Aktuelle Einordnung der Witterung in NRW

 

In diesem Abschnitt werden die Witterungsgegebenheiten einzelner Monate und Jahreszeiten mit den langjährigen Werten der Referenzperiode 1961-1990 verglichen. Die Auswertungen beziehen sich auf die Pressemitteilungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Deutschlandwetter.

 

Trend ungebrochen, der dreizehnte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der April 2019

Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 waren dreizehn Monate in Folge wärmer als der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Der DWD gibt für NRW eine Mitteltemperatur von 10,3 °C an, was 2,4 °C über dem langjährigen Mittelwert (7,9 °C) liegt und für Rang 16 der wärmsten April-Monate seit 1881 ausreicht. Die mittlere Niederschlagsmenge für den April 2019 lag mit nur 30 l/m2 bei knapp der Hälfte des ansonsten üblichen Mittelwertes (62 l/m2) und kommt damit auf Rang 26 der trockensten April-Monate seit 1881. Neben den sehr hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen war der Sonnenschein mit ca. 215 Sonnenscheinstunden deutlich positiv abweichend vom Mittelwert (148 Sonnenscheinstunden).

 

Der zwölfte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der März 2019

Die neuen DWD-Auswertungen ergeben für den Monat März eine Mitteltemperatur von 7,1 °C in NRW. Gegenüber dem langjährigen Mittel der int. Referenzperiode 1961 – 1990 (4,5 °C) war der März um 2,6 ° C wärmer als sonst üblich und erreicht Rang 12 der wärmsten Märztemperaturen seit 1881. Seit nun schon 12 Monaten in Folge war damit jeder Monat wärmer als im Mittel! Mit 100 l/m2 Monatsniederschlag (71 l/m2) wurde die übliche Regenmenge um knapp 41 % übertroffen, was für den 15 Rang der regenreichsten Märze seit 1881 reicht. Bei den Sonnenscheinstunden erreichte die März 2019 mit lediglich 90 Stunden nur 87 % des Mittelwertes von 109 Sonnenscheinstunden. NRW erlebte diesen Monat zwei stärkere Stürme, wo jeweils ein Todesopfer zu beklagen war. Am 13. fegte ein Tornado der Stärke F2 (181 – 253 km/h Windspitzen) durch den Ort Roetgen bei Aachen, beschädigte 40 Häuser und verletzte fünf Personen.

 

Insgesamt über dem Mittelwert - der Winter 2018/2019

Der Winter 2018/2019 lag bei allen drei Parametern Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer über den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Am deutlichsten ist die Abweichung bei der mittleren Temperatur ausgeprägt. Mit 4,0 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1,7 °C kommt der Winter 2018/2019 in NRW immerhin noch auf Rang 10 der wärmsten Winter seit 1881. Bei 265 l/m2 lag dieser Winter knapp 19 % über dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m2. Mit ca. 195 Sonnenscheinstunden wurde der Mittelwert von 151 Sonnenscheinstunden um ca. 29 % übertroffen.

 

Deutlich sonniger und wärmer als im Mittel - der Februar 2019

Der Februar 2019 weicht im Gegensatz zum Vormonat wieder deutlich stärker vom Temperaturmittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 ab. Mit einer diesjährigen Mitteltemperatur von 5,6 °C wurde der langjährige Mittelwert von 1,8 °C um deutliche 3,8 °C überschritten. Mit diesem Wert reiht sich der Februar 2019 für NRW auf Platz 7 der wärmsten Februare seit 1881 ein. Am 17. wurde mit 20,6 °C in Geilenkirchen, ganz im Westen von NRW, ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Mit einem mittleren Niederschlag von ca. 40 l/m2 erreichte der Februar nur 69 % des langjährigen Mittelwertes von 58 l/m2. Die Sonne schien mit satten 125 Sonnenscheinstunden gegenüber den mittleren 72 Sonnenscheinstunden erheblich häufiger (74 % zusätzlich vom Mittelwert) als üblich.

 

Mehr Niederschlag als im Mittel, ansonsten fast Durchschnitt – der Januar 2019

Der Januar 2019 zeigte sich mit einer mittleren Temperatur von 1,6 °C nur leicht wärmer als im langjährigem Mittel (1,2 °C) der Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Niederschlagssumme von über 100 l/m2 wurde die mittlere Monatssumme (77 l/m2) um knapp 30 % überschritten. Diese Niederschlagsmenge sollte sich positiv auf die durch die Dürre betroffenen Grundwasser- und Talsperrenspeicher auswirken. Die Sonne schien ca. 45 Stunden und damit nur geringfügig länger als im Mittel (42 Stunden).

