Aktuelle Einordnung der Witterung in NRW

 

In diesem Abschnitt werden die Witterungsgegebenheiten einzelner Monate und Jahreszeiten mit den  Werten der langjährigen Referenzperiode verglichen. Bis zum Jahr 2020 werden die Abweichungen auf die Referenzperiode 1961-1990, ab 2021 liegt eine neue Referenzperiode vor und die Werte werden zum Zeitraum 1991-2020 in Beziehung gesetzt. Zurzeit werden zur besseren Verständlichkeit und Vergleichbarkeit auch häufig beide Referenzperioden parallel verwendet.

Die Auswertungen beziehen sich ab Mai 2020 auf die sogenannten "regional averages" des Climate Data Centers des DWD. Zuvor dienten die Pressemitteilungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Deutschlandwetter als Grundlage der Einordnung. Diese werden jedoch ein paar Tage vor Ablauf des Monats bzw. der Jahreszeit heraus gegeben und stellen somit nur vorläufige Werte dar.

 


In allen Bereichen auf dem Treppchen vertreten: der Sommer 2022

Vielerorts fragt man sich am Ende des Sommers 2022 „wann hat es eigentlich zuletzt geregnet?“. Dies ist auch eine gute bildliche Zusammenfassung der Zahlen und Fakten des Sommers 2022: Er war warm, sehr trocken und extrem sonnenscheinreich.

Beginnen wir mit der Bronzemedaille: Die Durchschnittstemperatur im Sommer 2022 lag in NRW bei 19,1 °C, dies ist zusammen mit 2019 der dritthöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Nur in den Jahren 2018 und 2003 (19,3 °C und 19,5 °C) war es wärmer. Die Abweichung von der Referenzperiode 1961-1990 beträgt 2,8 Kelvin. Mit einem Plus von 1,6 Kelvin liegt der Sommer 2022 zudem auch deutlich über dem langjährigen Mittelwert der Klimanormalperiode 1991-2020, die insgesamt schon ein höheres Temperaturniveau aufzeigt als die Referenzperiode. Vergleicht man die langjährigen Mittelwerte seit 1881-1910 zeigt sich, dass vor allem zwischen den letzten beiden Klimanormalperioden ein deutlicher Temperaturanstieg stattgefunden hat. Die nachfolgende Tabelle stellt die Sommer-Temperaturen für die genannten KNP und den aktuellen Sommer dar.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

16,1 °C

16,3 °C

17,5 °C

19,1 °C

 

Beim Niederschlag wartet der Sommer 2022 mit der Silbermedaille auf. Die 113 l/m², die es diesen Sommer von Anfang Juni bis Ende August regnete, wurden nur 1911 mit 112 l/m² unterboten. Auf Platz 3 folgt dicht auf der Sommer 2018 mit 115 l/m². Somit fiel in diesem Sommer weniger als die Hälfte des sonst üblichen Niederschlags. Womit sich wie auch in den warmen und trockenen Sommern/Jahren 2018 und 2019 erneut ein Niederschlagsdefizit aufbaut, das bisher nie wieder komplett ausgeglichen wurde. Insgesamt lässt sich für die Klimanormalperioden seit Messbeginn ein leichter Rückgang in der Niederschlagsentwicklung erkennen, wie die untenstehende Tabelle zeigt.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

249 l/m²

241 l/m²

238 l/m²

113 l/m²

 

Gold erhält der Sommer 2022 bei den Sonnenstunden. In diesem Sommer wurde mit 790 Sonnenstunden und einem deutlichen Abstand von fast 100 Stunden (!) der bisherige Rekord von 2011 (694 Stunden) weit übertroffen. Der Referenzwert der Sonnenscheindauer 1961-1990 von 554 Stunden wurde im Sommer 2022 mit einem Plus von 236 Stunden ebenfalls deutlich übertroffen. Die Sonne schien somit 1,4-mal so lang, wie sonst üblich. Betrachtet man die drei Klimanormalperioden 1951-1980, 1961-1990 und 1991-2020, so lässt sich eine Zunahme der Sonnenscheinstunden erkennen (s. nachfolgende Tabelle).

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

553 h

554 h

605 h

790 h

 

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Sommer war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Bei den Kenntagen wird noch einmal deutlich, dass es sich um einen der wärmsten Sommer handelt, die wir in NRW bisher hatten. Wobei insbesondere der August für ein deutliches Plus an beiden Stationen gesorgt hat. Im Sommer 2022 wurden in Köln 62 Sommertage gezählt, in Warstein 35; dabei geht jeweils knapp die Hälfte dieser Tage allein auf den August zurück. Die Werte liegen an beiden Stationen auch deutlich über den Zahlen der drei Vorjahre und selbst 2018 mit ebenfalls einem sehr warmen Sommer wird, zumindest in Köln, übertroffen. Die Anzahl der Heißen Tage liegt mit 21 Tagen in Köln und 9 Tagen in Warstein in einem mit den Vorjahren (Ausnahme 2021) vergleichbaren Bereich. Bei den Tropennächten ist dies in Köln mit 27 Nächten ebenfalls der Fall. In Warstein wurde im Sommer 2022 nur eine Tropennacht verzeichnet, womit dort dieser Kenntag deutlich unter den Werten der Vorjahre bleibt. Der Blick auf die Höchst- und Tiefsttemperaturen an den beiden Stationen zeigt, dass es nachts zu einer deutlichen Abkühlung kommen kann. Der Minimalwert in Warstein liegt hier deutlich niedriger als in den Vorjahren. Zudem wurden in diesem Jahr keine rekordverdächtigen Maximaltemperaturen erreicht.

 

 

Kenntage im Sommer
2022

VKTU

WAST

Sommertage

62

35

Heiße Tage

21

9

Tropennächte

27

1

Tiefsttemperatur

11,5

4,8

Höchsttemperatur

37,9

35,9

Zum Abschluss des Sommers – der August 2022, der (fast) alle Rekorde bricht

Der August 2022 bricht in Nordrhein-Westfalen (fast) alle Rekorde: Bei den Sonnenscheinstunden wurde der bisherige Rekordwert von 1975 (267 h) deutlich übertroffen. Die Durchschnittstemperatur ist ebenfalls die höchste je aufgezeichnete für einen August, wenn auch hier die Werte von 2020 und 2018 (20,4 °C) nur knapp übertroffen wurden. Beim Niederschlag wurde der Allzeitrekord um 1 l/m² verfehlt; 1899 war es mit nur 17 mm Niederschlag schon einmal trockener im August als in diesem Jahr.

Mit 20,6 °C liegt der August 2022 mit der höchsten je verzeichneten Augusttemperatur auf Platz 1 der Temperaturmessreihe seit 1881. Dies ist eine Abweichung von +4,0 K im Vergleich zum Referenzwert 1961-1990. Auch im Vergleich zur Klimanormalperiode 1991-2020 ist dies noch eine Abweichung von +2,7 K. Im Vergleich der Mitteltemperaturen der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle) zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur, der zunächst eher langsam Ablief (+0,6 K zwischen 1961-1990 und 1881-1910), sich dann aber deutlich verstärkte (+1,3 zwischen den direkt aufeinander folgenden Klimanormalperioden 1991-2020 und 1961-1990). 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

16,0 °C

16,6 °C

17,9 °C

20,6 °C

Der Niederschlag ist die einzige Größe, die den Allzeitrekord in NRW im August verfehlte, wenn auch sehr knapp mit 1 l/m². So fiel die Niederschlagssumme 2022 mit 18 mm für Nordrhein-Westfalen gemittelt sehr gering aus. Dies ist der zweittrockenster August der je in NRW gemessen wurde (seit 1881). Damit gab es 2022 im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 gerade einmal ein Viertel der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Bezogen auf die Klimanormalperiode 1991-2020 waren es sogar nur etwa 22 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge des August. Dabei ist ebenfalls festzuhalten, dass die ohnehin sehr niedrige Niederschlagssumme auch räumlich sehr ungleich verteilt auftrat.

Vergleicht man die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 (s. nachfolgende Tabelle) sieht man, dass nach einem Rückgang der Niederschlagssumme, wieder ein Anstieg erfolgte, auf etwa das Niveau wie vor 100 Jahren. 2022 zeigt aber auch, dass einzelne Jahre deutliche von den langjährigen Mittelwerten abweichen können.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

81 l/m²

73 l/m² 82 l/m² 18 l/m²

Bei den Sonnenscheinstunden wurde im August 2022 mit 280 Stunden ebenfalls der Rekord seit Aufzeichnungsbeginn 1951 erzielt. Damit wird der Wert der Referenzperiode 1961-1990 um fast 100 Stunden übertroffen und auch im Vergleich zur Klimanormalperiode 1991-2020 wurde 2022 ein Plus von 85 Stunden erreicht.

Betrachtet man die Entwicklung der durchschnittlichen Sonnenscheinstunden in den Klimanormalperioden (s. untenstehende Tabelle) ergibt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Sonnenstunden im August.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

177 h

183 h

195 h

280 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im August war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Obwohl die Maximaltemperaturen an beiden Stationen niedriger lagen als im Juli 2022, wurden an beiden Stationen mehr Kenntage verzeichnet als im Vormonat. In der Kölner Innenstadt waren fast alle Tage (=27 Tage) so warm, dass sie als Sommertage klassifiziert werden konnten; in Warstein war dies an immerhin über der Hälfte des Monats (17 Tage) der Fall. Besonders markant sind allerdings die Tropennächte in Köln. Hiervon wurden im August 2022 17 gezählt. Dies veranschaulicht nochmal eindrucksvoll die langanhaltende Schönwetterlage mit mangelnder Abkühlung in der Innenstadt. Dafür müssen die Maximaltemperaturen auch nicht so hoch sein; so wurden in Köln „nur“ 12 Heiße Tage verzeichnet, also deutlich weniger als Tropennächte. In Warstein wurde wiederum keine Tropennacht verzeichnet, dafür lagen die Heißen Tage mit 3 Tagen fast so hoch wie im Vormonat.

Kenntage im
August 2022

VKTU

WAST

Sommertage

27

17

Heiße Tage

12

3

Tropennächte

17

0

Tiefsttemperatur

14,0 °C

7,5 °C

Höchsttemperatur

34,5 °C

33,6 °C

Mittelmeerklima mit erhöhter Waldbrandgefahr – der Juli 2022

Der Juli 2022 wird von zahlreichen zu heißen Tagen und mangelndem Niederschlag geprägt. Mehrere Hitzewellen rollten über NRW hinweg, welche vielerorts zu Dürreverhältnissen führte. Insgesamt war die Waldbrandgefahr in diesem Monat im ganzen Bundesland deutlich erhöht.

Im Durchschnitt lag die Temperatur im Juli 2022 bei 18,9 °C und damit über dem Mittelwert der Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: 0,6 Kelvin). Über dem Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 liegt die Mitteltemperatur im Juli sogar schon im elften Jahr in Folge und das sehr deutlich (Abweichung: 2,0 Kelvin). Der Juli 2022 liegt auf Rang 19 der wärmsten Julimonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Mitteltemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt sich ein zunehmender Anstieg der Lufttemperatur von insgesamt 1,6 Kelvin, welcher vor allem zum Ende der Messreihe hin noch deutlicher zutage tritt.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

16,7 °C

16,9 °C

18,3 °C

18,9 °C

Im Juli lag der Niederschlag mit 38 l/m² weit unter dem jeweiligen Durchschnitt des langjährigen Mittels 1961-1990 und der aktuellen Klimanormalperiode (Juli 2022: 38 l/m²; 1961-1990: 82 l/m²; 1991-2020: 83 l/m²). Damit belegt dieser Juli belegt Platz 10 der niederschlagsärmsten Julimonate seit Aufzeichnungsbeginn und ist somit einer der trockensten. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 ergibt sich zunächst eine Abnahme der 30-jährigen Mittelwerte; die beiden letzten Klimanormalperioden liegen auf nahezu demselben Niveau (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

97 l/m²

82 l/m²

83 l/m²

38 l/m²

Die Sonnenscheinstunden lagen im Juli mit einem Mittelwert von 243 h deutlich über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 208 h) und noch einmal wesentlich höher über dem der Referenzperiode 1961-1990 (187 h). Dieser Juli landet auf Rang 13 der sonnenscheinreichsten Julimonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden wird vor allem zum Ende der Zeitreihe hin ein Ansteigen der Mittelwerte der Sonnenscheinstunden sichtbar.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

182 h

187 h

208 h

243 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Mit 19 Sommertagen wurden an der Kölner Station mehr als doppelt so viele wie in Warstein aufgezeichnet (WAST: 9 Sommertage). Die Werte waren an beiden Stationen um rund 6 Sommertage höher als im Vorjahr. Die Heißen Tage an beiden Stationen fielen mit 5 erfassten Tagen in Köln und 4 in Warstein in etwa gleich aus. Die extrem heißen Witterungsverhältnisse im Juli dieses Jahrs schlagen vor allem in den Tageshöchsttemperaturen zu Buche, welche an beiden Stationen ähnlich hoch und zudem ca. 10 °C über den Werten des Vorjahres liegen. Die Tagestiefsttemperaturen hingegen fielen ca. 1 °C niedriger aus als im Juli 2021, wobei diese an der Kölner Station knapp doppelt so hoch ausfielen wie in Warstein.

 

 

Kenntage im
Juli 2022

VKTU

WAST

Sommertage

19

9

Heiße Tage

5

4

Tropennächte

6

0

Tiefsttemperatur

13,9 °C

7,6 °C

Höchsttemperatur

37,9 °C

35,9 °C

Sommerlich warm, regenarm trotz Unwettern, sehr viel Sonnenschein – der Juni 2022

Der Juni 2022 bot eine große Bandbreite von kühlen bis sehr heißen Tagen, durchsetzt mit einigen kräftigen Unwettern. Die Sonnenscheinstunden bewegten sich wieder einmal im oberen Bereich der Messwerte seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Durchschnittstemperatur im Juni 2022 lag mit 17,8 °C bereits im siebten Jahr in Folge über dem Mittelwert der Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: 1,5 Kelvin) und sogar im zehnten Jahr in Folge über der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: 2,4 Kelvin). Er belegt damit Rang 10 der wärmsten Junimonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Mitteltemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020, wird neben dem generell ansteigenden Trend der Lufttemperatur mit insgesamt 0,8 Kelvin deutlich, dass diese Zunahme vor allem zum Ende der Messreihe hin sehr viel stärker voranschreitet.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

15,5 °C

15,4 °C

16,3 °C

17,8 °C

Der Niederschlag im Juni lag deutlich unter dem jeweiligen Durchschnitt des langjährigen Mittels und der aktuellen Klimanormalperiode (Juni 2022: 57 l/m²; 1961-1990: 84 l/m²; 1991-2020: 73 l/m²) und schließt sich damit dem allgemeinen Trend der trockenen Vormonate an. Dieser Juni liegt auf Platz 40 der niederschlagsärmsten Junimonate seit Aufzeichnungsbeginn und damit im oberen Drittel der Messreihe. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 ergibt sich seit 1961-1990 ein stagnierender Trend der monatlichen Niederschlagssummen; ob sich dieser ab 2021 weiter fortsetzen wird, bleibt abzuwarten (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

72 l/m²

84 l/m²

73 l/m²

57 l/m²

Mit 267 Stunden kletterte die Anzahl der Sonnenscheinstunden im Juni 2022 erneut auf einen extrem hohen Wert, welcher den Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 201 h) sowie jenen der Referenzperiode 1961-1990 (184 h) deutlich überstieg. Der Juni 2022 belegt Rang 4 der sonnenscheinreichsten Junimonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden ergibt sich für Juni trotz der starken Abweichung in diesem Jahr vorerst noch kein signifikanter Trend.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

194 h

184 h

201 h

267 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juni war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Sowohl an der Kölner Station als auch in Warstein wurden zahlreiche Sommertage erfasst, wobei die Anzahl der Station Köln (16 Sommertage) beinahe doppelt so groß ausfiel wie die in Warstein (neun Sommertage) und jeweils etwas niedriger lag als im Vorjahr. Auch wurden in Köln mit vier Heißen Tagen doppelt so viele Heiße Tage aufgezeichnet wie in Warstein (zwei Heiße Tage). Insgesamt waren die Tiefsttemperaturen an beiden Stationen niedriger als im Vorjahr, die Tageshöchsttemperaturen lagen in Köln annähernd auf und in Warstein leicht unter dem Vorjahresniveau.

 

 

Kenntage im
Juni 2022

VKTU

WAST

Sommertage

16

9

Heiße Tage

4

2

Tropennächte

4

1

Tiefsttemperatur

11,5 °C

4,8 °C

Höchsttemperatur

36,1 °C

32,4 °C

Beim Sonnenschein auf Platz 3 und deutlich zu trocken - der Frühling 2022

Der Frühling 2022 war geprägt von sehr viel Sonnenschein, wenig Regen und insgesamt überdurchschnittlichen Temperaturen. Mit einem beispiellos sonnigen und deutlich zu trockenen März, einem klassischen, leicht kühlen April und einem warmen, unwettergeprägten Mai, fügt sich dieser Frühling in die stetig länger werdende Reihe der für die aktuelle Erderwärmung typischen Frühlinge ein. Bei überdurchschnittlich warmen, trockenen und sonnenscheinreichen Witterungsbedingungen setzten sich die aktuellen Entwicklungen (mit Ausnahme des Frühlings 2021) auch dieses Jahr weiter fort.

Die durchschnittliche Temperatur im Frühling 2022 lag in NRW bei 9,9°C und damit, nach dem Frühling 2021, wieder deutlich über dem Durchschnitt der letzten Klimanormalperiode ohne starkem Erderwärmungssignal (1961-1990: 8,3 °C, Abweichung:1,6 Kelvin) und auch über der aktuellen, deutlich wärmeren Klimanormalperiode 1991-2020 (9,5 °C; Abweichung: 0,4 Kelvin). Damit belegt dieser Frühling Rang 17 der wärmsten Frühjahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit der ersten Klimanormalperiode (1881-1910) zeigt sich ein besonders mit der aktuellen Klimanormalperiode markant ansteigender Mittelwert der Lufttemperatur um insgesamt 1,7 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

7,8 °C

8,3 °C

9,5 °C

9,9 °C

Neben den überdurchschnittlichen Temperaturen lag die Niederschlagssumme in diesem Frühling mit 128 l/ m² erheblich unter dem Mittelwert der internationalen Referenzperiode (1961-1990: 205 l/m²) und kommt auf weniger als zwei Drittel der damals üblichen Niederschlagsmenge, und das bei deutlich höheren Temperaturen. Selbst im Vergleich mit der deutlich trockneren aktuellen Klimanormalperiode kommt die diesjährige Niederschlagssumme nur auf ca. 72% der üblichen Menge (1991-2020: 177 l/m²). Bereits jetzt schon bereitet dieses Niederschlagsdefizit den Landwirten Sorgen. Der Frühling 2022 liegt auf Platz 20 der trockensten Frühlingsmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt sich ein erneuter Rückgang der Niederschlagssummen auf ein ähnliches Niveau, wie zu Beginn der Aufzeichnungen, als es jedoch noch erheblich kühler war. 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

172 l/m²

205 l/m²

177 l/m²

128 l/m²

Der Frühling 2022 kommt mit 668 Sonnenscheinstunden auf einen sehr überdurchschnittlichen Wert. Verglichen mit der int. Referenzperiode (1961-1990: 441 h) lag der diesjährige Wert um über die Hälfte höher. Verglichen mit der aktuellen Klimanormalperiode lag die Sonnenscheindauer immer noch um 34 % höher (1991-2020: 497 h). Damit belegt dieser Frühling Rang 3 (2020 Rang 1) der sonnigsten Frühlingsmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Vergleicht man die Mittelwerte der drei letzten Klimanormalperioden miteinander, so ist ein wieder ein deutlicher Anstieg der Sonnenscheindauer bei der aktuellen Klimanormalperiode festzustellen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

459 h

441 h

497 h

668 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Während es im Frühling 2022 in Warstein noch 13 Frosttage gab, wurde in Köln kein einziger Frosttag registriert. Ein ähnliches Verhältnis liegt auch bei den Sommertagen vor. An der Station Köln – Turiner Straße wurden 9 Sommertage aufgezeichnet, an der Station Warstein 3. Die sommerlichen Temperaturen in der zweiten Maihälfte sorgten in Köln bereits für die Aufzeichnung eines Heißen Tages und auch für jeweils eine Tropennacht an beiden Stationen, obwohl in Warstein der Schwellenwert nur ganz knapp erreicht wurde.

 

 

Kenntage im Frühling 2022

VKTU

WAST

Frosttage

0

13

Sommertage

9

3

Heiße Tage

1

0

Tropennächte

1

1

Tiefsttemperatur

1,3 °C

-6,9 °C

Höchsttemperatur

30,6 °C

28,2 °C

Warm, trocken und sonnig - der Mai 2022

Der Mai 2022 war bereits zum Teil sehr warm, trocken, sonnig, aber auch durchaus turbulent vom Wettergeschehen her. Neben einem noch recht frischen Monatsbeginn erlebte NRW für kurze Zeit sommerliche, zum Teil hochsommerliche, Temperaturen zu Beginn der zweiten Monatshälfte. Diese warme Wetterepisode ging jedoch auch mit schweren Unwettern einher. Dabei ereigneten sich in NRW am 20.05. jeweils in Lippstadt, Paderborn und bei Höxter sogenannte F 2 Tornados, die für schwere Schäden und zahlreiche Verletzte sorgten.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 14,6 °C lag der Mai 2022 über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: 1,2 Kelvin) und sehr deutlich über dem erheblich kühleren Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: 2,2 Kelvin). Damit war der Mai der 15.-wärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Die folgende Tabelle, welche die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander vergleicht, zeigt, dass die langjährige Mitteltemperatur im Mai (1991-2020) einen merklichen Anstieg der durchschnittlichen Monatstemperatur um insgesamt 1,1 Kelvin seit Beginn der Aufzeichnungen aufweist.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

12,2 °C

12,4 °C

13,3 °C

14,6 °C

Der Mai war 2022 deutlich zu trocken. Mit 47 l/m2 erreichte er nur rund 66 % des Mittelwertes 1961-1990 (1961-1990: 72 l/m2). Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode lag der diesjährige Mai ebenfalls unter dem Mittelwert (1991-2020: 64 l/m2) und erreichte davon nur rund 74 %. Der Mai 2022 belegt Platz 41 der niederschlagsärmsten Maimonate seit Aufzeichnungsbeginn und ist somit im vorderen Drittel der Rangliste angesiedelt. Die Gesamtbetrachtung der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt insgesamt eine eher seitwärts gerichtete Entwicklung der monatlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

60 l/m²

72 l/m²

64 l/m²

47 l/m²

Die im Mai 2022 registrierten 236 Sonnenscheinstunden sind im dritten Monat in Folge deutlich überdurchschnittlich. Im Vergleich zum Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 201 h) und dem Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 (190 h) konnten sich Besitzerinnen und Besitzer einer PV-Anlage sehr freuen. Der Mai 2022 landete auf Rang 13 der sonnenscheinreichsten Maimonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Vergleicht man die mittlere Mai-Sonnenscheindauer der drei letzten Klimanormalperioden, so ist die aktuelle Klimanormalperiode die sonnigste bisher.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

195 h

190 h

201 h

236 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Mai war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands herangezogen.

