Aktuelle Einordnung der Witterung in NRW

 

In diesem Abschnitt werden die Witterungsgegebenheiten einzelner Monate und Jahreszeiten mit den langjährigen Werten der Referenzperiode 1961-1990 verglichen.

Die Auswertungen beziehen sich ab Mai 2020 auf die sogenannten "regional averages" des Climate Data Centers des DWD. Zuvor dienten die Pressemitteilungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Deutschlandwetter als Grundlage der Einordnung. Diese werden jedoch ein paar Tage vor Ablauf des Monats bzw. der Jahreszeit heraus gegeben und stellen somit nur vorläufige Werte dar.

 


Weniger Sonnenschein und mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel  - der Oktober 2020

Eine weitere Temparaturabweichung über den langjährigen Mittelwert konnte auch für den Oktober 2020 verzeichnet werden. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,9 °C lag die Temperatur im Oktober 2020 1,1 °C über der Temperatur der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Betrachtet man die Mitteltemperatur der Oktobermonate der letzten 30 Jahre im Vergleich zur Referenzperiode, so hat sich die Oktobertemperatur um 0,3 °C erhöht. Im Vergleich der Zeiträume 1881-1910 und 1991-2020 hat sich die Oktobertemperatur um 1,3 °C erhöht.

1881-1910
1961-1990
1991-2020
2020
8,8 °C
9,8 °C
10,1 °C
10,9 °C

Im Oktober fiel mit 84 Litern pro Quadratmeter (l/m²) - endlich - mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961-1990. So wurden ca. 135 % der üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Vergleicht man die Oktoberniederschläge der letzten 30 Jahre mit der Referenzperiode 1961-1990, sieht man eine leichte Zunahme um 11 l/m². Betrachtet man hingegen die erste 30 Jahre der Aufzeichnung (1881-1910) und die letzten 30 Jahre, sieht man kaum eine Veränderung (Anstieg um 2 l/m²). Somit sind auch im Oktober die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte und es kann keine Trendaussage über die Gesamtzeitreihe getroffen werden.

1881-1910 1961-1990 1991-2020 2020
71 l/m² 62 l/m² 73 l/m² 84 l/m²

Im Gegensatz zu den Vormonaten wurde im Oktober mit 50 Sonnenstunden ein weit unterdurchschnittlicher Wert im Vergleich zur Referenzperiode erreicht. Damit reiht sich der Oktober 2020 auf Platz 3 der sonnenscheinärmsten Oktobermonate seit Aufzeichnungsbeginn ein; nach 1974 und 1998. Im Vergleich verschiedener 30 Jahreszeiträume treten kaum Unterschiede in der Anzahl der Sonnenstunden auf (vgl. folgende Tabelle). Auch hier sind die jährlichen Schwankungen deutlich höher als langfristige Veränderungen.

1951-1980 1961-1990 1991-2020 2020
107 h 107 h 105 h 50 h

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Oktober war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt. Die Ergebnisse sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen.

Informationen zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.

Kenntage im Oktober 2020
VKTU
WAST
Sommertage
0
0
Frosttage
0
0
Tiefsttemperatur
6,7 °C
2,5 °C
Höchsttemperatur
21,6 °C
19,0 °C


Warm, sehr sonnig und etwas zu trocken – der September 2020

Im September 2020 betrug die Durchschnittstemperatur in NRW 15,0 °C. Damit weicht der September 2020 um +1,3 °C von der langjährigen Mitteltemperatur der Referenzperiode 1961-1990 (13,6 °C) ab. Betrachtet man die Mitteltemperatur der Septembermonate der letzten 30 Jahre für NRW, so hat sich die Temperatur um 0,5 °C gegenüber dem Schnitt der Referenzperiode erhöht. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen (1881-1910) hat sich die Septembertemperatur sogar um 1,0 °C erhöht.

Die Niederschlagsmenge lag im September 2020 mit 51 Litern Niederschlag pro Quadratmetern bei 76 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge (Referenzperiode 1961-1990: 67 l/m²). Somit konnte das seit dem Frühjahr bestehende Niederschlagsdefizit auch weiterhin nicht ausgeglichen werden.

Betrachtet man die letzten 30 Jahre, so liegt das mittlere Niederschlagssumme 4 l/m² über der Niederschlagssumme der Referenzperiode 1961-1990. Vergleicht man sie mit dem ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen beträgt der Niederschlagsanstieg 8 l/m². Somit sind die jährlichen Niederschlagsschwankungen deutlich größer als die Veränderung der langjährigen Mittelwerte. Somit kann auch keine signifikante Änderung über die Gesamtzeitreihe festgestellt werden. 

Mit 198 Sonnenstunden reichte die Sonnenscheindauer im September 2020 fast nochmal an die Werte des August 2020 heran. Mit einem Plus von 63 Sonnenstunden im Vergleich zur Referenzperiode (1961-1990: 135 Stunden) reiht sich der September 2020 (zusammen mit 2005) auf Platz 4 der sonnenscheinreichsten Septembermonate seit Aufzeichnungsbeginn ein. Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020) so hat im September die Sonnenscheindauer um 4 Stunden zugenommen. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 liegt der Anstieg bei 12 Stunden. Die Zunahme der Sonnenstunden im September ist also nicht gleichförmig verlaufen, sondern hat nach einem Rückgang (v. a. in den 1980ern und 1990ern) wieder zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im September war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die nochmal hochsommerlichen Verhältnisse zur Monatsmitte sorgten für das Auftreten von Heißen Tagen an beiden Stationen. Sonst wirkt sich das überdurchschnittlich warme, trockene und sonnige Wetter auch auf die übrigen Kenntage an den Auswahlstationen aus.

Kenntage im September 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
1
0
Heiße Tage
2
1
Sommertage
10
5
Tiefsttemperatur
10,4 °C
5,1 °C
Höchsttemperatur
33,3 °C
30,8 °C

Warm, trocken und sonnig – der Sommer 2020

Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,3 °C liegt der Sommer 2020 2 °C über dem Wert von 16,3 °C der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Damit ist er nicht ganz so heiß einzuordnen, wie die letzten beiden Jahre, landet aber immer noch auf Platz 7 der wärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn in NRW. Insgesamt besteht ein Trend zu wärmeren Sommern in NRW. Im Mittel lagen die letzten 30 Jahre 1,2 °C über dem Schnitt der langjährigen Referenzperiode, nur 3 Sommer der letzten 30 Jahre zeigten eine negative Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert 1961-1990. Vergleicht man die Sommertemperatur der letzten 30 Jahre mit dem Mittel des ersten 30-Jahreszeitraums (1881-1910) seit Aufzeichnungsbeginn, beträgt die Temperaturzunahme sogar 1,4 °C.

Im Sommer 2020 fielen mit 196 Litern pro Quadratmeter 81 % der Regenmenge der langjährigen Referenzperiode (241 l/m²). Damit ist der Sommer 2020 der dritte in Folge mit einem unterdurchschnittlichen Niederschlag. Betrachtet man die Sommerniederschläge der letzten 30 Jahre, so zeigt sich, dass der Mittelwerte des Zeitraums 1991-2020 fast den Werten der langjährigen Referenzperiode 1961-1990 entspricht. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen hat der Niederschlag im Sommer mit 11 l/m² leicht abgenommen. Allerdings zeigen die Sommerniederschläge das für Niederschläge typische Schwanken mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Jahren.

Im Sommer 2020 wurden 600 Sonnenstunden registriert. Damit liegt der Sommer 2020 mit 51 Sonnenstunden über dem Schnitt der langjährigen Referenzperiode 1961-1990. Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020), so hat die Sonnenscheindauer im Sommer um 52 Stunden zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Sommer war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Die etwas höheren Temperaturen im Schnitt für NRW wirken sich auch bei den Kenntagen aus. Die hohe Anzahl der Tropennächte ist auf die Hitzewelle im August zurückzuführen. Die Sommertage sind eher gleichmäßig über die Monate verteilt, wohingegen die meisten Heißen Tage an beiden Stationen wiederum im August gezählt wurden. Deutlich sieht man die Auswirkungen der großräumigen und lokalen Lage mit durchweg deutlich höheren Werten an der Station in Köln als in Warstein.

Kenntage im Sommer 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
27
8
Heiße Tage
17
5
Sommertage
43
24
Tiefsttemperatur
9,8 °C
7,2 °C
Höchsttemperatur
36,3 °C
33,4 °C

 


So warm wie 2003 – der August 2020

Zusammen mit dem August 2003 stellt der August 2020 mit einer Durchschnittstemperatur von 20,4 °C den wärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn dar. Damit weicht der August 2020 um +3,8 °C von der langjährigen Mitteltemperatur der Referenzperiode 1961-1990 ab. In den letzten 30 Jahren gab es nur sechs negative Abweichungen der Temperatur der Augustmonate, sodass die Temperatur im Mittel der letzten 30 Jahre 1,3 °C über dem Schnitt der Referenzperiode liegt. Im Vergleich zum ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen hat sich die Augusttemperatur sogar um 1,9 °C erhöht.

Mit 62 Litern Niederschlag pro Quadratmetern fielen immerhin knapp 85 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge von 73 l/m². Mit diesem unterdurchschnittlichen Wert wird allerdings das Niederschlagsdefizit, das seit dem Frühjahr besteht, fortgeführt. Dass sich die Trockenheit schon seit Monaten verstärkt, kann man gut in den Karten des Standardized Precipitation Index – einem Trockenheitsindex ablesen. Dieser zeigt für die komplette Landesfläche eine leichte bis extreme Dürre im Verlauf der letzten 6 Monate an.

