Frank Kimpfel - AdobeStock 132605080
Ein typischer Wintermonat in NRW - der Januar 2025
Das Jahr 2025 startet mit einem typischen Wintermonat, wie man ihn in Zeiten des Klimawandels in NRW erwarten kann. Alles in allem war er zu warm, zu nass und zu trüb, dabei aber nicht herausragend. So bot der Januar 2025 im Grunde von allem etwas. Es gab sowohl wärmere Phasen mit zweistelligen Temperaturen, es gab ein bisschen Schnee in weiten Landesteilen, danach eine längere hochdruckgeprägte und dadurch recht trockene, aber auch sehr trübe Phase, die dann in der letzten Monatsdekade wieder von einer Westwetterlage abgelöst wurde und noch einmal mit kräftigeren Niederschlägen einherging. Zum Ende des Monats wurde es dann wieder etwas sonniger.
Der Januar 2025 lag mit einer NRW-Durchschnittstemperatur von 2,5 °C auch im achten Jahr in Folge über dem Vergleichswert der Referenzperiode 1961-1990 (+ 1,4 K). Im Vergleich zur aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 lag dieser Januar dagegen, wie auch schon im letzten Jahr, mit diesmal + 0,2 K nur knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Damit reiht sich der Januar des Jahres 2025 in der Rangliste auch genau hinter dem des vorherigen Jahres im Mittelfeld der Zeitreihe (Platz 51) ein. Die nachfolgende Tabelle veranschauchlicht den Temperaturanstieg im Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um bereits 2 Grad sehr deutlich.
| 1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2025 |
|---|---|---|---|
| 0,3 °C | 1,1 °C | 2,3 °C | 2,5 °C |
Im Vergleich mit den beiden betrachteten Klimanormalperioden fiel der Januar 2025 letztlich deutlich zu nass aus und das, obwohl es zwischenzeitlich eine recht trockene Witterungsphase gab. So wurden im Januar 2025 im Landesdurchschnitt insgesamt 115 l/m² Niederschlag verzeichnet. Das ist ein Plus von 49 % gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 (77 l/m²) und immerhin von knapp 42 % gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (81 l/m²). Dadurch belegt der diesjährige Januar mit Rang 19 einen Platz in der erweiterten Spitzengruppe.
| 1881-1910 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2025 |
|---|---|---|---|
| 62 l/m² | 77 l/m² | 81 l/m² | 115 l/m² |
Geprägt durch die zwischenzeitlich zwar sehr trockene aber auch neblig-trübe Phasen, schien die Sonne im Januar 2025 im Landesdurchschnitt 43 Stunden. Hier waren vor allem die höhergelegenen Bereiche des Sauerlandes oder der Eifel im Vorteil, weil sie häufig aus dem Nebelgrau hervorragten. Verglichen mit den beiden betrachteten Vergleichsperioden lag dieser Januar im Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 (42 h), aber gegenüber der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020 (51 h) acht Stunden im Minus. Das beschert dem Januar 2025 auch in dieser Kategorie lediglich einen Platz im Mittelfeld der Zeitreihe. Der Vergleich aller drei hier aufgeführten Klimanormalperioden zeigt in dieser Rubrik im Gegensatz zu den anderen, für den Januar, keine allzu große Entwicklung.
| 1951-1980 | 1961-1990 | 1991-2020 | 2025 |
|---|---|---|---|
| 42 h | 42 h | 51 h | 43 h |
Um einen Einblick zu geben, wie das Temperaturgeschehen im Januar war, werden an zwei Stationen des LANUV-Luftqualitätsmessnetzes Temperatur-Kenntage ausgewertet. Dafür wird zum einen die Station Köln – Turiner Straße (VKTU), als eine innerstädtische Station einer Großstadt in der wärmebegünstigten Niederrheinischen Bucht, und zum anderen die Station Warstein (WAST) in Warstein als ein Beispiel für eine Stadtrandlage in einer Mittelstadt am Nordrand des Sauerlands, dargestellt.