An der Station Warstein konnten drei Sommertag erfasst werden, an der Kölner Station gab es im Mai 2022 bereits 9 Sommertage. Köln erlebte ebenfalls einen Heißen Tag, während dieser Schwellenwert in Warstein noch nicht überschritten wurde. Im Zuge der warmen Periode wurden sowohl in Köln als auch in Warstein (wenn auch nur knapp) am 18.05. jeweils eine Tropennacht registriert, in der die Temperaturen nicht unter 20 °C fielen. Die Höchst- und Tiefsttemperaturen dies diesjährigen Mais lagen generell über denen des letzten Mais, der bei der Temperatur unterdurchschnittlich blieb.

 

 

Kenntage im Mai 2022

VKTU

WAST

Sommertage

9

3

Heiße Tage

1

0

Tropennächte

1

1

Tiefsttemperatur

8,4 °C

4,1 °C

Höchsttemperatur

30,6 °C

28,2 °C

Wechselhaft, regnerisch, sonnig - der April 2022

 

Anmerkung der Redaktion:

Da die klimatischen Gegebenheiten während der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020) bereits ein fortgeschrittenes Stadium des Klimawandels widerspiegeln, haben der Deutsche Wetterdienst (DWD) und andere Institutionen mit Klimabezug beschlossen, die WMO-Referenzperiode 1961-1990 beizubehalten. Diese ist noch nicht so stark von der immer schneller fortschreitenden Erwärmung betroffen wie der Zeitraum 1991-2020 (nähere Infos finden Sie hier). Daher werden auch die in diesem Blog gezeigten Abbildungen der relativen Temperatur-, Niederschlags- und Sonnenscheinveränderungen ab April 2022 wieder auf den Referenzzeitraum 1961-1990 bezogen.

Der April 2022 zeigte sich von einer typisch wechselhaften Seite: plötzlich auftretende Schnee- und Regenfälle wechselten sich mit teils frühlingshaften Temperaturen ab, begleitet von überdurchschnittlich viel Sonnenschein.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 8,6 °C lag der April 2022 unter dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (Abweichung: -0,9 Kelvin) und über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (Abweichung: 0,7 Kelvin). Dieser April war der 52.-wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen. Die folgende Tabelle, welche die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander vergleicht, zeigt deutlich, dass die langjährige Mitteltemperatur trotz des diesjährig unterdurchschnittlichen Aprilwertes (1991-2020) einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Monatstemperatur um insgesamt 1,9 Kelvin seit Beginn der Aufzeichnungen aufweist.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

7,6 °C

7,9 °C

9,5 °C

8,6 °C

Die überdurchschnittlich trockene Witterung im April, welche bereits seit 2009 andauert, lag dieses Jahr erstmals wieder minimal über dem Durchschnitt der langjährigen Referenzperiode (1961-1990: 62 l/m2; April 2022: 63 l/m2) und deutlich über dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 48 l/m2). Der April 2022 belegt Platz 89 der niederschlagsärmsten Aprilmonate seit Aufzeichnungsbeginn und ist somit im Mittelfeld angesiedelt. Die Gesamtbetrachtung der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt insgesamt einen eher seitwärts gerichteten Trend der monatlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

49 l/m²

62 l/m²

48 l/m²

63 l/m²

Die im April 2022 verzeichneten 188 Sonnenscheinstunden übersteigen im fünften Jahr in Folge den Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode (1991-2020: 174 h) und zudem noch einmal deutlich den Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 (148 h). Der April 2022 landete auf Rang 21 der sonnenscheinreichsten Aprilmonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Vergleicht man die mittlere Sonnenscheindauer der drei letzten Klimanormalperioden, so ist ein leichter Anstieg zu erkennen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

154 h

148 h

174 h

188 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im April war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

An der Station Warstein konnten drei Frosttage erfasst werden, während es an der Kölner Station für solche bereits zu warm war. Sommertage wurden noch an keiner der beiden Messstationen gemessen. Insgesamt lagen die Tagestiefsttemperaturen an beiden Stationen etwas niedriger als im Vorjahr, wobei der Temperaturunterschied zum April 2021 in Warstein größer ist als in Köln. Die Tageshöchsttemperaturen hingegen fielen an beiden Stationen mit einer Differenz zum April 2021 von jeweils 15 und 14 Kelvin deutlich höher aus als im Vorjahr.

 

 

Kenntage im April 2022

VKTU

WAST

Frosttage

0

3

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

1,5 °C

-6,9 °C

Höchsttemperatur

24,0 °C

20,5 °C

Warm, viel zu trocken, beispiellos sonnig - der März 2022

Insgesamt zeigte sich der März 2022 sehr trocken und warm. Dabei brachte er es auf einen neuen Rekord an Sonnenscheinstunden, welcher selbst die höchsten Messwerte seit Beginn der Aufzeichnungen noch einmal deutlich überstieg.

Der März 2022 lag mit einer Durchschnittstemperatur von 6,6 °C im vierten Jahr in Folge über den Mittelwerten der Referenzperioden 1991-2020 (Abweichung: 0,9 Kelvin) und 1961-1990 (Abweichung: 2,1 Kelvin). Damit landet er auf Rang 26 der wärmsten Märzmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Vergleicht man die Mittelwerte der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander, zeigt sich ein anhaltender steigender Trend der Lufttemperatur von insgesamt 2,9 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

3,7 °C

4,5 °C

5,7 °C

6,6 °C

Der Niederschlag im März lag deutlich unter dem Durchschnitt des langjährigen Mittels (März 2022: 18 l/m²; 1991-2020: 65 l/m²) und bildet einen klaren Gegensatz zu dem extrem regenreichen Vormonat. Dies wird auch im Hinblick auf die Gesamtzeitreihe deutlich, in der dieser März Platz 6 der niederschlagsärmsten Märzmonate seit Aufzeichnungsbeginn belegt. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 ergibt sich ein Seitwärtstrend der monatlichen Niederschlagssummen; ob sich dieser ab 2021 weiter fortsetzen wird, bleibt abzuwarten (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

62 l/m²

71 l/m²

65 l/m²

18 l/m²

Die Sonnenscheinstunden erreichten im März 2022 einen nie dagewesenen Höchstwert von 244 h, welcher den Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode sogar um das Doppelte überstieg (1991-2020: 122 h). Somit belegt der März 2022 Rang 1 der sonnenscheinreichsten Märzmonate seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden ergibt sich für März trotz der starken Abweichung in diesem Jahr vorerst noch ein eher seitwärts gerichteter Trend.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

110 h

103 h

122 h

244 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im März war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

An keiner der beiden Messstationen wurden Eistage erfasst und lediglich an der Warsteiner Station wurden im März 10 Frosttage gemessen (Abnahme um ca. 33% im Vergleich zum Vorjahr). Insgesamt lagen die Höchst- und Tiefsttemperaturen an beiden Stationen höher als im Vorjahr, wobei der Temperaturunterschied zum März 2021 in Warstein größer ist als in Köln.

 

 

Kenntage im März 2022

VKTU

WAST

Frosttage

0

10

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

1,3 °C

-2,8 °C

Höchsttemperatur

20,7 °C

17,5 °C

Extrem mild, zu nass, wechselhaft - der Winter 2021/2022

Auch in diesem Winter wollte sich einfach keine winterliche Wetterlage einstellen. Aufgrund der zu hohen Temperaturen fielen die Niederschläge in NRW in den Monaten Dezember, Januar und Februar überwiegend als Regen denn als Schnee und mehrere aufeinanderfolgende Tiefdrucksysteme im Februar sorgten zudem für außergewöhnliche Sturmlagen (siehe dazu Einordnung Februar 2022).

Die durchschnittliche Temperatur im Winter 2021/2022 lag in NRW bei 4,5°C und damit im vierten Jahr in Folge deutlich über dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 2,7 °C; Abweichung: 1,8 Kelvin). Damit belegt dieser Winter Rang 7 der wärmsten Winterperioden seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit der ersten Klimanormalperiode (1881-1910) zeigt sich ein kontinuierlich ansteigender Trend der Lufttemperatur um insgesamt 1,7 Kelvin.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021/2022

1,0 °C

1,7 °C

2,7 °C

4,5 °C

Neben den überdurchschnittlichen Temperaturen lag auch die Niederschlagssumme in diesem Winter mit 249 l/ m² über dem Mittelwert der Referenzperiode (1991-2020: 237 l/m²). Er liegt damit auf Platz 34 niederschlagsreichsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt sich ein Anstieg der winterlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021/2022

190 l/m²

223 l/m²

237 l/m²

249 l/m²

Insgesamt wurden im Winter 2021/2022 mit 142 Sonnenscheinstunden bereits zum dritten Mal in Folge unterdurchschnittlich wenige Sonnenscheinstunden verzeichnet (1991-2020: 165 h), sogar noch weniger als während der ersten gemessenen Klimanormalperiode (1951-1980: 146 h). Damit belegt dieser Winter Rang 30 der sonnenscheinärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn. Vergleicht man die Winterwerte der drei letzten Klimanormalperioden miteinander, so ist trotz der geringen Sonnenscheinstunden im Winter 2021/2022 dennoch insgesamt ein leichter Anstieg der Sonnenscheindauer festzustellen.

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021/2022

146 h

151 h

165 h

142 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Winter war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Lediglich zwei Frosttage wurden im Winter 2021/2022 an der Station Köln – Turiner Straße gemessen, an der Station Warstein waren es 21 Frosttage. Das sind jeweils fünf Frosttage weniger als noch im Vorjahr. Eistage wurden in diesem Winter an keiner der beiden Stationen erfasst; auch hier zeigt sich eine deutliche Abnahme gegenüber dem Winter 2020/2021. Zwar lagen die Tageshöchsttemperaturen in diesem Winter an den Stationen VKTU und WAST jeweils rund 4 °C und 5 °C unter den Werten des Vorjahres, doch die Tagestiefsttemperaturen waren an beiden Messstationen dafür signifikant höher, in Köln um gut 7 °C und in Warstein sogar um 11 °C.

 

 

Kenntage im Winter
2021/2022

VKTU*

WAST

Frosttage

2

21

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

-0,6 °C

-6,0 °C

Höchsttemperatur

16,8 °C

13,8 °C

*Da in den erfassten Messungen der Station VKTU einige Messpunkte fehlen, konnte der Zeitraum vom 01.01.2022 (ab 23:00 Uhr) bis zum 03.01. (bis 06:00 Uhr) bei der Auswertung leider nicht berücksichtigt werden.

Viel zu warm, verregnet, stürmisch - der Februar 2022

Der Februar zeichnete sich vor allem durch häufig auftretende Tiefdrucklagen aus, die warme Luft und reichlich Niederschläge, aber auch teils hohe Windgeschwindigkeiten mit sich brachten: so sorgte das Sturmtief "Ylenia" vom 17. Februar für starke Windböen, der darauffolgende Sturm "Zeynep" (18./19. Februar) fegte als Schnellläufer von Westen her mit teils extremen orkanartigen Winden, hohen Windgeschwindigkeiten und starken Niederschlägen über weite Teile Deutschlands hinweg.

Der Februar 2022 lag mit einer Durchschnittstemperatur von 5,5 °C im vierten Jahr in Folge über dem Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020; dabei entspricht die Abweichung nach oben mit 2,7 Kelvin knapp einer Verdoppelung der Temperaturwerte (1991-2020: 2,8 °C). Der Februar landet somit auf Rang 11 der wärmsten Februarmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich zur ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1881-1910) ist ein Temperaturanstieg um 1,5 Kelvin zu beobachten, wobei der Anstieg zwischen den letzten beiden KNP (1961-1990 und 1991-2020) doppelt so hoch ausfiel wie zwischen den ersten beiden dargestellten (1881-1919 und 1961-1990).

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

1,3 °C

1,8 °C

2,8 °C

5,5 °C

Der mittlere Monatsniederschlag fiel im Februar mit 115 l/m² im Vergleich zur aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 67 l/m²) deutlich überdurchschnittlich und sogar annähernd doppelt so hoch aus. Dieser Februar ist der 13.-nasseste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen. In Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 ist im Monatsmittel ein leichter Anstieg der Niederschlagssummen erkennbar (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

57 l/m²

58 l/m²

67 l/m²

115 l/m²

Mit 79 Sonnenscheinstunden liegt der Februar 2022 knapp über dem Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020 (72 h). Er liegt zudem auf Rang 25 der sonnenscheinärmsten Februarmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Ein Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden zeigt kein eindeutiges Bild der Entwicklung der monatlichen Sonnenscheinstunden, sondern vielmehr annähernd stagnierende Mittelwerte seit den letzten beiden KNP (1961-1990 und 1991-2020).

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

66 h

72 h

72 h

79 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Februar war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die ausgedehnten Tiefdruckwetterlagen im Februar mit ihren wärmeren Temperaturen schlagen auch in den erfassten kältebedingten Kenntagen zu Buche. Während in der Kölner Innenstadt ebenso wie im Vormonat kein Frosttag verzeichnet wird, traten in Warstein 4 Frosttage im Februar auf. Eistage wurden an keiner der beiden Stationen erfasst. Diese Messungen stellen einen deutlichen Kontrast zum Vorjahr dar, in welchem an beiden Messstationen mitunter zahlreiche Frost- und Eistage verzeichnet werden konnten, passen aber sehr gut ins Gesamtbild der Klimaentwicklung für NRW. Die Temperaturamplitude fiel für die Kölner Messstation insgesamt wesentlich geringer aus als im Vorjahr: die Tagestiefst und -höchsttemperaturen waren jeweils über 8 °C höher und 5 °C niedriger als im Februar 2021. An der Warsteiner Station ist der Unterschied in der Temperaturamplitude noch ausgeprägter: die Tagestiefsttemperatur war im Vergleich zum Februar 2021 um über 15 °C höher, während die Tageshöchsttemperatur um rund 7 °C niedriger ausfiel als im Vorjahr.

 

 

Kenntage im Februar
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

4

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

0,6 °C

-1,8 °C

Höchsttemperatur

15,7 °C

12,7 °C

Warm, wenig regnerisch, dunkel - der Januar 2022

Die milde Witterung im Dezember setzte sich bis in das neue Jahr hinein mit teilweise frühlingshaften Temperaturen fort, wobei die Sonne verhältnismäßig wenig schien.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,8 °C lag der Januar 2022 mit einer Abweichung von 1,5 Kelvin über dem Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020. Zudem belegt dieser Januar Rang 23 der wärmsten Januarmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Mitteltemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020, wird neben dem generell ansteigenden Trend der Lufttemperatur mit insgesamt 3,5 Kelvin deutlich, dass diese Zunahme vor allem zum Ende der Messreihe hin stärker voranschreitet.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

0,3 °C

1,1 °C

2,3 °C

3,8 °C

Mit 73 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fielen im Januar 2022 unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen (Januar 2022: 73 l/m²; 1991-2020: 81 l/m²). Somit setzt sich der abnehmende Trend der Niederschlagssummen seit einigen Monaten weiter fort. Der Januar landet immerhin auf Platz 69 und somit im oberen Mittelfeld der niederschlagsreichsten Januarmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Vergleicht man die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020, zeigt sich ein Seitwärtstrend der monatlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2022

62 l/m²

77 l/m²

81 l/m²

73 l/m²

War bereits der Dezember 2021 unterdurchschnittlich sonnenscheinreich, so gab es im Januar 2022 sogar noch weniger Sonnenscheinstunden: bereits im fünften Jahr in Folge liegt der Januar unterhalb der langjährigen Referenzperiode, dieses Jahr mit einer negativen Abweichung um 40 Prozent (Januar 2022: 31 h; 1991-2020: 51 h). Damit belegt der Januar 2022 Rang 16 der sonnenscheinärmsten Januarmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden ergibt sich für Januar trotz der starken Abweichung in diesem Jahr vorerst noch ein eher seitwärts gerichteter Trend.

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2022

42 h

42 h

51 h

31 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Januar war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die vergleichsweise milden Temperaturen im Januar spiegeln sich auch in den erfassten kältebedingten Kenntagen wider. Während in der Kölner Innenstadt weiterhin kein Frosttag verzeichnet wird, traten in Warstein 7 Frosttage im Januar auf, was eine Abnahme der Frosttage um beinahe 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Temperaturamplitude fiel für die Kölner Messstation mit einer um 2,5 °C höheren Tagesmaximal- und gleichbleibender Tagesminimaltemperatur etwas größer aus als im Vorjahr; an der Warsteiner Station dagegen erfuhren die gemessenen Tagestiefst- und Höchsttemperaturen einen Anstieg um jeweils ca. 3 °C, verglichen mit dem Januar 2021.

 

 

Kenntage im Januar
2022

VKTU*

WAST

Frosttage

0

7

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

0,2 °C

-2,5 °C

Höchsttemperatur

15,6 °C

13,0 °C

*Da in den erfassten Messungen der Station VKTU einige Messpunkte fehlen, konnte der Zeitraum vom 01.01.2022 (ab 23:00 Uhr) bis zum 03.01. (bis 06:00 Uhr) bei der Auswertung leider nicht berücksichtigt werden.

Trotz Flutkatastrophe insgesamt durchschnittlich: das Jahr 2021

Zuletzt war global gesehen kaum ein Jahr von Wetterextremen derart geprägt wie das Jahr 2021. Zum Beispiel mit der sehr extremen Hitzewelle in Nordwest-Amerika, den Feuern in Griechenland oder den zum ersten Mal überhaupt festgestellten Regenfall auf dem Gipfel des Grünlandeisschildes, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auf dem gesamten Globus gab es zahlreiche Extremereignisse, die direkt und indirekt eine Folge des Klimawandels darstellen. Auch in Deutschland und Nordrhein-Westfalen gab es extreme Ereignisse. Im Zeitraum des 13. bis 15. Juli 2021 wurden weite Teile Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz, Belgien und der Niederlande von einer fast beispiellosen Niederschlagsmenge heimgesucht, die so nur mindestens alle 500 bis 1000 Jahre vorkommt und deutliche Signale des Klimawandels beinhaltet. Insbesondere im Süden NRWs führten bis dahin nicht gekannte Niederschlagssummen zu verheerenden Schäden und zahlreichen Todesopfern. Die Flutkatastrophe an Ahr und Erft überstieg sämtliche Vorstellungskraft und es dürfte noch lange dauern, bis dieses Ereignis überwunden und verarbeitet ist.

Abgesehen von der Flutkatastrophe im Sommer war das Jahr 2021 im Jahresmittel nicht allzu auffällig. Zwar gab es neben den extremen Niederschlagsmengen im Juli auch einen sehr kalten April sowie einen sehr warmen Juni, dennoch führte die wechselhafte Witterung zu einer eher durchschnittlichen Jahresmitteltemperatur von 9,8 °C, die knapp unter dem Durchschnitt der aktuellen Klimanormalperiode liegt. Dennoch ist der Temperaturanstieg im Jahr 2021 im Vergleich zur letzten KNP (1961-1990) mit einer Abweichung von 0,8 °C deutlich zu beobachten.

Auf den ersten Blick mag die Bilanz der Jahresniederschlagssumme verwundern: trotz der extremen Regenfälle im Juli fiel die mittlere Niederschlagssumme mit 841 mm unterdurchschnittlich niedrig aus, wenn auch etwas höher als im Vorjahr. Diese Niederschlagsmengen wurden jedoch durch die trockenen Herbst- und Wintermonate weitestgehend ausgeglichen. Im Gesamtzeitraum seit Aufzeichnungsbeginn 1881 ist das Jahr 2021 mit Platz 75 im Mittelfeld verortet. Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1991-2020 ist zu erkennen, dass sich der Trend des sinkenden Jahresniederschlags weiter fortsetzt, auch in diesem Jahr.

Auch die Sonnenscheindauer in NRW war 2021 mit 1508 Stunden gut 295 Stunden kürzer als noch im Vorjahr und liegt zudem unter dem Durchschnitt der aktuellen KNP (1991-2020: 1573 h). Hierbei schlugen vor allem die Frühlings- und Sommermonate negativ zu Buche. Mit immerhin Rang 35 der sonnenscheinreichsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen (1951) liegt das Jahr 2021 im Mittelfeld der gemessenen Werte.

1961-1990

1991-2020

2021

Lufttemperatur

9,0 °C

10,0 °C

9,8 °C

Niederschlagssumme

875 mm

870 mm

841 mm

Sonnenscheindauer

1440 h

1573 h

1508 h

Der Beginn der neuen Klimanormalperiode, welche das Jahr 2021 einläutet, lässt bereits unmittelbare Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels erkennen. Starkregenereignisse, wie das von Tief „Bernd“ im Juli 2021 verursachte, werden künftig noch häufiger und intensiver auftreten, mit schwerwiegenden Folgen, nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch für Natur und Umwelt (vgl. www.klimafolgenmonitoring.nrw.de).

 

Mild, regenarm, trüb: der Dezember 2021

Anschließend an einen kühlen November fiel der Dezember vergleichsweise warm und freundlich aus, in Teilen zogen Unwetterlagen über NRW hinweg.