Die mittlere Niederschlagssumme der Augustmonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen und dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020) liegt auf demselben Niveau. Im Vergleich zur Referenzperiode hat der Niederschlag im Zeitraum 1991-2020 um 9 mm zugenommen – wobei hier erwähnt sei, dass die Referenzperiode als insgesamt eher trockener Zeitraum einzuordnen ist. Insgesamt zeigt der August das typische Verhalten für Niederschlag mit großen Schwankungen. Die letzten drei Jahre waren zu trocken – hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. 

Mit 202 Sonnenstunden lag der August 2020 19 Stunden über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 (183 Stunden). Vergleicht man die Sonnenscheindauer im ersten 30-jährigen Zeitraum (1951-1980) seit Aufzeichnungsbeginn mit den letzten 30 Jahren (1991-2020) so hat im August die Sonnenscheindauer um 22 Stunden zugenommen.

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im August war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Bei den Kenntagen zeigen sich deutlich die Auswirkungen der Hitzewelle vom 07.-20.08. Selbst an der Station Warstein im Sauerland wurden 7 Tropennächte verzeichnet, in der Kölner Innenstadt war hingegen im Schnitt jede zweite Nacht eine Tropennacht.

 

 

Kenntage im August 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
16
7
Heiße Tage
13
4
Sommertage
19
15
Tiefsttemperatur
13,9 °C
8,5 °C
Höchsttemperatur
36,3 °C
33,4 °C

 


Fast durchschnittlich, aber weniger Regen – der Juli 2020

Der Juli weicht bei der Lufttemperatur mit 17,2 °C kaum vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 ab. Mit Ausnahme von 2004 und 2011, zeigten alle Juli-Monate im neuen Jahrtausend eine, meist deutliche, positive Abweichung von der Referenzperiode.

Vergleicht man die Durchschnittstemperatur der Julimonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen mit dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020), ergibt sich ein Unterschied von +1,8 °C. Somit hat durch den Klimawandel eine deutliche Zunahme der Temperatur im Juli stattgefunden.

Mit 53 Litern Niederschlag pro Quadratmetern fiel hingegen gerade mal 64 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Damit liegt der Wert zwar höher als in den Juli-Monaten der letzten beiden Trockenjahre 2018 und 2019, führt aber das Niederschlagsdefizit seit dem Frühjahr fort. Dass sich die Trockenheit schon seit Monaten verstärkt, kann man gut in den Karten des Standardized Precipitation Index – einem niederschlagsbasierten Trockenheitsindex ablesen.

Vergleicht man die mittlere Niederschlagssumme der Julimonate im ersten 30-jährigen Zeitraum (1881-1910) seit Beginn der Aufzeichnungen mit dem letzten 30-jährigen Zeitraum (1991-2020) ergibt sich ein Unterschied von -14 mm. Dies könnte ein Indiz für trockenere Verhältnisse sein. Wenn auch der Vergleich mit der Referenzperiode 1961-1990 ein Ansteigen der mittleren Juli-Niederschlagssumme um +1 mm ergibt – wobei hier erwähnt sei, dass diese Referenzperiode als insgesamt eher trockener Zeitraum einzuordnen ist.

Mit etwas über 190 Sonnenstunden lag der Juli 2020 genau im Soll der Referenzperiode (187 Stunden).

Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Juli war, werden an zwei Stationen des LANUV-LUQS-Messnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.

Verglichen mit den Vorjahren 2018 und 2019 zeigt der Juli 2020 deutlich geringere Werte bei den Sommertagen und Heißen Tagen. Eine Einordnung mit den langjährigen Mittelwerten kann nicht erfolgen, da die Stationen in Köln und Warstein noch nicht so lange betrieben werden.

Fazit:

Der Juli 2020 entspricht fast bei allen Parametern den langjährigen Werten. Nachdem das Frühjahr uns aber mit stark überdurchschnittliche Sonnenscheinwerten, hohen Temperaturen und geringen Regenfällen „verwöhnte“, wurde dieser Juli von dem einen oder der anderen wohl als eher „durchwachsen“ wahrgenommen. Das Niederschlagsdefizit jedoch bleibt bestehen und wirkt sich weiterhin negativ auf Land- und vor allem Forstwirtschaft aus.

 

 

Kenntage im Juli 2020
VKTU
WAST
Tropennächte
5
1
Heiße Tage
2
1
Sommertage
12
2
Tiefsttemperatur
12,7 °C
7,2 °C
Höchsttemperatur
35,2 °C
30,6 °C

 

Etwas sonniger und wärmer, bei fast durchschnittlichem Niederschlag - der Juni 2020

Mit 17,3 °C lag die Temperatur im Juni 2020 1,9 °C über den Werten des langjährigen Mittelwerte (1961-1990). Nach den sehr warmen Juni-Monaten der letzten Jahre, reicht es 2020 mit Rang 11, nicht für die Top 10 der wärmsten Juni-Monate seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Auch die Sonnenscheinstunden im Juni übertrafen mit 206 Stunden (Rang 24) den langjährigen Schnitt von 184 Stunden deutlich mit 22 Stunden. Die Niederschlagssumme im Juni 2020 entspricht mit 81 l/m² zwar fast dem längjährigen Mittel von 84 l/m², doch reicht dies nicht aus, um den Boden - nach den vorausgegangenen trockenen Monaten - ausreichend mit Wasser zu versorgen. Dies können Sie sch auch im neuen Bereich "Dürre" des FIS Klimaanpassung des LANUV anschauen.

 

Rekord bei der Sonnenscheindauer, deutlich trockener und wärmer als im Mittel – der Frühling 2020

Das Frühjahr 2020 lag mit 9,9 °C 1,6 °C über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Damit ordnet sich das Frühjahr auf Rang 18 der wärmsten in NRW seit Aufzeichungsbeginn 1881 ein. Hierbei wird vor allem die hohe Temperaturabweichung des Monats April widergespiegelt.  Beim Niederschlag liegt das Frühjahr 2020 auf Platz 10 der trockensten Frühjahre. Insgesamt wurden 107 mm Niederschlag im Frühjahr registriert, dies entspricht 52 % der üblichen Regenmenge der Referenzperiode 1961-1990 (205 mm). Ein Großteil der Niederschlagssumme geht auf den März zurück. Seit April herrscht anhaltende Trockenheit im gesamten Land. Beim Sonnenschein wurde der Rekord von 2011 (694 Stunden) deutlich überboten. Mit 729 Stunden schien die Sonne so lange wie noch nie im Frühjahr seit Aufzeichnungbeginn 1951. Damit wurde der langjährige Mittelwert 1961-1990 von 441 Stunden um 65 % übertroffen.

 

Auf Platz zwei unter den Trockensten und Platz 6 unter den Sonnenreichsten – Der Mai 2020

Der Mai 2020 entspricht  mit 12,4 °C Lufttemperatur genau dem Temperaturmittel der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Beim Sonnenschein hingegen wurden mit 265 Stunden das längjährige Mittel von 190 Stunden im Zeitraum 1961-19990 um fast 40 % übertroffen. In NRW ist dies Rang 6 der sonnenscheinreichsten Mai-Monate seit Aufzeichnungsbeginn 1951. Insgesamt zählte NRW mit diesem Wert zu den sonnenscheinreichsten Bundesländern. Dies spiegelt sich auch im niederschlagsgeschehen wider. Es wurden im Mittel für NRW nur 18 mm Niederschlag im Mai registriert. Dies entspricht gerade Mal einem Viertel der sonst üblichen Regenmenge der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 72 mm. Damit ordnet sich der Mai 2020 als zweit trockenster seit Aufzeichnungsbeginn 1881 ein. Nur 1989 hat es im Mai noch weniger geregnet (16 mm). Insbesondere am Niederrhein war es mit örtlich unter 10 mm Niederschlag sehr trocken. In einigen Regionen führte dies auch zu großflächigen Waldbränden.

 

Platz eins bei Sonnenscheindauer, Temperatur und Niederschlag unter den Top 10 – der April 2020

Der April 2020 zeichnet sich durch insgesamt sehr deutliche Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961-1990 aus. Bei allen Parametern liegt dieser April ganz weit oben, wenn es um den wärmsten, trockensten und sonnigsten April geht. Mit einer Mitteltemperatur von 11,3 °C liegt der April 2020 mit wirklich deutlichen 3,4 °C über dem Referenz-Mittelwert (7,9 °C). Damit steigt der April 2020 auf Rang sechs der wärmsten April-Monate seit 1881 auf. Absoluter Spitzenreiter bleibt hier der April 2018 mit 12,7 °C. Die Plätze zwei bis fünf wurden übrigens alle nach 2006 belegt. Mit einer Niederschlagsmenge von nur 15 l/m2 erreichte der April 2020 nur gerade einmal 24 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 62 l/m2. Gemeinsam mit dem April 1976 belegt der April 2020 somit Rang sieben der trockensten April-Monate seit 1881. Der April 2007 ist und bleibt mit lediglich 2 l/m2 einsamer Spitzenreiter für NRW. Im Gegensatz zur Temperatur sind die Ränge zwischen Platz eins und Platz sieben sehr stark gemischt bei der Verteilung der Jahre, sowohl die Jahrzehnte als auch die Jahrhunderte betreffend. Bei der Sonnenscheindauer liegt der April 2020 auf Rang eins der längsten Sonnenscheindauer seit 1951 überhaupt. Übrigens sind unter den ersten Top 10 der sonnigsten April-Monate acht Spitzenreiter im Zeitraum nach dem Jahr 2000 registriert worden. Mit 295 Sonnenstunden wurde der Referenz-Mittelwert von 148 Sonnenstunden um das doppelte übertroffen. Durch die lang anhaltende Trockenheit im April und stetigen Ostwinden war die Waldbrandgefahr sehr hoch in diesem April. So gab es im Bergischen Land, der Eifel und an der niederländischen Grenze gleich mehrere größere Waldbrände, die die Einsatzkräfte tagelang in Atem hielten.