 

Das bisher wärmste, sonnigste sowie vierttrockenste Jahr seit 1881 – Einordnung des Jahres 2018 in die langjährigen Datenreihen

Das Jahr 2018 war auch in NRW das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Mit sehr warmen 11 °C wurde der bisherige Rekord von 2014 von 10,9 °C knapp überboten. Zum Vergleich: die mittlere Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 liegt bei 9,0 °C. Auch wenn ein einzelnes Rekordjahr nur geringe Aussagekraft hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels hat, so häufen sich die Rekordjahre mit positiver Temperaturabweichung doch sehr massiv ab dem Jahr 2000. Ab dieser Jahreszahl findet man die 11 der 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In den 1990er Jahren gibt es noch vier Jahre, die in die Top 18 der wärmsten Jahre kommen. Danach treten nur jeweils in den 1980er Jahren, den 1950er sowie den 1930er Jahren eines der 18 wärmsten Jahre auf! Die Niederschlagsmenge war für NRW ebenfalls rekordverdächtig niedrig. Das Jahr 2018 war das vierttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gegenüber dem Mittelwert von 875 l/m2 fielen über das Jahr verteilt nur 605 l/m2, was einem Defizit von 30 % entspricht. Die Trockenheit war im Sommer besonders extrem und reichte für Platz zwei der trockensten Sommer in NRW seit 1911 (Vergleich aller Sommermonate Juni, Juli und August). Mit 1930 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 1440 Stunden um deutliche 34 % übertroffen und der bisherige Rekord von 2003 (1913 Stunden) unter der seit 1951 erfassten Sonnenscheindauer eingestellt.
Neben der extremen Wärme und Trockenheit, die fast das gesamte Jahr über bestimmend waren, sorgten auch einige wetterbedingte Ereignisse für Schlagzeilen und hohe Kosten. Bereits am 18. Januar fegte das Sturmtief Friederike über NRW hinweg und sorgte für drei Tote und ganz erhebliche Mengen an Sturmholz. Im Mai und Anfang Juni gab es zahlreiche extreme Starkniederschläge in NRW, worunter besonders Wuppertal, Aachen und Essen zu leiden hatten. Am 16. Mai sorgte ein Tornado der Stärke F2 bei Viersen für erhebliche Sachschäden. Zahlreiche Wald- und Böschungsbrände sorgten für Feuerwehreinsätze, wovon der Großbrand vom 7. August bei Siegburg mit mehreren zerstörten Häusern und 40 Verletzten den unrühmlichen Höhepunkt darstellte. Neben den zahlreichen Bränden sorgte die anhaltende Trockenheit auch für einen massiven Anstieg der Borkenkäferpopulation, die zur schlimmsten Kalamität seit 1947 in den Fichtenbeständen führte. Auch die Landwirtschaft und vor allem die Rheinschifffart spürten die extreme Trockenheit.

 

Endlich Regen, aber immer noch überdurchschnittlich warm – der Dezember 2018

Mit 120 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel im Dezember endlich der lang ersehnte Regen. Damit fiel im Dezember 36 % mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel von 88 l/m². Auch die Temperatur lag im Dezember mit 4,9 °C deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode von 2,3 °C. Nur beim Sonnenschein zeigte sich der Dezember durchschnittlich: mit 35 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel von 37 Stunden fast erreicht.
 

Sehr trocken und sehr sonnig – der Herbst 2018

Der Herbst 2018 war in NRW insgesamt sehr trocken und sonnig. Mit der im Jahr 2018 gemessenen Mitteltemperatur von 10,8 °C lag die Temperatur 1,3 °C über dem Mittel (9,5 °C int. Referenzperiode 1961 - 1990). Die Abweichung beim Niederschlag war schon größer. Anstatt der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 208 l/m2 fielen mit nur 95 l/m2 nur knapp 46% des saisonalen Mittels. Mit 425 Sonnenstunden wurde der für die Jahreszeit ansonsten übliche Mittelwert von 294 Stunden um satte 45 % überboten. Am 18.09. wurde an der Station Köln-Wahn eine Temperatur von 33,1 °C erreicht, die bundesweit höchste Temperatur im Herbst und ein neuer Rekord für Köln-Wahn für diese Zeit. Insgesamt 7 Sommertage wurden im Oktober (>25 °C) in Düsseldorf, Waltrop-Abdinghof und Tönisvorst ermittelt.
 

Fortgesetzte Dürre und überdurchschnittlicher Sonnenschein – der November 2018

Im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war dieser November mit einer Monatsmitteltemperatur von 6,2 °C nur leicht über dem langjährigen Mittel von 5,1 °C. Die negative Abweichung beim Niederschlag hingegen war mit ca. 25 l/m2 gegenüber den ansonsten üblichen 78 l/m2 ganz erheblich. Nur 30 % der ansonsten üblichen Regenmenge fielen im November 2018 in NRW. Bei den Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 53 Stunden mit über 85 Stunden um satte 63 % übertroffen.
 

Niederschlagsdefizit ungebrochen – der Oktober 2018

Die weitgehend stationäre Witterung sorgte auch im Oktober 2018 im Vergleich zu den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 für eine Verschärfung des Niederschlagsdefizites und weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen. Bei einer mittleren Temperatur von 11,4 °C für diesen Oktober wurde der langjährige Mittelwert (9,9 °C) um 1,5 °C übertroffen. Die rund 25 l/m2 an Niederschlag erreichten nur 40 % der ansonsten für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge (62 l/m2). Die Sonnenscheindauer lag mit 155 Sonnenscheinstunden erheblich über dem für Oktober bestehenden langjährigen Mittelwert von 107 Stunden. Dank südlicher Strömung wurden in Teilen NRWs nochmals 7 Sommertage verzeichnet und am 13. wurde in Tönisvorst mit 28,6 °C der bundesweit höchste Wert erreicht.

