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Die extreme Witterung setzt sich fort: der wärmste und zweitnasseste Frühling seit Aufzeichnungsbeginn – der Frühling 2024

Kalender Icon07.06.2024
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Die seit einigen Monaten vorherrschende sehr milde aber auch sehr feuchte Witterung geht weiter. Nachdem der vergangene Winter schon auf dem Treppchen landete, setzte der Frühling 2024 nun noch einen drauf. Dabei bot er alles, was das Wettergeschehen zu dieser Jahreszeit hergibt. Teils schon hochsommerliche Temperaturen, Spätfröste und vor allem weiterhin viel Regen, was teilweise auch zu leichten Hochwässern führte. Eine längere Trockenperiode ist weiterhin nicht in Sicht.

Der März war bereits rekordwarm, niederschlagstechnisch jedoch recht ausgeglichen. Der April zeigte sich von Frühsommer bis Spätwinter wechselhaft und wieder nass. Auch der Mai begann stabil warm, teilweise aber mit Unwettern, driftete dann aber witterungstechnisch ins Gegenteil ab. Hier konnte insbesondere in der zweiten Monatshälfte bereits wieder eine sehr eingefahrene Wetterlage festgestellt werden, wie wir sie seit einigen Jahren vermehrt beobachten. Allerdings lag Deutschland diesmal auf der tiefdruckgeprägten Seite, was zu schweren Überschwemmungen zunächst im Saarland und in Rheinland-Pfalz und zum Monatswechsel dann in Bayern und Baden-Württemberg führte. Hier kam NRW diesmal glimpflich davon. Durch die Tiefdruckprägung schien die Sonne in diesem Frühling unterdurchschnittlich.

Die durchschnittliche Temperatur im Frühling 2024 lag in NRW mit 11,4 °C, wie in neun der letzten 10 Jahre (Ausnahme Frühling 2021) über dem Wert der Referenzperiode 1961-1990 von 8,3 °C (Abweichung: +3,1 K) sowie auch dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 9,5 °C). Damit belegt der diesjährige Frühling klar Platz 1 der wärmsten Frühlinge seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Ein Vergleich der Mitteltemperaturen der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle) zeigt deutlich einen zunehmenden Anstieg der Lufttemperatur zum Ende der Zeitreihe hin: fiel die Differenz zwischen den Klimanormalperioden 1881-1910 und 1961-1990 mit 0,5 K noch relativ gering aus, so hat sich der Temperaturanstieg zwischen den KNP 1881-1910 und 1991-2020 mit 1,2 K sogar mehr als verdoppelt.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2024

7,8 °C

8,3 °C

9,5 °C

11,4 °C

Der diesjährige Frühling fiel, wie bereits im Vorjahr, überdurchschnittlich niederschlagsreich aus, wobei die Niederschlagssumme des Frühlings 2023 sogar noch übertroffen wurde. Mit 275 l/m² lag die mittlere Niederschlagsmenge im Frühling 2024 deutlich über den Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1961-1990: 205 l/m²) und noch deutlicher über dem Wert der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 177 l/m²). Dadurch ordnet sich dieser Frühling auf Platz 2 der niederschlagsreichsten Frühjahre seit Aufzeichnungsbeginn ein. Vergleicht man die Monatsniederschläge für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle), ist eine zunächst steigende und ab der zweiten KNP wieder fallende Entwicklung der Mittelwerte erkennbar.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2024

172 l/m²

205 l/m²

177 l/m²

275 l/m²

In diesem Frühling lag die Sonnenscheindauer von insgesamt 408 h, erstmals seit zehn Jahren, wieder unter dem Durchschnittswert der Referenzperiode 1961-1990 (441 h) wie auch dem der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 497 h). Dadurch landet der Frühling 2024 auf Rang 14 der sonnenscheinärmsten Frühlingsmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden (s. untenstehende Tabelle) ergibt sich ein leichter Anstieg der mittleren Anzahl der Sonnenstunden im Frühjahr seit dem Beginn der Messreihe.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2024

459 h

441 h

497 h

408 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Aufgrund der sehr wechselhaften Witterung und deren starker Temperaturschwankungen wurden einige wärme- und kältebedingte Kenntage an den Messstationen in Köln und Warstein erfasst. In der Kölner Innenstadt wurden bereits neun Sommertage verzeichnet, im höher gelegenen Warstein derer vier. Zudem konnten an der Warsteiner Station noch einmal vier Frosttage gemessen werden. Die Tageshöchsttemperaturen übertrafen mit jeweils rund 28 °C in Köln und 27 °C in Warstein jene des Vorjahres um 1,5 °C bzw. 3 °C. Die Tiefstwerte lagen an den beiden Stationen jeweils rund 3 °C (VKTU) bzw. 5 °C (WAST) über den Vorjahreswerten.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Frühling 2024 VKTU WAST
Frosttage 0 4
Sommertage 9 4
Tiefsttemperatur 3,1 °C -0,1 °C
Höchsttemperatur 27,7 °C 27,2 °C

 

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