 

Sehr sonnig und wärmer als im Mittel – der März 2020

Der März 2020 setzt den Trend zu weiterhin überdurchschnittlich warmen Monaten fort. Mit einer Mitteltemperatur von 6,2 °C wurde der Referenzmittelwert der Klimanormalperiode 1961-1990 von 4,5 °C um 1,7 °C übertroffen. Allerdings reicht die 1,7 °C Abweichung „nur“ für Rang 34 der wärmsten Märzmonate seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung. Beim Niederschlag erreichte der März 2020 den langjährigen Mittelwert von 71 l/m2 mit 70 l/m2 fast punktgenau. Bei der Sonnenscheindauer lag der diesjährige März-Mittelwert von vorläufig 175 Sonnenstunden zu über 74% über dem langjährigen Mittelwert von 103 Sonnenstunden. Mit 175 Sonnenstunden (Stand 30.03.2020 aus der Pressemitteilung des DWDs) zieht der März 2020 gleich mit dem März 1972 auf Rang vier der sonnenreichsten Märze ein. Vermutlich wird es auch für Rang drei reichen, wenn die endgültigen Aufzeichnungen offiziell vorliegen.

 

Auf Rang zwei bei den Mitteltemperaturen – der Winter 2019/2020

Mit einer Mitteltemperatur von knapp 5,2 °C wurde der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 1,7 °C sehr deutlich übertroffen. Der berechnete Mittelwert für NRW von rund 5,2 °C im Winter 2019/2020 genügt für den zweiten Platz der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Nur der Winter 2006/2007 war wärmer in NRW. Mit einer Niederschlagssumme von 286 l/m2 wurde der langjährige Winter-Mittelwert von 223 l/m2 leicht übertroffen. Die Sonnenscheindauer lag im Winter 2019/2020 mit rund 145 Stunden leicht unter dem Mittelwert (151 Stunden.) Dieser Winter war besonders von Sturmtiefs geprägt, die zum Glück nur für leichte Schäden und Störungen (abgesehen für die Karnevalisten, weil die Tulpensonntagszüge zur Sicherheit abgesagt werden mussten) sorgten und deutlich milde Luftmassen aus dem Atlantik herangeführt haben. Während diese Wetterlage in NRW für den weitgehenden Ausfall des klassischen Winters mit Schnee und Frost sorgte, blieb zumindest das arktische Meereis sowie das Grönlandeis durch die ausgeprägte Westwindströmung (straffer Jetstream) von „Hitzewellen“ verschont und erhielten eine kurze Pause von der stark voranschreitenden globalen Erderwärmung (Erderhitzung).

 

Sehr feucht und sehr warm – der Februar 2020

Der Februar 2020 gehört sowohl bei der Mitteltemperatur als auch bei der Niederschlagssumme unter die Spitzenreiter in den Ranglisten. Mit einer Mitteltemperatur von 6 °C wurde der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 1,8 °C sehr deutlich übertroffen. Mit 6 °C zieht der Februar 2020 gemeinsam mit dem Februar 1961 auf Rang vier der wärmsten Februare seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Nur die Februare 2002 (6,1 °C), 1926 (6,3 °C) und 1990 (6,9 °C) waren wärmer. Mit satten 153 l/m2 Niederschlag wurde der Mittelwert von 58 l/m2 fast um ein dreifaches übertroffen. Mit dieser Niederschlagssumme reiht sich der diesjährige Februar bei Rang 3 der nassesten Februare ein. Lediglich 2002 (158 l/m2) und 1946 (213 l/m2) war es im Februar nasser. Die Niederschläge sorgten lokal für leichte Flusshochwasser und für volle Talsperren. Die hohe Niederschlagssumme dürfte vor allem bei den Waldbauern etwas für Erleichterung sorgen, da das seit April 2018 weiterhin bestehende Niederschlagsdefizit nun deutlich entschärft sein dürfte. Hinsichtlich der Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von ca. 72 Stunden mit aktuell 50 Sonnenstunden des diesjährigen Februars deutlich unterschritten.

 

Deutlich wärmer und trockener als im Mittel – der Januar 2020

Mit einer Mitteltemperatur von 4,6 °C lag der diesjährige Januar um sehr deutliche 3,4 °C über dem Mittelwert (1,6 °C) der internationalen Referenz-Klimanormalperiode 1961-1990. Dies genügt für Rang 10 der wärmsten Januare seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung 1881. Mit nur (vorläufiger Wert vom 30.01.) 50 l/m2 erreichte der diesjährige Januar lediglich ca. 65 % der ansonsten üblichen 77 l/m2. Somit hat sich das seit April 2018 herrschende Niederschlagsdefizit wieder auf 256 mm aufsummiert. Was die Sonnenscheindauer betrifft, so wurden die üblichen 42 Sonnenstunden diesen Januar mit 45 Sonnenstunden nur leicht übertroffen.

 

Das bisher drittwärmste Jahr in NRW – Einordnung des Jahres 2019 in die langjährigen Datenreihen

Nachdem das Jahr 2018 das bisher wärmste in NRW war, nur im zehntel Gradbereich wärmer als 2014 (beide gerundet 11°C), liegt 2019 mit rund 10,7 °C nun auf Rang drei der wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung 1881. Gegenüber der internationalen Referenzperiode von 1961-1990 (9,0°C) gibt es eine deutliche Abweichung nach oben, die beim Anblick der Temperaturen der letzten 10 Jahre mittlerweile das neue „Normal“ ist. Überhaupt, bei den wärmsten 10 Jahren kommen 9 Jahre nach 2000 vor, nur 1999 liegt noch im 20. Jahrhundert unter den Top 10 der wärmsten Jahre in NRW. Unter den 30 wärmsten Jahren liegen immer noch 16 der wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert, und nur 9 der wärmsten Jahre vor 1990. Im Vergleich zu 2018 war 2019 wesentlich weniger trocken, aber immer noch leicht unterdurchschnittlich. Mit ca. 815 l/m2 wurden immerhin 94 % des langjährigen Mittelwertes (875 l/m2) erreicht. Allerdings reichen diese 94 % des Mittelwertes nicht aus, das seit April 2018 bestehende Niederschlagsdefizit auszugleichen. Hier müsste deutlich mehr Niederschlag fallen. Mit 1717 Sonnenstunden schien im Jahr 2019 die Sonne rund 19 % häufiger als im Mittelwert (1440 Stunden). Im Jahr 2019 sorgten die Sturmtiefs „Bennet“ (4. März) und „Eberhard“ (10. März) für jeweils ein Todesopfer durch umstürzende Bäume. Sowohl in Roetgen (13.März) als auch in Bocholt (4. Juni) sorgten Tornados der Stärke F2, das sind Windstärken von 181 bis 253 km/h, für erhebliche Sachbeschädigungen und Verletzte. Den stärksten Niederschlag erlebte die Ortschaft Nieheim im Weserbergland mit 91,3 l/m2 am 20. Mai. Ende Juli kletterten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Temperaturen verbreitet über die 40 °C – Marke, wobei ein Tag zuvor die 40 ° C nur knapp verfehlt wurde. Neue Rekordhalter sind die Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst, wo am 25. Juli jeweils Temperaturen von 41,2 °C registriert wurden.

 

Deutlich milder und sonniger als im Mittel – der Dezember 2019

Der Dezember 2019 war mit einer Temperatur von 4,9 °C deutlich wärmer als der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 (2,3 °C) für diesen Monat. Mit dieser deutlichen Abweichung landet der Dezember 2019 immerhin auf Rang 10 der wärmsten Dezember. Mit einer Niederschlagssumme von rund 83 l/m2 wurde der langjährige Mittelwert (88 l/m2) immerhin zu 95 % erfüllt. Ein nachhaltiger Ausgleich des seit April 2018 aufgebauten Niederschlagsdefizits lässt somit jedoch weiter auf sich warten. Der Dezember 2019 war mit 50,1 Sonnenstunden um rund 35 % sonniger als im üblichen Mittel (37 Sonnenstunden).

 

Nur leichte Abweichungen vom Mittelwert – der Herbst 2019

Der Hebst 2019 verlief in NRW ohne allzu große Abweichungen vom langjährigen Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Mitteltemperatur von 10,3 °C lag der diesjährige Herbst um 0,8 °C über dem langjährigen Mittelwert von 9,5 °C. Damit reiht sich der Herbst 2019 dennoch in Platz 10 der wärmsten Herbste seit 1881 ein. Der wärmste Herbst mit rund 13 °C Mittelwert war im Jahr 2006 zu verzeichnen. Die Niederschlagssumme für den Herbst 2019 belief sich auf 246 l/m2 (208 l/m2), womit der langjährige Mittelwert um 18 % übertroffen wurde. Mit der diesjährigen Niederschlagssumme reiht sich der Hebst 2019 auf Rang 41 der niederschlagsreichsten Herbste ein. Die Sonnenscheindauer lag im Herbst 2019 bei 282 Stunden, womit der langjährige Mittelwert (294 Stunden) zu 96 % erreicht wurde.

 

Fast durchschnittlich, wenn auch etwas dunkel – der November 2019

Der November 2019 lag mit einer Mitteltemperatur von 5,5 °C nur leicht über dem langjährigen Mittelwert (5,1 °C) der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Niederschlagssumme von 82 l/m2 (78 l/m2) wurde der langjährige Mittelwert ebenfalls nur um 5 % leicht überboten. Was die Sonnenscheindauer betrifft, so wurde der Mittelwert der internationalen Referenzperiode (53 Stunden) mit 43 Stunden zu rund 81 % erreicht. Der erste Schnee, mit einer beachtlichen Schneedecke von 18 cm, fiel am 18. und 19.11. in Hellenthal-Udenbreth in der Eifel.