 

Weiterhin wärmer und trockener als im Mittel – der September 2018

Auch der September setzte insgesamt den Trend zu überdurchschnittlichen Temperaturen und unterdurchschnittlichen Niederschlägen seit April 2018 fort. Dies galt insbesondere für die ersten drei Wochen, wo am 18. nochmals Temperaturen von über 30 °C in Köln/Wahn erreicht wurden, bevor dann in der letzten Woche des Monats auch witterungsbedingt der Herbst Einzug hielt. Mit einer Temperatur von 15 °C wurde der Mittelwert der int. Referenzperiode von 1961-1990 um 1,3 °C (13,7 °C) übertroffen. Bei einer Niederschlagsmenge von ca. 40 l/m2 blieb der September deutlich unterhalb des langjährigen Mittels von 67 l/m2. Dies sind nur 60 % des Mittelwertes. Die mittlere Sonnenscheindauer von 135 Stunden wurde mit rund 190 Sonnenstunden um 40 % übertroffen.

 

Zweiter Platz bei Wärme und Trockenheit – der Sommer 2018

Der Sommer 2018 war mit 19,3 °C (Durchschnitt Klimanormalperiode 1961 -1990: 16,3 °C) der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Nur der Sommer 2003 war mit 19,6 °C noch etwas wärmer. Mit rund 115 l/m2 Niederschlag (240 l/m2) erreichte dieser Sommer nur ca. 48 % der üblichen Niederschlagsmenge. Damit ist der Sommer 2018 der zweittrockenste Sommer seit 1881. Lediglich der Sommer 1911 war mit 112 l/m2 noch etwas trockener. Die Trockenheit hat enorme Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft. Bei der Anzahl der Sonnenstunden wurde der langjährige Mittelwert von 554 Stunden mit 740 registrierten Sonnenstunden um 34 % übertroffen.

 

Ebenfalls trockner, wärmer und sonniger als im Durchschnitt – der August 2018

Der August setzte den Trend zur überdurchschnittlichen Wärme, Trockenheit und Sonnenscheindauer zumindest für die erste Hälfte des Monats weiter deutlich fort. In der zweiten Hälfte nahm die Hitze zwar etwas ab und es gab ein paar Regenfälle, aber insgesamt bleibt auch dieser Monat wärmer und trockener als im Mittel. Mit 19,5 °C lag die Temperatur im August 2,9 °C über dem langjährigen Mittel (Klimanormalperiode 1961 – 1980) und insgesamt auf Rang 7 der wärmsten Augustmonate seit 1881. Das anhaltende Niederschlagsdefizit blieb mit nur 40 l/m2 (55 % des Mittelwertes und auf Rang 13 der trockensten Augustmonate seit 1881) gegenüber den sonst üblichen 73 l/m2 weiter bestehen. Mit 235 Sonnenscheinstunden übertraf der August den langjährigen Mittelwert von 183 Sonnenstunden um rund 28 %.

 

Trocken, sonnig und warm - der Juli 2018

Auch im Juli hielt das trockene, sonnige, warme Wetter weiter an. Die Durchschnittstemperatur lag mit 20,9 °C 3,9 °C über dem langjährigen Mittelwert von 17 °C.  Die Höchsttemperatur wurde am 26.7. in Duisburg-Baerl mit 38,0 °C gemessen. An Niederschlag fielen 25 l/m², das sind gerade mal 30 % der sonst üblichen Menge im Juli von 82 l/m². Damit war NRW die zweitniederschlagärmste Region Deutschlands. Durch die anhaltende Trockenheit leidet die Landwirtschaft zunehmend und erste Waldbrände waren zu verzeichnen. An Sonnenschein gab es hingegen keinen Mangel, mit 315 Stunden war der Juli fast 70 % sonniger als im langjährigen Durchschnitt mit 187 Stunden.

 

Trockener und etwas wärmer als im Durchschnitt – der Juni 2018

Nachdem die beiden Vormonate als Rekordhalter in die Aufzeichnungen eingingen, lag der Juni 2018 bei 17,4 °C und somit „nur“ 2 °C über dem langjährigen Mittel (15,4 °C) von 1961 – 1990. Mit lediglich 50 l/mvon den ansonsten üblichen 84 l/m2 fiel im Juni nur knapp 60 % der mittleren Regenmenge. Die 190 Sonnenstunden übertrafen den Mittelwert von 184 Stunden nur ganz leicht. Trotz der allgemeinen Trockenheit gab es in den ersten Juniwochen teilweise schwere Unwetter, die zum Beispiel am 9. in Lennestadt-Theten (Sauerland) 81,6 l/m2 an Regen niedergehen ließen.

 

Zuerst kälter, dann deutlich wärmer als im Mittel – der Frühling 2018

Nachdem der März noch etwas kühler als im langjährigen Mittel war, stellten die Monate April und Mai jeweils die wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung bzw. seit 1889 dar. In NRW lag die Frühlings-Temperatur mit 10,9 °C um 2,6 °C höher als der Mittelwert der int. Referenzperiode 1961 - 1990 (8,3 °C). Deutschlandweit (und damit auch höchstwahrscheinlich NRW-weit) ist dieser Frühling der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Nur im Jahr 2007 war der Frühling wärmer. Trotz teilweise extrem hohen Niederschlagsmengen infolge von Gewittern, die für erhebliche Sachschäden sorgten, fielen über die gesamte Landesfläche verteilt mit 155 l/m2 nur 88% der ansonsten üblichen mittleren Niederschlagsmenge (176 l/m2). Zudem war der Frühling mit über 580 Sonnenstunden 31 % sonniger als im Durchschnitt (441 Sonnenstunden). Neben erheblichen Starkniederschlägen, die besonders hart Wuppertal und Aachen trafen, sorgte in Viersen ein Tornado am 16. Mai für zahlreiche Schäden und zwei Verletzte, während am 27. Mai zwei Menschen in Wattenscheid durch Blitzschlag verletzt wurden.