Der Dezember 2021 wies mit 4,3°C und damit bereits im elften Jahr in Folge eine Jahresmitteltemperatur über dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode auf (1991-2020: 3,1°C; Abweichung: 1,2 Kelvin). Der Dezember 2021 liegt auf Rang 26 der wärmsten Dezembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Betrachtet man die Monatstemperaturen der vorangegangenen Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020, zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur im Dezember um etwa 2,9 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

1,4 °C

2,3 °C

3,1 °C

4,3 °C

Die mittlere Niederschlagssumme lag im Dezember 2021 im dritten Jahr in Folge unter dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (Dezember 2021: 62 l/m²; 1991-2020: 87 l/m²) und damit auf Platz 48 der niederschlagsärmsten Dezembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt einen Seitwärtstrend der jährlichen Niederschlagssummen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

72 l/m²

88 l/m²

87 l/m²

62 l/m²

Mit 33 Sonnenstunden liegt der Dezember im dritten Jahr in Folge unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode 1991-2020 (41 h). Dieser Dezember belegt Rang 41 der sonnenscheinreichsten Dezembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden ergibt sich für Dezember ein stationärer, seitwärts gerichteter Trend.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

38 h

37 h

41 h

33 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Dezember war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die niedrigen Temperaturen im Dezember schlugen sich auch in den erfassten kältebedingten Kenntagen nieder. An der Kölner Station konnten zwei Frosttage aufgezeichnet werden konnten, an der Warsteiner Messstation dagegen zehn Frosttage, was einen Anstieg der Frosttage im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Tiefsttemperaturen lagen an beiden Stationen unter dem Gefrierpunkt (Temperatur an der Kölner Messstation im Vorjahr: 1,0°C). Die Höchsttemperatur fiel an beiden Stationen etwas höher aus als im vorherigen Jahr.

 

Kenntage im Dezember
2021

VKTU

WAST

Frosttage

2

10

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

-0,6 °C

-6,0 °C

Höchsttemperatur

16,8 °C

13,8 °C

Warm und viel zu trocken: der Herbst 2021

Überdurchschnittliche Temperaturen im Spätsommer bildeten die Grundlage für einen trockenen Oktober sowie freundlichen November.

Die durchschnittliche Temperatur im Herbst 2021 lag in NRW bei 10,6°C und somit im neunten Jahr In Folge über dem Landesdurchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 10,1°C; Abweichung: 0,5 Kelvin). Seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 belegt der Herbst 2021 Rang 17 der wärmsten Herbste; zudem zeigt sich in diesem Zeitraum ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur im November um etwa 1,8 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

8,8 °C

9,5 °C

10,1 °C

10,6 °C

Die Niederschlagssummen im Herbst 2021 erwiesen sich auch in diesem Jahr als unterdurchschnittlich gering: zum zweiten Mal in Folge lag die mittlere Niederschlagsmenge mit 134 l/m² und somit einer Abnahme von 39 Prozent deutlich unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 219 l/m²). Der Herbst liegt auf Platz 15 der niederschlagsärmsten Herbste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 wird eine minimale Zunahme, mehr jedoch ein Seitwärtstrend der Niederschlagssummen deutlich, wobei der aktuelle Herbst ungewöhnlich trocken ausfiel (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

196 l/m²

208 l/m²

219 l/m²

134 l/m²

Mit 332 Sonnenstunden liegt der Herbst deutlich unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode 1991-2020 (306 h) und damit auf Rang 18 der sonnenscheinreichsten Herbste seit Beginn der Aufzeichnungen. Vergleicht man die Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden miteinander, so ist für den Herbst ein leichter Anstieg zu erkennen, wenngleich der allgemeine Trend seitwärtsgerichtet ist.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

301 h

294 h

306 h

332 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Herbst war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Im Herbst wurden an den Messstationen in Köln und Warstein verschiedene temperaturbedingte Kenntage erfasst. An der Warsteiner Station wurden drei Sommertage und sechs Frosttage gemessen, während hingegen an der Kölner Messstation aufgrund der milden Temperaturen neben acht Sommertagen sogar zwei Tropennächte erfasst wurden. Die Temperaturamplitude war an beiden Messstationen ähnlich groß, mit niedrigeren Tiefst- und Höchsttemperaturen an der Station Warstein.

 

Kenntage im Herbst
2021

VKTU

WAST

Sommertage

8

3

Tropennächte

2

0

Frosttage

0

6

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

1,6 °C

-1,2 °C

Höchsttemperatur

28,7 °C

27,6 °C

Unterdurchschnittlich kühl und trocken: der November 2021

Zeigte sich der Vormonat noch vergleichsweise mild und freundlich, fiel der November eher kühl und niederschlagsarm aus.

Die durchschnittliche Temperatur im November 2021 lag in NRW bei 5,7°C und damit, im Gegensatz zum Vorjahr, erstmals wieder leicht unter dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 6,0°C; Abweichung: -0,3 Kelvin). Damit belegt der November 2021 Rang 47 der wärmsten Novembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit Beginn der Aufzeichnung 1881 zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur im November um etwa 1,5 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

4,5 °C

5,1 °C

6,0 °C

5,7 °C

Der diesjährige November war nicht nur kühler, sondern auch unterdurchschnittlich trocken. Mit 45 l/m² lag die mittlere Niederschlagsmenge im November 2021 im zweiten Jahr in Folge deutlich unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 75 l/m²) und liegt auf Platz 40 der niederschlagsärmsten Novembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Daraus resultiert eine Abweichung nach unten von 40%. Vergleicht man die Monatsniederschläge für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020, wird deutlich, dass sich trotz dieses trockenen Novembers 2021 die Niederschlagsmengen insgesamt eher seitwärts bewegen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

62 l/m²

79 l/m²

75 l/m²

45 l/m²

Die kalte und trockene Witterung sorgte für durchschnittlichen Sonnenschein. Der November liegt mit 48 Sonnenstunden leicht unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode 1991-2020 (55 h). Damit liegt dieser November auf Rang 42 der sonnenscheinreichsten Novembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich der Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden ergibt sich für November ein eher stagnierendes Bild, d.h. der Trend ist seitwärtsgerichtet.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

50 h

53 h

55 h

48 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im November war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen im November wurden nahezu keine wärmebedingten Kenntage an den Messstationen in Köln und Warstein erfasst. Während an der Warsteiner Station sechs Frosttage aufgezeichnet werden konnten, bewegten sich die Temperaturen an der Kölner Messstation durchgehend über dem Gefrierpunkt. Insgesamt wies der diesjährige November mit höheren Tiefst- und geringeren Tageshöchsttemperaturen eine geringere Temperaturamplitude auf als im Vorjahr.

 

Kenntage im November
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

6

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

1,6 °C

-1,2 °C

Höchsttemperatur

15,8 °C

13,4 °C

Durchschnittlich, etwas regenarm: der Oktober 2021

Angelehnt an den vorherigen Monat sind auch die Temperaturen im Oktober überdurchschnittlich warm und die Niederschlagsmenge fällt gering aus.

Die durchschnittliche Temperatur im Oktober 2021 lag in NRW bei 10,6°C. Mit diesem Wert liegt die Temperatur für diesen Monat im fünften Jahr in Folge über dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 10,1°C). Die Abweichung von der langjährigen Mitteltemperatur dieser Referenzperiode für Oktober betrug also 0,5 Kelvin. Der Oktober 2021 war der 31.-wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit der ersten verfügbaren Referenzperiode (1881-1910) ist für den Monat Oktober mit einem Wert von etwa 1,3 Kelvin ein Temperaturanstieg zu verzeichnen.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

8,8 °C

9,8 °C

10,1 °C

10,6 °C

Mit einem mittleren Monatsniederschlag von 56 l/m² liegt der Niederschlag im Oktober 2021 deutlich unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 73 l/m²). Der Oktober 2021 besetzt Platz 56 der niederschlagsärmsten Oktobermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Daraus resultiert eine Abweichung nach unten von 30%. Der Vergleich der Monatsniederschläge für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt, dass sich die Niederschlagsmengen eher seitwärts bewegen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

71 l/m²

62 l/m²

73 l/m²

56 l/m²

Mit 109 Sonnenstunden weist der Oktober einen nur leicht erhöhten Wert im Vergleich zu der Referenzperiode 1991-2020 (107h) auf. Damit liegt dieser Oktober auf Rang 32 der sonnenscheinreichsten Oktobermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Vergleicht man die Sonnenstunden der drei letzten Klimanormalperioden für Oktober miteinander, lässt sich kein eindeutiger Trend erkennen; die Mittelwerte von 1951 bis 2020 verändern sich kaum.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

107 h

107 h

105 h

109 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Oktober war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen im Oktober wurden keine wärmebedingten oder kältebedingten Kenntage an den Messstationen in Köln und Warstein erfasst. Im Vergleich zum Oktober des letzten Jahres lagen die Höchsttemperaturen für Oktober 2021 an beiden Messstationen etwas über den Werten des letzten Jahres und die Tiefsttemperaturen fielen niedriger aus.

 

Kenntage im Oktober
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

0

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

5,6 °C

1,6 °C

Höchsttemperatur

22,7 °C

20,7 °C

Sehr warm und sonnig: der September 2021

Waren die Vormonate noch relativ kühl und unbeständig, zeigte sich der September 2021 überdurchschnittlich warm und trocken. Der Monatsanfang war geprägt von Trockenheit und spätsommerlichen Temperaturen, welche nach der Tag-Nacht-Gleiche am 22. September gemeinsam mit den Sonnenscheinstunden zum Monatsende hin abnahmen.

Die Durchschnittstemperatur im September 2021 lag in NRW bei 15,4 °C und somit im zweiten Jahr in Folge deutlich über dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 14,2 °C). Somit betrug die Abweichung von der langjährigen Mitteltemperatur dieser Referenzperiode für September 1,2 Kelvin. Es handelt sich um den 13.-wärmsten September seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1881-1910) ist ein kontinuierlicher Temperaturanstieg um 1,0 Kelvin zu beobachten, wobei, ähnlich wie für August, der Anstieg zwischen den letzten beiden KNP (1961-1990 und 1991-2020) doppelt so groß war wie zwischen den ersten beiden dargestellten (1881-1919 und 1961-1990).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

13,2 °C

13,6 °C

14,2 °C

15,4 °C

Der mittlere Monatsniederschlag fiel im September mit 33/ l/m² im Vergleich zur aktuellen Referenzperiode (1991-2020: 71 l/m²) unterdurchschnittlich, ja sogar mehr als halb so gering aus. Er liegt auf Rang 19 der niederschlagsärmsten Septembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Vergleicht man die Monatsniederschläge für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander, so lässt sich im Mittel eine leichte Zunahme in der Niederschlagsmenge erkennen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

63 l/m²

67 l/m²

71 l/m²

33 l/m²

Der September wies mit 175 Sonnenscheinstunden im zweiten Jahr in Folge einen überdurchschnittlichen Wert im Vergleich mit der Referenzperiode 1991-2020 (147 h) auf. Seit Beginn der Aufzeichnungen liegt dieser September auf Rang 13 der sonnenscheinreichsten Septembermonate. Der Vergleich der drei letzten Klimanormalperioden zeigt für September kein eindeutiges Bild der Entwicklung der monatlichen Sonnenscheinstunden, vielmehr blieben die Mittelwerte von 1951 bis 2020 in etwa gleich.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

143 h

135 h

147 h

175 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im September war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Aufgrund der erhöhten Temperaturen wurden im September mehrere wärmebedingte Kenntage an den Messstationen Köln und Warstein erfasst: 8 Sommertage an der Station VKTU und 3 Sommertage an der Station WAST, insgesamt etwas weniger als im Vorjahr (VKTU: 10 Sommertage, WAST: 5 Sommertage). Anders als im September letzten Jahres gab es im September 2021 weder heiße Tage noch Tropennächte und die Höchsttemperaturen fielen dieses Jahr etwas niedriger, die Tiefsttemperaturen etwas höher aus.

 

Kenntage im September
2021

VKTU

WAST

Sommertage

8

3

Heiße Tage

0

0

Tropennächte

2

0

Tiefsttemperatur

10,4 °C

4,5 °C

Höchsttemperatur

28,7 °C

27,6 °C

Mild, extrem regnerisch, mäßiger Sonnenschein: der Sommer 2021

Die Messwerte für die heftige Hitzewelle im Juni, die schweren Unwetter im Juli sowie die unbeständige Wetterlage im August ergeben im Durchschnitt eine leicht überdurchschnittliche mittlere Temperatur für den Sommer (17,8 °C). Die Abweichung vom Mittel der aktuellen Referenzperiode 1991-2020 beträgt 0,3 Kelvin. Dieser Sommer ist der 17.-wärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Vergleich des Sommer-Mittelwertes der aktuellen Referenzperiode mit der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (KNP) sowie der direkt vorangegangenen KNP 1961-1990 zeigt eindeutig, dass der Hauptteil der insgesamt festgestellten Erwärmung von 1,4 Kelvin erst innerhalb der aktuellen Referenzperiode (1,2 Kelvin Unterschied) stattgefunden hat. Die nachfolgende Tabelle stellt die Sommer-Temperaturen für die genannten KNP und den aktuellen Sommer dar.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

16,1 °C

16,3 °C

17,5 °C

17,8 °C

Während die Sommerniederschlagsmengen in den letzten drei Jahren weit unter dem Durchschnitt der Referenzperiode lagen, erwies sich der diesjährige Sommer mit 297 l/m² als überdurchschnittlich regenreich. Dies ist vor allem auf die Starkregenereignisse im Juli zurückzuführen, die vielerorts großflächige und katastrophale Überschwemmungen verursachten. Im Vergleich mit der Sommerzeitreihe liegt der Sommer 2021 auf Rang 28 der niederschlagsreichsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt lässt sich trotz der hohen Messwerte für dieses Jahr ein leichter Rückgang in der Niederschlagsentwicklung erkennen, wie die untenstehende Tabelle zeigt.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

249 l/m²

241 l/m²

238 l/m²

297 l/m²

Mit 541 Sonnenscheinstunden liegt der Sommer 2021, ebenso wie der Frühling, im Mittelfeld der Zeitreihenmessungen seit . Der Wert liegt deutlich unter dem Mittel (605 h) der Referenzperiode 1991-2020. Betrachtet man die drei Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 miteinander, so lässt sich eine Zunahme der Mittelwerte erkennen, wobei diese erst ab der Periode 1961-1990 deutlich wird (s. nachfolgende Tabelle).

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

553 h

554 h

605 h

541 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Sommer war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Die wechselhaften Wetterlagen in NRW im Sommer 2021 resultierten, verglichen mit dem Vorjahr, in mäßigen Durchschnittstemperaturen. Sommertage und heiße Tage traten an beiden Stationen seltener auf, letztere dabei deutlich weniger an der Station Warstein als an der Kölner Messstation. Auch gab es mit 7 für VKTU und keiner einzigen für WAST vergleichsweise wenige tropische Nächte in diesem Sommer. Die Temperaturamplitude ist im Vergleich zum Vorjahr wesentlich geringer und weist höhere Tiefst- und niedrigere Höchsttemperaturen auf als der Sommer 2020.

 

Kenntage im August
2021

VKTU

WAST

Sommertage

37

17

Heiße Tage

4

4

Tropennächte

7

0

Tiefsttemperatur

13,5 °C

7,3 °C

Höchsttemperatur

36,0 °C

33,6 °C

Kühl und durchschnittlich verregnet: der August 2021

Im Anschluss an den außergewöhnlichen Vormonat zeigte sich der August 2021 auffällig kühl und trocken. Die bestehende Tiefwetterlage brachte zunächst vielerorts niedrige Temperaturen und erhöhte Unwetterrisiken, stabilisierte sich jedoch im weiteren Monatsverlauf hin zu freundlicherem Wetter.

Mit 16,4 °C liegt der August erstmals seit vier Jahren deutlich unter dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 (17,9 °C; Abweichung um -1.5 Kelvin). Es handelt sich hiermit um den 60.-kältesten August seit Beginn der Aufzeichnungen. Ungeachtet der aktuell niedrigen Temperaturwerte für August ist ein sehr deutlicher Temperaturanstieg seit der ersten verfügbaren Referenzperiode (1881-1910) um etwa 1,9 Kelvin zu erkennen, wobei der Anstieg zwischen den beiden letzten Klimanormalperioden (1961-1990 und 1991-2020) mehr als doppelt so groß ist (1,3 Kelvin) wie jener zwischen den Klimanormalperioden 1881-1910 und 1961-1990: 0,6 Kelvin; s. untenstehende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

16,0 °C

16,6 °C

17,9 °C

16,4 °C

Ganz im Gegensatz zu den beispiellosen Niederschlagsmengen im Juli wurden für August fast ganz durchschnittliche Niederschlagsmengen (80 l/m2) verzeichnet, welche sich jedoch annähernd im Durchschnitt der Referenzperiode befinden (1991-2020: 82 l/m2). Er liegt auf Rang 64 der niederschlagsreichsten Augustmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Gegenüberstellung der Monatsniederschläge für die Klimanormalperioden 1881-1910, 1961-1990 und 1991-2020 zeigt, dass sich die Niederschlagsmengen im Gegensatz zu den Mitteltemperaturen eher seitwärts bewegen (s. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

81 l/m²

73 l/m²

82 l/m²

80 l/m²

Die unbeständigen Unwetterlagen im August hatten wiederum unterdurchschnittliche Sonnenscheinstunden zur Folge (141 h). Zum ersten Mal seit vier Jahren lagen hierfür die Werte wieder deutlich unter dem Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode (195 h). Diese lagen zudem sogar unter jenen des von Starkregen geprägten Julimonats. Im Vergleich mit der Gesamtzeitreihe belegt dieser August Rang 8 der Augustmonate mit den wenigsten Sonnenstunden seit Beginn der Aufzeichnungen. Wenngleich der aktuelle Wert deutlich unter dem Durchschnitt der Referenzperiode liegt, ist im seit der ersten Klimanormalperiode (1951-1980) eine Zunahme der Sonnenscheinstunden erkennbar.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

177 h

183 h

195 h

141 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im August war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Der August 2021 fällt besonders durch seine niedrigen Durchschnittstemperaturen sowie durch das Fehlen von heißen Tagen und Tropennächten auf. Mit nur 7 Sommertagen an der Station VKTU und 4 Sommertagen an der Station WAST bleibt er weit hinter den Vergleichsmonaten der vergangenen Jahre zurück. Wechselhafte Wetterlagen als Ausläufer der Juliunwetter werden zudem anhand der großen Temperaturunterschiede zwischen Tiefst- und Höchsttemperaturen an beiden Standorten deutlich.

 

Kenntage im August
2021

VKTU

WAST

Sommertage

7

4

Heiße Tage

0

0

Tropennächte

0

0

Tiefsttemperatur

13,6 °C

7,3 °C

Höchsttemperatur

29,3 °C

26,5 °C

Ein Monat mit katastrophalen Regenmengen: der Juli 2021

Der Juli 2021 wird sicherlich als Monat mit der schlimmsten Flutkatastrophe Deutschlands seit der Februarsturmflut 1962 in die Geschichte eingehen. In den Tagen 14.07. und 15.07. brachte das Tief „Bernd“ in einem Areal vom südlichen Ruhrgebiet bis in die belgischen Ardennen flächendeckende Niederschläge von teilweise über 150 mm. Dies führte zu einer bisher beispiellosen Flutkatastrophe vor allem im Einzugsgebiet der Erft und Rur, und besonders katastrophal, im direkt südlich benachbarten Ahr – Einzugsgebiet, wo rasende Fluten einen ganzen Landstrich verwüsteten. Allein in Nordrhein – Westfalen und Rheinland - Pfalz gab es über 180 Todesopfer. Dieses Ereignis wird in ersten Abschätzungen mit einer Wiederkehrzeit zwischen weit über hundert bis zu 1000 Jahren, zum Teil darüber, eingeordnet. Eine genaue meteorologische Einordnung liefert der DWD hier und eine weitere Einordnung zur ganzen Naturkatastrophe liefert das das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology am Kalsruher Institut für Technologie hier. Insbesondere die Vergleiche der Abflussmengen dieser Katastrophe zu den bisherigen Rekorden machen deutlich, wie selten ein entsprechendes Ereignis vorkommen muss. Eine erste Attributionsstudie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Regenmenge über ein derart großes Gebiet durch den Klimawandel um den Faktor 1,2 bis 9 erhöht ist gegenüber einer Welt ohne Klimawandel.

Anders als im Juni liegt die Temperatur im Juli (18,0 °C) nun leicht unter der des Referenzzeitraums 1991-2020 (18,3 °C): Der Juni 2021 ist der 44.-wärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen und der zweite Juni in Folge, der kälter ist als die aktuelle, erst kürzlich von der WMO offiziell eingesetzten Referenzperiode. Die nachfolgende Tabelle zeigt trotz der unterdurchschnittlichen Temperaturen der letzten beiden Jahre einen relativen Temperaturanstieg für die Juli-Zeitreihe um ca.1,6 Kelvin beim Vergleich der aktuellen Referenzperiode mit der ersten verfügbaren von 1881-1910. Der Unterschied von 1,4 Kelvin zwischen der aktuellen Referenzperiode und der direkt anschließenden Klimanormalperiode 1961-1990 stellt einen in den Aufzeichnungen beispiellosen Temperaturanstieg dar.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

16,7 °C

16,9 °C

18,3 °C

18,0 °C

Die katastrophalen Regenmengen durch Tief „Bernd“ manifestieren sich klar in den deutlich erhöhten Niederschlagswerten im diesjährigen Juli: mit 128 l/m2 liegt der Juli 2021 weit über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 (83 l/m2), ganz im Gegensatz zu den unterdurchschnittlichen Werten der letzten drei Jahre, was zudem eine positive Abweichung vom Referenzzeitraum um 54% bedeutet. Dieser Juli liegt außerdem auf Rang 19 der niederschlagsreichsten Julimonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwar waren die Niederschlagsraten der Vormonate bereits überdurchschnittlich erhöht, doch die extremen Niederschlagsmengen durch Tief „Bernd“ führten erst zu den katastrophalen Überschwemmungen. Mit über 241 l/m2 in 22 Stunden in Hagen-Holthausen, fast 170 l/m2 in 48 Stunden in Köln-Stammheim oder mehr als 165 l/m2 in 48 Stunden in Kall-Sistig sind stellvertretend Stationswerte genannt, die ein sehr großes Gebiet abdecken und alle ein Wiederkehrintervall von > 100 Jahren haben.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

97 l/m²

82 l/m²

83 l/m²

128 l/m²

Einhergehend mit den hohen Niederschlagsraten wurden für Juli im zweiten Jahr in Folge mit einer Anzahl von 162 unterdurchschnittlich wenige Sonnenscheinstunden verzeichnet. Im Vergleich mit der Gesamtzeitreihe ab 1951 ist er der Juli mit dem 16.-wenigsten Sonnenscheinstunden seit Beginn der Aufzeichnungen. Im 30-jährigen Mittel wird für Juli eine generelle Zunahme der Sonnenscheinstunden sichtbar, wenngleich dieses und das vorige Jahr unter dem Durchschnitt lagen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

182 h

187 h

208 h

162 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Der deutliche Wettereinbruch mit Starkregen im Juli 2021 wird besonders durch die Kenntage der beiden Stationen in Köln und in Warstein verdeutlicht. Während die Kölner Station VKTU 12 Sommertage verzeichnete, wurden an der Station WAST nur drei Sommertage und somit deutlich weniger festgestellt. Keine der beiden Stationen wies heiße Tage auf und es gab lediglich eine Tropennacht für VKTU, d.h. die nächtlichen Temperaturen lagen nahezu durchgehend unter 20 °C. Die Temperaturamplitude spiegelt große Schwankungen und somit extreme Wetterveränderungen wider.