 

Deutlich mehr Niederschlag als im Mittel – der Oktober 2019

Der Oktober 2019 war mit 11,4 °C wieder wärmer als die int. Referenzperiode 1961-1990 (9,9 °C). Interessanterweise war der Oktober 2018 ebenfalls 11,4 °C warm, und deutlich zu trocken. Dies kann man vom Oktober 2019 nun wirklich nicht sagen. Mit satten 101 l/m2 wurde das langjährige Mittel von 62 l/m2 um deutliche 63 % übertroffen. Allerdings reicht dies immer noch nicht aus, das seit April 2018 aufgebaute Niederschlagsdefizit auszugleichen. Entsprechend zum Niederschlag lagen die aktuellen Sonnenstunden für den Oktober 2019 mit knapp 90 bei nur 84 % der ansonsten üblichen Sonnenscheindauer (107 Stunden).

 

Ein fast durchschnittlicher erster Herbstmonat – der September 2019

Der September 2019 war nur durch leichte Abweichungen gegenüber der int. Referenzperiode 1961-1990 geprägt. Mit einer mittleren Temperatur von 14,2 °C lag wurde der Referenzwert (13,7 °C) um lediglich 0,5 °C übertroffen. Hinsichtlich der Niederschlagssumme wurde der Mittelwert der int. Referenzperiode (67 mm) in diesem September mit 62 mm immerhin zu rund 93 % erreicht. Bei der im September 2019 erreichten Sonnenscheindauer von 149 Stunden wurde der langjährige Mittelwert von 135 Sonnenscheinstunden um 10 % übertroffen. Insgesamt war der September 2019 demnach erfreulich durchschnittlich nach all den vergangenen Rekordmonaten.

 

Auf Rang drei bei den Temperaturrekorden – der Sommer 2019

Mit 19,1 °C landet der Sommer 2019 in NRW auf Rang 3 der wärmsten je gemessenen Sommer. Lediglich die Sommer 2003 und 2018 waren wärmer. Der langjährige Mittelwert der int. Klimareferenzperiode 1961-1990 (16,3 °C) wurde um deutliche 2,8 °C überschritten. Mit ungefähr 140 l/m2 fielen nur 58 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 240 l/m2. Dies reicht immerhin noch für Rang 9 der trockensten Sommer und dürfte das Niederschlagsdefizit, welches seit April 2018 besteht, weiter verschärfen. Die mittlere Sonnenscheindauer im Sommer 2019 betrug 740 Stunden und übertraf den Mittelwert der Referenzperiode (554 Stunden) um knapp 33 %. Ende Juli gab es an der Station Tönisvorst Tageshöchstwerte von über 40 °C an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das hat es vorher noch nie gegeben.

 

Weiterhin wärmer, trockener und sonniger als im Mittel – der August 2019

Im August 2019 lag die Temperatur in NRW bei 18,9 °C. Dies entspricht einer deutlichen Abweichung von 2,3 °C gegenüber dem langjährigen Mittel von 16,6 °C der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Rangmäßig liegt dieser August somit auf Platz 12. der wärmsten August-Monate seit 1881. Mit 55 l/m2 erreichte dieser August den langjährigen Niederschlagsmittelwert von 73 l/m2 immerhin zu fast 72 %.  Die mittlere Sonnenscheindauer von 183 Stunden wurde im August 2019 mit ca. 225 Stunden um 23 % des Mittelwertes übertroffen.

 

Neue Hitzerekorde in NRW – der Juli 2019

Die Monatsmitteltemperatur lag bei 18,9 °C und übertrifft damit deutlich das langjährige Mittel der Referenzperiode 1961-1990 von 17,0 °C, doch damit wurde kein neuer Rekord aufgestellt. Bei den Höchsttemperaturen fielen die Rekorde hingegen tageweise: am 24. wurden in Geilenkirchen 40,5 °C registriert, das damit den neuen Hitzerekord für Deutschland stellte, ihn aber am 25. schon wieder an Lingen im Emsland abgab. Auch in NRW folgten am 25. neue Spitzenreiter mit Duisburg-Baerl und Tönisvorst bei einem Wert von 41,2 °C. Die Trockenheit setzt sich fort: mit 40 l/m² fiel nicht ganz die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags von 82 l/m². Die Sonnenscheindauer betrug 220 Stunden und liegt damit ebenfalls deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 187 Stunden.

 

Rekord bei Temperatur und Sonnenschein – der Juni 2019

Nach einer beispiellos langen Folge überdurchschnittlich warmer Monate, lediglich unterbrochen durch den unterdurchschnittlich warmen Mai, manifestiert sich für den Juni direkt ein Rekord bei der Mitteltemperatur, scheinbar um den negative Temperaturabweichung vom Mai auszugleichen. Mit 19,5 °C ist der Juni 2019 auf Platz eins der wärmsten Juni-Monate in der mittlerweile 139 Jahre umfassenden Zeitreihe. Gegenüber der mittleren Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 15,4 °C liegt die Abweichung bei 4,1 °C. Gegenüber dem bisherigen Rekordhalter, dem Juni 2003, wurden nochmals fast 0,5 °C „draufgelegt“. Beim Niederschlag konnte mit knapp 45l/m2 nur etwas mehr als die Hälfte der ansonsten üblichen 84 l/m2 erfasst werden. Dieser Wert genügt für Rang 22 der trockensten Monate seit 1881 in Nordrhein-Westfalen. Beim Sonnenschein wurde neben der mittleren Temperatur ebenfalls ein neuer Rekord aufgestellt. Bei fast 300 Sonnenstunden wurde der langjährige Mittelwert (184 Stunden) um über 60 % überschritten. Am 4. Juni sorgte ein Tornado (F2: 184-255 km/h) in Bocholt für erhebliche Sachschäden, wobei zum Glück niemand schwer verletzt wurde.

 

Trotz unterdurchschnittlichen Temperaturen im Mai wärmer als im Mittel – der Frühling 2019

Dank der warmen Monate März und April liegt der Frühling mit 9,4 °C um 1,1 °C über dem langjährigen Mittelwert (1961 – 1990) von 8,3 °C. Damit waren seit 2014 alle Frühlinge wärmer als im Durchschnitt. Seit dem Jahr 2000 gab es lediglich drei Jahre (2006, 2010 und 2013), wo die Frühlingstemperaturen unterhalb des langjährigen Mittelwertes lagen. Hinsichtlich des Niederschlages wurde der Mittelwert für NRW (205 l/m2) mit ungefähr 195 l/m2 nur leicht unterschritten. Dabei war der März deutlich zu nass (ca. 141 % vom Mittelwert), der April deutlich zu trocken (ca. 50 % vom Mittelwert) und der Mai leicht trockener als im Mittel (ca. 90 % vom Mittelwert). Mit 470 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 441 Stunden leicht (ca. 6 %) überboten. Im März forderten die Sturmtiefs „Bennet“ (04.03.) und „Eberhard“ (10.03) tragischerweise jeweils ein Menschenleben durch umstürzende Bäume. Am 20.04. kamen bei einem Starkregenereignis im Weserbergland über 90 l/m2 zusammen.

 

Kühler als im Durchschnitt, endlich eine negative Abweichung – der Mai 2019

Nachdem die letzten 13 Monate ununterbrochen wärmer als die Mitteltemperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 waren, dies gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 vorher noch nie, war der Mai 2019 mit 10,9 °C 1,5 °C kühler als der Mittelwert (12,4 °C). Mit einer Niederschlagssumme von 65 l/m2 wurde der Mittelwert zu 90 % (72 l/m2) erreicht. Neben den kühleren Temperaturen und der fast durchschnittlichen Niederschlagssumme fiel die Sonnenscheindauer mit 160 Sonnenscheinstunden ebenfalls leicht unter dem Mittelwert von 190 Sonnenscheinstunden.

 

Trend ungebrochen, der dreizehnte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der April 2019

Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 waren dreizehn Monate in Folge wärmer als der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Der DWD gibt für NRW eine Mitteltemperatur von 10,3 °C an, was 2,4 °C über dem langjährigen Mittelwert (7,9 °C) liegt und für Rang 16 der wärmsten April-Monate seit 1881 ausreicht. Die mittlere Niederschlagsmenge für den April 2019 lag mit nur 30 l/m2 bei knapp der Hälfte des ansonsten üblichen Mittelwertes (62 l/m2) und kommt damit auf Rang 26 der trockensten April-Monate seit 1881. Neben den sehr hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen war der Sonnenschein mit ca. 215 Sonnenscheinstunden deutlich positiv abweichend vom Mittelwert (148 Sonnenscheinstunden).

 

Der zwölfte überdurchschnittlich warme Monat in Folge – der März 2019

Die neuen DWD-Auswertungen ergeben für den Monat März eine Mitteltemperatur von 7,1 °C in NRW. Gegenüber dem langjährigen Mittel der int. Referenzperiode 1961 – 1990 (4,5 °C) war der März um 2,6 ° C wärmer als sonst üblich und erreicht Rang 12 der wärmsten Märztemperaturen seit 1881. Seit nun schon 12 Monaten in Folge war damit jeder Monat wärmer als im Mittel! Mit 100 l/m2 Monatsniederschlag (71 l/m2) wurde die übliche Regenmenge um knapp 41 % übertroffen, was für den 15 Rang der regenreichsten Märze seit 1881 reicht. Bei den Sonnenscheinstunden erreichte die März 2019 mit lediglich 90 Stunden nur 87 % des Mittelwertes von 109 Sonnenscheinstunden. NRW erlebte diesen Monat zwei stärkere Stürme, wo jeweils ein Todesopfer zu beklagen war. Am 13. fegte ein Tornado der Stärke F2 (181 – 253 km/h Windspitzen) durch den Ort Roetgen bei Aachen, beschädigte 40 Häuser und verletzte fünf Personen.