 

Abermals einer der wärmsten Monate seit Aufzeichnungsbeginn – der Mai 2018

Auf den wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnung folgt der Mai ebenfalls in Rekordnähe. Mit 16,2 °C, bei einer Abweichung von deutlichen 3,8 °C gegenüber dem Mittelwert (12,4 °C) der internationalen Referenzperiode (1961 - 1990), war es zuletzt im Jahr 1889 ähnlich warm. Während einige Städte und Kommunen (Aachen, Kreis Heinsberg und  Wuppertal, 29.05.) mit extremen Starkniederschlägen zurechtkommen mussten, lag der die monatliche Niederschlagsmenge im Landesschnitt mit 45 l/m2 bei nur 67 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge (67 l/m2). Mit 280 Sonnenscheinstunden war der Mai 2018 47 % sonniger als im langjährigen Mittel (190 Sonnenscheinstunden). Neben den bereits genannten extremen Starkniederschlägen am 29.05 gab es am 27.05. zwei Verletzte durch Blitzschlag. Darüber hinaus wurden die Ortschaften Boisheim, Dilkrath und Schellerbaum bei Viersen am 17.05. durch einen F2 - Tornado (181 bis 253 km/h) stark in Mitleidenschaft gezogen, wo es ebenfalls zwei Verletzte gab.

 

Die höchsten Temperaturen seit 1881 – der April 2018

Mit einem Mittelwert von 12,8 °C gegenüber dem Mittelwert von 7,9 °C der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 war der April 2018 mit einer sehr großen Abweichung von 4,9 °C so warm wie noch kein April seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Die im April registrierte Niederschlagsmenge von 45 l/m2 war rund 27 % geringer als der für den April ansonsten übliche Mittelwert von 62 l/m2. Die Sonnenscheindauer lag mit 190 Stunden ungefähr 28 % über dem langjährigen Mittelwert des Monats April (148 Stunden). Eine Gewitterfront brachte am 29.04. teilweise extreme Niederschläge, unter denen die Station Aachen-Orsbach mit 63,3 l/m2 die höchste Tagesmenge Deutschlands verzeichnete.

 

Etwas kühler und trockner als im Mittel, dafür sonniger – der März 2018

Der März lag mit 3,8 °C nur 0,7 °C unter dem langjährigen Mittelwert der internationalen Referenzperiode von 1961 -1990, welcher bei 4,5 °C liegt. Damit schließt sich der März 2018 der ausgehenden Winterwitterung nahtlos an. Mit ca. 55 l/m2 erreichte dieser März 77 % der sonst üblichen Regenmenge (71 l/m2) und mit annähernd 120 Sonnenstunden wurde der Mittelwert von 102 Sonnenstunden um knapp 18 % übertroffen

 

Anfangs mild, feucht und dunkel, zum Ende kalt, trocken und sonnig – der Winter 2017/2018

Der vergangene Winter zeichnet sich durch einen gewissen Kontrast der Witterungsbedingungen aus. Während Dezember und Januar sehr mild, feucht und ziemlich sonnenscheinarm waren, bildete der Februar durch seine Kälte, Trockenheit und hohe Sonnenscheindauer einen deutlichen Kontrast. Bezogen auf die Jahreszeit war der Winter 2017/2018 mit 2,4 °C trotz Kältewelle Ende Februar 0,7 °C wärmer als im Mittelwert (1,7 °C). NRW war damit das zweitwärmste Bundesland in diesem Winter. Durch den trockenen Februar wurde der langjährige Niederschlagsmittelwert (223 l/m2) fasst punktgenau mit 225 l/m2 erreicht. Dies gilt auch für die Sonnenscheindauer, die Dank des Februars mit 155 Stunden den Mittelwert von 151 Stunden doch noch ganz leicht übertraf, obwohl der Dezember rekordverdächtig dunkel war. Durch das Sturmtief „Friederike“ verloren 3 Menschen in NRW am 18.01. ihr Leben.

 

Zum Schluss deutlich kälter, sehr trocken und sehr sonnig – der Februar 2018

Im Gegensatz zu den vorherigen Wintermonaten war dieser Februar sehr kalt, trocken und sonnig. Mit einer Durchschnittstemperatur von lediglich -0,9 °C war es im Februar um deutliche 2,7 °C kälter als im langjährigen Mittel (1,8 °C). An Niederschlag fielen in NRW gerade einmal 15 l/m2, dies entspricht nur rund 26 % der sonst üblichen Regenmenge von 58 l/m2. Die Sonne schien mit ca. 125 Stunden (72 Stunden) erheblich häufiger als sonst und übertraf somit den durchschnittlichen Monatswert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 um satte 74 %.