 

Kenntage im Juli
2021

VKTU

WAST

Sommertage

12

3

Heiße Tage

0

0

Tropennächte

1

0

Tiefsttemperatur

14,9 °C

9,3 °C

Höchsttemperatur

28,3 °C

26,1 °C

Zweit-wärmster Juni, erste Hitzewelle und starke Niederschläge: Juni 2021

 

Der Juni 2021 bot zwei Extreme. Die erste Hitzewelle es Jahres und Gewitter mit starken Niederschlägen, Hagel und Sturmböen, welche teilweise zu gefluteten Kellern und Straßen führten.

Mit 19,0°C lag der Juni 2021 deutlich über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 (16,3°C) und war insgesamt der zweit-wärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnung. Wärmer war nur der Juni 2019 mit 19,49°C. Seit 2016 zeigt der Juni durchgehend überdurchschnittliche Temperaturen. Im Vergleich der Juni-Zeitreihe zeigt sich ein linearer Anstieg der Durchschnittstemperatur von rund 1,2 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

15,5 °C

15,4 °C

16,3 °C

19,0 °C

Bedingt durch die starken Niederschläge Anfang und Ende Juni, liegt der Juni 2021 mit 89 l/m²) deutlich über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 (72 l/m²). Dies ergibt eine Abweichung nach oben von 24%. Im Vergleich zur gesamten Zeitreihe liegt der Juni 2021 allerdings nur im Mittelfeld der Niederschlagsmenge und ist der zweite Juni in Folge mit einem überdurchschnittlichen Niederschlag. Nach dem bereits überdurchschnittlichem Mai sorgt dieser Juni nun für weitere Entspannung für die Vegetation und bei der Grundwasserneubildung, auch wenn Starkregenereignisse für erhebliche Schäden gesorgt haben.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

72 l/m²

84 l/m²

72 l/m²

89 l/m²

Der Juni 2021 zeigte im Durchschnitt 238 Sonnenscheinstunden. Trotz der Niederschläge ergibt dies eine Abweichung nach oben von 18% zur Referenzperiode 1991-2020 mit im Schnitt 201 Sonnscheinstunden. Mit 238 h liegt der Juni 2021 auf Platz 13 der sonnenscheinreichsten Junimonate seit Beginn der Aufzeichnung. Im Vergleich der 30-jährigen Mittel zeigt der Juni einen allgemeinen Anstieg der Sonnenscheinstunden.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

194 h

184 h

201 h

238 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Die erste Hitzewelle des Jahres schlägt sich auch in den Kenntagen der beiden Stationen der beiden Städte nieder. VKTU und WAST weisen 4 heiße Tage auf. VKTU hat 18 Sommertage, wohingegen WAST mit 10 Sommertagen deutlich weniger Sommertage aufwies. Die 6 Tropennächte für VKTU zeigen, dass während der Hitzewelle die Temperaturen in den Nächten nicht unter 20 °C abgesunken sind.

 

Kenntage im Juni
2021

VKTU

WAST

Sommertage

18

10

Heiße Tage

4

4

Tropennächte

6

0

Tiefsttemperatur

13,5 °C

7,6 °C

Höchsttemperatur

36

33,6

Kühl, nass und wenig Sonnenschein: der Frühling 2021

Die unterdurchschnittlichen Temperaturen von März bis Mai spiegeln sich auch im gesamten Frühling wieder. Mit 7,6°C lag der Frühling 2021 1,9 Kelvin unter dem Mittel (9,5 °C) der Referenzperiode 1991-2020. Der Frühling 2021 ist der kälteste seit 2013 und ist auf Platz 12 der kältesten Frühlinge seit 1881. Wobei in der Gesamtansicht auch hier ein sehr deutlicher Anstieg der Temperatur im Frühling um 1,7 Kelvin zu sehen ist.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

7,8 °C

8,3 °C

9,5 °C

7,6 °C

Der Niederschlag im Frühling lag mit 190 l/m² um 13 l/m² über dem Mittel (177 l/m²) der Referenzperiode 1991-2020. Dies entspricht 107 % vom Mittelwert. Nachdem der Frühling 2020 und 2010-2018 deutlich unter dem Durchschnitt lagen, bot der Frühling 2021 mit leicht höheren Niederschlägen der Natur zumindest keine Verschärfung des Niederschlagsdefizits. Hier kam besonders der Mai mit erhöhten Niederschlägen zum Tragen, nach dem ein zu trockener April vorausgegangen war. Zusätzlich wirkten sich auch die niedrigen Temperaturen positiv aus, weil so die Verdunstung deutlich moderater ausfiel. Im Vergleich zu der gesamten Zeitreihe liegt der Frühling 2021 im Mittelfeld der Niederschlagssummen.

 

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

172 l/m²

205 l/m²

177 l/m²

190 l/m²

Der Frühling 2020 ordnet sich in das Mittelfeld der meisten Sonnenscheinstunden im Frühling seit Beginn der Zeitreihe 1951 ein. Der Frühling 2021 wies mit 474 Stunden etwas weniger Stunden auf als im Mittel (497) der Referenzperiode 1991-2020. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume ist für den Mai eine Zunahme bei den Mittelwerten zu erkennen.

 

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

459 h

441 h

497 h

474 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Frühling war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Die Kenntage im Frühling 2021 zeigen die im Schnitt kühleren Temperaturen. Die 20 Frosttage teilen sich für die Station WAST mit 8 im März und 12 im April auf. Lagebedingt kam es an der Station VKTU zu keinem Frosttag mehr. Allgemein sind die Temperaturen an der Station WAST kühler und erreichen einen Tiefstwert von unter 0°C, während die Tiefsttemperatur an der Station VKTU knapp über 0°C liegt. Die wenigen Sommertage für beide Stationen wurden im Mai registriert.

 

Kenntage im Frühling
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

20

Sommertage

3

1

Tiefsttemperatur

0,8 °C

-4,3 °C

Höchsttemperatur

29,3 °C

27,3 °C


Kalt und nass: der Mai 2021

Auch im Mai war die Witterung eher kühl, allerdings fiel dafür überdurchschnittlich viel Niederschlag bei entsprechend unterdurchschnittlichem Sonnenschein.

Ebenso wie der April lag auch der Mai mit 10,9°C deutlich unter der Temperatur der Referenzperiode 1991-2020 (13,3 °C) und schließt sich so den Jahren 2020 und 2019 an. Im Vergleich zum Gesamtzeitraum seit 1881 ist der Mai 2021 der 21.- kälteste Mai. Zudem war es der kälteste Mai seit 2011.
Insgesamt sind auch, wie in der Tabelle zu sehen, im Mai die Temperaturen um rund 1 Kelvin angestiegen, trotz der unterdurchschnittlichen Temperaturen der letzten zwei Jahre.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

12,2 °C

12,4 °C

13,3 °C

10,9 °C

Nach den unterdurchschnittlichen Monaten März und April lag der Mai mit 90 l/m² wieder über dem Durschnitt (64 l/m²) der Referenzperiode 1991-2020. Dies entspricht einer deutlichen Abweichung nach oben von 40 %. Seit dem Mai 2014 liegt die Niederschlagsmenge im Mai ertsmalig wieder über dem langjährigen Mittelwert. Um das seit dem April 2018 bestehende Niederschlagsdefizit nachhaltig auszugleichen, genügt dieser nasse Mai allerdings noch lange nicht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass die Mai-Niederschläge in der  aktuellen Referenzperiode wieder trockener geworden sind als in der vorangegangenen.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

60 l/m²

72 l/m²

64 l/m²

90 l/m²

Neben den überdurchschnittlichen Niederschlägen wies der diesjährige Mai mit 158 Stunden eine unterdurchschnittliche Länge der Sonnenscheinstunden (202 Stunden) auf. Der Mai ist auf Platz 13 der sonnenscheinärmsten Mai Monate seit Beginn Aufzeichnungen. Generell zeigt der Mai über die 30- Jährigen Mittel allerdings einen Anstieg der Sonnenscheinstunden.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

195 h

190 h

201 h

158 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Mai war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Im Mai lagen die Temperaturen an beiden Stationen über 0°C, demnach gab es keine Frosttage. Heiße Tage, mit Tmax > 30 °C, wurden ebenfalls nicht registriert. Die beiden Sommertage für die Station VKTU traten am Anfang und am Ende des Monats auf, während für die Station WAST nur ein Sommertag am Anfang des Monats auftrat. Hier zeigen sich die allgemein unterdurchschnittlichen Temperaturen des Mai 2021.

 

 

Kenntage im Mai
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

0

Sommertage

2

1

Tiefsttemperatur

5,0 °C

1,9 °C

Höchsttemperatur

29,1 °C

27,3 °C


Sonnig, trocken, kalt: April 2021

Anfänglich warme Temperaturen unter subtropischen Lufteinflüssen wurden durch kalte, nördliche Strömungen im restlichen Monat abgelöst. Der April war zwar sonnig und trocken, aber auch kalt.

Mit 6,2°C lag der April 3,3 Kelvin unter dem Durchschnitt der neuen Referenzperiode 1991-2020. Zuletzt wurde eine so große Abweichung 1986 verzeichnet. Nachdem der April im Vorjahr mit 11,2°C erheblich über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 lag, war der April 2021 um 5 K kälter als der April 2020. Der April 2021 war der 17.-kälteste April seit Beginn der Aufzeichnungen. Die folgende Tabelle zeigt sehr deutlich, dass trotz dieses kalten Aprils 2021 die Temperaturen in der neuen Referenzperiode massiv angestiegen sind.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

7,6 °C

7,9 °C

9,5 °C

6,2 °C

Der diesjährige April war nicht nur kälter, sondern auch trockener als für die Referenzperiode 1991-2020 üblich. Mit 41 l/m² erreichte der April rund 85 % vom langjährigen Mittelwert. Angesichts der Nachwirkungen des seit dem Frühjar 2018 bestehenden Niederschlagsdefizits ist die unterdurchschnittliche Niederschlagsmenge nicht ausreichend, um nachhaltig die Grundwasserstände aufzufüllen. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass die aktuelle Referenzperiode deutlich trockener geworden ist als die vorangegangene.

 

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

49 l/m²

62 l/m²

48 l/m²

41 l/m²

Die kalte und trockene Witterunng sorgte für durchschnittlichen Sonnenschein. Mit 174 h traf der April 2021 genau den Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020. Insgesamt ist im April ein Anstieg der Sonnenscheinstunden im April aus den Referenzperioden abzulesen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

154 h

148 h

174 h

174 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im April war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Anhand der Verteilung der Kenntage für Köln und Warstein lässt sich der kalte April konkret abbilden. Während es für VKTU keine Frosttage gab, weist WAST 12 Frosttage auf. Im März gab es noch einen Sommertag. Der April hingegen hat an beiden Stationen keine Sommertage. Dass die Höchsttemperaturen für beide Stationen unter 10° liegen, spricht ebenfalls für einen kalten April. WAST war standortbedingt insgesamt deutlich kühler als VKTU.

 

Kenntage im April
2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

12

Sommertage

0

0

Tiefsttemperatur

1,7 °C

-1,2 °C

Höchsttemperatur

9,1 °C

6,4 °C


Nach Extremen im Februar, zurück zur Normalität: der März 2021

Durchschnittliche Temperaturen, wenig Niederschlag und viele Sonnenscheinstunden. So lässt sich der März 2021 kurz beschreiben. Nach einem Februar mit Temperaturextremen, wurde es im März wieder durchschnittlich.

Die Temperatur im März 2021 lag mit 5,8°C minimal über der Durchschnittstemperatur der Referenzperiode 1991 – 2020. Besonders zum Monatsende konnte dieses Jahr ein Anstieg der Temperaturen wahrgenommen werden. Seit Beginn der Aufzeichnung 1881 zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Lufttemperatur im März um knapp 2 Kelvin.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

3,7 °C

4,5 °C

5,7 °C

5,8 °C

Während die Temperatur über der Durchschnittstemperatur im März lag, bezifferte die Niederschlagsmenge rund 91 % des Durchschnitts der Referenzperiode 1991-2020. Auffällig ist, dass sich die Niederschlagsmenge im Vergleich zum Februar 2021 nicht geändert hat. In beiden Monaten betrug die Niederschlagsmenge 59 l/m².

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

62 l/m²

71 l/m²

65 l/m²

59 l/m²

Die Sonnenscheinstunden im März lagen 20 Stunden über dem Durchschnitt von 1991-2020, allerdings wies der März 2021 gut 30 Sonnenscheinstunden weniger auf als im Vorjahr. Mit 142 h landet der März dieses Jahres auf Platz 13 der sonnenscheinreichsten Monate im Gesamtzeitraum der Messungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

110 h

103 h

122 h

142 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im März war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Wie in der Tabelle ersichtlich, weist Warstein eine deutlich tiefere Tiefsttemperatur als Köln auf, was der Lage nach zu erwarten ist. Während an der Station Warstein eine Temperaturamplitude von 28°C gemessen wurde, liegt die Amplitude in Köln bei knapp 26°C. Die Temperaturamplituden liegen deutlich unter den Amplituden von Februar 2021, was zeigt, dass der März von weniger Extremen geprägt war. Zudem trat in Köln ein Sommertag auf und in Warstein 8 Frosttage. Eistage gab es keine.

 

Kenntage im März 2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

8

Sommertage

1

0

Tiefsttemperatur

0,5 °C

-4,3 °C

Höchsttemperatur

26,7 °C

24,3 °C

 


Ziemlich durchschnittlich: der Winter 2020/2021

Nachdem der Dezember 2020 noch etwas zu warm gestartet war, entsprachen Januar und Februar fast der Durchschnittstemperatur der langjährigen Referenzperiode 1991-2020, sodass sich für den Winter 2020/2021 eine leichte Abweichung nach oben um +0,6 °C ergibt. Der Vergleich der Wintermitteltemperatur für verschiedene 30-jährige Zeiträume in der folgenden Tabelle zeigt eine deutliche Zunahme seit Messbeginn.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

1,0 °C

1,7 °C

2,7 °C

3,3 °C

Der Dezember 2020 und der Februar 2021 waren ein bisschen trockener als das Mittel der langjährigen Referenzperiode, der Januar etwas zu feucht. Dadurch fiel der Winter 2020/2021 insgesamt leicht trockener aus (-9 l/m² Differenz) als das langjährige Mittel der Referenzperiode 1991-2020. Vergleicht man die Winterniederschläge verschiedener 30-Jahres-Perioden, zeigt sich ein Anstieg der Winterniederschläge über den gesamten Messzeitraum (vgl. nachfolgende Tabelle).

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

190 l/m²

223 l/m²

237 l/m²

228 l/m²

Dezember 2020 und Januar 2021 waren eher etwas trüb, weshalb unterdurchschnittliche Sonnenscheinstunden registriert wurden. Der Februar erreicht trotz sehr wechselhaften Wetters hingegen einen deutlich überdurchschnittlichen Sonnenscheinwert, sodass auch für den Sonnenschein im Winter 2020/2021 nur eine leichte Abweichung (-5 h) zum langjährigen Referenzwert festgestellt werden kann. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume kam es zu einem leichten Anstieg der Anzahl der Sonnenstunden (vgl. folgende Tabelle). Dennoch sind auch hier die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

146 h

151 h

165 h

160 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Winter war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Im Dezember 2020 und Januar 2021 begann der Winter eher mild, erst im Februar 2021 stellten sich wechselhafte Verhältnisse ein, wodurch sowohl die Tiefst- und Höchsttemperatur des Winters im Februar aufgetreten sind. Für die Kenntage gilt ebenfalls, dass alle Eis- und Frosttage an der Station in Köln im Februar verzeichnet wurden. In Warstein traten zwar in allen Wintermonaten Frosttage auf, doch die Eistage lassen sich auf die Kälteepisode im Februar zurückführen.

Kenntage im Winter 2020/2021

VKTU

WAST

Frosttage

7

26

Eistage

2

7

Tiefsttemperatur

-7,7 °C

-17,0 °C

Höchsttemperatur

21,2 °C

19,4 °C


Viel Sonnenschein und abwechslungsreiche Temperaturen: der Februar 2021

Der Februar 2021 war durch Extreme geprägt: der Monat startete mit einer Kälteepisode und reichlich Schneefall, insbesondere im Münsterland; zum Monatsende herrschte Frühlingswetter mit hohen Temperaturne und viel Sonnenschein.

Insgesamt ordnet sich der Februar 2021 mit einer Durchschnittstemperatur von 3,2 °C leicht über dem Mittelwert der langjährigen Referenzperiode 1991-2021 ein. Der Vergleich der Februarmitteltemperatur für verschiedene 30-jährige Zeiträume in der folgenden Tabelle, zeigt eine deutliche Zunahme seit Messbeginn.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

1,3 °C

1,8 °C

2,8 °C

3,2 °C

Mit 59 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fielen im Februar 2021 ca. 88 % der üblichen Niederschlagsmenge, der Durchschnittswert der Referenzperiode 1961-1990 wäre damit fast genau getroffen worden. Vergleicht man die Februarniederschläge verschiedener 30-Jahres-Perioden, zeigt sich ein leichter Anstieg der Niederschläge (vgl. nachfolgende Tabelle). Dennoch sind auch im Februar die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2021

57 l/m²

58 l/m²

67 l/m²

59 l/m²

Trotz des niederschlagsreichen Beginns des Monats wurde mit 106 Stunden die durchschnittliche Sonnenscheindauer der langjährigen Referenzperiode 1991-2020 mit 147 % deutlich übertroffen. Damit landet der Februar 2021 auf Platz 9 der sonnenscheinreichsten Februarmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume kam es zu einem leichten Anstieg der Anzahl der Sonnenstunden (vgl. folgende Tabelle). Dennoch sind auch hier die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2021

66 h

72 h

72 h

106 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Februar war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Beim Vergleich der Tiefst- und Höchsttemperatur der beiden Stationen wird die hohe Temperaturschwankung des Monats besonders deutlich. An der Station Warstein übersteigt die Temperaturamplitude zwischen Höchst- und Tiefstwert 35 °C Unterschied; an der Station in Köln verfehlt die Amplitude die 30 °C nur knapp. Zum ersten Mal im Winter 2020/2021 traten im Februar auch an beiden Stationen Eistage mit einem Tageshöchstwert unter 0 °C auf.

Kenntage im Februar 2021

VKTU

WAST

Frosttage

7

9

Eistage

2

7

Tiefsttemperatur

-7,7 °C

-17,0 °C

Höchsttemperatur

21,2 °C

19,4 °C


Sehr wenig Sonne bei überdurchschnittlichem Niederschlag: der Januar 2021

Mit einer Durchschnittstemperatur von 1,9 °C lag der Januar 2021 mit einer Abweichung von -0,4 K leicht unter dem Mittelwert der neuen Referenzperiode 1991-2021. Vergleicht man den Wert mit der langjährigen Referenzperiode 1961-1990, wäre eine positive Abweichung von 0,8 K zu verzeichnen. Im Vergleich zum Gesamtmesszeitraum ist dieser Wert eher durchschnittlich, er ordnet sich im oberen Mittelfeld (Rang 62) ein.

Der Vergleich der Januarmitteltemperatur für verschiedene 30-jährige Zeiträume in der folgenden Tabelle zeigt eine deutliche Zunahme seit Messbeginn.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

0,3 °C

1,1 °C

2,3 °C

1,9 °C

Mit 100 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fielen im Januar 2021 ca. 123 % der üblichen Niederschlagsmenge. Bezogen auf die Referenzperiode 1961-1990 wären es sogar knapp 130 % gewesen. Der Januar landet damit immerhin auf Platz 34 der niederschlagsreichsten Januarmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Nach zwei Monaten mit unterdurchschnittlichem Niederschlag bringt der Januar 2021 nun wieder etwas mehr davon. Um das sich seit langem aufbauende Niederschlagsdefizit weiter auszugleichen, ist bei weitem noch mehr Niederschlag erforderlich (s. Berichte zur hydrologischen Situation: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/hydrologische-berichte).

Vergleicht man die Januarniederschläge verschiedener 30-Jahres-Perioden, zeigt sich ein leichter Anstieg der Niederschläge (vgl. nachfolgende Tabelle). Dennoch sind auch im Januar die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

62 l/m²

77 l/m²

81 l/m²

100 l/m²

Nach dem bereits eher sonnenscheinarmen Dezember setzt sich die sonnenscheinarme Zeit auch im Januar 2021 fort. Gerade einmal 23 Stunden Sonnenschein wurden für den ganzen Monat registriert. Dies ist nicht mal die Hälfte (45 %) der sonst üblichen Sonnenscheindauer (1991-2020) für den Januar. Damit landet der Januar 2021 auf Platz 3 der der sonnenscheinärmsten Januarmonate seit Aufzeichnungsbeginn. Vergleicht man den Wert mit der langjährigen Referenzperiode 1961-1990, wären es immerhin 55 % der üblichen Sonnenscheindauer gewesen.

Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume kam es zu einem leichten Anstieg der Anzahl der Sonnenstunden (vgl. folgende Tabelle). Dennoch sind auch hier die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2020

42 h

42 h

51 h

23 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Januar war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Im Januar 2021 werden die lagebedingten Unterscheide der beiden Stationen sehr deutlich: Während in der Kölner Innenstadt weiterhin kein Frosttag verzeichnet wird, traten in Warstein 13 Frosttage im Januar auf. Da gleichzeitig aber auch in Warstein kein Eistag aufgetreten ist, handelt es sich nicht um eine andauernde Frostperiode, sondern meist um ein Absinken der Temperaturen im Tagesverlauf unter die 0 Grad-Grenze. Mit einer Minimaltemperatur von -5,6 °C war dieses Absinken in Warstein sogar recht deutlich. In Köln lag die Minimaltemperatur weiterhin im Plus-Bereich. Die Tagesmaxima-Temperaturen spiegeln hingegen mit 13 °C in Köln und fast 10 °C in Warstein die ebenfalls aufgetretenen milden Verhältnisse des Januars wider.