 

Insgesamt über dem Mittelwert - der Winter 2018/2019

Der Winter 2018/2019 lag bei allen drei Parametern Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer über den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Am deutlichsten ist die Abweichung bei der mittleren Temperatur ausgeprägt. Mit 4,0 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1,7 °C kommt der Winter 2018/2019 in NRW immerhin noch auf Rang 10 der wärmsten Winter seit 1881. Bei 265 l/m2 lag dieser Winter knapp 19 % über dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m2. Mit ca. 195 Sonnenscheinstunden wurde der Mittelwert von 151 Sonnenscheinstunden um ca. 29 % übertroffen.

 

Deutlich sonniger und wärmer als im Mittel - der Februar 2019

Der Februar 2019 weicht im Gegensatz zum Vormonat wieder deutlich stärker vom Temperaturmittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 ab. Mit einer diesjährigen Mitteltemperatur von 5,6 °C wurde der langjährige Mittelwert von 1,8 °C um deutliche 3,8 °C überschritten. Mit diesem Wert reiht sich der Februar 2019 für NRW auf Platz 7 der wärmsten Februare seit 1881 ein. Am 17. wurde mit 20,6 °C in Geilenkirchen, ganz im Westen von NRW, ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Mit einem mittleren Niederschlag von ca. 40 l/m2 erreichte der Februar nur 69 % des langjährigen Mittelwertes von 58 l/m2. Die Sonne schien mit satten 125 Sonnenscheinstunden gegenüber den mittleren 72 Sonnenscheinstunden erheblich häufiger (74 % zusätzlich vom Mittelwert) als üblich.

Mehr Niederschlag als im Mittel, ansonsten fast Durchschnitt – der Januar 2019

Der Januar 2019 zeigte sich mit einer mittleren Temperatur von 1,6 °C nur leicht wärmer als im langjährigem Mittel (1,2 °C) der Referenzperiode 1961-1990. Mit einer Niederschlagssumme von über 100 l/m2 wurde die mittlere Monatssumme (77 l/m2) um knapp 30 % überschritten. Diese Niederschlagsmenge sollte sich positiv auf die durch die Dürre betroffenen Grundwasser- und Talsperrenspeicher auswirken. Die Sonne schien ca. 45 Stunden und damit nur geringfügig länger als im Mittel (42 Stunden).

 

Das bisher wärmste, sonnigste sowie vierttrockenste Jahr seit 1881 – Einordnung des Jahres 2018 in die langjährigen Datenreihen

Das Jahr 2018 war auch in NRW das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Mit sehr warmen 11 °C wurde der bisherige Rekord von 2014 von 10,9 °C knapp überboten. Zum Vergleich: die mittlere Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 liegt bei 9,0 °C. Auch wenn ein einzelnes Rekordjahr nur geringe Aussagekraft hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels hat, so häufen sich die Rekordjahre mit positiver Temperaturabweichung doch sehr massiv ab dem Jahr 2000. Ab dieser Jahreszahl findet man die 11 der 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In den 1990er Jahren gibt es noch vier Jahre, die in die Top 18 der wärmsten Jahre kommen. Danach treten nur jeweils in den 1980er Jahren, den 1950er sowie den 1930er Jahren eines der 18 wärmsten Jahre auf! Die Niederschlagsmenge war für NRW ebenfalls rekordverdächtig niedrig. Das Jahr 2018 war das vierttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gegenüber dem Mittelwert von 875 l/m2 fielen über das Jahr verteilt nur 605 l/m2, was einem Defizit von 30 % entspricht. Die Trockenheit war im Sommer besonders extrem und reichte für Platz zwei der trockensten Sommer in NRW seit 1911 (Vergleich aller Sommermonate Juni, Juli und August). Mit 1930 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 1440 Stunden um deutliche 34 % übertroffen und der bisherige Rekord von 2003 (1913 Stunden) unter der seit 1951 erfassten Sonnenscheindauer eingestellt.
Neben der extremen Wärme und Trockenheit, die fast das gesamte Jahr über bestimmend waren, sorgten auch einige wetterbedingte Ereignisse für Schlagzeilen und hohe Kosten. Bereits am 18. Januar fegte das Sturmtief Friederike über NRW hinweg und sorgte für drei Tote und ganz erhebliche Mengen an Sturmholz. Im Mai und Anfang Juni gab es zahlreiche extreme Starkniederschläge in NRW, worunter besonders Wuppertal, Aachen und Essen zu leiden hatten. Am 16. Mai sorgte ein Tornado der Stärke F2 bei Viersen für erhebliche Sachschäden. Zahlreiche Wald- und Böschungsbrände sorgten für Feuerwehreinsätze, wovon der Großbrand vom 7. August bei Siegburg mit mehreren zerstörten Häusern und 40 Verletzten den unrühmlichen Höhepunkt darstellte. Neben den zahlreichen Bränden sorgte die anhaltende Trockenheit auch für einen massiven Anstieg der Borkenkäferpopulation, die zur schlimmsten Kalamität seit 1947 in den Fichtenbeständen führte. Auch die Landwirtschaft und vor allem die Rheinschifffart spürten die extreme Trockenheit.

 

Endlich Regen, aber immer noch überdurchschnittlich warm – der Dezember 2018

Mit 120 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel im Dezember endlich der lang ersehnte Regen. Damit fiel im Dezember 36 % mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel von 88 l/m². Auch die Temperatur lag im Dezember mit 4,9 °C deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode von 2,3 °C. Nur beim Sonnenschein zeigte sich der Dezember durchschnittlich: mit 35 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel von 37 Stunden fast erreicht.
 

Sehr trocken und sehr sonnig – der Herbst 2018

Der Herbst 2018 war in NRW insgesamt sehr trocken und sonnig. Mit der im Jahr 2018 gemessenen Mitteltemperatur von 10,8 °C lag die Temperatur 1,3 °C über dem Mittel (9,5 °C int. Referenzperiode 1961 - 1990). Die Abweichung beim Niederschlag war schon größer. Anstatt der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge von 208 l/m2 fielen mit nur 95 l/m2 nur knapp 46% des saisonalen Mittels. Mit 425 Sonnenstunden wurde der für die Jahreszeit ansonsten übliche Mittelwert von 294 Stunden um satte 45 % überboten. Am 18.09. wurde an der Station Köln-Wahn eine Temperatur von 33,1 °C erreicht, die bundesweit höchste Temperatur im Herbst und ein neuer Rekord für Köln-Wahn für diese Zeit. Insgesamt 7 Sommertage wurden im Oktober (>25 °C) in Düsseldorf, Waltrop-Abdinghof und Tönisvorst ermittelt.
 

Fortgesetzte Dürre und überdurchschnittlicher Sonnenschein – der November 2018

Im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war dieser November mit einer Monatsmitteltemperatur von 6,2 °C nur leicht über dem langjährigen Mittel von 5,1 °C. Die negative Abweichung beim Niederschlag hingegen war mit ca. 25 l/m2 gegenüber den ansonsten üblichen 78 l/m2 ganz erheblich. Nur 30 % der ansonsten üblichen Regenmenge fielen im November 2018 in NRW. Bei den Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Mittelwert von 53 Stunden mit über 85 Stunden um satte 63 % übertroffen.
 

Niederschlagsdefizit ungebrochen – der Oktober 2018

Die weitgehend stationäre Witterung sorgte auch im Oktober 2018 im Vergleich zu den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 für eine Verschärfung des Niederschlagsdefizites und weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen. Bei einer mittleren Temperatur von 11,4 °C für diesen Oktober wurde der langjährige Mittelwert (9,9 °C) um 1,5 °C übertroffen. Die rund 25 l/m2 an Niederschlag erreichten nur 40 % der ansonsten für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge (62 l/m2). Die Sonnenscheindauer lag mit 155 Sonnenscheinstunden erheblich über dem für Oktober bestehenden langjährigen Mittelwert von 107 Stunden. Dank südlicher Strömung wurden in Teilen NRWs nochmals 7 Sommertage verzeichnet und am 13. wurde in Tönisvorst mit 28,6 °C der bundesweit höchste Wert erreicht.

 

Weiterhin wärmer und trockener als im Mittel – der September 2018

Auch der September setzte insgesamt den Trend zu überdurchschnittlichen Temperaturen und unterdurchschnittlichen Niederschlägen seit April 2018 fort. Dies galt insbesondere für die ersten drei Wochen, wo am 18. nochmals Temperaturen von über 30 °C in Köln/Wahn erreicht wurden, bevor dann in der letzten Woche des Monats auch witterungsbedingt der Herbst Einzug hielt. Mit einer Temperatur von 15 °C wurde der Mittelwert der int. Referenzperiode von 1961-1990 um 1,3 °C (13,7 °C) übertroffen. Bei einer Niederschlagsmenge von ca. 40 l/m2 blieb der September deutlich unterhalb des langjährigen Mittels von 67 l/m2. Dies sind nur 60 % des Mittelwertes. Die mittlere Sonnenscheindauer von 135 Stunden wurde mit rund 190 Sonnenstunden um 40 % übertroffen.

 

Zweiter Platz bei Wärme und Trockenheit – der Sommer 2018

Der Sommer 2018 war mit 19,3 °C (Durchschnitt Klimanormalperiode 1961 -1990: 16,3 °C) der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Nur der Sommer 2003 war mit 19,6 °C noch etwas wärmer. Mit rund 115 l/m2 Niederschlag (240 l/m2) erreichte dieser Sommer nur ca. 48 % der üblichen Niederschlagsmenge. Damit ist der Sommer 2018 der zweittrockenste Sommer seit 1881. Lediglich der Sommer 1911 war mit 112 l/m2 noch etwas trockener. Die Trockenheit hat enorme Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft. Bei der Anzahl der Sonnenstunden wurde der langjährige Mittelwert von 554 Stunden mit 740 registrierten Sonnenstunden um 34 % übertroffen.