  

Erheblich wärmer als im Mittel, nass, und eher dunkel – der Januar 2018

Mit einer erheblichen Abweichung von 3,5 °C gegenüber dem langjährigem Mittelwert von 1,2 °C war der Januar 2018 mit seinen durchschnittlichen 4,7 °C sehr warm. Die Niederrheinische Bucht und das Niederrheinische Tiefland blieben komplett frostfrei. Deutschlandweit war dieser Januar der sechstwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Mit rund 105 l/m2 (77 l/m2) wurde der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 -1990 (Wert in Klammern) um 36 % deutlich überschritten. Ähnlich wie der Dezember, aber längst nicht so extrem, war auch der Januar mit 25 Sonnenstunden gegenüber dem Mittelwert von 42 Sonnenstunden deutlich sonnenscheinärmer (59 % vom Soll). Das Orkantief „Friederike“ kostete am 18.01. drei Menschenleben uns sorgte für über 900 Mio. € an Sachschäden.

  

Abermals wärmer als im Mittel, Niederschlag im Soll und etwas sonniger trotz dunklem Jahresausklang – Einordung des Jahres 2017 in die langjährigen Datenreihen

Während weltweit das Jahr 2017 unter den drittwärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung zählt, kommt das Jahr 2017 in NRW mit 10,3 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 9,0 °C an fünfter Stelle unter den wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung (1881). Diesen Rang teilt sich das Jahr 2017 mit den Jahren 1989, 1994, 1999, 2002 und 2009. Mit ca. 875 l/m2 lag die Jahresniederschlagssumme von 2017 genau im Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. In der langjährigen Rangfolge liegt diese Niederschlagssumme auf Platz 56. Mit 1460 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel (1440 Sonnenstunden) leicht übertroffen, trotz des extrem sonnenscheinarmen Jahresausklangs. Damit liegt das Jahr 2017 auf Rang 43 der seit 1951 vorliegenden Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer.

  

Dunkel, nass und mild – der Dezember 2017

Der Dezember 2017 war mit 3,6 °C gegenüber 2,3 °C des langjährigen Mittels (1961 – 1990) zu mild. Mit fast 120 l/m2 wurde die ansonsten für den Dezember übliche Regenmenge (88 l/m2) um 34 % übertroffen. Die größte Abweichung wurde allerdings bei der Sonnenscheindauer registriert. Dort wurde mit nur etwas mehr als 10 Stunden lediglich 33 % der durchschnittlichen Sonnenscheindauer (37 Stunden) erreicht. Damit wurde der Negativrekord von 1993, der seit Beginn der Messungen in 1951 besteht, beinahe erreicht. Mit 53 cm Schnee wurde am 18.12. der Kahle Asten die höchste Schneetiefe des Monats festgestellt, wovon nach Weihnachten nur noch 8 cm übrig blieben.

  

Mild, feucht und sonnenscheinarm – Der Herbst 2017

Im Vergleich zum Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war der Herbst in NRW mit 10,4 °C (9,5 °C) deutlich milder als im Mittel. Mit der Niederschlagsmenge von aufgerundet 245 l/m² wurde der saisonale Durchschnitt von 208 l/m² merklich um fast 18 % übertroffen, während es mit knapp 245 Sonnenstunden (83 % vom Mittelwert) gegenüber den gemittelten 285 Sonnenstunden auch deutlich sonnenscheinärmer war. Am 13. September forderte das Sturmtief "Sebastian" ein Menschenleben durch einen umstürzenden Baum.

  

Fast durchschnittlich, aber weniger Sonne – Der November 2017

Der November verlief in NRW insgesamt fast durchschnittlich im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Mit 5,9 °C war der November etwas wärmer als das langjährige Mittel (5,1 °C) und die Regenmenge von ca. 85 l/m² übertraf den Mittelwert von 78 l/m² ebenfalls nur minimal. Mit seinen diesjährig erreichten 40 Sonnenstunden fiel der November 2017 allerdings etwas deutlicher unter das langjährige Mittel von 53 Sonnenstunden.

  

In den Top 10 der Wärmerekorde – der Oktober 2017

Der Oktober 2017 gehört dank der sehr warmen Witterung ab der zweiten Monatsdekade zu den 10 wärmsten Oktobermonaten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Mit 12,0 °C war der Oktober satte 2,1 °C wärmer als das langjährige Oktober-Mittel (9,9 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit 65 l/m2 nur leicht über dem Durchschnitt von 62 l/m2, während die Sonnenscheindauer mit nur knapp 90 Stunden geringer ausfiel als in der Referenzperiode üblich (107 Stunden).

  

Nass, kühl und herbstlich - der September 2017

Der diesjährige September in Nordrhein-Westfalen zeigt sich im Gegensatz zum letzten Jahr von der kühlen, nassen und somit herbstlichen Seite. Mit 13,2 °C im diesjährigen Monatsmittel unterschritt der September 2017 den Durchschnittswert der internationalen Referenzperiode von 13,7 °C um ein halbes Grad . Mit 90 l/m2 Regen lag der registrierte Niederschlag 34 % über dem langjährigen Mittel (67 l/m2). Die unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer von nur 120 Stunden (135 Stunden) passt auch gut zu dem Bild eines insgesamt herbstlichen Septembers. Leider forderte das Sturmtief „Sebastian“ am 13. ein Todesopfer durch einen entwurzelten Baum.

