Martin Debus - 119223095 - stock.adobe.com
Ausgeprägte Spätsommerphase führt zu neuem Temperaturrekord - der September 2023
Temperaturrekorde sind inzwischen keine Seltenheit mehr und im September 2023 wurde der nächste verzeichnet. Aufgrund einer sehr stabilen Spätsommerphase (Omega-Wetterlage) in der ersten Septemberhälfte und weitergehend deutlich überdurchschnittlicher Temperaturen bis zum Monatsende, verzeichnen wir den wärmsten September in Nordrhein-Westfalen (und Deutschland) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch die überwiegende Hochdruckprägung wurden erneut auch sehr hohe Sonnenscheinwerte erzielt. Dennoch fällt die Niederschlagssumme durchschnittlich aus, was vor allem an einzelnen Tagen mit hohen Niederschlagsmengen lag.
Die Durchschnittstemperatur lag im September 2023 bei 17,8 °C und war damit sogar 0,1 °C höher als die Durchschnittstemperatur des Vormonats August! Daraus ergibt sich eine Temperaturdifferenz von 4,2 °C gegenüber der Referenzperiode 1961 - 1990 und von 3,6 °C gegenüber dem aktuellen Klimamittel 1991 – 2020. Das bedeutet Rang 1 der wärmsten Septembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Die nebenstehende Abbildung zeigt wie gewohnt die Abweichung der September-Temperaturen vom Mittel der Referenzperiode 1961-1990 in den einzelnen Jahren seit 1881.
| 1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2023 |
|---|---|---|---|
| 13,2 °C | 13,6 °C | 14,2 °C | 17,8 °C |
Anders als anhand der Temperatur- und Sonnenscheinwerte vordergründig zu erwarten wäre, fiel die Niederschlagssumme im September 2023 mit 68 l/m² im Vergleich sowohl zur Referenzperiode (1961 – 1990) als auch zur aktuellen Klimanormalperiode (1991 – 2020) durchschnittlich aus – siehe beigefügte Tabelle. Dies ist darin begründet, dass sich die gefallene Niederschlagsmenge dieses Septembers zu großen Teilen nur auf wenige Tage in Form von teils erheblichen Starkniederschlägen verteilt. So wurden am 12. September z. B. in Beckum-Vellern 102,6 l/m² Tagesniederschlag gemessen. Solche Ereignisse beeinflussen entsprechend auch bei überwiegend trockener Witterung die Niederschlagsstatistik. Insgesamt platziert sich der September 2023 dadurch im Mittelfeld der Zeitreihe.
| 1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2023 |
|---|---|---|---|
| 64 l/m² | 67 l/m² | 71 l/m² | 68 l/m² |
Bei der Anzahl der Sonnenscheinstunden belegt der September 2023 nach dem außergewöhnlich sonnenscheinreichen September des Jahres 1959 Rang 2 der sonnenscheinreichsten Septembermonate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951 und zeigt so auch gegenüber dem Vormonat wieder einen deutlichen Anstieg. So konnten in diesem Jahr 233 Sonnenscheinstunden verzeichnet werden. Damit liegt dieser September 98 Stunden über dem Wert der Referenzperiode 1961 – 1990 und 86 Stunden über dem Wert der aktuellen Klimanormalperiode 1991 – 2020. Die nebenstehende Abbildung zeigt, dass seit 2017 alle Septembermonate überdurchschnittlich mit Sonnenschein versorgt wurden.
| 1951-1980 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2023 |
|---|---|---|---|
| 143 h | 135 h | 147 h | 233 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im September war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln –Turiner Straße (VKTU) als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands dargestellt.
Aufgrund der besonderen und sehr stabilen Wetterlage konnten im September 2023 in fast allen hier betrachteten Bereichen höhere Werte erreicht werden als im Vormonat August. So wurden in Köln (VKTU) 15 Sommer- und 6 Heiße Tage verzeichnet. In Warstein (WAST) waren es derer 11 bzw. 2. Zudem wurden in Köln noch einmal 5 Tropennächte gemessen, in Warstein dagegen keine. Die weiteren Werte finden Sie in der Tabelle.
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Sommertage | 15 | 11 |
| Heiße Tage | 6 | 2 |
| Tropennächte | 5 | 0 |
| Tiefsttemperatur | 10,9 °C | 7,2 °C |
| Höchsttemperatur | 32,0 °C | 30,4 °C |
Weitere aktuelle Inhalte
Oleksandra_1768248064
Trotz winterlichem Mittelteil zu warm und zu trocken – der Winter 2025/2026
Der Winter 2025/2026 hatte von allem etwas zu bieten. So wechselten sich sehr milde Abschnitte und winterliche Phasen mit Schnee und Frost ab. Der Dezember verlief überwiegend mild, trocken und sonniger als üblich. Zum Jahresanfang brachte Sturmtief "Elli" Wind, Schnee und Glatteis, jedoch dabei glücklicherweise kein größeres Verkehrschaos nach NRW. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gewannen hier im Monatsverlauf - in weiten Teilen des Landes - Tauwetter und durchschnittliche Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Oberhand. Der Februar zeigte sich wechselhaft, mit zahlreichen Regenschauern und zum Monatsende hin teilweise frühlingshaften Temperaturen.
Alles in allem war der Winter 2025/2026 zu warm, deutlich zu trocken und leicht überdurchschnittlich sonnig.
weiterlesen
YODCHAI234226207 - stock.adobe.com
Ziemlich mild, aber regnerisch und vergleichsweise trüb – der Februar 2026
Der Februar 2026 startete landesweit ziemlich mild; zur Monatsmitte gingen die Temperaturen noch einmal kurz auf winterliches Niveau zurück, um dann in einem vorfrühlingshaften Finale zu enden, wodurch die letztendliche positive Temperaturabweichung recht groß ausfiel. Besonders warm wurde es dabei z. B. in Geilenkirchen und Duisburg, mit einer Durchschnittstemperatur von jeweils 6,7 °C. Zum Monatsende hin wurden örtlich Spitzentemperaturen von über 20 °C erreicht. Dabei war der letzte Wintermonat um die Monatsmitte herum, insbesondere im Süden und Westen des Landes, von kontinuierlichen Niederschlägen geprägt. Bedingt auch durch große Niederschlagsmengen im Südwesten Deutschlands, führte der Rhein in der dritten Monatsdekade reichlich Wasser und ließ die Pegel steigen, jedoch ohne dass sich dabei ein größeres Hochwasser entwickelte. Daraus folgend zeigte sich die Sonne in diesem Februar verhältnismäßig selten, auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Besonders trüb war es z. B. in Bad Berleburg im Rothaargebirge: an der dortigen DWD-Messstation in Stünzel schien in diesem Februar die Sonne nur 35 Stunden lang, was lediglich 44 Prozent des üblichen Ortsdurchschnitts beträgt.
weiterlesen
Martin Debus_119223095.jpeg
Vorstellung der Klimaanalyse NRW 2026 am 27. März, online
Das Warten hat ein Ende! Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Erstellung der neuen Klimaanalyse NRW 2026 mittlwerweile abgeschlossen ist und diese nach finaler Freigabe im März veröffentlicht werden kann.
weiterlesen