 

Ebenfalls trockner, wärmer und sonniger als im Durchschnitt – der August 2018

Der August setzte den Trend zur überdurchschnittlichen Wärme, Trockenheit und Sonnenscheindauer zumindest für die erste Hälfte des Monats weiter deutlich fort. In der zweiten Hälfte nahm die Hitze zwar etwas ab und es gab ein paar Regenfälle, aber insgesamt bleibt auch dieser Monat wärmer und trockener als im Mittel. Mit 19,5 °C lag die Temperatur im August 2,9 °C über dem langjährigen Mittel (Klimanormalperiode 1961 – 1980) und insgesamt auf Rang 7 der wärmsten Augustmonate seit 1881. Das anhaltende Niederschlagsdefizit blieb mit nur 40 l/m2 (55 % des Mittelwertes und auf Rang 13 der trockensten Augustmonate seit 1881) gegenüber den sonst üblichen 73 l/m2 weiter bestehen. Mit 235 Sonnenscheinstunden übertraf der August den langjährigen Mittelwert von 183 Sonnenstunden um rund 28 %.

 

Trocken, sonnig und warm - der Juli 2018

Auch im Juli hielt das trockene, sonnige, warme Wetter weiter an. Die Durchschnittstemperatur lag mit 20,9 °C 3,9 °C über dem langjährigen Mittelwert von 17 °C.  Die Höchsttemperatur wurde am 26.7. in Duisburg-Baerl mit 38,0 °C gemessen. An Niederschlag fielen 25 l/m², das sind gerade mal 30 % der sonst üblichen Menge im Juli von 82 l/m². Damit war NRW die zweitniederschlagärmste Region Deutschlands. Durch die anhaltende Trockenheit leidet die Landwirtschaft zunehmend und erste Waldbrände waren zu verzeichnen. An Sonnenschein gab es hingegen keinen Mangel, mit 315 Stunden war der Juli fast 70 % sonniger als im langjährigen Durchschnitt mit 187 Stunden.

 

Trockener und etwas wärmer als im Durchschnitt – der Juni 2018

Nachdem die beiden Vormonate als Rekordhalter in die Aufzeichnungen eingingen, lag der Juni 2018 bei 17,4 °C und somit „nur“ 2 °C über dem langjährigen Mittel (15,4 °C) von 1961 – 1990. Mit lediglich 50 l/mvon den ansonsten üblichen 84 l/m2 fiel im Juni nur knapp 60 % der mittleren Regenmenge. Die 190 Sonnenstunden übertrafen den Mittelwert von 184 Stunden nur ganz leicht. Trotz der allgemeinen Trockenheit gab es in den ersten Juniwochen teilweise schwere Unwetter, die zum Beispiel am 9. in Lennestadt-Theten (Sauerland) 81,6 l/m2 an Regen niedergehen ließen.

 

Zuerst kälter, dann deutlich wärmer als im Mittel – der Frühling 2018

Nachdem der März noch etwas kühler als im langjährigen Mittel war, stellten die Monate April und Mai jeweils die wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung bzw. seit 1889 dar. In NRW lag die Frühlings-Temperatur mit 10,9 °C um 2,6 °C höher als der Mittelwert der int. Referenzperiode 1961 - 1990 (8,3 °C). Deutschlandweit (und damit auch höchstwahrscheinlich NRW-weit) ist dieser Frühling der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Nur im Jahr 2007 war der Frühling wärmer. Trotz teilweise extrem hohen Niederschlagsmengen infolge von Gewittern, die für erhebliche Sachschäden sorgten, fielen über die gesamte Landesfläche verteilt mit 155 l/m2 nur 88% der ansonsten üblichen mittleren Niederschlagsmenge (176 l/m2). Zudem war der Frühling mit über 580 Sonnenstunden 31 % sonniger als im Durchschnitt (441 Sonnenstunden). Neben erheblichen Starkniederschlägen, die besonders hart Wuppertal und Aachen trafen, sorgte in Viersen ein Tornado am 16. Mai für zahlreiche Schäden und zwei Verletzte, während am 27. Mai zwei Menschen in Wattenscheid durch Blitzschlag verletzt wurden.

 

Abermals einer der wärmsten Monate seit Aufzeichnungsbeginn – der Mai 2018

Auf den wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnung folgt der Mai ebenfalls in Rekordnähe. Mit 16,2 °C, bei einer Abweichung von deutlichen 3,8 °C gegenüber dem Mittelwert (12,4 °C) der internationalen Referenzperiode (1961 - 1990), war es zuletzt im Jahr 1889 ähnlich warm. Während einige Städte und Kommunen (Aachen, Kreis Heinsberg und  Wuppertal, 29.05.) mit extremen Starkniederschlägen zurechtkommen mussten, lag der die monatliche Niederschlagsmenge im Landesschnitt mit 45 l/m2 bei nur 67 % der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge (67 l/m2). Mit 280 Sonnenscheinstunden war der Mai 2018 47 % sonniger als im langjährigen Mittel (190 Sonnenscheinstunden). Neben den bereits genannten extremen Starkniederschlägen am 29.05 gab es am 27.05. zwei Verletzte durch Blitzschlag. Darüber hinaus wurden die Ortschaften Boisheim, Dilkrath und Schellerbaum bei Viersen am 17.05. durch einen F2 - Tornado (181 bis 253 km/h) stark in Mitleidenschaft gezogen, wo es ebenfalls zwei Verletzte gab.

 

Die höchsten Temperaturen seit 1881 – der April 2018

Mit einem Mittelwert von 12,8 °C gegenüber dem Mittelwert von 7,9 °C der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 war der April 2018 mit einer sehr großen Abweichung von 4,9 °C so warm wie noch kein April seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Die im April registrierte Niederschlagsmenge von 45 l/m2 war rund 27 % geringer als der für den April ansonsten übliche Mittelwert von 62 l/m2. Die Sonnenscheindauer lag mit 190 Stunden ungefähr 28 % über dem langjährigen Mittelwert des Monats April (148 Stunden). Eine Gewitterfront brachte am 29.04. teilweise extreme Niederschläge, unter denen die Station Aachen-Orsbach mit 63,3 l/m2 die höchste Tagesmenge Deutschlands verzeichnete.

 

Etwas kühler und trockner als im Mittel, dafür sonniger – der März 2018

Der März lag mit 3,8 °C nur 0,7 °C unter dem langjährigen Mittelwert der internationalen Referenzperiode von 1961 -1990, welcher bei 4,5 °C liegt. Damit schließt sich der März 2018 der ausgehenden Winterwitterung nahtlos an. Mit ca. 55 l/m2 erreichte dieser März 77 % der sonst üblichen Regenmenge (71 l/m2) und mit annähernd 120 Sonnenstunden wurde der Mittelwert von 102 Sonnenstunden um knapp 18 % übertroffen

 

Anfangs mild, feucht und dunkel, zum Ende kalt, trocken und sonnig – der Winter 2017/2018

Der vergangene Winter zeichnet sich durch einen gewissen Kontrast der Witterungsbedingungen aus. Während Dezember und Januar sehr mild, feucht und ziemlich sonnenscheinarm waren, bildete der Februar durch seine Kälte, Trockenheit und hohe Sonnenscheindauer einen deutlichen Kontrast. Bezogen auf die Jahreszeit war der Winter 2017/2018 mit 2,4 °C trotz Kältewelle Ende Februar 0,7 °C wärmer als im Mittelwert (1,7 °C). NRW war damit das zweitwärmste Bundesland in diesem Winter. Durch den trockenen Februar wurde der langjährige Niederschlagsmittelwert (223 l/m2) fasst punktgenau mit 225 l/m2 erreicht. Dies gilt auch für die Sonnenscheindauer, die Dank des Februars mit 155 Stunden den Mittelwert von 151 Stunden doch noch ganz leicht übertraf, obwohl der Dezember rekordverdächtig dunkel war. Durch das Sturmtief „Friederike“ verloren 3 Menschen in NRW am 18.01. ihr Leben.

 

Zum Schluss deutlich kälter, sehr trocken und sehr sonnig – der Februar 2018

Im Gegensatz zu den vorherigen Wintermonaten war dieser Februar sehr kalt, trocken und sonnig. Mit einer Durchschnittstemperatur von lediglich -0,9 °C war es im Februar um deutliche 2,7 °C kälter als im langjährigen Mittel (1,8 °C). An Niederschlag fielen in NRW gerade einmal 15 l/m2, dies entspricht nur rund 26 % der sonst üblichen Regenmenge von 58 l/m2. Die Sonne schien mit ca. 125 Stunden (72 Stunden) erheblich häufiger als sonst und übertraf somit den durchschnittlichen Monatswert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990 um satte 74 %.

  

Erheblich wärmer als im Mittel, nass, und eher dunkel – der Januar 2018

Mit einer erheblichen Abweichung von 3,5 °C gegenüber dem langjährigem Mittelwert von 1,2 °C war der Januar 2018 mit seinen durchschnittlichen 4,7 °C sehr warm. Die Niederrheinische Bucht und das Niederrheinische Tiefland blieben komplett frostfrei. Deutschlandweit war dieser Januar der sechstwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Mit rund 105 l/m2 (77 l/m2) wurde der langjährige Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 -1990 (Wert in Klammern) um 36 % deutlich überschritten. Ähnlich wie der Dezember, aber längst nicht so extrem, war auch der Januar mit 25 Sonnenstunden gegenüber dem Mittelwert von 42 Sonnenstunden deutlich sonnenscheinärmer (59 % vom Soll). Das Orkantief „Friederike“ kostete am 18.01. drei Menschenleben uns sorgte für über 900 Mio. € an Sachschäden.