  

Wärmer als im Durchschnitt – der Sommer 2017

Aufgrund des viertwärmsten Junis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und den ebenfalls überdurchschnittlich warmen Monaten Juli und August war der Sommer mit 17,9 °C um deutliche 1,6 °C wärmer als das langjährige Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Somit folgt der Sommer 2017 dem Frühling 2017 mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Über die Sommermonate verteilt lag die Niederschlagsmenge mit 270 l/m2 nur geringfügig über dem langjährigen Mittelwert von 240l/ m2, was einer Abweichung von rund +13 % entspricht. Nichts desto trotz gab es am 19.7. wie beispielsweise in Köln-Stammheim mit 95 l/m²  zum Teil ganz erhebliche Regenmengen, die lokal niedergingen. Mit knapp 560 Sonnenscheinstunden wurde das langjährige Mittel von 554 Sonnenstunden nur ganz knapp überschritten.

  

Zu wenig Sonne, etwas zu warm und zu nass – der August 2017

In Nordrhein-Westfalen war der August mit 17,4 °C abermals wärmer als das übliche Mittel der internationalen Referenzperiode von 16,6 °C. Allerdings ist die Abweichung nach oben eher gering mit 0,8 °C und keineswegs so stark wie im Juni und Juli. Die gefallene Niederschlagsmenge betrug im Mittel rund 90 l/m2 und übertraf die langjährige Durchschnittsregenmenge von 73 l/m2 somit um rund 23 %.  Im Vergleich zu den anderen Bundesländern war Nordrhein-Westfalen mit nur 170 Sonnenstunden (183 Sonnenstunden) das Sonnenscheinärmste.

 

Und dann kam der Regen – der Juli 2017

Weiterhin zeigt sich Nordrhein-Westfalen von seiner warmen Seite: auch der Juli-Mittelwert überschritt mit den erreichten 18,2 °C den langjährigen Mittelwert (17,0 °C) deutlich. Viel eindrucksvoller ist allerdings die Niederschlagsmenge mit im Mittel 130 l/m² für Nordrhein-Westfalen. Dies sind über 60 % mehr als das langjährige Mittel von 82 l/m². In einigen Regionen oder einzelnen Orten bedeutet dies noch eine wesentlich höhere Niederschlagsmenge als üblich. An der Station Köln-Stammheim wurden beim Unwetter am 19.7. allein 95 l/m² gemessen – somit war Köln der niederschlagsreichste Ort an diesem Tag in Deutschland. Dennoch kam auch der Sonnenschein nicht zu kurz: mit 185 Sonnenstunden entsprach der Juli 2017 fast exakt dem langjährigen Mittel von 187 Stunden.

 

Der viertwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung - der Juni 2017

Der vergangene Juni steht nach 2003, 1930 und 1917 auf Rang vier der wärmsten Junimonate, die seit 1881 je gemessen wurden. Mit einer mittleren Temperatur von 18,1 ° C in Nordrhein-Westfalen wurde der offizielle Durchschnittswert für den Monat Juni (internationale Referenzperiode 1961 – 1990) von 15,4 ° C um deutliche 2, 7 ° C überschritten. Bei annähernd 75 l/m2 wurde 89 % des langjährigen Mittels an Niederschlag (84 l/m2) in Nordrhein-Westfalen erreicht. Ein leichtes Plus von rund 14 %, mit 210 Sonnenscheinstunden gegenüber 184 Stunden des langjährigen Mittels, wurde im Juni bei der Sonnenscheindauer festgestellt. Am 15. wurde das nördliche Ruhrgebiet von einer Gewitterfront heimgesucht, die zahlreiche Bäume in Recklinghausen umknickte sowie ein Haus in Herten abdeckte. Die Hitzewelle mit Höhepunkt am 22. sorgte an einigen Messstellen für neue Temperaturrekorde.

 

Die Witterung bleibt trocken, sonnig und warm – der Frühling 2017

Im Vergleich zum langjährigen Mittel wurden in NRW abermals überdurchschnittliche Werte für Temperatur und Sonnenscheindauer gemessen. Die Niederschlagsmenge hingegen fiel geringer aus als der Durchschnitt. Somit bleibt der Trend hin zu überdurchschnittlichen Temperaturen und längerer Sonnenscheindauer bei zu geringen Niederschlagsmengen bestehen. Die Frühlingstemperaturen in NRW liegen mit 10,2 °C deutlich über dem langjährigem Wert der Frühlingsmonate von 8,3 °C. Die Sonnenscheindauer übertraf mit 515 Stunden das Mittel von 441 Stunden, während die gemessene Regenmenge des Frühlings mit 135 l/m2 die mittlere Niederschlagsmenge von 205 l/m2 deutlich unterschritt. Die ausgeprägte Hitzewelle Ende Mai sorgte für einen neuen Temperaturrekord für Düsseldorf. Dort wurde am 29. Mai eine Höchsttemperatur von 33,8 °C gemessen und somit der alte Rekord vom 12. Mai 1998 von 31,7 °C gleich um 2,1 °C überschritten.