Kenntage im Januar 2021

VKTU

WAST

Frosttage

0

13

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

0,2 °C

-5,6 °C

Höchsttemperatur

13,1 °C

9,8 °C


Neuer Temperaturrekord: das Jahr 2020

„Warm, trocken und sonnig“ – das sind die Adjektive, die im Jahr 2020 auf fast alle Monate zutreffen. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass 2020 mit 11,1 °C den Rekord der Jahresmitteltemperatur für NRW seit Aufzeichnungsbeginn aufstellt. Die bisherigen Rekordjahre 2014 und 2018 werden aber mit einem Zehntelgrad nur sehr knapp übertroffen. Die Abweichung zur langjährigen Referenzperiode 1961-1990 ist mit 2,1 °C hingegen sehr deutlich.

Der Niederschlag fiel mit 721 mm wieder unterdurchschnittlich aus und liegt somit 134 mm unter dem langjährigen Mittel der Referenzperiode. Mit Platz 28 der trockensten Jahre liegt 2020 zwar noch weit entfernt von den trockensten Jahren seit Aufzeichnungsbeginn, doch das Niederschlagsdefizit, dass sich seit 2018 aufbaute, konnte auch 2020 nicht ausgeglichen werden.

Die Sonnenscheindauer 2020 betrug 1803 Stunden in NRW. Das ist Platz 4 der sonnenscheinreichsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1951. Auf den Rängen 1-3 finden sich mit 2003, 1959 und 2018 auch nur Jahre, die ebenfalls überdurchschnittlich warm waren und zumeist auch einen sehr warmen Sommer hatten. 2020 war dabei vor allem durch weit überdurchschnittlichen Sonnenschein im Frühjahr geprägt.

Ausblick – neue Referenzperiode

In der Klimatologie werden üblicherweise mindestens 30-jährige Zeiträume betrachtet, um das Klima eines Ortes/einer Region oder global zu beschreiben. Dafür werden sogenannte Klimanormalperioden verwendet, diese umfassen immer die vorangegangenen 30 Jahre, wenn eine Jahreszahl auf die Ziffer „Null“ endet. Die Weltorganisation für Meteorologischen (WMO – world meteorological organization) hat einige dieser Klimanormalperioden als „Standard“ oder „Referenzperioden“ festgelegt. Die bis zum Jahr 2020 aktuelle Referenzperiode war der Zeitraum 1961-1990, daher bezog sich die Witterungseinordnung der einzelnen Monate in NRW auch immer auf diesen Zeitraum. Mit Ablauf des Jahres 2020 steht nun aber eine „neue“ Referenzperiode zur Verfügung – der Zeitraum 1991-2020. Zukünftig wird sich die aktuelle Einordnung im Klimaatlas NRW daher auf diese neue Referenzperiode beziehen. Aus diesem Anlass werden die Referenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 für die hier üblicherweise dargestellten Parameter Lufttemperatur, Niederschlagssumme und Sonnenscheindauer als Jahreswerte einmal gegenübergestellt und eingeordnet.

 

1961-1990

1991-2020

Lufttemperatur

9,0 °C

10,0 °C

Niederschlagssumme

875 mm

870 mm

Sonnenscheindauer

1440 h

1573 h

 

Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass sich in letzter Zeit die Rekordmeldungen bei der aktuellen Einordnung nahezu überschlagen haben. Dies ist – zusammen mit dem Änderungssignal aus den beiden Referenzperioden – ein deutliches Anzeichen für die stattfindende Klimaveränderung. Die Abweichungen der nächsten Monate mit Bezug zur Referenzperiode 1991-2020 könnten dann – hoffentlich – nicht mehr so hoch ausfallen, wie beispielsweise in diesem Jahr. Dies wird dann jedoch kein Anzeichen dafür sein, dass der Klimawandel „eine Pause macht“, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass in den Referenzwerten der Periode 1991-2020 schon eine gehörige Portion Klimawandel steckt.

So hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur im Vergleich der beiden Referenzperioden um 1 °C erhöht. Wenn man bedenkt, dass die Durchschnittstemperatur der ersten 30 Jahre der Aufzeichnungen (1881-1910) 8,4 °C betrug, ist dies ein enormer Anstieg in sehr kurzer Zeit. Man kann diesen Wert zwar nicht mit der globalen Mitteltemperatur vergleichen, dennoch zeigt die Auswertung, dass selbst das Einhalten des 2°-Ziels aus dem Paris-Abkommen in einzelnen Regionen zu deutlich stärkeren Temperatursteigerungen führen kann. Damit verbunden sind auch erhebliche Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Mensch (vgl. www.klimafolgenmonitoring.nrw.de).

Im Gegensatz zur Temperatur ist die durchschnittliche Jahresniederschlagssumme im Vergleich der beiden Referenzperioden nahezu konstant geblieben. Dieses Ergebnis ist insofern interessant, da insbesondere die 1970er Jahre als sehr trocken gelten und dieser Zeitraum komplett in der Referenzperiode 1961-1990 liegt. Zunächst zeigen sich in der Referenzperiode 1991-2020 um das Jahr 2000 herum auch einige Jahre mit deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen. In der letzten Dekade lag dann allerdings nur ein Jahr genau im Schnitt des langjährigen Niederschlags, alle anderen zum Teil weit darunter. Dabei ist der Niederschlag unterschiedlich im Jahr verteilt und durch Flora und Fauna besteht vor allem im Sommer ein hoher Wasserbedarf, der sich durch die höheren Lufttemperaturen bereits gesteigert hat und bei weiterhin steigenden Temperaturen noch weiter zunehmen wird. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Niederschlagsverteilung im Jahr weiterentwickelt und in der Vegetationsphase weiterhin ausreichend Wasser für alle Nutzungen zur Verfügung stehen wird (vgl. www.klimafolgenmonitoring.nrw.de).  

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer pro Jahr hat sich im Vergleich der beiden Referenzperioden um 133 Stunden erhöht. Dies ist hierbei nicht rein auf klimatische Aspekt zurückzuführen, da die 1950er bis 1980er Jahre den Zeitraum der “globalen Verdunkelung“ widerspiegeln, währenddessen durch eine hohe Luftschadstoffbelastung die Intensität des Tageslichts bzw. der Sonneneinstrahlung reduziert war. Seit den 1980ern und 1990ern mit einer verstärkten Filterung von Abgasen und Luftschadstoffen hat sich die „globale Verdunkelung“ reduziert, was auch im Anstieg der Sonnenscheinstunden zu sehen ist. Diese Abfolge lässt global in verschiedenen Regionen nachweisen.

 


Wenig Sonne und Regen bei hohen Temperaturen: der Dezember 2020

Wie die vorangegangenen Monate wurde auch im Dezember eine deutlich über dem Mittel von 2,3 °C der langjährigen Referenzperiode 1961-1990 liegende Temperatur gemessen. Die gemessenen 4,7 °C im Dezember 2020 liegen somit 2,4 °C über dem langjährigen Mittel. Dies ist Platz 18 der höchsten Dezembertemperaturen seit Aufzeichnungsbeginn.

Insgesamt war 2020 damit das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn in NRW (hier gelangen Sie zur Beschreibung des Jahres 2020).

Der Vergleich der Dezembermitteltemperatur für verschiedene 30-jährige Zeiträume in der folgenden Tabelle, zeigt eine deutliche Zunahme seit Messbeginn.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

1,4 °C

2,3 °C

3,1 °C

4,7 °C

Im Dezember fiel mit 70 Litern pro Quadratmeter (l/m²) gut 80 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge der Referenzperiode 1961-1990. Damit besteht das seit Monaten andauernde Niederschlagsdefizit weiter.

Vergleicht man die Dezemberniederschläge der letzten 30 Jahre mit der Referenzperiode 1961-1990, sieht man keine Veränderung (vgl. nachfolgende Tabelle). Betrachtet man hingegen die erste 30 Jahre der Aufzeichnung (1881-1910) und die letzten 30 Jahre, hat eine Zunahme um 14 l/m² stattgefunden. Dennoch sind auch im Dezember die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

72 l/m²

88 l/m²

87 l/m²

70 l/m²

Mit nur 31 Sonnenstunden erscheint der Dezember im Vergleich zum sonnenscheinreichen November sehr grau. Somit wurden im Dezember 2020 nur 84 % der sonst üblichen Sonnenscheindauer der langjährigen Referenzperiode 1961-1990 mit 37 Stunden erreicht.

Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume treten kaum Unterschiede in der Anzahl der Sonnenstunden auf (vgl. folgende Tabelle). Auch hier sind die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2020

38 h

37 h

41 h

31 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im November war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Der Dezember 2020 stellt sich sehr mild dar: an der Station in Köln wurde im Dezember kein Frosttag verzeichnet, in Warstein waren es hingegen vier. Eistage sind in dieser Wintersaison an beiden Stationen noch nicht aufgetreten. Auch die Tagesmaxima-Temperaturen zeigen mit über 15 °C in Köln und knapp 13 °C in Warstein ein hohes Niveau für Dezember.

Informationen zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Dezember 2020

VKTU

WAST

Frosttage

0

4

Eistage

0

0

Tiefsttemperatur

1,0 °C

-0,7 °C

Höchsttemperatur

15,8 °C

12,9 °C


Sehr warm, trocken und sonnig – der Herbst 2020

Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,1 °C liegt der Herbst 2020 auf Platz 4 der wärmsten Herbstmonate seit Aufzeichnungsbeginn in NRW. Insgesamt zeigt sich beim Vergleich verschiedener 30 Jahr-Perioden ein deutlicher Temperaturanstieg für den Herbst seit Messbeginn (vgl. nachfolgende Tabelle), der auch statistisch signifikant ist. ein Trend zu wärmeren Sommern in NRW.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

8,8 °C

9,5 °C

10,1 °C

11,1 °C

Im Herbst 2020 fielen mit 166 Litern pro Quadratmeter knapp 80 % der Regenmenge der langjährigen Referenzperiode. Damit setz sich das Niederschlagsdefizit aus dem Sommer fort. Betrachtet man die Herbstniederschläge verschiedener 30 Jahres-Zeiträume, zeigt sich eine Zunahme seit Messbeginn (vgl. nachfolgende Tabelle), allerdings ist diese nicht statistisch signifikant.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

169 l/m²

208 l/m²

219 l/m²

166 l/m²

Mit 347 Sonnenstunden lag der Herbst 2020 deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 (vgl. nachfolgende Tabelle) und stellt den 14. sonnenscheinreichsten Herbst seit Aufzeichnungsbeginn dar. Insgesamt sieht man bei Vergleich verschiedener 30-Jahres-Perioden eher geringe Änderungen der Sonnenscheindauer, sodass hier keine Aussage zu einem Änderungstrend getroffen werden kann.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2020

301 h

294 h

306 h

347 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Herbst war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Der Herbst zeigt eine sehr hohe Temperaturspanne: so traten im September an beiden Stationen noch Heiße Tage von über 30 °C Höchsttemperatur auf. Im November konnte hingegen an beiden Stationen der erste Frosttag mit Temperaturen unter 0°C verzeichnet werden (vgl. nebenstehende Tabelle).


Kenntage im Herbst 2020
VKTU
WAST
Heiße Tage 2 1
Sommertage
10
5
Frosttage
1
2
Eistage
0
0
Tiefsttemperatur
-0,9 °C
-4,3 °C
Höchsttemperatur
33,3 °C
30,8 °C


Platz 3 beim Sonnenschein und überdurchschnittlich warm und trocken: der November 2020

Eine weitere Temperaturabweichung über den langjährigen Mittelwert konnte auch für den November 2020 verzeichnet werden. Somit bahnt sich insgesamt für das Jahr 2020 möglicherweise wieder ein neuer Temperaturhöchstwert an. Die Novembertemperatur lag 2,5 °C über der Temperatur der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Damit ist der November 2020 der zehntwärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Der Vergleich der Novembermitteltemperatur für verschiedene 30-jährige Zeiträume in der folgenden Tabelle, zeigt eine deutliche Zunahme seit Messbeginn.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

4,5 °C

5,1 °C

6,0 °C

7,6 °C

Im November fiel mit 31 Litern pro Quadratmeter (l/m²) gerade mal knapp 40 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge der Referenzperiode 1961-1990. Damit reiht sich der November 2020 auf Patz 11 der niederschlagsärmsten Novembermonate ein. Vergleicht man die Novemberniederschläge der letzten 30 Jahre mit der Referenzperiode 1961-1990, sieht man kaum eine Veränderung (leichte Abnahme um 4 l/m²). Betrachtet man hingegen die erste 30 Jahre der Aufzeichnung (1881-1910) und die letzten 30 Jahre, hat eine Zunahme um 13 l/m² stattgefunden. Über die Gesamtzeitreihe zeigt sich somit ein signifikant steigender Trend, doch hat sich in den letzten Jahrzehnten die Richtung geändert, sodass sich für kürzerer Zeiträume kein signifikanter Trend nachweisen lässt. Somit sind auch im November die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte.

1881-1910

1961-1990

1991-2020

2020

62 l/m²

79 l/m²

75 l/m²

31 l/m²

Mit 99 Sonnenstunden schien die Sonne im November 2020 fast doppelt so lang, wie in der langjährigen Referenzperiode. Damit reiht sich der November 2020 auf Platz 3 der sonnenscheinreichsten Novembermonate seit Aufzeichnungsbeginn ein; nach 2011 und 1989. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume treten kaum Unterschiede in der Anzahl der Sonnenstunden auf (vgl. folgende Tabelle). Auch hier sind die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980

1961-1990

1991-2020

2020

50 h

53 h

53 h

99 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im November war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Sowohl in Warstein als auch in Köln ist der erste Frosttag der Herbst-/Wintersaison 2020/21 aufgetreten, wobei die Tagesminimaltemperatur in Warstein deutlich unter der Kölns liegt. Insgesamt zeigte der November ein sehr abwechslungsreiches Wetter so wurden an beiden Stationen höhere Tagesmaximaltemperaturen erreicht als dies im Oktober 2020 der Fall war.

Kenntage im November 2020
VKTU
WAST
Frosttage
1
2
Eistage
0
0
Tiefsttemperatur
-0,9 °C
-4,3 °C
Höchsttemperatur
21,8 °C
20,0 °C

Weniger Sonnenschein und mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel  - der Oktober 2020

Eine weitere Temparaturabweichung über den langjährigen Mittelwert konnte auch für den Oktober 2020 verzeichnet werden. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,9 °C lag die Temperatur im Oktober 2020 1,1 °C über der Temperatur der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Betrachtet man die Mitteltemperatur der Oktobermonate der letzten 30 Jahre im Vergleich zur Referenzperiode, so hat sich die Oktobertemperatur um 0,3 °C erhöht. Im Vergleich der Zeiträume 1881-1910 und 1991-2020 hat sich die Oktobertemperatur um 1,3 °C erhöht.

1881-1910
1961-1990
1991-2020
2020
8,8 °C
9,8 °C
10,1 °C
10,9 °C

Im Oktober fiel mit 84 Litern pro Quadratmeter (l/m²) - endlich - mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961-1990. So wurden ca. 135 % der üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Vergleicht man die Oktoberniederschläge der letzten 30 Jahre mit der Referenzperiode 1961-1990, sieht man eine leichte Zunahme um 11 l/m². Betrachtet man hingegen die erste 30 Jahre der Aufzeichnung (1881-1910) und die letzten 30 Jahre, sieht man kaum eine Veränderung (Anstieg um 2 l/m²). Somit sind auch im Oktober die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte und es kann keine Trendaussage über die Gesamtzeitreihe getroffen werden.

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2020
71 l/m² 62 l/m² 73 l/m² 84 l/m²

Im Gegensatz zu den Vormonaten wurde im Oktober mit 50 Sonnenstunden ein weit unterdurchschnittlicher Wert im Vergleich zur Referenzperiode erreicht. Damit reiht sich der Oktober 2020 auf Platz 3 der sonnenscheinärmsten Oktobermonate seit Aufzeichnungsbeginn ein; nach 1974 und 1998. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume treten kaum Unterschiede in der Anzahl der Sonnenstunden auf (vgl. folgende Tabelle). Auch hier sind die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980 1961-1990 1991-2020 2020
107 h 107 h 105 h 50 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Oktober war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Kenntage im Oktober 2020
VKTU
WAST
Sommertage
0
0
Frosttage
0
0
Tiefsttemperatur
6,7 °C
2,5 °C
Höchsttemperatur
21,6 °C
19,0 °C


Warm, sehr sonnig und etwas zu trocken – der September 2020

Im September 2020 betrug die Durchschnittstemperatur in NRW 15,0 °C. Damit weicht der September 2020 um +1,3 °C von der langjährigen Mitteltemperatur der Referenzperiode 1961-1990 (13,6 °C) ab. Betrachtet man die Mitteltemperatur der Septembermonate der letzten 30 Jahre für NRW, so hat sich die Temperatur um 0,5 °C gegenüber dem Schnitt der Referenzperiode erhöht. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen (1881-1910) hat sich die Septembertemperatur sogar um 1,0 °C erhöht.

Die Niederschlagsmenge lag im September 2020 mit 51 Litern Niederschlag pro Quadratmetern bei 76 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge (Referenzperiode 1961-1990: 67 l/m²). Somit konnte das seit dem Frühjahr bestehende Niederschlagsdefizit auch weiterhin nicht ausgeglichen werden.

Betrachtet man die letzten 30 Jahre, so liegt das mittlere Niederschlagssumme 4 l/m² über der Niederschlagssumme der Referenzperiode 1961-1990. Vergleicht man sie mit dem ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen beträgt der Niederschlagsanstieg 8 l/m². Somit sind die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte. Somit kann auch keine signifikante Änderung über die Gesamtzeitreihe festgestellt werden. 

Mit 198 Sonnenstunden reichte die Sonnenscheindauer im September 2020 fast nochmal an die Werte des August 2020 heran. Mit einem Plus von 63 Sonnenstunden im Vergleich zur Referenzperiode (1961-1990: 135 Stunden) reiht sich der September 2020 (zusammen mit 2005) auf Platz 4 der sonnenscheinreichsten Septembermonate seit Aufzeichnungsbeginn ein. Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020) so hat im September die Sonnenscheindauer um 4 Stunden zugenommen. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 liegt der Anstieg bei 12 Stunden. Die Zunahme der Sonnenstunden im September ist also nicht gleichförmig verlaufen, sondern hat nach einem Rückgang (v. a. in den 1980ern und 1990ern) wieder zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im September war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die nochmal hochsommerlichen Verhältnisse zur Monatsmitte sorgten für das Auftreten von Heißen Tagen an beiden Stationen. Sonst wirkt sich das überdurchschnittlich warme, trockene und sonnige Wetter auch auf die übrigen Kenntage an den Auswahlstationen aus.

Kenntage im September 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
1
0
Heiße Tage
2
1
Sommertage
10
5
Tiefsttemperatur
10,4 °C
5,1 °C
Höchsttemperatur
33,3 °C
30,8 °C

Warm, trocken und sonnig – der Sommer 2020

Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,3 °C liegt der Sommer 2020 2 °C über dem Wert von 16,3 °C der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Damit ist er nicht ganz so heiß einzuordnen, wie die letzten beiden Jahre, landet aber immer noch auf Platz 7 der wärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn in NRW. Insgesamt besteht ein Trend zu wärmeren Sommern in NRW. Im Mittel lagen die letzten 30 Jahre 1,2 °C über dem Schnitt der langjährigen Referenzperiode, nur 3 Sommer der letzten 30 Jahre zeigten eine negative Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert 1961-1990. Vergleicht man die Sommertemperatur der letzten 30 Jahre mit dem Mittel des ersten 30-Jahreszeitraums (1881-1910) seit Aufzeichnungsbeginn, beträgt die Temperaturzunahme sogar 1,4 °C.

Im Sommer 2020 fielen mit 196 Litern pro Quadratmeter 81 % der Regenmenge der langjährigen Referenzperiode (241 l/m²). Damit ist der Sommer 2020 der dritte in Folge mit einem unterdurchschnittlichen Niederschlag. Betrachtet man die Sommerniederschläge der letzten 30 Jahre, so zeigt sich, dass der Mittelwerte des Zeitraums 1991-2020 fast den Werten der langjährigen Referenzperiode 1961-1990 entspricht. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen hat der Niederschlag im Sommer mit 11 l/m² leicht abgenommen. Allerdings zeigen die Sommerniederschläge das für Niederschläge typische Schwanken mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Jahren.

Im Sommer 2020 wurden 600 Sonnenstunden registriert. Damit liegt der Sommer 2020 mit 51 Sonnenstunden über dem Schnitt der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020), so hat die Sonnenscheindauer im Sommer um 52 Stunden zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Sommer war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die etwas höheren Temperaturen im Schnitt für NRW wirken sich auch bei den Kenntagen aus. Die hohe Anzahl der Tropennächte ist auf die Hitzewelle im August zurückzuführen. Die Sommertage sind eher gleichmäßig über die Monate verteilt, wohingegen die meisten Heißen Tage an beiden Stationen wiederum im August gezählt wurden. Deutlich sieht man die Auswirkungen der großräumigen und lokalen Lage mit durchweg deutlich höheren Werten an der Station in Köln als in Warstein.

Kenntage im Sommer 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
27
8
Heiße Tage
17
5
Sommertage
43
24
Tiefsttemperatur
9,8 °C
7,2 °C
Höchsttemperatur
36,3 °C
33,4 °C

 


So warm wie 2003 – der August 2020

Zusammen mit dem August 2003 stellt der August 2020 mit einer Durchschnittstemperatur von 20,4 °C den wärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn dar. Damit weicht der August 2020 um +3,8 °C von der langjährigen Mitteltemperatur der Referenzperiode 1961-1990 ab. In den letzten 30 Jahren gab es nur sechs negative Abweichungen der Temperatur der Augustmonate, sodass die Temperatur im Mittel der letzten 30 Jahre 1,3 °C über dem Schnitt der Referenzperiode liegt. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen hat sich die Augusttemperatur sogar um 1,9 °C erhöht.

Mit 62 Litern Niederschlag pro Quadratmetern fielen immerhin knapp 85 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge von 73 l/m². Mit diesem unterdurchschnittlichen Wert wird allerdings das Niederschlagsdefizit, das seit dem Frühjahr besteht, fortgeführt. Dass sich die Trockenheit schon seit Monaten verstärkt, kann man gut in den Karten des Standardized Precipitation Index – einem Trockenheitsindex ablesen. Dieser zeigt für die komplette Landesfläche eine leichte bis extreme Dürre im Verlauf der letzten 6 Monate an.