  

Abermals wärmer als im Mittel, Niederschlag im Soll und etwas sonniger trotz dunklem Jahresausklang – Einordung des Jahres 2017 in die langjährigen Datenreihen

Während weltweit das Jahr 2017 unter den drittwärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung zählt, kommt das Jahr 2017 in NRW mit 10,3 °C gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 9,0 °C an fünfter Stelle unter den wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung (1881). Diesen Rang teilt sich das Jahr 2017 mit den Jahren 1989, 1994, 1999, 2002 und 2009. Mit ca. 875 l/m2 lag die Jahresniederschlagssumme von 2017 genau im Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. In der langjährigen Rangfolge liegt diese Niederschlagssumme auf Platz 56. Mit 1460 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel (1440 Sonnenstunden) leicht übertroffen, trotz des extrem sonnenscheinarmen Jahresausklangs. Damit liegt das Jahr 2017 auf Rang 43 der seit 1951 vorliegenden Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer.

  

Dunkel, nass und mild – der Dezember 2017

Der Dezember 2017 war mit 3,6 °C gegenüber 2,3 °C des langjährigen Mittels (1961 – 1990) zu mild. Mit fast 120 l/m2 wurde die ansonsten für den Dezember übliche Regenmenge (88 l/m2) um 34 % übertroffen. Die größte Abweichung wurde allerdings bei der Sonnenscheindauer registriert. Dort wurde mit nur etwas mehr als 10 Stunden lediglich 33 % der durchschnittlichen Sonnenscheindauer (37 Stunden) erreicht. Damit wurde der Negativrekord von 1993, der seit Beginn der Messungen in 1951 besteht, beinahe erreicht. Mit 53 cm Schnee wurde am 18.12. der Kahle Asten die höchste Schneetiefe des Monats festgestellt, wovon nach Weihnachten nur noch 8 cm übrig blieben.

  

Mild, feucht und sonnenscheinarm – Der Herbst 2017

Im Vergleich zum Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990 war der Herbst in NRW mit 10,4 °C (9,5 °C) deutlich milder als im Mittel. Mit der Niederschlagsmenge von aufgerundet 245 l/m² wurde der saisonale Durchschnitt von 208 l/m² merklich um fast 18 % übertroffen, während es mit knapp 245 Sonnenstunden (83 % vom Mittelwert) gegenüber den gemittelten 285 Sonnenstunden auch deutlich sonnenscheinärmer war. Am 13. September forderte das Sturmtief "Sebastian" ein Menschenleben durch einen umstürzenden Baum.

  

Fast durchschnittlich, aber weniger Sonne – Der November 2017

Der November verlief in NRW insgesamt fast durchschnittlich im Vergleich zur internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. Mit 5,9 °C war der November etwas wärmer als das langjährige Mittel (5,1 °C) und die Regenmenge von ca. 85 l/m² übertraf den Mittelwert von 78 l/m² ebenfalls nur minimal. Mit seinen diesjährig erreichten 40 Sonnenstunden fiel der November 2017 allerdings etwas deutlicher unter das langjährige Mittel von 53 Sonnenstunden.

  

In den Top 10 der Wärmerekorde – der Oktober 2017

Der Oktober 2017 gehört dank der sehr warmen Witterung ab der zweiten Monatsdekade zu den 10 wärmsten Oktobermonaten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Mit 12,0 °C war der Oktober satte 2,1 °C wärmer als das langjährige Oktober-Mittel (9,9 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit 65 l/m2 nur leicht über dem Durchschnitt von 62 l/m2, während die Sonnenscheindauer mit nur knapp 90 Stunden geringer ausfiel als in der Referenzperiode üblich (107 Stunden).

  

Nass, kühl und herbstlich - der September 2017

Der diesjährige September in Nordrhein-Westfalen zeigt sich im Gegensatz zum letzten Jahr von der kühlen, nassen und somit herbstlichen Seite. Mit 13,2 °C im diesjährigen Monatsmittel unterschritt der September 2017 den Durchschnittswert der internationalen Referenzperiode von 13,7 °C um ein halbes Grad . Mit 90 l/m2 Regen lag der registrierte Niederschlag 34 % über dem langjährigen Mittel (67 l/m2). Die unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer von nur 120 Stunden (135 Stunden) passt auch gut zu dem Bild eines insgesamt herbstlichen Septembers. Leider forderte das Sturmtief „Sebastian“ am 13. ein Todesopfer durch einen entwurzelten Baum.

  

Wärmer als im Durchschnitt – der Sommer 2017

Aufgrund des viertwärmsten Junis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und den ebenfalls überdurchschnittlich warmen Monaten Juli und August war der Sommer mit 17,9 °C um deutliche 1,6 °C wärmer als das langjährige Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Somit folgt der Sommer 2017 dem Frühling 2017 mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Über die Sommermonate verteilt lag die Niederschlagsmenge mit 270 l/m2 nur geringfügig über dem langjährigen Mittelwert von 240l/ m2, was einer Abweichung von rund +13 % entspricht. Nichts desto trotz gab es am 19.7. wie beispielsweise in Köln-Stammheim mit 95 l/m²  zum Teil ganz erhebliche Regenmengen, die lokal niedergingen. Mit knapp 560 Sonnenscheinstunden wurde das langjährige Mittel von 554 Sonnenstunden nur ganz knapp überschritten.

  

Zu wenig Sonne, etwas zu warm und zu nass – der August 2017

In Nordrhein-Westfalen war der August mit 17,4 °C abermals wärmer als das übliche Mittel der internationalen Referenzperiode von 16,6 °C. Allerdings ist die Abweichung nach oben eher gering mit 0,8 °C und keineswegs so stark wie im Juni und Juli. Die gefallene Niederschlagsmenge betrug im Mittel rund 90 l/m2 und übertraf die langjährige Durchschnittsregenmenge von 73 l/m2 somit um rund 23 %.  Im Vergleich zu den anderen Bundesländern war Nordrhein-Westfalen mit nur 170 Sonnenstunden (183 Sonnenstunden) das Sonnenscheinärmste.

 

Und dann kam der Regen – der Juli 2017

Weiterhin zeigt sich Nordrhein-Westfalen von seiner warmen Seite: auch der Juli-Mittelwert überschritt mit den erreichten 18,2 °C den langjährigen Mittelwert (17,0 °C) deutlich. Viel eindrucksvoller ist allerdings die Niederschlagsmenge mit im Mittel 130 l/m² für Nordrhein-Westfalen. Dies sind über 60 % mehr als das langjährige Mittel von 82 l/m². In einigen Regionen oder einzelnen Orten bedeutet dies noch eine wesentlich höhere Niederschlagsmenge als üblich. An der Station Köln-Stammheim wurden beim Unwetter am 19.7. allein 95 l/m² gemessen – somit war Köln der niederschlagsreichste Ort an diesem Tag in Deutschland. Dennoch kam auch der Sonnenschein nicht zu kurz: mit 185 Sonnenstunden entsprach der Juli 2017 fast exakt dem langjährigen Mittel von 187 Stunden.

 

Der viertwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung - der Juni 2017

Der vergangene Juni steht nach 2003, 1930 und 1917 auf Rang vier der wärmsten Junimonate, die seit 1881 je gemessen wurden. Mit einer mittleren Temperatur von 18,1 ° C in Nordrhein-Westfalen wurde der offizielle Durchschnittswert für den Monat Juni (internationale Referenzperiode 1961 – 1990) von 15,4 ° C um deutliche 2, 7 ° C überschritten. Bei annähernd 75 l/m2 wurde 89 % des langjährigen Mittels an Niederschlag (84 l/m2) in Nordrhein-Westfalen erreicht. Ein leichtes Plus von rund 14 %, mit 210 Sonnenscheinstunden gegenüber 184 Stunden des langjährigen Mittels, wurde im Juni bei der Sonnenscheindauer festgestellt. Am 15. wurde das nördliche Ruhrgebiet von einer Gewitterfront heimgesucht, die zahlreiche Bäume in Recklinghausen umknickte sowie ein Haus in Herten abdeckte. Die Hitzewelle mit Höhepunkt am 22. sorgte an einigen Messstellen für neue Temperaturrekorde.

 

Die Witterung bleibt trocken, sonnig und warm – der Frühling 2017

Im Vergleich zum langjährigen Mittel wurden in NRW abermals überdurchschnittliche Werte für Temperatur und Sonnenscheindauer gemessen. Die Niederschlagsmenge hingegen fiel geringer aus als der Durchschnitt. Somit bleibt der Trend hin zu überdurchschnittlichen Temperaturen und längerer Sonnenscheindauer bei zu geringen Niederschlagsmengen bestehen. Die Frühlingstemperaturen in NRW liegen mit 10,2 °C deutlich über dem langjährigem Wert der Frühlingsmonate von 8,3 °C. Die Sonnenscheindauer übertraf mit 515 Stunden das Mittel von 441 Stunden, während die gemessene Regenmenge des Frühlings mit 135 l/m2 die mittlere Niederschlagsmenge von 205 l/m2 deutlich unterschritt. Die ausgeprägte Hitzewelle Ende Mai sorgte für einen neuen Temperaturrekord für Düsseldorf. Dort wurde am 29. Mai eine Höchsttemperatur von 33,8 °C gemessen und somit der alte Rekord vom 12. Mai 1998 von 31,7 °C gleich um 2,1 °C überschritten.

 

Vor allem warm – der Mai 2017

Der Mai zeichnet sich als deutlich zu warmer Monat aus. Mit 14,8 °C war es im Mai viel wärmer als sonst bei einer Referenztemperatur von 12,4 °C. Die Sonne schien mit 210 Stunden nur etwas länger als der Durchschnitt von 190 Stunden. Die Niederschlagsmenge von 50 l/m2 liegt deutlich unter der gemittelten Menge von 72 l/m2. In der Nacht zum 18. Mai wurden im Ruhrgebiet und dem Umland ungewöhnlich hohe Tiefsttemperaturen gemessen, die lokal die 20 °C (Tropennacht) nur knapp unterschritten.