 

Vor allem warm – der Mai 2017

Der Mai zeichnet sich als deutlich zu warmer Monat aus. Mit 14,8 °C war es im Mai viel wärmer als sonst bei einer Referenztemperatur von 12,4 °C. Die Sonne schien mit 210 Stunden nur etwas länger als der Durchschnitt von 190 Stunden. Die Niederschlagsmenge von 50 l/m2 liegt deutlich unter der gemittelten Menge von 72 l/m2. In der Nacht zum 18. Mai wurden im Ruhrgebiet und dem Umland ungewöhnlich hohe Tiefsttemperaturen gemessen, die lokal die 20 °C (Tropennacht) nur knapp unterschritten.

 

Abwechslungsreiches Aprilwetter – der April 2017

Der April zeigte sich in NRW sowohl von seiner sonnigen warmen Seite als auch von seiner winterlichen Seite. Insgesamt führte dies dazu, dass der April im Mittel 2017 fast den langjährigen Mittelwerten von 1961-1990 entspricht. Die Temperatur lag mit 7,6 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Wert. Die Sonnenstunden erreichten den Wert mit 150 Stunden mit nur 2 Stunden mehr fast punktgenau. Nur der Niederschlag weicht etwas vom langjährigen Durchschnittswert ab. So wurden 2017 25 l/m² gemessen, dies sind nur etwa 37 Prozent der Menge, die im langjährigen Mittel im April verzeichnet wird. Im Sauerland fiel ein Teil des Niederschlags um die Monatsmitte herum auch als Schnee.

 

Neuer Temperaturrekord – der März 2017

Im Deutschlandmittel war der März 2017 der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn. Auch in NRW wurde 2017 die höchste Märztemperatur seit Aufzeichnungsbeginn verzeichnet. Mit 8,3 °C war NRW das wärmste Bundesland, die Monatsmitteltemperatur lag dabei 3,8 °C über dem langjährigen Mittel des Zeitraums 1961-1990. Die Sonnenstunden fielen mit 150 Stunden ebenfalls überdurchschnittlich aus - im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 103 Stunden. Der Niederschlag blieb mit 60 l/m² hingegen geringfügig hinter dem langjährigen Wert von 71 l/m² zurück.

 

Insgesamt trocken, sonnig und mild – der Winter 2016/2017

Der Winter 2016/2017 wird von den trockenen, sonnenscheinreichen Phasen im Dezember und Januar dominiert, sodass er insgesamt als trocken, sonnig und mild bezeichnet werden kann. In den Werten drückt sich dies folgendermaßen aus: die Lufttemperatur überschreitet mit 2,5 °C im Winter den langjährigen Mittelwert von 1,7 °C. Mit 220 Sonnenstunden schien die Sonne deutlich länger als im langjährigen Mittel (151 Stunden). Umgekehrt blieb der Niederschlag mit 140 l/m² deutlich hinter dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m² zurück, wodurch zeitweise sehr niedrige Pegelstände verursacht wurden. Außerdem trat mit Tief Thomas am 23.2. ein Wintersturm auf.

 

Sehr warm trotz wenig Sonnenschein – der Februar 2017

Die Temperatur lag im Februar in NRW mit 4,5 °C deutlich über dem langjährigen Mittel von 1,8 °C. Damit war NRW im Februar das wärmste Bundesland. Die Sonnenscheindauer blieb im Februar jedoch mit 65 Stunden leicht unter dem langjährigen Wert von 72 Stunden. Der Niederschlag entsprach mit 60 l/m² in etwa dem langjährigen Mittelwert (58 l/m²). Damit bricht der Februar den niederschlagsarmen, sonnenreichen Trend der bisherigen Wintermonaten 2016/17.

 

Kalt, trocken und sehr sonnig – der Januar 2017

Mit Ausnahme der Lufttemperatur setzt sich im Januar der Trend des Dezembers mit viel Sonne und wenig Niederschlag für den Winter 2016/17 fort. Die Temperaturen hingegen fielen deutlich: mit -0,5 °C blieb die mittlere Januartemperatur 2017 deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 1,2 °C in NRW. Mit 80 Sonnenstunden wurden fast doppelt so viele Sonnenstunden verzeichnet, wie sie sonst für den Januar in NRW üblich sind (langjähriges Mittel: 42 Stunden). Auch für Deutschland gilt der Januar 2017 mit durchschnittlich 75 Sonnenstunden als sehr sonnenscheinreich und zählt somit zu den vier sonnenscheinreichsten Januar-Werten seit 1951. Der Niederschlag in NRW blieb wiederum hinter dem langjährigen Januarwert von 77 l/m² zurück: es wurden in NRW nur 45 l/m² registriert. Die fortgesetzte Trockenheit führt dazu, dass der Wasserstand an den Flusspegeln sinkt. Ende des Monats wurde in Duisburg zeitweise ein Wasserstand von unter 70 cm gemessen (Quelle: WSV). Solch niedrige Wasserstände in den Wintermonaten sind selten.