Die mittlere Niederschlagssumme der Augustmonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen und dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020) liegt auf demselben Niveau. Im Vergleich zur Referenzperiode hat der Niederschlag im Zeitraum 1991-2020 um 9 mm zugenommen – wobei hier erwähnt sei, dass die Referenzperiode als insgesamt eher trockener Zeitraum einzuordnen ist. Insgesamt zeigt der August das typische Verhalten für Niederschlag mit großen Schwankungen. Die letzten drei Jahre waren zu trocken – hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. 

Mit 202 Sonnenstunden lag der August 2020 19 Stunden über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 (183 Stunden). Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020) so hat im August die Sonnenscheindauer um 22 Stunden zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im August war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Bei den Kenntagen zeigen sich deutlich die Auswirkungen der Hitzewelle vom 07.-20.08. Selbst an der Station Warstein im Sauerland wurden 7 Tropennächte verzeichnet, in der Kölner Innenstadt war hingegen im Schnitt jede zweite Nacht eine Tropennacht.

 

 

Kenntage im August 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
16
7
Heiße Tage
13
4
Sommertage
19
15
Tiefsttemperatur
13,9 °C
8,5 °C
Höchsttemperatur
36,3 °C
33,4 °C

 


Fast durchschnittlich, aber weniger Regen – der Juli 2020

Der Juli weicht bei der Lufttemperatur mit 17,2 °C kaum vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 ab. Mit Ausnahme von 2004 und 2011, zeigten alle Juli-Monate im neuen Jahrtausend eine, meist deutliche, positive Abweichung von der Referenzperiode.

Vergleicht man die Durchschnittstemperatur der Julimonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen mit dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020), ergibt sich ein Unterschied von +1,8 °C. Somit hat durch den Klimawandel eine deutliche Zunahme der Temperatur im Juli stattgefunden.

Mit 53 Litern Niederschlag pro Quadratmetern fiel hingegen gerade mal 64 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Damit liegt der Wert zwar höher als in den Juli-Monaten der letzten beiden Trockenjahre 2018 und 2019, führt aber das Niederschlagsdefizit seit dem Frühjahr fort. Dass sich die Trockenheit schon seit Monaten verstärkt, kann man gut in den Karten des Standardized Precipitation Index – einem niederschlagsbasierten Trockenheitsindex ablesen.

Vergleicht man die mittlere Niederschlagssumme der Julimonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen mit dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020) ergibt sich ein Unterschied von -14 mm. Dies könnte ein Indiz für trockenere Verhältnisse sein. Wenn auch der Vergleich mit der Referenzperiode 1961-1990 ein Ansteigen der mittleren Juli-Niederschlagssumme um +1 mm ergibt – wobei hier erwähnt sei, dass diese Referenzperiode als insgesamt eher trockener Zeitraum einzuordnen ist.

Mit etwas über 190 Sonnenstunden lag der Juli 2020 genau im Soll der Referenzperiode (187 Stunden).

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli war, werden an zwei Stationen des LANUV-LUQS-Messnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Verglichen mit den Vorjahren 2018 und 2019 zeigt der Juli 2020 deutlich geringere Werte bei den Sommertagen und Heißen Tagen. Eine Einordnung mit den langjährigen Mittelwerten kann nicht erfolgen, da die Stationen in Köln und Warstein noch nicht so lange betrieben werden.

Fazit:

Der Juli 2020 entspricht fast bei allen Parametern den langjährigen Werten. Nachdem das Frühjahr uns aber mit stark überdurchschnittliche Sonnenscheinwerten, hohen Temperaturen und geringen Regenfällen „verwöhnte“, wurde dieser Juli von dem einen oder der anderen wohl als eher „durchwachsen“ wahrgenommen. Das Niederschlagsdefizit jedoch bleibt bestehen und wirkt sich weiterhin negativ auf Land- und vor allem Forstwirtschaft aus.

 

 

Kenntage im Juli 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
5
1
Heiße Tage
2
1
Sommertage
12
2
Tiefsttemperatur
12,7 °C
7,2 °C
Höchsttemperatur
35,2 °C
30,6 °C

 

Etwas sonniger und wärmer, bei fast durchschnittlichem Niederschlag - der Juni 2020

Mit 17,3 °C lag die Temperatur im Juni 2020 1,9 °C über den Werten des langjährigen Mittelwerte (1961-1990). Nach den sehr warmen Juni-Monaten der letzten Jahre, reicht es 2020 mit Rang 11, nicht für die Top 10 der wärmsten Juni-Monate seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Auch die Sonnenscheinstunden im Juni übertrafen mit 206 Stunden (Rang 24) den langjährigen Schnitt von 184 Stunden deutlich mit 22 Stunden. Die Niederschlagssumme im Juni 2020 entspricht mit 81 l/m² zwar fast dem längjährigen Mittel von 84 l/m², doch reicht dies nicht aus, um den Boden - nach den vorausgegangenen trockenen Monaten - ausreichend mit Wasser zu versorgen. Dies können Sie sch auch im neuen Bereich "Dürre" des FIS Klimaanpassung des LANUV anschauen.

 

Rekord bei der Sonnenscheindauer, deutlich trockener und wärmer als im Mittel – der Frühling 2020

Das Frühjahr 2020 lag mit 9,9 °C 1,6 °C über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Damit ordnet sich das Frühjahr auf Rang 18 der wärmsten in NRW seit Aufzeichungsbeginn 1881 ein. Hierbei wird vor allem die hohe Temperaturabweichung des Monats April widergespiegelt.  Beim Niederschlag liegt das Frühjahr 2020 auf Platz 10 der trockensten Frühjahre. Insgesamt wurden 107 mm Niederschlag im Frühjahr registriert, dies entspricht 52 % der üblichen Regenmenge der Referenzperiode 1961-1990 (205 mm). Ein Großteil der Niederschlagssumme geht auf den März zurück. Seit April herrscht anhaltende Trockenheit im gesamten Land. Beim Sonnenschein wurde der Rekord von 2011 (694 Stunden) deutlich überboten. Mit 729 Stunden schien die Sonne so lange wie noch nie im Frühjahr seit Aufzeichnungbeginn 1951. Damit wurde der langjährige Mittelwert 1961-1990 von 441 Stunden um 65 % übertroffen.

 

Auf Platz zwei unter den Trockensten und Platz 6 unter den Sonnenreichsten – Der Mai 2020

Der Mai 2020 entspricht  mit 12,4 °C Lufttemperatur genau dem Temperaturmittel der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Beim Sonnenschein hingegen wurden mit 265 Stunden das längjährige Mittel von 190 Stunden im Zeitraum 1961-19990 um fast 40 % übertroffen. In NRW ist dies Rang 6 der sonnenscheinreichsten Mai-Monate seit Aufzeichnungsbeginn 1951. Insgesamt zählte NRW mit diesem Wert zu den sonnenscheinreichsten Bundesländern. Dies spiegelt sich auch im niederschlagsgeschehen wider. Es wurden im Mittel für NRW nur 18 mm Niederschlag im Mai registriert. Dies entspricht gerade Mal einem Viertel der sonst üblichen Regenmenge der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 72 mm. Damit ordnet sich der Mai 2020 als zweit trockenster seit Aufzeichnungsbeginn 1881 ein. Nur 1989 hat es im Mai noch weniger geregnet (16 mm). Insbesondere am Niederrhein war es mit örtlich unter 10 mm Niederschlag sehr trocken. In einigen Regionen führte dies auch zu großflächigen Waldbränden.

 

Platz eins bei Sonnenscheindauer, Temperatur und Niederschlag unter den Top 10 – der April 2020

Der April 2020 zeichnet sich durch insgesamt sehr deutliche Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961-1990 aus. Bei allen Parametern liegt dieser April ganz weit oben, wenn es um den wärmsten, trockensten und sonnigsten April geht. Mit einer Mitteltemperatur von 11,3 °C liegt der April 2020 mit wirklich deutlichen 3,4 °C über dem Referenz-Mittelwert (7,9 °C). Damit steigt der April 2020 auf Rang sechs der wärmsten April-Monate seit 1881 auf. Absoluter Spitzenreiter bleibt hier der April 2018 mit 12,7 °C. Die Plätze zwei bis fünf wurden übrigens alle nach 2006 belegt. Mit einer Niederschlagsmenge von nur 15 l/m2 erreichte der April 2020 nur gerade einmal 24 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 62 l/m2. Gemeinsam mit dem April 1976 belegt der April 2020 somit Rang sieben der trockensten April-Monate seit 1881. Der April 2007 ist und bleibt mit lediglich 2 l/m2 einsamer Spitzenreiter für NRW. Im Gegensatz zur Temperatur sind die Ränge zwischen Platz eins und Platz sieben sehr stark gemischt bei der Verteilung der Jahre, sowohl die Jahrzehnte als auch die Jahrhunderte betreffend. Bei der Sonnenscheindauer liegt der April 2020 auf Rang eins der längsten Sonnenscheindauer seit 1951 überhaupt. Übrigens sind unter den ersten Top 10 der sonnigsten April-Monate acht Spitzenreiter im Zeitraum nach dem Jahr 2000 registriert worden. Mit 295 Sonnenstunden wurde der Referenz-Mittelwert von 148 Sonnenstunden um das doppelte übertroffen. Durch die lang anhaltende Trockenheit im April und stetigen Ostwinden war die Waldbrandgefahr sehr hoch in diesem April. So gab es im Bergischen Land, der Eifel und an der niederländischen Grenze gleich mehrere größere Waldbrände, die die Einsatzkräfte tagelang in Atem hielten.

 

Sehr sonnig und wärmer als im Mittel – der März 2020

Der März 2020 setzt den Trend zu weiterhin überdurchschnittlich warmen Monaten fort. Mit einer Mitteltemperatur von 6,2 °C wurde der Referenzmittelwert der Klimanormalperiode 1961-1990 von 4,5 °C um 1,7 °C übertroffen. Allerdings reicht die 1,7 °C Abweichung „nur“ für Rang 34 der wärmsten Märzmonate seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung. Beim Niederschlag erreichte der März 2020 den langjährigen Mittelwert von 71 l/m2 mit 70 l/m2 fast punktgenau. Bei der Sonnenscheindauer lag der diesjährige März-Mittelwert von vorläufig 175 Sonnenstunden zu über 74% über dem langjährigen Mittelwert von 103 Sonnenstunden. Mit 175 Sonnenstunden (Stand 30.03.2020 aus der Pressemitteilung des DWDs) zieht der März 2020 gleich mit dem März 1972 auf Rang vier der sonnenreichsten Märze ein. Vermutlich wird es auch für Rang drei reichen, wenn die endgültigen Aufzeichnungen offiziell vorliegen.

 

Auf Rang zwei bei den Mitteltemperaturen – der Winter 2019/2020

Mit einer Mitteltemperatur von knapp 5,2 °C wurde der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 1,7 °C sehr deutlich übertroffen. Der berechnete Mittelwert für NRW von rund 5,2 °C im Winter 2019/2020 genügt für den zweiten Platz der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Nur der Winter 2006/2007 war wärmer in NRW. Mit einer Niederschlagssumme von 286 l/m2 wurde der langjährige Winter-Mittelwert von 223 l/m2 leicht übertroffen. Die Sonnenscheindauer lag im Winter 2019/2020 mit rund 145 Stunden leicht unter dem Mittelwert (151 Stunden.) Dieser Winter war besonders von Sturmtiefs geprägt, die zum Glück nur für leichte Schäden und Störungen (abgesehen für die Karnevalisten, weil die Tulpensonntagszüge zur Sicherheit abgesagt werden mussten) sorgten und deutlich milde Luftmassen aus dem Atlantik herangeführt haben. Während diese Wetterlage in NRW für den weitgehenden Ausfall des klassischen Winters mit Schnee und Frost sorgte, blieb zumindest das arktische Meereis sowie das Grönlandeis durch die ausgeprägte Westwindströmung (straffer Jetstream) von „Hitzewellen“ verschont und erhielten eine kurze Pause von der stark voranschreitenden globalen Erderwärmung (Erderhitzung).

 

Sehr feucht und sehr warm – der Februar 2020

Der Februar 2020 gehört sowohl bei der Mitteltemperatur als auch bei der Niederschlagssumme unter die Spitzenreiter in den Ranglisten. Mit einer Mitteltemperatur von 6 °C wurde der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 1,8 °C sehr deutlich übertroffen. Mit 6 °C zieht der Februar 2020 gemeinsam mit dem Februar 1961 auf Rang vier der wärmsten Februare seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Nur die Februare 2002 (6,1 °C), 1926 (6,3 °C) und 1990 (6,9 °C) waren wärmer. Mit satten 153 l/m2 Niederschlag wurde der Mittelwert von 58 l/m2 fast um ein dreifaches übertroffen. Mit dieser Niederschlagssumme reiht sich der diesjährige Februar bei Rang 3 der nassesten Februare ein. Lediglich 2002 (158 l/m2) und 1946 (213 l/m2) war es im Februar nasser. Die Niederschläge sorgten lokal für leichte Flusshochwasser und für volle Talsperren. Die hohe Niederschlagssumme dürfte vor allem bei den Waldbauern etwas für Erleichterung sorgen, da das seit April 2018 weiterhin bestehende Niederschlagsdefizit nun deutlich entschärft sein dürfte. Hinsichtlich der Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von ca. 72 Stunden mit aktuell 50 Sonnenstunden des diesjährigen Februars deutlich unterschritten.

 

Deutlich wärmer und trockener als im Mittel – der Januar 2020

Mit einer Mitteltemperatur von 4,6 °C lag der diesjährige Januar um sehr deutliche 3,4 °C über dem Mittelwert (1,6 °C) der internationalen Referenz-Klimanormalperiode 1961-1990. Dies genügt für Rang 10 der wärmsten Januare seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung 1881. Mit nur (vorläufiger Wert vom 30.01.) 50 l/m2 erreichte der diesjährige Januar lediglich ca. 65 % der ansonsten üblichen 77 l/m2. Somit hat sich das seit April 2018 herrschende Niederschlagsdefizit wieder auf 256 mm aufsummiert. Was die Sonnenscheindauer betrifft, so wurden die üblichen 42 Sonnenstunden diesen Januar mit 45 Sonnenstunden nur leicht übertroffen.

 

Das bisher drittwärmste Jahr in NRW – Einordnung des Jahres 2019 in die langjährigen Datenreihen

Nachdem das Jahr 2018 das bisher wärmste in NRW war, nur im zehntel Gradbereich wärmer als 2014 (beide gerundet 11°C), liegt 2019 mit rund 10,7 °C nun auf Rang drei der wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung 1881. Gegenüber der internationalen Referenzperiode von 1961-1990 (9,0°C) gibt es eine deutliche Abweichung nach oben, die beim Anblick der Temperaturen der letzten 10 Jahre mittlerweile das neue „Normal“ ist. Überhaupt, bei den wärmsten 10 Jahren kommen 9 Jahre nach 2000 vor, nur 1999 liegt noch im 20. Jahrhundert unter den Top 10 der wärmsten Jahre in NRW. Unter den 30 wärmsten Jahren liegen immer noch 16 der wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert, und nur 9 der wärmsten Jahre vor 1990. Im Vergleich zu 2018 war 2019 wesentlich weniger trocken, aber immer noch leicht unterdurchschnittlich. Mit ca. 815 l/m2 wurden immerhin 94 % des langjährigen Mittelwertes (875 l/m2) erreicht. Allerdings reichen diese 94 % des Mittelwertes nicht aus, das seit April 2018 bestehende Niederschlagsdefizit auszugleichen. Hier müsste deutlich mehr Niederschlag fallen. Mit 1717 Sonnenstunden schien im Jahr 2019 die Sonne rund 19 % häufiger als im Mittelwert (1440 Stunden). Im Jahr 2019 sorgten die Sturmtiefs „Bennet“ (4. März) und „Eberhard“ (10. März) für jeweils ein Todesopfer durch umstürzende Bäume. Sowohl in Roetgen (13.März) als auch in Bocholt (4. Juni) sorgten Tornados der Stärke F2, das sind Windstärken von 181 bis 253 km/h, für erhebliche Sachbeschädigungen und Verletzte. Den stärksten Niederschlag erlebte die Ortschaft Nieheim im Weserbergland mit 91,3 l/m2 am 20. Mai. Ende Juli kletterten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Temperaturen verbreitet über die 40 °C – Marke, wobei ein Tag zuvor die 40 ° C nur knapp verfehlt wurde. Neue Rekordhalter sind die Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst, wo am 25. Juli jeweils Temperaturen von 41,2 °C registriert wurden.

 

Deutlich milder und sonniger als im Mittel – der Dezember 2019

Der Dezember 2019 war mit einer Temperatur von 4,9 °C deutlich wärmer als der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 (2,3 °C) für diesen Monat. Mit dieser deutlichen Abweichung landet der Dezember 2019 immerhin auf Rang 10 der wärmsten Dezember. Mit einer Niederschlagssumme von rund 83 l/m2 wurde der langjährige Mittelwert (88 l/m2) immerhin zu 95 % erfüllt. Ein nachhaltiger Ausgleich des seit April 2018 aufgebauten Niederschlagsdefizits lässt somit jedoch weiter auf sich warten. Der Dezember 2019 war mit 50,1 Sonnenstunden um rund 35 % sonniger als im üblichen Mittel (37 Sonnenstunden).

 

Nur leichte Abweichungen vom Mittelwert – der Herbst 2019

Der Hebst 2019 verlief in NRW ohne allzu große Abweichungen vom langjährigen Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Mitteltemperatur von 10,3 °C lag der diesjährige Herbst um 0,8 °C über dem langjährigen Mittelwert von 9,5 °C. Damit reiht sich der Herbst 2019 dennoch in Platz 10 der wärmsten Herbste seit 1881 ein. Der wärmste Herbst mit rund 13 °C Mittelwert war im Jahr 2006 zu verzeichnen. Die Niederschlagssumme für den Herbst 2019 belief sich auf 246 l/m2 (208 l/m2), womit der langjährige Mittelwert um 18 % übertroffen wurde. Mit der diesjährigen Niederschlagssumme reiht sich der Hebst 2019 auf Rang 41 der niederschlagsreichsten Herbste ein. Die Sonnenscheindauer lag im Herbst 2019 bei 282 Stunden, womit der langjährige Mittelwert (294 Stunden) zu 96 % erreicht wurde.

 

Fast durchschnittlich, wenn auch etwas dunkel – der November 2019

Der November 2019 lag mit einer Mitteltemperatur von 5,5 °C nur leicht über dem langjährigen Mittelwert (5,1 °C) der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Niederschlagssumme von 82 l/m2 (78 l/m2) wurde der langjährige Mittelwert ebenfalls nur um 5 % leicht überboten. Was die Sonnenscheindauer betrifft, so wurde der Mittelwert der internationalen Referenzperiode (53 Stunden) mit 43 Stunden zu rund 81 % erreicht. Der erste Schnee, mit einer beachtlichen Schneedecke von 18 cm, fiel am 18. und 19.11. in Hellenthal-Udenbreth in der Eifel.

 

Deutlich mehr Niederschlag als im Mittel – der Oktober 2019

Der Oktober 2019 war mit 11,4 °C wieder wärmer als die int. Referenzperiode 1961-1990 (9,9 °C). Interessanterweise war der Oktober 2018 ebenfalls 11,4 °C warm, und deutlich zu trocken. Dies kann man vom Oktober 2019 nun wirklich nicht sagen. Mit satten 101 l/m2 wurde das langjährige Mittel von 62 l/m2 um deutliche 63 % übertroffen. Allerdings reicht dies immer noch nicht aus, das seit April 2018 aufgebaute Niederschlagsdefizit auszugleichen. Entsprechend zum Niederschlag lagen die aktuellen Sonnenstunden für den Oktober 2019 mit knapp 90 bei nur 84 % der ansonsten üblichen Sonnenscheindauer (107 Stunden).

 

Ein fast durchschnittlicher erster Herbstmonat – der September 2019

Der September 2019 war nur durch leichte Abweichungen gegenüber der int. Referenzperiode 1961-1990 geprägt. Mit einer mittleren Temperatur von 14,2 °C lag wurde der Referenzwert (13,7 °C) um lediglich 0,5 °C übertroffen. Hinsichtlich der Niederschlagssumme wurde der Mittelwert der int. Referenzperiode (67 mm) in diesem September mit 62 mm immerhin zu rund 93 % erreicht. Bei der im September 2019 erreichten Sonnenscheindauer von 149 Stunden wurde der langjährige Mittelwert von 135 Sonnenscheinstunden um 10 % übertroffen. Insgesamt war der September 2019 demnach erfreulich durchschnittlich nach all den vergangenen Rekordmonaten.

 

Auf Rang drei bei den Temperaturrekorden – der Sommer 2019

Mit 19,1 °C landet der Sommer 2019 in NRW auf Rang 3 der wärmsten je gemessenen Sommer. Lediglich die Sommer 2003 und 2018 waren wärmer. Der langjährige Mittelwert der int. Klimareferenzperiode 1961-1990 (16,3 °C) wurde um deutliche 2,8 °C überschritten. Mit ungefähr 140 l/m2 fielen nur 58 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 240 l/m2. Dies reicht immerhin noch für Rang 9 der trockensten Sommer und dürfte das Niederschlagsdefizit, welches seit April 2018 besteht, weiter verschärfen. Die mittlere Sonnenscheindauer im Sommer 2019 betrug 740 Stunden und übertraf den Mittelwert der Referenzperiode (554 Stunden) um knapp 33 %. Ende Juli gab es an der Station Tönisvorst Tageshöchstwerte von über 40 °C an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das hat es vorher noch nie gegeben.

 

Weiterhin wärmer, trockener und sonniger als im Mittel – der August 2019

Im August 2019 lag die Temperatur in NRW bei 18,9 °C. Dies entspricht einer deutlichen Abweichung von 2,3 °C gegenüber dem langjährigen Mittel von 16,6 °C der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Rangmäßig liegt dieser August somit auf Platz 12. der wärmsten August-Monate seit 1881. Mit 55 l/m2 erreichte dieser August den langjährigen Niederschlagsmittelwert von 73 l/m2 immerhin zu fast 72 %.  Die mittlere Sonnenscheindauer von 183 Stunden wurde im August 2019 mit ca. 225 Stunden um 23 % des Mittelwertes übertroffen.

