 h

294 h

306 h

247 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Herbst war, werden an zwei Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Wie üblich bildet auch der Herbst 2024 das zu dieser Jahreszeit mögliche Spektrum an warmen und kalten Kenntagen gut ab.

Insgesamt wurden 2025 sowohl an der Kölner als auch an der Warsteiner Station weniger wärmebedingte Kenntage verzeichnet als noch im Vorjahr: In Köln konnten vier und in Warstein zwei Sommertage erfasst werden, also jeweils sechs bzw. drei Sommertage weniger als 2024. Zusätzlich wurden in Warstein zwei Tropennächte erfasst, in Köln dagegen keine einzige. Entsprechend gab es bei den kältebedingten Kenntagen mit zwei Frosttagen an der Kölner Station sowie vier Frosttagen in Warstein eine Zunahme gegenüber den Vorjahreswerten. Sowohl die Höchst- als auch die Tiefsttemperaturen lagen in diesem Herbst unter den gemessenen Werten von 2024.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Herbst 2025 VKTU WAST
Sommertage 4 2
Heiße Tage 0 0
Tropennächte 0 2
Frosttage 2 4
Tiefsttemperatur -0,8 °C -4,1 °C
Höchsttemperatur 28,7 °C 29,2 °C

 

Weitere aktuelle Inhalte

Aktuelle Meldungen Icon
Winterdorf Oleksandra_1768248064

Trotz winterlichem Mittelteil zu warm und zu trocken – der Winter 2025/2026

Kalender Icon03.03.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Winter 2025/2026 hatte von allem etwas zu bieten. So wechselten sich sehr milde Abschnitte und winterliche Phasen mit Schnee und Frost ab. Der Dezember verlief überwiegend mild, trocken und sonniger als üblich. Zum Jahresanfang brachte Sturmtief "Elli" Wind, Schnee und Glatteis, jedoch dabei glücklicherweise kein größeres Verkehrschaos nach NRW. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gewannen hier im Monatsverlauf - in weiten Teilen des Landes - Tauwetter und durchschnittliche Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Oberhand. Der Februar zeigte sich wechselhaft, mit zahlreichen Regenschauern und zum Monatsende hin teilweise frühlingshaften Temperaturen.

Alles in allem war der Winter 2025/2026 zu warm, deutlich zu trocken und leicht überdurchschnittlich sonnig.

weiterlesen
Sonnenuntergang bei blauem Himmel YODCHAI234226207 - stock.adobe.com

Ziemlich mild, aber regnerisch und vergleichsweise trüb – der Februar 2026

Kalender Icon03.03.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Februar 2026 startete landesweit ziemlich mild; zur Monatsmitte gingen die Temperaturen noch einmal kurz auf winterliches Niveau zurück, um dann in einem vorfrühlingshaften Finale zu enden, wodurch die letztendliche positive Temperaturabweichung recht groß ausfiel. Besonders warm wurde es dabei z. B. in Geilenkirchen und Duisburg, mit einer Durchschnittstemperatur von jeweils 6,7 °C. Zum Monatsende hin wurden örtlich Spitzentemperaturen von über 20 °C erreicht. Dabei war der letzte Wintermonat um die Monatsmitte herum, insbesondere im Süden und Westen des Landes, von kontinuierlichen Niederschlägen geprägt. Bedingt auch durch große Niederschlagsmengen im Südwesten Deutschlands, führte der Rhein in der dritten Monatsdekade reichlich Wasser und ließ die Pegel steigen, jedoch ohne dass sich dabei ein größeres Hochwasser entwickelte. Daraus folgend zeigte sich die Sonne in diesem Februar verhältnismäßig selten, auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Besonders trüb war es z. B. in Bad Berleburg im Rothaargebirge: an der dortigen DWD-Messstation in Stünzel schien in diesem Februar die Sonne nur 35 Stunden lang, was lediglich 44 Prozent des üblichen Ortsdurchschnitts beträgt.

weiterlesen
Hitze im Hafen Martin Debus_119223095.jpeg

Vorstellung der Klimaanalyse NRW 2026 am 27. März, online

Kalender Icon27.02.2026
Newspaper Icon Veranstaltung

Das Warten hat ein Ende! Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Erstellung der neuen Klimaanalyse NRW 2026 mittlwerweile abgeschlossen ist und diese nach finaler Freigabe im März veröffentlicht werden kann.

weiterlesen