 

Abwechslungsreiches Aprilwetter – der April 2017

Der April zeigte sich in NRW sowohl von seiner sonnigen warmen Seite als auch von seiner winterlichen Seite. Insgesamt führte dies dazu, dass der April im Mittel 2017 fast den langjährigen Mittelwerten von 1961-1990 entspricht. Die Temperatur lag mit 7,6 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Wert. Die Sonnenstunden erreichten den Wert mit 150 Stunden mit nur 2 Stunden mehr fast punktgenau. Nur der Niederschlag weicht etwas vom langjährigen Durchschnittswert ab. So wurden 2017 25 l/m² gemessen, dies sind nur etwa 37 Prozent der Menge, die im langjährigen Mittel im April verzeichnet wird. Im Sauerland fiel ein Teil des Niederschlags um die Monatsmitte herum auch als Schnee.

 

Neuer Temperaturrekord – der März 2017

Im Deutschlandmittel war der März 2017 der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn. Auch in NRW wurde 2017 die höchste Märztemperatur seit Aufzeichnungsbeginn verzeichnet. Mit 8,3 °C war NRW das wärmste Bundesland, die Monatsmitteltemperatur lag dabei 3,8 °C über dem langjährigen Mittel des Zeitraums 1961-1990. Die Sonnenstunden fielen mit 150 Stunden ebenfalls überdurchschnittlich aus - im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 103 Stunden. Der Niederschlag blieb mit 60 l/m² hingegen geringfügig hinter dem langjährigen Wert von 71 l/m² zurück.

 

Insgesamt trocken, sonnig und mild – der Winter 2016/2017

Der Winter 2016/2017 wird von den trockenen, sonnenscheinreichen Phasen im Dezember und Januar dominiert, sodass er insgesamt als trocken, sonnig und mild bezeichnet werden kann. In den Werten drückt sich dies folgendermaßen aus: die Lufttemperatur überschreitet mit 2,5 °C im Winter den langjährigen Mittelwert von 1,7 °C. Mit 220 Sonnenstunden schien die Sonne deutlich länger als im langjährigen Mittel (151 Stunden). Umgekehrt blieb der Niederschlag mit 140 l/m² deutlich hinter dem langjährigen Mittelwert von 223 l/m² zurück, wodurch zeitweise sehr niedrige Pegelstände verursacht wurden. Außerdem trat mit Tief Thomas am 23.2. ein Wintersturm auf.

 

Sehr warm trotz wenig Sonnenschein – der Februar 2017

Die Temperatur lag im Februar in NRW mit 4,5 °C deutlich über dem langjährigen Mittel von 1,8 °C. Damit war NRW im Februar das wärmste Bundesland. Die Sonnenscheindauer blieb im Februar jedoch mit 65 Stunden leicht unter dem langjährigen Wert von 72 Stunden. Der Niederschlag entsprach mit 60 l/m² in etwa dem langjährigen Mittelwert (58 l/m²). Damit bricht der Februar den niederschlagsarmen, sonnenreichen Trend der bisherigen Wintermonaten 2016/17.

 

Kalt, trocken und sehr sonnig – der Januar 2017

Mit Ausnahme der Lufttemperatur setzt sich im Januar der Trend des Dezembers mit viel Sonne und wenig Niederschlag für den Winter 2016/17 fort. Die Temperaturen hingegen fielen deutlich: mit -0,5 °C blieb die mittlere Januartemperatur 2017 deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 1,2 °C in NRW. Mit 80 Sonnenstunden wurden fast doppelt so viele Sonnenstunden verzeichnet, wie sie sonst für den Januar in NRW üblich sind (langjähriges Mittel: 42 Stunden). Auch für Deutschland gilt der Januar 2017 mit durchschnittlich 75 Sonnenstunden als sehr sonnenscheinreich und zählt somit zu den vier sonnenscheinreichsten Januar-Werten seit 1951. Der Niederschlag in NRW blieb wiederum hinter dem langjährigen Januarwert von 77 l/m² zurück: es wurden in NRW nur 45 l/m² registriert. Die fortgesetzte Trockenheit führt dazu, dass der Wasserstand an den Flusspegeln sinkt. Ende des Monats wurde in Duisburg zeitweise ein Wasserstand von unter 70 cm gemessen (Quelle: WSV). Solch niedrige Wasserstände in den Wintermonaten sind selten.

 

Sehr warm, wenig Niederschlag und viel Sonne – so ordnet sich das Jahr 2016 in die langjährigen Daten ein

Die mittlere Durchschnittstemperatur in NRW betrug 2016 10,1 °C – das bedeutet 2016 war zusammen mit 1934 und 2003 das zwölftwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1881. 770 l/m² Niederschlag wurden in NRW 2016 registriert, damit erreicht 2016 Platz 38 der regenärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Mit 1555 Sonnenstunden liegt 2015 deutlich über dem langjährigen Mittelwert. Seit Aufzeichnungsbeginn 1951 erreicht es Platz 20 der sonnenscheinreichsten Jahre in NRW.

 

Warm, trocken und sehr sonnig – der Dezember 2016

Die Lufttemperatur erreichte in NRW im Dezembermittel 3,6 °C, damit lag sie 1,3 °C über dem langjährigen Mittelwert. Der Niederschlag fiel im Dezember sehr gering aus, so wurden in NRW nur 25 l/m² registriert, dies ist weniger als ein Drittel der üblichen Dezemberniederschlagsmenge von 88 l/m². Für Deutschland ergaben die Auswertungen des Deutschen Wetterdienst 35 % der üblichen Regenmenge, damit zählt der Dezember 2016 für Deutschland zu den 12 trockensten Dezembern seit Messbeginn 1881. Noch markanter treten die Abweichungen bei der Sonnenscheindauer zu Tage. In NRW wurden 75 Sonnenstunden verzeichnet, das entspricht über 200 % der üblichen Andauer für NRW von 37 Stunden. In der deutschlandweiten Betrachtung wird der Dezember 2016 als drittsonnenscheinreichster Dezember seit Messbeginn 1951 geführt.

 

Abwechslungsreich – der Herbst 2016

Der Herbst begann in NRW mit einem sehr warmen und trockenen September und der Einstellung von Temperaturrekorden. Der Oktober zeigte sich eher durchwachsen und war im Vergleich mit dem langjährigen Mittel zu kühl, aber auch zu trocken. Der November erreicht hingegen fast die langjährigen Durchschnittswerte der Temperatur, des Niederschlags und der Sonnenscheindauer. Dominiert durch den September war der Herbst 2016 in NRW damit insgesamt zu warm (0,8 °C im Vergleich zur langjährigen Referenztemperatur von 9,5 °C). Darüber hinaus viel mit 140 l/m² deutlich weniger Regen als im Schnitt (208 l/m²) und auch die Sonne schien mit 340 Stunden deutlich länger als im langjährigen Mittel von 294 Stunden. Damit entspricht NRW dem deutschlandweiten Mittel des Herbstes 2016 mit zu warmen, zu trockenen und sonnenscheinreichen Verhältnissen.

 

Typischer November 2016 in NRW

Der November 2016 zeigt nur geringe Abweichungen zu den langjährigen Durchschnittswerten. So lag die Temperatur mit 4,8 °C nur 0,3 °C unter dem langjährigen Mittelwert von 5,1 °C, der Niederschlag blieb lediglich um 8 l/m² hinter dem langjährigen Wert von 78 l/m² zurück und die Sonnenscheindauer erreichte mit 50 Stunden nur drei Stunden weniger als es dem langjährigen Mittelwert entspricht.

 

Wenig Sonnenschein – der Oktober 2016

Die Temperatur lag im Oktober 2016 in NRW mit 9,0 °C leicht unter den langjährigen Durchschnittswerten von 9,9 °C. Der Niederschlag blieb mit 50 l/m² ebenfalls leicht unter dem Schnitt von 62 l/m² zurück. Der Sonnen schein lag mit rund 70 Stunden schon etwas deutlicher unter dem langjährigen Wert von 107 Stunden. Damit zählte Nordrhein-Westfalen im deutschlandweiten Vergleich im Oktober aber noch zu den sonnenscheinreichen Bundesländern.

 

Weiterhin überdurchschnittlich warm und trocken – der September 2016 in NRW

Im September zeigte sich NRW warm und trocken. Mit 17,3 °C lag die Durchschnittstemperatur deutlich über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 von 13,7 °C. Die durchschnittliche Regenmenge in NRW lag mit zirka 25 l/m² ebenfalls deutlich unter dem Wert der Referenzperiode von 67 l/m², vor allem im nördlichen NRW fiel mit teilweise unter 10 l/m² lokal sehr wenig Regen. Selbst Temperaturrekorde wurden im September eingestellt: in Geilenkirchen wurden am 13. September 34,3 °C verzeichnet und somit der alte Rekord von 1973 um 2,3 °C übertroffen. In Bad Lippspringe wurde vom 12. Auf den 13. September eine Tropennacht verzeichnet.

 

Warm, regenreich und wenig Sonne – der Sommer 2016 in NRW

Der Sommer begann im Juni mit heftigen Niederschlägen, die vor allem am Niederrhein für Überschwemmungen sorgten und verabschiedete sich Ende August mit einer Hitzewelle. Die Temperaturen von durchschnittlich 17,7 °C in NRW waren im Vergleich zur Referenzperiode 1960-1991 (16,3 °C) etwa 1,4 °C höher. Auch wenn die Sonnenscheindauer des Sommers 2016 bundesweit im Durchschnitt der letzten Jahre liegt, blieb die Sonnenscheindauer in NRW mit 545 Stunden unter dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961-1990 (554 Stunden), somit schien die Sonne in NRW am wenigsten. Trotz der hohen Niederschläge im Juni fiel der Sommer 2016 insgesamt für NRW mit 245 l/m² durchschnittlich aus (Referenzperiode: 240 l/m²).