 

Neue Hitzerekorde in NRW – der Juli 2019

Die Monatsmitteltemperatur lag bei 18,9 °C und übertrifft damit deutlich das langjährige Mittel der Referenzperiode 1961-1990 von 17,0 °C, doch damit wurde kein neuer Rekord aufgestellt. Bei den Höchsttemperaturen fielen die Rekorde hingegen tageweise: am 24. wurden in Geilenkirchen 40,5 °C registriert, das damit den neuen Hitzerekord für Deutschland stellte, ihn aber am 25. schon wieder an Lingen im Emsland abgab. Auch in NRW folgten am 25. neue Spitzenreiter mit Duisburg-Baerl und Tönisvorst bei einem Wert von 41,2 °C. Die Trockenheit setzt sich fort: mit 40 l/m² fiel nicht ganz die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags von 82 l/m². Die Sonnenscheindauer betrug 220 Stunden und liegt damit ebenfalls deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 187 Stunden.

 

Rekord bei Temperatur und Sonnenschein – der Juni 2019

Nach einer beispiellos langen Folge überdurchschnittlich warmer Monate, lediglich unterbrochen durch den unterdurchschnittlich warmen Mai, manifestiert sich für den Juni direkt ein Rekord bei der Mitteltemperatur, scheinbar um den negative Temperaturabweichung vom Mai auszugleichen. Mit 19,5 °C ist der Juni 2019 auf Platz eins der wärmsten Juni-Monate in der mittlerweile 139 Jahre umfassenden Zeitreihe. Gegenüber der mittleren Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 15,4 °C liegt die Abweichung bei 4,1 °C. Gegenüber dem bisherigen Rekordhalter, dem Juni 2003, wurden nochmals fast 0,5 °C „draufgelegt“. Beim Niederschlag konnte mit knapp 45l/m2 nur etwas mehr als die Hälfte der ansonsten üblichen 84 l/m2 erfasst werden. Dieser Wert genügt für Rang 22 der trockensten Monate seit 1881 in Nordrhein-Westfalen. Beim Sonnenschein wurde neben der mittleren Temperatur ebenfalls ein neuer Rekord aufgestellt. Bei fast 300 Sonnenstunden wurde der langjährige Mittelwert (184 Stunden) um über 60 % überschritten. Am 4. Juni sorgte ein Tornado (F2: 184-255 km/h) in Bocholt für erhebliche Sachschäden, wobei zum Glück niemand schwer verletzt wurde.

 

Trotz unterdurchschnittlichen Temperaturen im Mai wärmer als im Mittel – der Frühling 2019

Dank der warmen Monate März und April liegt der Frühling mit 9,4 °C um 1,1 °C über dem langjährigen Mittelwert (1961 – 1990) von 8,3 °C. Damit waren seit 2014 alle Frühlinge wärmer als im Durchschnitt. Seit dem Jahr 2000 gab es lediglich drei Jahre (2006, 2010 und 2013), wo die Frühlingstemperaturen unterhalb des langjährigen Mittelwertes lagen. Hinsichtlich des Niederschlages wurde der Mittelwert für NRW (205 l/m2) mit ungefähr 195 l/m2 nur leicht unterschritten. Dabei war der März deutlich zu nass (ca. 141 % vom Mittelwert), der April deutlich zu trocken (ca. 50 % vom Mittelwert) und der Mai leicht trockener als im Mittel (ca. 90 % vom Mittelwert). Mit 470 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 441 Stunden leicht (ca. 6 %) überboten. Im März forderten die Sturmtiefs „Bennet“ (04.03.) und „Eberhard“ (10.03) tragischerweise jeweils ein Menschenleben durch umstürzende Bäume. Am 20.04. kamen bei einem Starkregenereignis im Weserbergland über 90 l/m2 zusammen.

 

Kühler als im Durchschnitt, endlich eine negative Abweichung – der Mai 2019

Nachdem die letzten 13 Monate ununterbrochen wärmer als die Mitteltemperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 waren, dies gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 vorher noch nie, war der Mai 2019 mit 10,9 °C 1,5 °C kühler als der Mittelwert (12,4 °C). Mit einer Niederschlagssumme von 65 l/m2 wurde der Mittelwert zu 90 % (72 l/m2) erreicht. Neben den kühleren Temperaturen und der fast durchschnittlichen Niederschlagssumme fiel die Sonnenscheindauer mit 160 Sonnenscheinstunden ebenfalls leicht unter dem Mittelwert von 190 Sonnenscheinstunden.

 

Trend ungebrochen, der dreizehnte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der April 2019

Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 waren dreizehn Monate in Folge wärmer als der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Der DWD gibt für NRW eine Mitteltemperatur von 10,3 °C an, was 2,4 °C über dem langjährigen Mittelwert (7,9 °C) liegt und für Rang 16 der wärmsten April-Monate seit 1881 ausreicht. Die mittlere Niederschlagsmenge für den April 2019 lag mit nur 30 l/m2 bei knapp der Hälfte des ansonsten üblichen Mittelwertes (62 l/m2) und kommt damit auf Rang 26 der trockensten April-Monate seit 1881. Neben den sehr hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen war der Sonnenschein mit ca. 215 Sonnenscheinstunden deutlich positiv abweichend vom Mittelwert (148 Sonnenscheinstunden).

 

Der zwölfte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der März 2019

Die neuen DWD-Auswertungen ergeben für den Monat März eine Mitteltemperatur von 7,1 °C in NRW. Gegenüber dem langjährigen Mittel der int. Referenzperiode 1961 – 1990 (4,5 °C) war der März um 2,6 ° C wärmer als sonst üblich und erreicht Rang 12 der wärmsten Märztemperaturen seit 1881. Seit nun schon 12 Monaten in Folge war damit jeder Monat wärmer als im Mittel! Mit 100 l/m2 Monatsniederschlag (71 l/m2) wurde die übliche Regenmenge um knapp 41 % übertroffen, was für den 15 Rang der regenreichsten Märze seit 1881 reicht. Bei den Sonnenscheinstunden erreichte die März 2019 mit lediglich 90 Stunden nur 87 % des Mittelwertes von 109 Sonnenscheinstunden. NRW erlebte diesen Monat zwei stärkere Stürme, wo jeweils ein Todesopfer zu beklagen war. Am 13. fegte ein Tornado der Stärke F2 (181 – 253 km/h Windspitzen) durch den Ort Roetgen bei Aachen, beschädigte 40 Häuser und verletzte fünf Personen.

 

Insgesamt über dem Mittelwert - der Winter 2018/2019

Der Winter 2018/2019 lag bei allen drei Parametern Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer über den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Am deutlichsten ist die Abweichung bei der mittleren Temperatur ausgeprägt. Mit 4,0 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1,7 °C kommt der Winter 2018/2019 in NRW immerhin noch auf Rang 10 der wärmsten Winter seit 1881. Bei 265 l/m2 lag dieser Winter knapp 19 % über dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m2. Mit ca. 195 Sonnenscheinstunden wurde der Mittelwert von 151 Sonnenscheinstunden um ca. 29 % übertroffen.

 

Deutlich sonniger und wärmer als im Mittel - der Februar 2019

Der Februar 2019 weicht im Gegensatz zum Vormonat wieder deutlich stärker vom Temperaturmittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 ab. Mit einer diesjährigen Mitteltemperatur von 5,6 °C wurde der langjährige Mittelwert von 1,8 °C um deutliche 3,8 °C überschritten. Mit diesem Wert reiht sich der Februar 2019 für NRW auf Platz 7 der wärmsten Februare seit 1881 ein. Am 17. wurde mit 20,6 °C in Geilenkirchen, ganz im Westen von NRW, ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Mit einem mittleren Niederschlag von ca. 40 l/m2 erreichte der Februar nur 69 % des langjährigen Mittelwertes von 58 l/m2. Die Sonne schien mit satten 125 Sonnenscheinstunden gegenüber den mittleren 72 Sonnenscheinstunden erheblich häufiger (74 % zusätzlich vom Mittelwert) als üblich.

Mehr Niederschlag als im Mittel, ansonsten fast Durchschnitt – der Januar 2019

Der Januar 2019 zeigte sich mit einer mittleren Temperatur von 1,6 °C nur leicht wärmer als im langjährigem Mittel (1,2 °C) der Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Niederschlagssumme von über 100 l/m2 wurde die mittlere Monatssumme (77 l/m2) um knapp 30 % überschritten. Diese Niederschlagsmenge sollte sich positiv auf die durch die Dürre betroffenen Grundwasser- und Talsperrenspeicher auswirken. Die Sonne schien ca. 45 Stunden und damit nur geringfügig länger als im Mittel (42 Stunden).

 

Das bisher wärmste, sonnigste sowie vierttrockenste Jahr seit 1881 – Einordnung des Jahres 2018 in die langjährigen Datenreihen

Das Jahr 2018 war auch in NRW das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Mit sehr warmen 11 °C wurde der bisherige Rekord von 2014 von 10,9 °C knapp überboten. Zum Vergleich: die mittlere Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 liegt bei 9,0 °C. Auch wenn ein einzelnes Rekordjahr nur geringe Aussagekraft hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels hat, so häufen sich die Rekordjahre mit positiver Temperaturabweichung doch sehr massiv ab dem Jahr 2000. Ab dieser Jahreszahl findet man die 11 der 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In den 1990er Jahren gibt es noch vier Jahre, die in die Top 18 der wärmsten Jahre kommen. Danach treten nur jeweils in den 1980er Jahren, den 1950er sowie den 1930er Jahren eines der 18 wärmsten Jahre auf! Die Niederschlagsmenge war für NRW ebenfalls rekordverdächtig niedrig. Das Jahr 2018 war das vierttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gegenüber dem Mittelwert von 875 l/m2 fielen über das Jahr verteilt nur 605 l/m2, was einem Defizit von 30 % entspricht. Die Trockenheit war im Sommer besonders extrem und reichte für Platz zwei der trockensten Sommer in NRW seit 1911 (Vergleich aller Sommermonate Juni, Juli und August). Mit 1930 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 1440 Stunden um deutliche 34 % übertroffen und der bisherige Rekord von 2003 (1913 Stunden) unter der seit 1951 erfassten Sonnenscheindauer eingestellt.
Neben der extremen Wärme und Trockenheit, die fast das gesamte Jahr über bestimmend waren, sorgten auch einige wetterbedingte Ereignisse für Schlagzeilen und hohe Kosten. Bereits am 18. Januar fegte das Sturmtief Friederike über NRW hinweg und sorgte für drei Tote und ganz erhebliche Mengen an Sturmholz. Im Mai und Anfang Juni gab es zahlreiche extreme Starkniederschläge in NRW, worunter besonders Wuppertal, Aachen und Essen zu leiden hatten. Am 16. Mai sorgte ein Tornado der Stärke F2 bei Viersen für erhebliche Sachschäden. Zahlreiche Wald- und Böschungsbrände sorgten für Feuerwehreinsätze, wovon der Großbrand vom 7. August bei Siegburg mit mehreren zerstörten Häusern und 40 Verletzten den unrühmlichen Höhepunkt darstellte. Neben den zahlreichen Bränden sorgte die anhaltende Trockenheit auch für einen massiven Anstieg der Borkenkäferpopulation, die zur schlimmsten Kalamität seit 1947 in den Fichtenbeständen führte. Auch die Landwirtschaft und vor allem die Rheinschifffart spürten die extreme Trockenheit.

 

Endlich Regen, aber immer noch überdurchschnittlich warm – der Dezember 2018

Mit 120 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel im Dezember endlich der lang ersehnte Regen. Damit fiel im Dezember 36 % mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel von 88 l/m². Auch die Temperatur lag im Dezember mit 4,9 °C deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode von 2,3 °C. Nur beim Sonnenschein zeigte sich der Dezember durchschnittlich: mit 35 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel von 37 Stunden fast erreicht.
 

Sehr trocken und sehr sonnig – der Herbst 2018

Der Herbst 2018 war in NRW insgesamt sehr trocken und sonnig. Mit der im Jahr 2018 gemessenen Mitteltemperatur von 10,8 °C lag die Temperatur 1,3 °C über dem Mittel (9,5 °C int. Referenzperiode 1961 - 1990). Die Abweichung beim Niederschlag war schon größer. Anstatt der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 208 l/m2 fielen mit nur 95 l/m2 nur knapp 46% des saisonalen Mittels. Mit 425 Sonnenstunden wurde der für die Jahreszeit ansonsten übliche Mittelwert von 294 Stunden um satte 45 % überboten. Am 18.09. wurde an der Station Köln-Wahn eine Temperatur von 33,1 °C erreicht, die bundesweit höchste Temperatur im Herbst und ein neuer Rekord für Köln-Wahn für diese Zeit. Insgesamt 7 Sommertage wurden im Oktober (>25 °C) in Düsseldorf, Waltrop-Abdinghof und Tönisvorst ermittelt.
 

Fortgesetzte Dürre und überdurchschnittlicher Sonnenschein – der November 2018

Im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war dieser November mit einer Monatsmitteltemperatur von 6,2 °C nur leicht über dem langjährigen Mittel von 5,1 °C. Die negative Abweichung beim Niederschlag hingegen war mit ca. 25 l/m2 gegenüber den ansonsten üblichen 78 l/m2 ganz erheblich. Nur 30 % der ansonsten üblichen Regenmenge fielen im November 2018 in NRW. Bei den Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 53 Stunden mit über 85 Stunden um satte 63 % übertroffen.
 

Niederschlagsdefizit ungebrochen – der Oktober 2018

Die weitgehend stationäre Witterung sorgte auch im Oktober 2018 im Vergleich zu den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 für eine Verschärfung des Niederschlagsdefizites und weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen. Bei einer mittleren Temperatur von 11,4 °C für diesen Oktober wurde der langjährige Mittelwert (9,9 °C) um 1,5 °C übertroffen. Die rund 25 l/m2 an Niederschlag erreichten nur 40 % der ansonsten für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge (62 l/m2). Die Sonnenscheindauer lag mit 155 Sonnenscheinstunden erheblich über dem für Oktober bestehenden langjährigen Mittelwert von 107 Stunden. Dank südlicher Strömung wurden in Teilen NRWs nochmals 7 Sommertage verzeichnet und am 13. wurde in Tönisvorst mit 28,6 °C der bundesweit höchste Wert erreicht.

 

Weiterhin wärmer und trockener als im Mittel – der September 2018

Auch der September setzte insgesamt den Trend zu überdurchschnittlichen Temperaturen und unterdurchschnittlichen Niederschlägen seit April 2018 fort. Dies galt insbesondere für die ersten drei Wochen, wo am 18. nochmals Temperaturen von über 30 °C in Köln/Wahn erreicht wurden, bevor dann in der letzten Woche des Monats auch witterungsbedingt der Herbst Einzug hielt. Mit einer Temperatur von 15 °C wurde der Mittelwert der int. Referenzperiode von 1961-1990 um 1,3 °C (13,7 °C) übertroffen. Bei einer Niederschlagsmenge von ca. 40 l/m2 blieb der September deutlich unterhalb des langjährigen Mittels von 67 l/m2. Dies sind nur 60 % des Mittelwertes. Die mittlere Sonnenscheindauer von 135 Stunden wurde mit rund 190 Sonnenstunden um 40 % übertroffen.

 

Zweiter Platz bei Wärme und Trockenheit – der Sommer 2018

Der Sommer 2018 war mit 19,3 °C (Durchschnitt Klimanormalperiode 1961 -1990: 16,3 °C) der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Nur der Sommer 2003 war mit 19,6 °C noch etwas wärmer. Mit rund 115 l/m2 Niederschlag (240 l/m2) erreichte dieser Sommer nur ca. 48 % der üblichen Niederschlagsmenge. Damit ist der Sommer 2018 der zweittrockenste Sommer seit 1881. Lediglich der Sommer 1911 war mit 112 l/m2 noch etwas trockener. Die Trockenheit hat enorme Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft. Bei der Anzahl der Sonnenstunden wurde der langjährige Mittelwert von 554 Stunden mit 740 registrierten Sonnenstunden um 34 % übertroffen.

 

Ebenfalls trockner, wärmer und sonniger als im Durchschnitt – der August 2018

Der August setzte den Trend zur überdurchschnittlichen Wärme, Trockenheit und Sonnenscheindauer zumindest für die erste Hälfte des Monats weiter deutlich fort. In der zweiten Hälfte nahm die Hitze zwar etwas ab und es gab ein paar Regenfälle, aber insgesamt bleibt auch dieser Monat wärmer und trockener als im Mittel. Mit 19,5 °C lag die Temperatur im August 2,9 °C über dem langjährigen Mittel (Klimanormalperiode 1961 – 1980) und insgesamt auf Rang 7 der wärmsten Augustmonate seit 1881. Das anhaltende Niederschlagsdefizit blieb mit nur 40 l/m2 (55 % des Mittelwertes und auf Rang 13 der trockensten Augustmonate seit 1881) gegenüber den sonst üblichen 73 l/m2 weiter bestehen. Mit 235 Sonnenscheinstunden übertraf der August den langjährigen Mittelwert von 183 Sonnenstunden um rund 28 %.

 

Trocken, sonnig und warm - der Juli 2018

Auch im Juli hielt das trockene, sonnige, warme Wetter weiter an. Die Durchschnittstemperatur lag mit 20,9 °C 3,9 °C über dem langjährigen Mittelwert von 17 °C.  Die Höchsttemperatur wurde am 26.7. in Duisburg-Baerl mit 38,0 °C gemessen. An Niederschlag fielen 25 l/m², das sind gerade mal 30 % der sonst üblichen Menge im Juli von 82 l/m². Damit war NRW die zweitniederschlagärmste Region Deutschlands. Durch die anhaltende Trockenheit leidet die Landwirtschaft zunehmend und erste Waldbrände waren zu verzeichnen. An Sonnenschein gab es hingegen keinen Mangel, mit 315 Stunden war der Juli fast 70 % sonniger als im langjährigen Durchschnitt mit 187 Stunden.

 

Trockener und etwas wärmer als im Durchschnitt – der Juni 2018

Nachdem die beiden Vormonate als Rekordhalter in die Aufzeichnungen eingingen, lag der Juni 2018 bei 17,4 °C und somit „nur“ 2 °C über dem langjährigen Mittel (15,4 °C) von 1961 – 1990. Mit lediglich 50 l/mvon den ansonsten üblichen 84 l/m2 fiel im Juni nur knapp 60 % der mittleren Regenmenge. Die 190 Sonnenstunden übertrafen den Mittelwert von 184 Stunden nur ganz leicht. Trotz der allgemeinen Trockenheit gab es in den ersten Juniwochen teilweise schwere Unwetter, die zum Beispiel am 9. in Lennestadt-Theten (Sauerland) 81,6 l/m2 an Regen niedergehen ließen.

 

Zuerst kälter, dann deutlich wärmer als im Mittel – der Frühling 2018

Nachdem der März noch etwas kühler als im langjährigen Mittel war, stellten die Monate April und Mai jeweils die wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung bzw. seit 1889 dar. In NRW lag die Frühlings-Temperatur mit 10,9 °C um 2,6 °C höher als der Mittelwert der int. Referenzperiode 1961 - 1990 (8,3 °C). Deutschlandweit (und damit auch höchstwahrscheinlich NRW-weit) ist dieser Frühling der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Nur im Jahr 2007 war der Frühling wärmer. Trotz teilweise extrem hohen Niederschlagsmengen infolge von Gewittern, die für erhebliche Sachschäden sorgten, fielen über die gesamte Landesfläche verteilt mit 155 l/m2 nur 88% der ansonsten üblichen mittleren Niederschlagsmenge (176 l/m2). Zudem war der Frühling mit über 580 Sonnenstunden 31 % sonniger als im Durchschnitt (441 Sonnenstunden). Neben erheblichen Starkniederschlägen, die besonders hart Wuppertal und Aachen trafen, sorgte in Viersen ein Tornado am 16. Mai für zahlreiche Schäden und zwei Verletzte, während am 27. Mai zwei Menschen in Wattenscheid durch Blitzschlag verletzt wurden.

 

Abermals einer der wärmsten Monate seit Aufzeichnungsbeginn – der Mai 2018

Auf den wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnung folgt der Mai ebenfalls in Rekordnähe. Mit 16,2 °C, bei einer Abweichung von deutlichen 3,8 °C gegenüber dem Mittelwert (12,4 °C) der internationalen Referenzperiode (1961 - 1990), war es zuletzt im Jahr 1889 ähnlich warm. Während einige Städte und Kommunen (Aachen, Kreis Heinsberg und  Wuppertal, 29.05.) mit extremen Starkniederschlägen zurechtkommen mussten, lag der die monatliche Niederschlagsmenge im Landesschnitt mit 45 l/m2 bei nur 67 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge (67 l/m2). Mit 280 Sonnenscheinstunden war der Mai 2018 47 % sonniger als im langjährigen Mittel (190 Sonnenscheinstunden). Neben den bereits genannten extremen Starkniederschlägen am 29.05 gab es am 27.05. zwei Verletzte durch Blitzschlag. Darüber hinaus wurden die Ortschaften Boisheim, Dilkrath und Schellerbaum bei Viersen am 17.05. durch einen F2 - Tornado (181 bis 253 km/h) stark in Mitleidenschaft gezogen, wo es ebenfalls zwei Verletzte gab.

 

Die höchsten Temperaturen seit 1881 – der April 2018

Mit einem Mittelwert von 12,8 °C gegenüber dem Mittelwert von 7,9 °C der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 war der April 2018 mit einer sehr großen Abweichung von 4,9 °C so warm wie noch kein April seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Die im April registrierte Niederschlagsmenge von 45 l/m2 war rund 27 % geringer als der für den April ansonsten übliche Mittelwert von 62 l/m2. Die Sonnenscheindauer lag mit 190 Stunden ungefähr 28 % über dem langjährigen Mittelwert des Monats April (148 Stunden). Eine Gewitterfront brachte am 29.04. teilweise extreme Niederschläge, unter denen die Station Aachen-Orsbach mit 63,3 l/m2 die höchste Tagesmenge Deutschlands verzeichnete.

