18.4
Wassereffizienz thermischer Kraftwerke „Stromerzeugung und Kühlwasserentnahme nehmen ab“
Jahr20122013201420152016201720182019
Wassereffizienz82839410493929293

Wassereffizienz thermischer Kraftwerke in kWh/m³ in NRW im Zeitraum von 2012-2019, berechnet als Quotient aus Brutto-Stromerzeugung und Kühlwasserentnahme thermischer Kraftwerke (Datengrundlage: eigene Berechnung; LANUV; Länderarbeitskreis Energiebilanzen). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Jahr20122013201420152016201720182019
Brutto-Stromerzeugung thermischer Kraftwerke155,478153,420150,381135,180141,121126,504120,045101,416
Kühlwasserentnahme19051842160312941511137613111089

Brutto-Stromerzeugung in TWh und Kühlwasserentnahme thermischer Kraftwerke in Mio. m³ in NRW im Zeitraum von 2012-2019 (Datengrundlage: LANUV; Länderarbeitskreis Energiebilanzen). Erklärvideo zu den Diagramm-Funktionen.

Datenstand 31.12.2019
Messgröße Wassereffizienz in kWh/m³, Wasserentnahme in m³, Brutto-Stromerzeugung in GWh
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Länderarbeitskreis Energiebilanzen
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Response

In heißen und trockenen Sommern kann es hinsichtlich der Verfügbarkeit von Kühlwasser für thermische Kraftwerke zu Einschränkungen kommen. Wenn die Wassertemperaturen der Gewässer wegen Hitze und Trockenheit steigen, verschlechtert sich der Wirkungsgrad der Kühlsysteme und Kraftwerke. Zudem greifen bei niedrigen Wasserständen und erhöhten Gewässertemperaturen wasserrechtliche Auflagen, die durch Einschränkungen in der Kühlwasserentnahme bzw. der Einleitung von Kühlwasser in die Gewässer dazu führen können, dass Kraftwerksbetreiber die Stromproduktion drosseln oder sogar ganz einstellen müssen. Daher ist es wichtig, den Kühlwasserbedarf so weit wie möglich zu verringern bzw. durch den Einsatz von Kreislaufkühlsystemen dazu beizutragen, dass die Wassereffizienz thermischer Kraftwerke gesteigert wird. 

Die Wassereffizienz wird als Quotient aus Brutto-Stromerzeugung  in GWh und der Kühlwasserentnahme in m³ berechnet und in kWh/m³ angegeben. Sie wird somit nicht von bspw. konjunkturbedingten Nachfrageschwankungen beeinflusst. Neben der Wassereffizienz werden auch die Berechnungsgrößen Kühlwasserentnahme und Brutto-Stromerzeugung abgebildet. 

Im Gesamtzeitraum 2012-2019 liegt der Mittelwert der Brutto-Stromerzeugung von thermischen Kraftwerken bei 136.117 GWh pro Jahr. Die dafür benötigte Kühlwasserentnahme liegt im Mittel bei 1.491 Mio. m³ pro Jahr. Daraus ergibt sich eine mittlere jährliche Wassereffizienz von 92 kWh/m³.

Die Zeitreihen zeigen, dass die Brutto-Stromerzeugung thermischer Kraftwerke in NRW ebenso wie die Kühlwasserentnahme über den Zeitraum 2012 - 2019 rückläufig sind. Die Abnahme bei der Brutto-Stromerzeugung und der Kühlwasserentnahme ist daran geschuldet, dass vermehrt thermische Kraftwerke vom Netz gehen und deren Kapazitäten durch Erneuerbare Energien ersetzt werden.

Für alle Indikatoren erfolgt eine Trendberechnung und Signifikanzprüfung nach der Methode des Umweltbundesamtes, kurz "DAS-Methode" genannt. Die Trendanalyse ergab, dass für beide genannten Parameter linear fallende Trends vorliegen. Die Brutto-Stromerzeugung ging, vergleicht man Anfangs- und Endwert der linearen Trendgeraden, um 50.916 GWh zurück. Die Kühlwasserentnahme ging analog um 736 Mio. m³ zurück. Bei der Wassereffizienz liegt keine signifikante Änderung vor. Dies liegt möglicherweise daran, dass eine höhere Effizienz nur noch durch unwirtschaftliche Anstrengungen erfolgen kann. 

 

  Brutto-Stromerzeugung in GWh Kühlwasserentnahme in Mio. m³ Wassereffizienz in kWh/m³
  Mittelwert Trend Änderung Mittelwert Trend Änderung Mittelwert Trend Änderung
2012-2019 136.117   -50.916 1.491   -736 92   -

 

Trendbeschreibung

 

  steigender Trend
  fallender Trend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
  Trend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
  fallender quadratischer Trend
  kein Trend

 

Trendbewertung

 

günstige Entwicklung
     
     

 

ungünstige Entwicklung
     
     

 

keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden