Viola Boehme - panthermedia.net
Jahresbilanz 2025 – Ein Jahr mit viel Sonne und wenig Regen
Das Jahr 2025 war in Nordrhein-Westfalen von überwiegend hohen Lufttemperaturen, einer überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer und einem insgesamt unterdurchschnittlichen Niederschlagsaufkommen geprägt. Besonders ein sehr sonniges und trockenes Frühjahr sowie mehrere ausgeprägte sommerliche Hitzephasen bestimmten den Jahresverlauf. Während einzelne Monate zeitweise feuchtere Witterungsabschnitte aufwiesen, blieb die Niederschlagssumme in der Jahresbilanz unter den langjährigen Mittelwerten. Dieses Jahr folgt in Nordrhein-Westfalen dem Trend der beschleunigten Erwärmung und untermauert die Häufung der Temperaturabweichungen von >1,5 Kelvin gegenüber dem Mittelwert 1961-1990. Nach den vorläufigen Analysen des Copernicus Climate Changes Services läuft das Jahr 2025 global auf Rang drei oder gar auf Rang zwei der wärmsten Jahre bisher, wofür die mittlere Lufttemperatur in Nordrhein-Westfalen dann doch nicht hoch genug war. Mit der abermalig deutlich abweichenden Niederschlagsmenge gegenüber dem Mittelwert 1961-1990 ist zu befürchten, dass die letzten zwei überdurchschnittlichen Jahre nur eine Ausnahme sein können und sich die Häufung trockener Jahre wieder fortsetzt, die zwischen 2010 und 2022 dominierten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Niederschläge 2026 entwickeln. Mit den deutlich überdurchschnittlichen Sonnenstunden im Jahr 2025 wurde ein Spitzenplatz besetzt, was zumindest für die Erzeugung von Sonnenstrom besonders günstig war.
Auch im Jahr 2025 setzte sich in Nordrhein-Westfalen der anhaltende Erwärmungstrend fort: Die Jahresmitteltemperatur lag bei etwa 10,8 °C, was deutlich über dem Wert der Referenzperiode (1961-1990: 9,0 °C) liegt. Gleichzeitig fiel die Niederschlagssumme mit 673 l/m² deutlich unter den Mittelwert und die Sonnenscheindauer von 1821 Stunden machte 2025 zu einem der sonnigsten Jahre seit Messbeginn 1951. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet zudem regionale Temperatur- und Niederschlagsextreme, wie etwa einen besonders warmen Sommer mit einer besonders frühen und intensiven Hitzewelle Anfang Juli mit über 38 °C sowie einen sehr trockenen Frühling mit rekordarmen Niederschlägen und andererseits extremen Niederschlägen im September mit Tagesmengen von über 130 mm südlich von Mönchengladbach.
In der untenstehenden Tabelle sind die klimatischen Parameter Lufttemperatur, Niederschlagssumme und Sonnenscheinstunden für NRW im Jahr 2025 und als Mittelwerte für verschiedene Klimanormalperioden dargestellt und werden in den folgenden Abschnitten erläutert.
| Parameter | 2025 | 1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 |
|---|---|---|---|---|
| Lufttemperatur | 10,8 °C | 8,4 °C | 9,0 °C | 10,0 °C |
| Niederschlagssumme | 673 l/m² | 808 l/m² | 875 l/m² | 870 l/m² |
| Sonnenscheindauer | 1821 h | - | 1440 h | 1573 h |
Das Jahr 2025 verlief über das gesamte Jahr hinweg deutlich zu warm: Winter und Frühjahr starteten mit milden Bedingungen, wobei bereits im Januar sowie generell im Frühjahr prägnante positive Temperaturabweichungen gegenüber den langjährigen Mittelwerten registriert wurden. Der Winter brachte zudem ungewöhnliche Wärmephasen bis in den Februar hinein. Die Sommermonate waren geprägt von andauernder Wärme mit einer mittleren Temperatur des Sommers von etwa 18,4 °C – deutlich über den Werten der Klimanomalperioden 1961-1990 und 1991-2020. Mehrere Wärmephasen und Hitzetage mit Temperaturen über 34 °C dominierten die Saison. Herbst und Jahresende blieben ebenfalls überdurchschnittlich warm, sodass 2025 – sowohl im Jahresmittel als auch in den Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst – erneut in die Top 10 der wärmsten Jahre seit Beginn der flächendeckenden Temperaturmessungen aufgenommen wird.
In der Jahresbilanz ergab sich somit ein markanter Temperaturüberschuss gegenüber langjährigen Mittelwerten, der regional und saisonal sehr konsistent war.
Die Niederschlagsverteilung 2025 war asymmetrisch und überwiegend zu gering. Von März bis einschließlich Mai fiel im NRW-Mittel sehr wenig Niederschlag; insbesondere im März wurden historisch niedrige Werte registriert und führten zu einem ausgeprägten Trockenheitsgefühl in weiten Landesteilen. Die Sommerniederschlagsmenge war ebenfalls unterdurchschnittlich, mit weiten Regionen, die deutlich unter den Mitteln der Referenzperioden blieben. Im Herbst wechselten sich trockene und etwas feuchtere Phasen ab, in der Jahresbilanz jedoch blieb die Niederschlagssumme deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
In der Gesamtschau ergab sich für NRW ein Niederschlagsdefizit von rund 20 Prozent, wobei teils regionale Ausreißer – etwa kurze, kräftige Ereignisse im September – das trockene Gesamtbild nicht vollständig aufheben konnten.
Die Sonnenscheindauer war im Jahr 2025 außergewöhnlich hoch und zählt zu den Spitzenwerten in der langjährigen Zeitreihe. Besonders Frühjahr und Sommer zeichneten sich durch überdurchschnittliche Sonnenscheinstunden aus, was neben dem Temperaturüberschuss zur eindrucksvollen Helligkeit des Jahres beitrug. Insgesamt summierten sich die Sonnenstunden auf etwa 1821 h, was deutlich über dem Mittel der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (1573 h) liegt und somit zu den höchsten Werten seit Beginn der Messungen gehört. Eine Ausnahme bildete der Oktober mit trübem Wetter und vergleichsweise niedriger Sonnenscheindauer, die in NRW im bundesweiten Vergleich besonders gering ausfiel.
Die hohe Sonnenscheindauer trug zusammen mit den warmen Temperaturen und dem Niederschlagsdefizit zu einem Gesamtbild des Jahres 2025 als eines der sonnigsten, warmen und relativ trockenen Jahre im Witterungsverlauf NRWs bei. Diese Kombination verstärkt den Eindruck einer fortschreitenden Klimaerwärmung mit zunehmender Wahrscheinlichkeit für warme und trockene Witterungsmuster im Jahresverlauf.
Wie bereits aus den Witterungsverläufen der einzelnen Monate und Jahreszeiten ersichtlich, wird auch für das Gesamtjahr 2025 nochmals ein Blick auf ausgewählte meteorologische Kenntage geworfen. Grundlage ist – analog zu den Vorjahren – der Vergleich zweier Stationen des LANUK-Luftqualitätsmessnetzes: Zum einen die Station Köln – Turiner Straße (VKTU) als innerstädtische Messstelle einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht, zum anderen die Station Warstein (WAST) als Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands.
Die klimatischen Unterschiede zwischen beiden Standorten zeigen sich auch im Jahr 2025 sehr deutlich. In Köln wurden 59 Sommertage und 16 Heiße Tage registriert, während in Warstein mit 30 Sommertagen und 7 Heißen Tagen deutlich niedrigere Werte erreicht wurden. Auch bei den Tropennächten bleibt der urbane Wärmeinseleffekt klar erkennbar: In Köln traten 20 Tropennächte auf, in Warstein lediglich 4. Bei den kältebedingten Kenntagen ergibt sich ein differenziertes Bild. In Köln wurden 17 Frosttage und – wie für die innerstädtische Lage typisch – keine Eistage verzeichnet. In Warstein hingegen traten 41 Frosttage sowie ein Eistag auf. Trotz dieser höheren Anzahl zeigt sich auch hier, dass 2025 insgesamt weiterhin zu den vergleichsweise milden Jahren zählt, insbesondere im Kontext der langjährigen Beobachtungsreihen.
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Sommertage | 59 | 30 |
| Heiße Tage | 16 | 7 |
| Tropennächte | 20 | 4 |
| Frosttage | 17 | 41 |
| Eistage | 0 | 1 |
Mit dem Ende des Jahres 2025 können nun den Warming und Precipitation Stripes für NRW ein weiteres Jahr angefügt werden. Die für das Jahr 2025 aktualisierten Stripes werden in Kürze im Service-Bereich hier verfügbar sein. Regionalisierte Stripes für Ihre Kommune können Sie gerne unter klimaatlas@lanuk.nrw.de anfragen.
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