 

Etwas kühler und trockner als im Mittel, dafür sonniger – der März 2018

Der März lag mit 3,8 °C nur 0,7 °C unter dem langjährigen Mittelwert der internationalen Referenzperiode von 1961 -1990, welcher bei 4,5 °C liegt. Damit schließt sich der März 2018 der ausgehenden Winterwitterung nahtlos an. Mit ca. 55 l/m2 erreichte dieser März 77 % der sonst üblichen Regenmenge (71 l/m2) und mit annähernd 120 Sonnenstunden wurde der Mittelwert von 102 Sonnenstunden um knapp 18 % übertroffen

 

Anfangs mild, feucht und dunkel, zum Ende kalt, trocken und sonnig – der Winter 2017/2018

Der vergangene Winter zeichnet sich durch einen gewissen Kontrast der Witterungsbedingungen aus. Während Dezember und Januar sehr mild, feucht und ziemlich sonnenscheinarm waren, bildete der Februar durch seine Kälte, Trockenheit und hohe Sonnenscheindauer einen deutlichen Kontrast. Bezogen auf die Jahreszeit war der Winter 2017/2018 mit 2,4 °C trotz Kältewelle Ende Februar 0,7 °C wärmer als im Mittelwert (1,7 °C). NRW war damit das zweitwärmste Bundesland in diesem Winter. Durch den trockenen Februar wurde der langjährige Niederschlagsmittelwert (223 l/m2) fasst punktgenau mit 225 l/m2 erreicht. Dies gilt auch für die Sonnenscheindauer, die Dank des Februars mit 155 Stunden den Mittelwert von 151 Stunden doch noch ganz leicht übertraf, obwohl der Dezember rekordverdächtig dunkel war. Durch das Sturmtief „Friederike“ verloren 3 Menschen in NRW am 18.01. ihr Leben.

 

Zum Schluss deutlich kälter, sehr trocken und sehr sonnig – der Februar 2018

Im Gegensatz zu den vorherigen Wintermonaten war dieser Februar sehr kalt, trocken und sonnig. Mit einer Durchschnittstemperatur von lediglich -0,9 °C war es im Februar um deutliche 2,7 °C kälter als im langjährigen Mittel (1,8 °C). An Niederschlag fielen in NRW gerade einmal 15 l/m2, dies entspricht nur rund 26 % der sonst üblichen Regenmenge von 58 l/m2. Die Sonne schien mit ca. 125 Stunden (72 Stunden) erheblich häufiger als sonst und übertraf somit den durchschnittlichen Monatswert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 um satte 74 %.

  

Erheblich wärmer als im Mittel, nass, und eher dunkel – der Januar 2018

Mit einer erheblichen Abweichung von 3,5 °C gegenüber dem langjährigem Mittelwert von 1,2 °C war der Januar 2018 mit seinen durchschnittlichen 4,7 °C sehr warm. Die Niederrheinische Bucht und das Niederrheinische Tiefland blieben komplett frostfrei. Deutschlandweit war dieser Januar der sechstwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Mit rund 105 l/m2 (77 l/m2) wurde der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 -1990 (Wert in Klammern) um 36 % deutlich überschritten. Ähnlich wie der Dezember, aber längst nicht so extrem, war auch der Januar mit 25 Sonnenstunden gegenüber dem Mittelwert von 42 Sonnenstunden deutlich sonnenscheinärmer (59 % vom Soll). Das Orkantief „Friederike“ kostete am 18.01. drei Menschenleben uns sorgte für über 900 Mio. € an Sachschäden.

  

Abermals wärmer als im Mittel, Niederschlag im Soll und etwas sonniger trotz dunklem Jahresausklang – Einordung des Jahres 2017 in die langjährigen Datenreihen

Während weltweit das Jahr 2017 unter den drittwärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung zählt, kommt das Jahr 2017 in NRW mit 10,3 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 9,0 °C an fünfter Stelle unter den wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung (1881). Diesen Rang teilt sich das Jahr 2017 mit den Jahren 1989, 1994, 1999, 2002 und 2009. Mit ca. 875 l/m2 lag die Jahresniederschlagssumme von 2017 genau im Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. In der langjährigen Rangfolge liegt diese Niederschlagssumme auf Platz 56. Mit 1460 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel (1440 Sonnenstunden) leicht übertroffen, trotz des extrem sonnenscheinarmen Jahresausklangs. Damit liegt das Jahr 2017 auf Rang 43 der seit 1951 vorliegenden Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer.

  

Dunkel, nass und mild – der Dezember 2017

Der Dezember 2017 war mit 3,6 °C gegenüber 2,3 °C des langjährigen Mittels (1961 – 1990) zu mild. Mit fast 120 l/m2 wurde die ansonsten für den Dezember übliche Regenmenge (88 l/m2) um 34 % übertroffen. Die größte Abweichung wurde allerdings bei der Sonnenscheindauer registriert. Dort wurde mit nur etwas mehr als 10 Stunden lediglich 33 % der durchschnittlichen Sonnenscheindauer (37 Stunden) erreicht. Damit wurde der Negativrekord von 1993, der seit Beginn der Messungen in 1951 besteht, beinahe erreicht. Mit 53 cm Schnee wurde am 18.12. der Kahle Asten die höchste Schneetiefe des Monats festgestellt, wovon nach Weihnachten nur noch 8 cm übrig blieben.

  

Mild, feucht und sonnenscheinarm – Der Herbst 2017

Im Vergleich zum Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war der Herbst in NRW mit 10,4 °C (9,5 °C) deutlich milder als im Mittel. Mit der Niederschlagsmenge von aufgerundet 245 l/m² wurde der saisonale Durchschnitt von 208 l/m² merklich um fast 18 % übertroffen, während es mit knapp 245 Sonnenstunden (83 % vom Mittelwert) gegenüber den gemittelten 285 Sonnenstunden auch deutlich sonnenscheinärmer war. Am 13. September forderte das Sturmtief "Sebastian" ein Menschenleben durch einen umstürzenden Baum.

  

Fast durchschnittlich, aber weniger Sonne – Der November 2017

Der November verlief in NRW insgesamt fast durchschnittlich im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Mit 5,9 °C war der November etwas wärmer als das langjährige Mittel (5,1 °C) und die Regenmenge von ca. 85 l/m² übertraf den Mittelwert von 78 l/m² ebenfalls nur minimal. Mit seinen diesjährig erreichten 40 Sonnenstunden fiel der November 2017 allerdings etwas deutlicher unter das langjährige Mittel von 53 Sonnenstunden.

  

In den Top 10 der Wärmerekorde – der Oktober 2017

Der Oktober 2017 gehört dank der sehr warmen Witterung ab der zweiten Monatsdekade zu den 10 wärmsten Oktobermonaten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Mit 12,0 °C war der Oktober satte 2,1 °C wärmer als das langjährige Oktober-Mittel (9,9 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit 65 l/m2 nur leicht über dem Durchschnitt von 62 l/m2, während die Sonnenscheindauer mit nur knapp 90 Stunden geringer ausfiel als in der Referenzperiode üblich (107 Stunden).

  

Nass, kühl und herbstlich - der September 2017

Der diesjährige September in Nordrhein-Westfalen zeigt sich im Gegensatz zum letzten Jahr von der kühlen, nassen und somit herbstlichen Seite. Mit 13,2 °C im diesjährigen Monatsmittel unterschritt der September 2017 den Durchschnittswert der internationalen Referenzperiode von 13,7 °C um ein halbes Grad . Mit 90 l/m2 Regen lag der registrierte Niederschlag 34 % über dem langjährigen Mittel (67 l/m2). Die unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer von nur 120 Stunden (135 Stunden) passt auch gut zu dem Bild eines insgesamt herbstlichen Septembers. Leider forderte das Sturmtief „Sebastian“ am 13. ein Todesopfer durch einen entwurzelten Baum.

  

Wärmer als im Durchschnitt – der Sommer 2017

Aufgrund des viertwärmsten Junis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und den ebenfalls überdurchschnittlich warmen Monaten Juli und August war der Sommer mit 17,9 °C um deutliche 1,6 °C wärmer als das langjährige Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Somit folgt der Sommer 2017 dem Frühling 2017 mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Über die Sommermonate verteilt lag die Niederschlagsmenge mit 270 l/m2 nur geringfügig über dem langjährigen Mittelwert von 240l/ m2, was einer Abweichung von rund +13 % entspricht. Nichts desto trotz gab es am 19.7. wie beispielsweise in Köln-Stammheim mit 95 l/m²  zum Teil ganz erhebliche Regenmengen, die lokal niedergingen. Mit knapp 560 Sonnenscheinstunden wurde das langjährige Mittel von 554 Sonnenstunden nur ganz knapp überschritten.

  

Zu wenig Sonne, etwas zu warm und zu nass – der August 2017

In Nordrhein-Westfalen war der August mit 17,4 °C abermals wärmer als das übliche Mittel der internationalen Referenzperiode von 16,6 °C. Allerdings ist die Abweichung nach oben eher gering mit 0,8 °C und keineswegs so stark wie im Juni und Juli. Die gefallene Niederschlagsmenge betrug im Mittel rund 90 l/m2 und übertraf die langjährige Durchschnittsregenmenge von 73 l/m2 somit um rund 23 %.  Im Vergleich zu den anderen Bundesländern war Nordrhein-Westfalen mit nur 170 Sonnenstunden (183 Sonnenstunden) das Sonnenscheinärmste.

 

Und dann kam der Regen – der Juli 2017

Weiterhin zeigt sich Nordrhein-Westfalen von seiner warmen Seite: auch der Juli-Mittelwert überschritt mit den erreichten 18,2 °C den langjährigen Mittelwert (17,0 °C) deutlich. Viel eindrucksvoller ist allerdings die Niederschlagsmenge mit im Mittel 130 l/m² für Nordrhein-Westfalen. Dies sind über 60 % mehr als das langjährige Mittel von 82 l/m². In einigen Regionen oder einzelnen Orten bedeutet dies noch eine wesentlich höhere Niederschlagsmenge als üblich. An der Station Köln-Stammheim wurden beim Unwetter am 19.7. allein 95 l/m² gemessen – somit war Köln der niederschlagsreichste Ort an diesem Tag in Deutschland. Dennoch kam auch der Sonnenschein nicht zu kurz: mit 185 Sonnenstunden entsprach der Juli 2017 fast exakt dem langjährigen Mittel von 187 Stunden.

 

Der viertwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung - der Juni 2017

Der vergangene Juni steht nach 2003, 1930 und 1917 auf Rang vier der wärmsten Junimonate, die seit 1881 je gemessen wurden. Mit einer mittleren Temperatur von 18,1 ° C in Nordrhein-Westfalen wurde der offizielle Durchschnittswert für den Monat Juni (internationale Referenzperiode 1961 – 1990) von 15,4 ° C um deutliche 2, 7 ° C überschritten. Bei annähernd 75 l/m2 wurde 89 % des langjährigen Mittels an Niederschlag (84 l/m2) in Nordrhein-Westfalen erreicht. Ein leichtes Plus von rund 14 %, mit 210 Sonnenscheinstunden gegenüber 184 Stunden des langjährigen Mittels, wurde im Juni bei der Sonnenscheindauer festgestellt. Am 15. wurde das nördliche Ruhrgebiet von einer Gewitterfront heimgesucht, die zahlreiche Bäume in Recklinghausen umknickte sowie ein Haus in Herten abdeckte. Die Hitzewelle mit Höhepunkt am 22. sorgte an einigen Messstellen für neue Temperaturrekorde.

 

Die Witterung bleibt trocken, sonnig und warm – der Frühling 2017

Im Vergleich zum langjährigen Mittel wurden in NRW abermals überdurchschnittliche Werte für Temperatur und Sonnenscheindauer gemessen. Die Niederschlagsmenge hingegen fiel geringer aus als der Durchschnitt. Somit bleibt der Trend hin zu überdurchschnittlichen Temperaturen und längerer Sonnenscheindauer bei zu geringen Niederschlagsmengen bestehen. Die Frühlingstemperaturen in NRW liegen mit 10,2 °C deutlich über dem langjährigem Wert der Frühlingsmonate von 8,3 °C. Die Sonnenscheindauer übertraf mit 515 Stunden das Mittel von 441 Stunden, während die gemessene Regenmenge des Frühlings mit 135 l/m2 die mittlere Niederschlagsmenge von 205 l/m2 deutlich unterschritt. Die ausgeprägte Hitzewelle Ende Mai sorgte für einen neuen Temperaturrekord für Düsseldorf. Dort wurde am 29. Mai eine Höchsttemperatur von 33,8 °C gemessen und somit der alte Rekord vom 12. Mai 1998 von 31,7 °C gleich um 2,1 °C überschritten.

 

Vor allem warm – der Mai 2017

Der Mai zeichnet sich als deutlich zu warmer Monat aus. Mit 14,8 °C war es im Mai viel wärmer als sonst bei einer Referenztemperatur von 12,4 °C. Die Sonne schien mit 210 Stunden nur etwas länger als der Durchschnitt von 190 Stunden. Die Niederschlagsmenge von 50 l/m2 liegt deutlich unter der gemittelten Menge von 72 l/m2. In der Nacht zum 18. Mai wurden im Ruhrgebiet und dem Umland ungewöhnlich hohe Tiefsttemperaturen gemessen, die lokal die 20 °C (Tropennacht) nur knapp unterschritten.

 

Abwechslungsreiches Aprilwetter – der April 2017

Der April zeigte sich in NRW sowohl von seiner sonnigen warmen Seite als auch von seiner winterlichen Seite. Insgesamt führte dies dazu, dass der April im Mittel 2017 fast den langjährigen Mittelwerten von 1961-1990 entspricht. Die Temperatur lag mit 7,6 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Wert. Die Sonnenstunden erreichten den Wert mit 150 Stunden mit nur 2 Stunden mehr fast punktgenau. Nur der Niederschlag weicht etwas vom langjährigen Durchschnittswert ab. So wurden 2017 25 l/m² gemessen, dies sind nur etwa 37 Prozent der Menge, die im langjährigen Mittel im April verzeichnet wird. Im Sauerland fiel ein Teil des Niederschlags um die Monatsmitte herum auch als Schnee.

 

Neuer Temperaturrekord – der März 2017

Im Deutschlandmittel war der März 2017 der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn. Auch in NRW wurde 2017 die höchste Märztemperatur seit Aufzeichnungsbeginn verzeichnet. Mit 8,3 °C war NRW das wärmste Bundesland, die Monatsmitteltemperatur lag dabei 3,8 °C über dem langjährigen Mittel des Zeitraums 1961-1990. Die Sonnenstunden fielen mit 150 Stunden ebenfalls überdurchschnittlich aus - im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 103 Stunden. Der Niederschlag blieb mit 60 l/m² hingegen geringfügig hinter dem langjährigen Wert von 71 l/m² zurück.

 

Insgesamt trocken, sonnig und mild – der Winter 2016/2017

Der Winter 2016/2017 wird von den trockenen, sonnenscheinreichen Phasen im Dezember und Januar dominiert, sodass er insgesamt als trocken, sonnig und mild bezeichnet werden kann. In den Werten drückt sich dies folgendermaßen aus: die Lufttemperatur überschreitet mit 2,5 °C im Winter den langjährigen Mittelwert von 1,7 °C. Mit 220 Sonnenstunden schien die Sonne deutlich länger als im langjährigen Mittel (151 Stunden). Umgekehrt blieb der Niederschlag mit 140 l/m² deutlich hinter dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m² zurück, wodurch zeitweise sehr niedrige Pegelstände verursacht wurden. Außerdem trat mit Tief Thomas am 23.2. ein Wintersturm auf.

 

Sehr warm trotz wenig Sonnenschein – der Februar 2017

Die Temperatur lag im Februar in NRW mit 4,5 °C deutlich über dem langjährigen Mittel von 1,8 °C. Damit war NRW im Februar das wärmste Bundesland. Die Sonnenscheindauer blieb im Februar jedoch mit 65 Stunden leicht unter dem langjährigen Wert von 72 Stunden. Der Niederschlag entsprach mit 60 l/m² in etwa dem langjährigen Mittelwert (58 l/m²). Damit bricht der Februar den niederschlagsarmen, sonnenreichen Trend der bisherigen Wintermonaten 2016/17.

 

Kalt, trocken und sehr sonnig – der Januar 2017

Mit Ausnahme der Lufttemperatur setzt sich im Januar der Trend des Dezembers mit viel Sonne und wenig Niederschlag für den Winter 2016/17 fort. Die Temperaturen hingegen fielen deutlich: mit -0,5 °C blieb die mittlere Januartemperatur 2017 deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 1,2 °C in NRW. Mit 80 Sonnenstunden wurden fast doppelt so viele Sonnenstunden verzeichnet, wie sie sonst für den Januar in NRW üblich sind (langjähriges Mittel: 42 Stunden). Auch für Deutschland gilt der Januar 2017 mit durchschnittlich 75 Sonnenstunden als sehr sonnenscheinreich und zählt somit zu den vier sonnenscheinreichsten Januar-Werten seit 1951. Der Niederschlag in NRW blieb wiederum hinter dem langjährigen Januarwert von 77 l/m² zurück: es wurden in NRW nur 45 l/m² registriert. Die fortgesetzte Trockenheit führt dazu, dass der Wasserstand an den Flusspegeln sinkt. Ende des Monats wurde in Duisburg zeitweise ein Wasserstand von unter 70 cm gemessen (Quelle: WSV). Solch niedrige Wasserstände in den Wintermonaten sind selten.

 

Sehr warm, wenig Niederschlag und viel Sonne – so ordnet sich das Jahr 2016 in die langjährigen Daten ein

Die mittlere Durchschnittstemperatur in NRW betrug 2016 10,1 °C – das bedeutet 2016 war zusammen mit 1934 und 2003 das zwölftwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1881. 770 l/m² Niederschlag wurden in NRW 2016 registriert, damit erreicht 2016 Platz 38 der regenärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Mit 1555 Sonnenstunden liegt 2015 deutlich über dem langjährigen Mittelwert. Seit Aufzeichnungsbeginn 1951 erreicht es Platz 20 der sonnenscheinreichsten Jahre in NRW.

 

Warm, trocken und sehr sonnig – der Dezember 2016

Die Lufttemperatur erreichte in NRW im Dezembermittel 3,6 °C, damit lag sie 1,3 °C über dem langjährigen Mittelwert. Der Niederschlag fiel im Dezember sehr gering aus, so wurden in NRW nur 25 l/m² registriert, dies ist weniger als ein Drittel der üblichen Dezemberniederschlagsmenge von 88 l/m². Für Deutschland ergaben die Auswertungen des Deutschen Wetterdienst 35 % der üblichen Regenmenge, damit zählt der Dezember 2016 für Deutschland zu den 12 trockensten Dezembern seit Messbeginn 1881. Noch markanter treten die Abweichungen bei der Sonnenscheindauer zu Tage. In NRW wurden 75 Sonnenstunden verzeichnet, das entspricht über 200 % der üblichen Andauer für NRW von 37 Stunden. In der deutschlandweiten Betrachtung wird der Dezember 2016 als drittsonnenscheinreichster Dezember seit Messbeginn 1951 geführt.

 

Abwechslungsreich – der Herbst 2016

Der Herbst begann in NRW mit einem sehr warmen und trockenen September und der Einstellung von Temperaturrekorden. Der Oktober zeigte sich eher durchwachsen und war im Vergleich mit dem langjährigen Mittel zu kühl, aber auch zu trocken. Der November erreicht hingegen fast die langjährigen Durchschnittswerte der Temperatur, des Niederschlags und der Sonnenscheindauer. Dominiert durch den September war der Herbst 2016 in NRW damit insgesamt zu warm (0,8 °C im Vergleich zur langjährigen Referenztemperatur von 9,5 °C). Darüber hinaus viel mit 140 l/m² deutlich weniger Regen als im Schnitt (208 l/m²) und auch die Sonne schien mit 340 Stunden deutlich länger als im langjährigen Mittel von 294 Stunden. Damit entspricht NRW dem deutschlandweiten Mittel des Herbstes 2016 mit zu warmen, zu trockenen und sonnenscheinreichen Verhältnissen.

 

Typischer November 2016 in NRW

Der November 2016 zeigt nur geringe Abweichungen zu den langjährigen Durchschnittswerten. So lag die Temperatur mit 4,8 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Mittelwert von 5,1 °C, der Niederschlag blieb lediglich um 8 l/m² hinter dem langjährigen Wert von 78 l/m² zurück und die Sonnenscheindauer erreichte mit 50 Stunden nur drei Stunden weniger als es dem langjährigen Mittelwert entspricht.

 

Wenig Sonnenschein – der Oktober 2016

Die Temperatur lag im Oktober 2016 in NRW mit 9,0 °C leicht unter den langjährigen Durchschnittswerten von 9,9 °C. Der Niederschlag blieb mit 50 l/m² ebenfalls leicht unter dem Schnitt von 62 l/m² zurück. Der Sonnen schein lag mit rund 70 Stunden schon etwas deutlicher unter dem langjährigen Wert von 107 Stunden. Damit zählte Nordrhein-Westfalen im deutschlandweiten Vergleich im Oktober aber noch zu den sonnenscheinreichen Bundesländern.

 

Weiterhin überdurchschnittlich warm und trocken – der September 2016 in NRW

Im September zeigte sich NRW warm und trocken. Mit 17,3 °C lag die Durchschnittstemperatur deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 von 13,7 °C. Die durchschnittliche Regenmenge in NRW lag mit zirka 25 l/m² ebenfalls deutlich unter dem Wert der Referenzperiode von 67 l/m², vor allem im nördlichen NRW fiel mit teilweise unter 10 l/m² lokal sehr wenig Regen. Selbst Temperaturrekorde wurden im September eingestellt: in Geilenkirchen wurden am 13. September 34,3 °C verzeichnet und somit der alte Rekord von 1973 um 2,3 °C übertroffen. In Bad Lippspringe wurde vom 12. Auf den 13. September eine Tropennacht verzeichnet.

 

Warm, regenreich und wenig Sonne – der Sommer 2016 in NRW

Der Sommer begann im Juni mit heftigen Niederschlägen, die vor allem am Niederrhein für Überschwemmungen sorgten und verabschiedete sich Ende August mit einer Hitzewelle. Die Temperaturen von durchschnittlich 17,7 °C in NRW waren im Vergleich zur Referenzperiode 1960-1991 (16,3 °C) etwa 1,4 °C höher. Auch wenn die Sonnenscheindauer des Sommers 2016 bundesweit im Durchschnitt der letzten Jahre liegt, blieb die Sonnenscheindauer in NRW mit 545 Stunden unter dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 (554 Stunden), somit schien die Sonne in NRW am wenigsten. Trotz der hohen Niederschläge im Juni fiel der Sommer 2016 insgesamt für NRW mit 245 l/m² durchschnittlich aus (Referenzperiode: 240 l/m²).