Auch in Bezug auf die Kenntage verlief der Januar 2025 weitestgehend unspektakulär. So wurden in Warstein elf und in Köln fünf Frosttage verzeichnet, allerdings an beiden Stationen keine Eistage! Die Tiefsttemperatur lag in Köln mit -2,9 °C über zwei Grad höher als als im Vorjahr, während die -8 °C in Warstein sogar noch ein bisschen niedriger ausfielen als im Januar 2024. In Köln wurde als Höchsttemperatur bereits 15,3 °C verzeichnet in Warstein 12,4 °C. Damit gab es im Januar in Köln eine Temperaturspanne von über 18 Kelvin, in Warstein lag diese sogar bei über 20 Kelvin. Alle Werte zusammengefasst finden Sie auch in der nebenstehenden Tabelle.
Eine Übersicht zur Einordnung weiterer Monate und Jahreszeiten, basierend auf den Daten des DWDs, finden Sie hier.
| Kenntage im Januar 2025 | VKTU | WAST |
|---|---|---|
| Eistage | 0 | 0 |
| Frosttage | 5 | 11 |
| Tiefsttemperatur | -2,9 °C | -8,0 °C |
| Höchsttemperatur | 15,3 °C | 12,4 °C |
Weitere aktuelle Inhalte
LANUK NRW
So trocken wie nie zuvor – der Juli 2026
Die Witterung des Juni hat sich auch im Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Durch meist beständiges Hochdruckwetter dominierten über weite Strecken sonnige und sehr trockene Witterungsabschnitte. Niederschläge blieben vielfach auf einzelne lokale Schauer oder Gewitter beschränkt, wobei diese häufiger in Ost- und Südwestfalen und seltener im Rheinland auftraten. Unterm Strich hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in NRW in einem Juli nie weniger Niederschlag gegeben als 2026. Dazu lagen die Lufttemperaturen wie gewohnt deutlich über dem langjährigen Mittel, begleitet von einer erneut überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer. Die anhaltende Trockenheit führte zu einer weiteren Verschärfung des Niederschlagsdefizits und begünstigte die Austrocknung der Böden sowie eine zunehmende Belastung von Vegetation und Wasserhaushalt. Mit neuen Tiefstständen am Rhein wurde der bisherige Tiefstwert vom Oktober 2018 in diesem Juli unterboten. Es bleibt abzuwarten, wie lange die aktuelle Trockenheit noch anhält. Insgesamt setzte der Juli die bereits zuvor beobachtete Entwicklung hin zu einem warmen und trockenen Sommer klar fort.
weiterlesen
Klimaatlas NRW
Neue Funktionen für Hintergrundkarten freigeschaltet
Am Dienstag, den 14.07.2026 erfolgte eine weitere Aktualisierung der Kartenanwendung des Klimaatlas NRW. Neben den auf den neuesten Stand gebrachten Karten des Handlungsfeldes Konzepte vor Ort, wurde nun auch die von den Nutzerinnen und Nutzern lange gewünschte Erweiterung bzw. Weiterentwicklung der Hintergrundkarten um zuschaltbare Layer der verschiedenen Gebietskulissen sowie verschiedener sozialer Einrichtungen durchgeführt.
weiterlesen
panthermedia.net_tomwang.jpg
Rekordwärme bei viel Sonne – der Juni 2026
Der Juni 2026 präsentierte sich in Nordrhein-Westfalen als außergewöhnlich warmer und sonnenscheinreicher Sommermonat. Grund dafür war eine historischen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte, die infolge einer ausgeprägten Omega-Wetterlage (Hitzeglocke) entstehen konnte. Anfang Juni dominierten noch Tiefausläufer mit einem großräumigen Gewitteraufzug und lokalem Unwetterpotenzial. Am 16. und 17.06. zog eine Warmfront mit schwül-heißen Luftmassen und vereinzelten Hitzegewittern über das Land hinweg. Im letzten Juni-Drittel steigerte sich die Hitzewelle zu einem Stresstest von bisher unbekannter Intensität und Länge. Die Notaufnahmen und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun und voraussichtlich hat es in diesem Zeitraum viele hitzebedingte Todesfälle gegeben - allein in Köln verstarben am letzten Juniwochenende viermal mehr Menschen als "normal". Erst am 29.06. endete für NRW diese Hitzewelle. Insgesamt gab es verbreitet 11 Heiße Tage in Folge mit Temperaturmaxima am Freitag, den 26.06., von bis zu 40 °C am Rhein - einer neuer Juni-Rekord. Es ist davon auszugehen, dass durch die globale Erderwärmung solche Hitzewellen in Zukunft immer gewöhnlicher werden, sofern die globalen Klimaschutzanstrengungen nicht weiter intensiviert werden.
weiterlesen