 

Sehr warm, wenig Niederschlag und viel Sonne – so ordnet sich das Jahr 2016 in die langjährigen Daten ein

Die mittlere Durchschnittstemperatur in NRW betrug 2016 10,1 °C – das bedeutet 2016 war zusammen mit 1934 und 2003 das zwölftwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1881. 770 l/m² Niederschlag wurden in NRW 2016 registriert, damit erreicht 2016 Platz 38 der regenärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Mit 1555 Sonnenstunden liegt 2015 deutlich über dem langjährigen Mittelwert. Seit Aufzeichnungsbeginn 1951 erreicht es Platz 20 der sonnenscheinreichsten Jahre in NRW.

 

Warm, trocken und sehr sonnig – der Dezember 2016

Die Lufttemperatur erreichte in NRW im Dezembermittel 3,6 °C, damit lag sie 1,3 °C über dem langjährigen Mittelwert. Der Niederschlag fiel im Dezember sehr gering aus, so wurden in NRW nur 25 l/m² registriert, dies ist weniger als ein Drittel der üblichen Dezemberniederschlagsmenge von 88 l/m². Für Deutschland ergaben die Auswertungen des Deutschen Wetterdienst 35 % der üblichen Regenmenge, damit zählt der Dezember 2016 für Deutschland zu den 12 trockensten Dezembern seit Messbeginn 1881. Noch markanter treten die Abweichungen bei der Sonnenscheindauer zu Tage. In NRW wurden 75 Sonnenstunden verzeichnet, das entspricht über 200 % der üblichen Andauer für NRW von 37 Stunden. In der deutschlandweiten Betrachtung wird der Dezember 2016 als drittsonnenscheinreichster Dezember seit Messbeginn 1951 geführt.

 

Abwechslungsreich – der Herbst 2016

Der Herbst begann in NRW mit einem sehr warmen und trockenen September und der Einstellung von Temperaturrekorden. Der Oktober zeigte sich eher durchwachsen und war im Vergleich mit dem langjährigen Mittel zu kühl, aber auch zu trocken. Der November erreicht hingegen fast die langjährigen Durchschnittswerte der Temperatur, des Niederschlags und der Sonnenscheindauer. Dominiert durch den September war der Herbst 2016 in NRW damit insgesamt zu warm (0,8 °C im Vergleich zur langjährigen Referenztemperatur von 9,5 °C). Darüber hinaus viel mit 140 l/m² deutlich weniger Regen als im Schnitt (208 l/m²) und auch die Sonne schien mit 340 Stunden deutlich länger als im langjährigen Mittel von 294 Stunden. Damit entspricht NRW dem deutschlandweiten Mittel des Herbstes 2016 mit zu warmen, zu trockenen und sonnenscheinreichen Verhältnissen.

 

Typischer November 2016 in NRW

Der November 2016 zeigt nur geringe Abweichungen zu den langjährigen Durchschnittswerten. So lag die Temperatur mit 4,8 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Mittelwert von 5,1 °C, der Niederschlag blieb lediglich um 8 l/m² hinter dem langjährigen Wert von 78 l/m² zurück und die Sonnenscheindauer erreichte mit 50 Stunden nur drei Stunden weniger als es dem langjährigen Mittelwert entspricht.

 

Wenig Sonnenschein – der Oktober 2016

Die Temperatur lag im Oktober 2016 in NRW mit 9,0 °C leicht unter den langjährigen Durchschnittswerten von 9,9 °C. Der Niederschlag blieb mit 50 l/m² ebenfalls leicht unter dem Schnitt von 62 l/m² zurück. Der Sonnen schein lag mit rund 70 Stunden schon etwas deutlicher unter dem langjährigen Wert von 107 Stunden. Damit zählte Nordrhein-Westfalen im deutschlandweiten Vergleich im Oktober aber noch zu den sonnenscheinreichen Bundesländern.

 

Weiterhin überdurchschnittlich warm und trocken – der September 2016 in NRW

Im September zeigte sich NRW warm und trocken. Mit 17,3 °C lag die Durchschnittstemperatur deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 von 13,7 °C. Die durchschnittliche Regenmenge in NRW lag mit zirka 25 l/m² ebenfalls deutlich unter dem Wert der Referenzperiode von 67 l/m², vor allem im nördlichen NRW fiel mit teilweise unter 10 l/m² lokal sehr wenig Regen. Selbst Temperaturrekorde wurden im September eingestellt: in Geilenkirchen wurden am 13. September 34,3 °C verzeichnet und somit der alte Rekord von 1973 um 2,3 °C übertroffen. In Bad Lippspringe wurde vom 12. Auf den 13. September eine Tropennacht verzeichnet.

 

Warm, regenreich und wenig Sonne – der Sommer 2016 in NRW

Der Sommer begann im Juni mit heftigen Niederschlägen, die vor allem am Niederrhein für Überschwemmungen sorgten und verabschiedete sich Ende August mit einer Hitzewelle. Die Temperaturen von durchschnittlich 17,7 °C in NRW waren im Vergleich zur Referenzperiode 1960-1991 (16,3 °C) etwa 1,4 °C höher. Auch wenn die Sonnenscheindauer des Sommers 2016 bundesweit im Durchschnitt der letzten Jahre liegt, blieb die Sonnenscheindauer in NRW mit 545 Stunden unter dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 (554 Stunden), somit schien die Sonne in NRW am wenigsten. Trotz der hohen Niederschläge im Juni fiel der Sommer 2016 insgesamt für NRW mit 245 l/m² durchschnittlich aus (Referenzperiode: 240 l/m²).