Holunderblüte im Frühjahr M. Schuppich - fotolia

Sehr warm, aber mit unterschiedlichen Gesichtern – der April 2025

Kalender Icon05.05.2025
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Wenn man sich bei den monatlichen Witterungsverläufen derzeit auf Eines verlassen kann, dann darauf, dass die Monate meist deutlich zu warm und sehr sonnig ausfallen; so war es auch im April 2025 wieder. Die Temperaturen waren also durchgehend überdurchschnittlich, daneben hatte der Monat aber höchst unterschiedliche Gesichter. Während die Trockenheit der Vormonate in den ersten elf Tagen konsequent voranschritt, fielen insbesondere die Osterferien recht nass aus, mit einer fast landesweiten Dauerregenlage am 24. April als Höhepunkt. Das Monatsende war dann wieder trocken, sonnig und teilweise frühsommerlich. So war der April 2025 insgesamt gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode leicht zu nass und letztlich sehr sonnig. Wie nah die Wetterextreme auch im Frühjahr beieinander liegen können, zeigen zwei Ereignisse am Wochenende vor Ostern: Während am 12. April ein ausgedehnter Waldbrand die Feuerwehr in Sundern im Sauerland in Atem hielt, gab es am Tag darauf die ersten starkregenbedingten Einsätze der Saison in Ennepetal.

Die Durchschnittstemperatur lag im April 2025 im NRW-Mittel bei 11,0 °C. Das sind 3,1 K über dem Wert der Referenzperiode 1961-1990 (7,9 °C) und 1,5 K über dem Wert der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (9,5 °C). Damit landet der diesjährigen April mit Rang 9 noch knapp in Top den 10 der wärmsten April-Monate seit Aufzeichnungsbeginn. Betrachtet man die Gesamtentwicklung im April, so fällt auf, dass dieser insgesamt im Vergleich der ersten verfügbaren mit der aktuellen Klimanormalperiode bereits um 1,9 K wärmer geworden ist. Der April 2025 liegt als Einzeljahr noch einmal deutlich darüber.

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2025
7,6 °C 7,9°C 9,5 °C 11,0 °C

Auch wenn die zunächst komplett trockene erste Monatsdekade die aufgelaufene Trockenheit weiter verschärft hat, konnten die zwei darauffolgenden Wochen die Situation zumindest vorübergehend wieder entschärften. In dieser Zeit fiel gleich so viel Niederschlag, dass der April 2025 etwas zu nass in Bezug auf die aktuelle Klimanormalperiode ausfiel und etwas zu trockenen in Bezug auf die Rferenzperiode. So fielen im Landesdurchschnitt 58 l/m², dass sind 4 l/m² weniger als im Durchschnitt der Referenzperiode 19661-1990. Gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 war es ein leichtes Plus von 9 l/m². Das beschert dem April 2025 einen Platz im Mittelfeld der nassesten April-Monate seit Aufzeichnungsbeginn.

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2025
49 l/m² 62 l/m² 49 l/m²  58 l/m²

Bei der Sonnenscheindauer erreicht der April 2025 dagegen mit Rang 3 der sonnenscheinreichsten April-Monate sogar das Treppchen! So schien die Sonne im Landesdurchschnitt in diesem April für 248 Stunden. Das ist ein Plus von 68 % (100 Stunden) gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 und immer noch ein Plus von 43 % (74 Stunden) gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020. Nur die April-Monate der Jahre 2020 und 2007 konnten hier höhere Werte erzielen.

1951-1980 1961-1990 1991-2020 2025
154 h 148 h 174 h 248 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im April war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Obwohl der April 2025 durchschnittlich sehr warm war, wurde lediglich an der Station in Köln (VKTU) ein erster Sommertag gemessen und dieser ließ mit 26,5 °C bis zum 30. April auf sich warten. In Warstein (WAST) wurde die 25-Grad-Marke in diesem April, anders als im letzten Jahr, weder erreicht noch überschritten; hier lag die Höchsttemperatur in diesem Monat bei 23,0 °C. Dagegen gab es in Warstein jedoch nochmal einen Frosttag zu verzeichnen, dabei sank hier die Tiefsttemperatur auf -0,4 °C. In Köln lag diese bei 4,6 °C.

Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage VKTU WAST
Sommertage 1 0
Frosttage 0 1
Tiefsttemperatur 4,6 °C -0,4 °C
Höchsttemperatur 26,5 °C 23,0 °C

 

Weitere aktuelle Inhalte

Aktuelle Meldungen Icon
Boden mit Trockenrissen LANUK NRW

So trocken wie nie zuvor – der Juli 2026

Kalender Icon03.08.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Die Witterung des Juni hat sich auch im Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Durch meist beständiges Hochdruckwetter dominierten über weite Strecken sonnige und sehr trockene Witterungsabschnitte. Niederschläge blieben vielfach auf einzelne lokale Schauer oder Gewitter beschränkt, wobei diese häufiger in Ost- und Südwestfalen und seltener im Rheinland auftraten. Unterm Strich hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in NRW in einem Juli nie weniger Niederschlag gegeben als 2026. Dazu lagen die Lufttemperaturen wie gewohnt deutlich über dem langjährigen Mittel, begleitet von einer erneut überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer. Die anhaltende Trockenheit führte zu einer weiteren Verschärfung des Niederschlagsdefizits und begünstigte die Austrocknung der Böden sowie eine zunehmende Belastung von Vegetation und Wasserhaushalt. Mit neuen Tiefstständen am Rhein wurde der bisherige Tiefstwert vom Oktober 2018 in diesem Juli unterboten. Es bleibt abzuwarten, wie lange die aktuelle Trockenheit noch anhält. Insgesamt setzte der Juli die bereits zuvor beobachtete Entwicklung hin zu einem warmen und trockenen Sommer klar fort.

weiterlesen
Starkregengefährdung Sozialer Einrichtungen Klimaatlas NRW

Neue Funktionen für Hintergrundkarten freigeschaltet

Kalender Icon15.07.2026
Newspaper Icon Aktuelle Meldung

Am Dienstag, den 14.07.2026 erfolgte eine weitere Aktualisierung der Kartenanwendung des Klimaatlas NRW. Neben den auf den neuesten Stand gebrachten Karten des Handlungsfeldes Konzepte vor Ort, wurde nun auch die von den Nutzerinnen und Nutzern lange gewünschte Erweiterung bzw. Weiterentwicklung der Hintergrundkarten um zuschaltbare Layer der verschiedenen Gebietskulissen sowie verschiedener sozialer Einrichtungen durchgeführt. 

weiterlesen
Hitze in der Stadt panthermedia.net_tomwang.jpg

Rekordwärme bei viel Sonne – der Juni 2026

Kalender Icon03.07.2026
Newspaper Icon Witterungsverlauf

Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen als außergewöhnlich warmer und sonnenscheinreicher Sommermonat. Grund dafür war eine historischen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte, die infolge einer ausgeprägten Omega-Wetterlage (Hitzeglocke) entstehen konnte. Anfang Juni dominierten noch Tiefausläufer mit einem großräumigen Gewitteraufzug und lokalem Unwetterpotenzial. Am 16. und 17.06. zog eine Warmfront mit schwül-heißen Luftmassen und vereinzelten Hitzegewittern über das Land hinweg. Im letzten Juni-Drittel steigerte sich die Hitzewelle zu einem Stresstest von bisher unbekannter Intensität und Länge. Die Notaufnahmen und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun und voraussichtlich hat es in diesem Zeitraum viele hitzebedingte Todesfälle gegeben - allein in Köln verstarben am letzten Juniwochenende viermal mehr Menschen als "normal". Erst am 29.06. endete für NRW diese Hitzewelle. Insgesamt gab es verbreitet 11 Heiße Tage in Folge mit Temperaturmaxima am Freitag, den 26.06., von bis zu 40 °C am Rhein - einer neuer Juni-Rekord. Es ist davon auszugehen, dass durch die globale Erderwärmung solche Hitzewellen in Zukunft immer gewöhnlicher werden, sofern die globalen Klimaschutzanstrengungen nicht weiter intensiviert werden.

weiterlesen